Markus Szaszka - Fontanka

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Eine globale Wirtschaftskrise hält auch Sankt Petersburg in Atem. Die Schere zwischen Arm und Reich droht zu bersten. Am Stadtrand lebt Anna, ein vom Schicksal gebeuteltes Mädchen. Ihre einzige Waffe gegen die Mühseligkeiten des Lebens: Fantasie. Ihre treuen Begleiter: Kuscheltiere. Nicht weit weg, in den Kellerabteilen desselben Hochhauses, formiert sich ein anarchistischer Untergrund…

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Wenn solche Ausflüge problemlos verliefen und die Mädchen nicht allzu spät zu Hause waren, bekamen sie keinen Ärger. Dann mussten sie sich höchstens ein paar erzieherische Kommentare anhören. Wenn aber etwas Außerplanmäßiges geschah, zum Beispiel Anna ihre Schlüssel zu Hause vergaß, was ihr immer wieder passierte, und sie deshalb nach einer Regelbrechung von ihrer Mutter von unten raufgeholt werden musste, weil das elektrische Türschloss defekt war, dann drohten zeitlich begrenzte Ausgehverbote.

Oder einmal, als Anna aufgebracht und weinend heimgekommen war, weil ein Obdachloser die beiden Mädchen forsch angeschrien hatte, da hatte es auch Konsequenzen gegeben; eine Woche Spazierverbot. Dabei hatte Anna dem älteren, nach Schweiß und monatelang ungewaschenem Gewand stinkenden Herrn lediglich angeboten, dass sie ihm gerne ein Stück Kuchen von zu Hause holen könne, weil sie kein eigenes Geld besäße, aber das hatte ihn nur noch wütender gemacht.

Nach solchen Vorfällen wurden Anna und Polina ermahnt, dass sich von nun an einiges ändern würde und sie in Zukunft wirklich im Hof bleiben sollten, damit nichts Schlimmes passieren konnte. Das taten sie dann auch, zumindest für ein paar Tage oder höchstens eine Woche. Danach fingen die zaghaften Grenzüberschreitungen wieder von vorne an: Das Verschwinden hinter einem der Wohnhäuser, das Spazieren zu einem der Läden an der Hauptstraße oder, wenn sie sich besonders verwegen fühlten, ein Ausflug hinter den östlichen der vier Blocks, über die Rybatskiy Allee, wo sich ein kleiner Park direkt an der Newa befand.

Da Anna im westlichen Block wohnte und Polina im nördlichen, ihre Mütter theoretisch also eine gute Sicht auf die Ausreißerinnen hatten, wenn sie nach Osten hin ausbüxen wollten, mussten sie sich in diesen Fällen besonders geschickt anstellen. Sie konnten nicht auf direktem Wege, zwischen Block Nord und Block Ost beziehungsweise zwischen Block Ost und Block Süd davonspazieren. Das wäre zu frech gewesen, sollte eine der beiden Mütter gerade aus dem Fenster sehen. Stattdessen war es die bessere Taktik, erst ein bisschen auf dem Spielplatz rumzulungern, dann hinter einem der „Mütter-Blocks“ zu verschwinden und sich von dort aus an die Newa zu beeilen, um den Bogen nicht vollends zu überspannen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen waren notwendig, da der Park an der Newa tabu war, noch mehr als die Pribrezhnaya Straße oder sonstige Gegenden rundherum. In letzter Zeit waren es nämlich zunehmend mehr Verarmte, Bettler oder Trinker, die sich laut Dora in ihrem Bezirk breitmachten, weshalb man nicht vorsichtig genug sein konnte. Und der Park an der Newa, der unter diesem Namen auf jeder Stadtkarte zu finden war, war Doras Meinung nach der gefährlichste Ort in ihrer Umgebung.

Tagsüber ging es noch, aber abends trafen sich dort die vielen Armen, die Verzweifelten, also die besonders bemitleidenswerten Exemplare der Unsichtbaren. Und dort tranken sie dann gemeinsam ihren Billigfusel, debattierten über die Missstände in ihrem Land und lachten hin und wieder unnatürlich hysterisch auf, wenn sie den heilsamen Moment des Alkohols erwischten.

»Die Menschen haben keine Arbeit mehr, keine Beschäftigung, und deshalb kommen sie auf komische Gedanken. Sie sind unzufrieden, das ist doch kein Wunder, denn sie haben doch nichts. Und dann werden sie neidisch… und gefährlich«, hatte Feodora einmal zu ihrer Tochter gesagt. Und weiter: »Was machen sie denn den lieben langen Tag? Sie trinken sich die Rüben weich. Und das ist sogar noch gefährlicher.«

Alles in allem waren diese Grüppchen harmlos, aber sie ließen die Stadt zerlumpter aussehen, als sie es ohnehin schon war. Ein Jammer , dachten die Bürger, die sich ein selbstloses Denken noch erlauben konnten. Würden sich die Politiker ein bisschen besser um unsere Stadt kümmern, würde es hier so schön wie in Wien aussehen. Oder schöner.

In den Nachrichten predigten sie immer wieder, dass es den Russen besser denn je gehe, dass es im Ausland viel schlimmer als zu Hause sei, beispielsweise in Deutschland, wo Ausländer die Städte überrannten und die Menschen nicht mehr sicher waren. Über so etwas sprach man natürlich, auf den Straßen, über Geschäftstheken hinweg und in der Arbeit, aber kaum einer glaubte den Sendern noch – zumindest wenn es um die Zustände im eigenen Land ging. Aber freilich, besser war es in Russland vielleicht schon als in manchen europäischen Ländern, denn arm zu sein, das war eine Sache, aber ständig in Furch vor den Arabern leben zu müssen, das war ein ganz anderes Paar Schuhe. Und wenigstens das würde Präsident Wladimir Wladimirowitsch Nikitin niemals zulassen, waren sich alle einig. Wenigstens etwas.

Obwohl Feodora ihre Anna und Polina explizit und mit Nachdruck vor dem Park an der Newa gewarnt hatte, wussten die Mädchen überhaupt nicht, was die Aufregung sollte. Sie nahmen den Park ganz anders wahr, nämlich als etwas Schönes, Abenteuerliches und Behagliches. Das eine Grüppchen mit den Trinkern und das andere mit den nüchternen Armen bemerkten sie kaum, denn in ihrer Welt spielten andere Dinge eine wichtigere Rolle.

Entweder flanierten sie über die Wege des Parks und am Ufer der Newa, dann fühlten sie sich wie in einem Film über das viktorianische England, oder sie verbuddelten eines ihrer alten Spielzeuge, damit sie irgendwann wieder nachsehen konnten, ob es noch immer da war, oder sie spielten Prinzessinnen, und dann stellten sie sich den Park als ihren Garten vor. Manchmal beobachteten sie Händchen haltende oder kuschelnde Pärchen und mussten schmachten. Das wollten sie auch einmal haben, ohne genau zu wissen, weshalb eigentlich.

Eines warmen, frühherbstlichen Septemberabends, während eines ihrer verbotenen Ausflüge auf die andere Seite der Rybatskiy Allee, spazierten sie am Fluss entlang und plauderten darüber, welche Namen ihre Pferde hätten, wenn sie Prinzessinnen wären. Da hörten sie Iwan gutgelaunt nach ihnen rufen: »Schwesterherz! Und Freundin von Schwesterherz! Kommt zu uns.« Er hockte vor einer Bank am Flussufer, nippte an einer in Papier eingewickelten Flasche und war in Gesellschaft von weiteren Jugendlichen.

»Was meinst du? Sollen wir hin?«, fragte Polina.

»Ja, wieso nicht. Ich finde deinen Bruder lustig.«

»Na ja, wenn er grad kein Idiot ist, dann ist er ganz okay, schätze ich.«

Die beiden kicherten und gingen zu Iwan. Abgesehen von ihm waren da noch zwei andere Jungs und ein Mädchen, das auf den ersten Blick auch wie ein Junge aussah – ein kleiner, dicker.

Sie hieß Molle und fiel auf. Abgesehen von ihrer untersetzten Statur, hatte sie einen kurzen grünen Irokesen, Piercings in Nase und Ohren, schwarze Klamotten mit Aufnähern von satanistischen Bands drauf und eine Attitüde, die klarmachte; komm her und versuch's doch, ich kämpfe bis zum Umfallen .

Jaroslaw saß neben Molle auf der Bank und wurde von den anderen „Stange“ genannt, weil er so groß und dünn war. Seine weiten Hip-Hop-Hosen und sein XXL-Shirt verstärkten diesen Eindruck. Wenn er sprach oder lächelte, stach eine Zahnlücke prominent aus seinem Mund – ihm fehlte ein Einser.

Der dritte im Bunde war Lew, der um die Bank herumstreunte, Steine vom Boden aufhob und schwungvoll in den Fluss warf. Er trug Converse , abgewetzte Jeans, ein My Chemical Romance -T-Shirt und ein schwarzes New York Knicks -Cap. Er war wortkarg und sah nur selten zu den anderen, selbst wenn er sich mit ihnen unterhielt. Es sah nachdenklich aus und war ständig beschäftigt. Wenn er nicht gerade Steine suchte und warf, dann betrachtete er zu Boden gefallene Blätter, balancierte eine Ameise auf einem Finger oder beobachtete angestrengt die gegenüberliegende Uferseite.

Jaroslaw war gleichalt wie Iwan, also neunzehn, Molle und Lew waren beide sechzehn und kannten sich aus der Schule. Anna und Polina waren mit ihren vierzehn Jahren die Jüngsten.

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