Markus Szaszka - Fontanka
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»Anna, das war keine Bitte. Du musst aufhören, sie mitzunehmen. Und du musst aufhören, dein Spielzeug wie einen Menschen zu behandeln, sonst werden dich die anderen Kinder auslachen und nicht mit dir spielen wollen.«
»Das ist mir doch egal«, schrie Anna jetzt mit ihrer eigenen Stimme und ungewohnt bestimmt. »Ich mag die anderen Kinder nicht und dich mag ich auch nicht! Misha Masha bleibt bei mir!« Sie drehte den Kopf ihres Plüschtieres zu sich, als ob Masha sie ansehen würde, und dann wieder zum Wasser hin.
Erst wusste Feodora nicht, was sie erwidern sollte. Ihre Anuschka hatte ihr noch nie zuvor gesagt, dass sie sie nicht mochte. Diese Worte schmerzten das mütterliche Herz, das schneller schlug und Doras Atmung aus dem Takt brachte. Sie versuchte sich zu beruhigen, indem sie tief ein- und ausatmete und ein Stück weiterpaddelte. Dann unternahm sie einen neuen Versuch.
»Anna, es ist nicht nett zu sagen, dass du deine Mama nicht liebhast. Ich liebe dich und ich will nur das Beste für dich.« Ohne eine Antwort zu erhalten, begann sie die Jause aus ihrem Rucksack zu packen. »Aber vielleicht hast du ja recht. Wieso eigentlich kann ein Kind sein Spielzeug nicht mit in die Schule nehmen?«, überlegte Feodora laut, mit dem Ziel, Anna zu beschwichtigen. »Hier, nimm und iss das Brot. Vielleicht fällt uns dann ein, wie wir Misha Masha bei dir behalten können. Du musst nämlich wissen, dass die Schule ein gefährlicher Ort für kleine Bärenmädchen ist.«
Anna bekam große Augen: »Ja, wieso?«
»Ach, das wusstest du nicht? Nun ja, Stoffbären können, wenn sie in einer Schule gesehen werden, hm, nun ja, sie können konfisziert und im Zimmer der Direktorin eingesperrt werden, wie jeder weiß. Dort gibt es so etwas wie ein Gefängnis, nur nicht für Menschen, sondern für Bärchen.«
»Wirklich? Aber wieso?«, fragte das Kind, vom Wahrheitsgehalt dieser Geschichte überzeugt.
»Ach, Anuschka, das ist doch ganz klar. Weil die Schule kein Ort für Bären oder andere Tiere ist. Oder hast du schon mal ein Tier in deiner Klasse gesehen?« Just fiel Dora ein, dass das sehr wohl möglich gewesen sein konnte, also fügte sie hinzu: »Außerdem haben viele Lehrer und Kinder Angst vor Bären. Immerhin sind das wilde Tiere und können Tollwut übertragen. Masha ist natürlich nicht so eine Art von Bär, aber das können die anderen doch nicht wissen!«
Mama Dora hoffte, dass sie mit dieser improvisierten Lüge davonkam und war erleichtert, als sie ein traurig verständiges »Oh« vernahm.
»Und was soll ich jetzt tun, Mama?«
»Na, wenn du sie schon mitnehmen musst, dann musst du mir versprechen, dass du sie unbedingt in deinem Tornister lassen wirst. Okay? Wir wollen doch nicht, dass deine Misha entführt und eingesperrt wird. Oder?«
»Nein! Nicht entführen!« Anna drückte ihr Bärchen fest an sich.
»Siehst du. Dann ist es ja gut, dass wir diese Angelegenheit besprochen haben.«
»Ja«, stimmte das Kind zu und war wieder fröhlich.
»Gut, jetzt iss dein Brot.«
*
Obwohl Anna vorsichtiger war, Masha fortan nicht mehr aus ihrem Tornister holte und nur noch flüsternd mit ihr kommunizierte, bewahrheitete sich Feodoras Befürchtung, dass ihr Kleines keine einfache Kindheit haben würde. Das Verstecken ihres Stofftieres vermochte nicht zu kaschieren, dass Anna anders als die restlichen Kinder war.
Sie war zwar nicht die einzige, die schüchtern war, aber sie hatte etwas unbestimmbar Besonderes an sich. Sie war verträumt und häufig geistesabwesend, ängstlich und naiv. Am liebsten sprach sie mit niemanden und wenn ihr jemand etwas erzählte, glaubte sie in der Regel alles.
Wie es unter Kindern üblich war, wurde jede Andersartigkeit erbarmungslos mit Hänseleien bestraft. Und hatte sich eine Klasse erst mal auf ein Kind eingeschossen, dann blieb dieses Kind meist für eine lange Zeit das Klassenopfer. In der 2-c war es Anna, die regelmäßig drangsaliert wurde, mal mehr, mal weniger und manchmal unaufhörlich, bis ihr stumme Tränen über ihre Wangen liefen oder schlimmer, sie aufgelöst nach Hause lief. In diesen Fällen hielt sie die Gemeinheiten, die ihr angetan wurden, nicht mehr aus und sie verstand nicht, weshalb die anderen Kinder ihr fiese Namen gaben, sie an den Zöpfen zogen, ihre Lernzettel zerknüllten und ähnlich kindlich Gemeines taten.
Von ihren Lehrern und Rektorin Baranowa, die Angst vor Feodoras Anwaltskanzlei Medwedew & Partner hatten, wurde Anna Iljinitschna Smirnowa in Ruhe gelassen. Aber sie sahen auch dann weg, wenn Anuschka misshandelt wurde, weil sie ihnen genauso suspekt war, wie sie es für die anderen Kinder war. Nur gingen die Erwachsenen anders mit ihrem Unbehagen um. Sie befanden das hässliche Entlein für zurückgeblieben und versuchten, es nach Möglichkeit nicht anzufassen. Ihrer Meinung nach brachte es Unglück.
Mama Dora hingegen sah ihr gemartertes Kind am Anfang eines Weges, von dem kein Mensch wissen konnte, wohin er führen würde - sie hoffte, ins gelobte Land. Immerhin prüfte Gott nur diejenigen, die stark genug waren, diese Prüfungen zu bestehen. Und er tat es niemals ohne Grund.
Ein Freundschaftsband für Anna
Seit dem Beginn des neuen Schuljahres waren zwei Wochen vergangen und der Alltag hatte die Randbezirke fest im Griff. Die Kälte, die sich nie weit von St. Petersburg entfernte und es das ganze Jahr über im Blick behielt, schlich sich auch 2016 schon früh im September an die Betten der Bürger. Manch einer sehnte sich morgens nach ein wenig Wärme, aber die Zentralheizungen würden voraussichtlich erst Anfang Oktober eingeschaltet werden. Das genaue Datum wusste keiner so genau, denn diese Bauchentscheidung blieb dem gesunden Menschenverstand der Obrigkeit überlassen.
Die Sensationen der wenigen sonnigen Wochen des Jahres waren beinahe vergessen. Trägheit und ein Hauch von Resignation schlichen sich in die Stuben. Hatte das Land im Sommer noch viel über die politischen Entwicklungen debattiert, dachte es jetzt wieder zuallererst an genügend Pelmeni und Kompott auf dem Abendtisch.
Den Menschen entging nicht, dass der Gürtel enger geschnallt werden musste, dass die guten Waren in den Geschäften teurer wurden und die Arbeit weniger. Aber noch ging es, noch hielten die Unsichtbaren an den Stadträndern durch, sie ackerten und existierten. Das war schon immer ihr Leben gewesen.
Der sowjetische Prinz versprach, dass alles gut werden würde, und die meisten glaubten ihm. Nur diejenigen nicht, die ganz unten angekommen waren. Männer im besten Alter etwa, die sich außer Wodka nichts mehr leisten konnten und das öffentlich zur Schau stellten. Oder Omas, die ihr letztes Hab und Gut an den unsanierten Straßenecken für wenige Rubel verkauften. Oder die jungen Mädchen daneben, die dasselbe mit ihren Körpern versuchten.
Es war nicht zu übersehen, was passierte, aber da jeder seine eigenen Sorgen hatte, sprach keiner darüber. Und wenn das Straßenbild jemandem doch einmal naheging, dann fragte er im Vorbeigehen leise vor sich hin: »Und das alles wegen der verdammten Krim?«
Lange grübelte aber keiner über diese Missstände nach, weil stets ein Abendessen gekocht, für ein bisschen Geld gearbeitet oder ein Fläschchen mit 100 Gramm Hochprozentigem besorgt werden musste. Außerdem; was half es schon, dachten sich die meisten. Es würde sich ja doch nichts ändern.
Auch in der Schule Nr. 348 hatte sich der Alltag eingependelt. Die Pädagogen brachten den Kindern bei, was das Curriculum von ihnen verlangte. Die Kinder lernten, weil sie lernen mussten. Und Anna wurde gehänselt, weil sie anders war. Wenn ihr das zu viel wurde, dann weinte sie und als Konsequenz wurde sie auf den Gang oder ins Rektorat geschickt, damit sie sich beruhigen konnte. Es sah nicht danach aus, als ob sich irgendetwas an diesem bedauernswerten Status quo hätte verändern können. Und dann kam Polina.
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