Markus Szaszka - Fontanka
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In der ersten Schulstunde, an einem verschlafenen Montag, wurde sie von Koslowa ins Klassenzimmer geführt und vorgestellt: »Setzen. Das ist Polina Gromowa aus Moskau. Sie ist neu in St. Petersburg und ab heute in unserer 2-c.«
»Polina Burattina«, sang einer der Streichholzkopf-Jungen kleinlaut und erntete kindliches Gekicher. Mit seiner Anspielung auf Pinocchio verglich er die Neue, die sehr dünn war und deren Arme und Beine wie Zahnstocher aus ihrer kurzärmeligen Bluse und ihrem kurzen Rock ragten, mit dem Jungen aus Holz.
»Ruhe!«, keifte Koslowa, was den Jungen nicht sonderlich beeindruckte, der weiterhin stumpf und gemein in Richtung der Neuen grinste. »Neben Anna ist noch ein Platz frei. Hier. Setzt dich. Wir können dich später noch genauer vorstellen. Jetzt gibt es erst mal Mathe. Schlagt euere Bücher auf Seite vierundzwanzig auf. Plusrechnen bis 100.« Geschlossen seufzten die Schüler, weil sie wussten, dass sie in spätestens einer halben Stunde vor Langeweile auf ihren Stühlen zerfließen würden.
Während Koslowa erste Rechenübungen mit Kreide auf die grüne Tafel schrieb, setzte sich Polina neben Anna und fing an, ihren Platz einzurichten.
»Hallo. Mein Name ist Polina Andrejewna Gromowa. Und du bist Anna, und wie noch?«, flüsterte sie, sah zu Annas Tischhälfte rüber, auf der ein Schreibblock, das Mathelehrbuch, ein Federpenal, eine Safttüte und eine Banane lagen, holte ihrerseits Block, Buch, Federpenal, Safttüte und eine Birne aus ihrem Rucksack und platzierte ihre Utensilien spiegelverkehrt, damit sich ihre beiden Tischhälften glichen. Anna sah zu, blieb aber still.
»Willst du nicht meine Freundin sein?«, fragte Polina uns sah ihrer Sitznachbarin direkt in die Augen. »Wir müssen keine Freundinnen sein, wenn du nicht willst.«
Anna wollte antworten, aber etwas in ihr hielt sie zurück. Stattdessen holte sie einen Bleistift, einen Marker und einen Radiergummi aus ihrem Federpenal, um mitschreiben zu können. Polina tat es ihr nach und lächelte sie an. Anna war schüchtern, aber als sie sich die wiederhergestellte Symmetrie ansah, musste auch sie lächeln. In diesem Moment erfuhr sie ein warmes Gefühl in ihrem Bauch, dass sie so noch nicht gekannt hatte. Es umspielte ihn und er kribbelte.
»Anna Iljinitschna Smirnowa«, sagte sie leise und hielt ihre Augen geschlossen, als ob sie sich verstecken wollte, riss sie aber quieksend wieder auf, weil Polina sie stürmisch umarmte.
»Also willst du doch meine Freundin sein? Danke! Wir werden eine Menge Spaß zusammen haben. Polina und Anna, beste Freundinnen. Magst du Birnen? Ich nicht. Magst du meine haben? Dafür mag ich Bananen. Wollen wir tauschen?« Polina sprach so schnell und so viel, dass Anna weiter gar nichts mehr sagen konnte und nur mehr nicken musste. Aber das machte ihr nichts aus. Sie mochte die Neue trotzdem, weil sie lustig war.
»Ruhe«, rief Koslowa, ohne nach hinten zu sehen.
An diesem Tag lernte Anuschka also ihre erste Freundin kennen und in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten wuchsen die beiden zusammen. Da Polina mit ihren Eltern und ihrem fünf Jahre älteren Bruder Iwan in eine der drei benachbarten Blockbauten gezogen war, verbrachten die Mädchen nicht nur alle Pausen zusammen, sondern auch die Wege zur und von der Schule. Jeden Morgen, wenn Schule war, trafen sie sich vor dem Blumenladen der Babuschka Tsvetkova, dem kleinen Häuschen, das unmittelbar vor ihren Plattenbauten an der Pribrezhnaya Straße stand und wie ein übergebliebenes Legosteinchen aussah. Und nachmittags trennten sie sich dort wieder.
Während ihrer Unterhaltungen sprach vor allem Polina, die nur schwer zu bremsen war, wenn sie einmal losgelegt hatte. Sie war eine Quasselstrippe, wie sie im Buche stand, hielt nichts zurück, was ihr durch den Kopf ging, und das war nicht immer gesellschaftstauglich, höflich oder nett, wie es die meisten Erwachsenen von einem siebenjährigen Mädchen gerne gehabt hätten. Dieses Verhalten war anhand der abenteuerlichen Verhältnisse zu erklären, in denen Polina und Iwan aufgewachsen waren.
Als Tochter eines Generalmajors der russischen Streitkräfte hatte sie eine strenge und auf Disziplin ausgelegte Erziehung erfahren, der sie und ihr Bruder außerhalb der elterlichen Obhut nach Möglichkeit mit gegenteiligem Verhalten entgegensteuerten. Hinzukam, dass sie mit ihren sieben Jahren schon erstaunlich viel herumgekommen war.
In Moskau geboren, hatte sie mit zwei Jahren nach Nowosibirsk müssen, ein halbes Jahr später nach Tomsk, wo ihre Familie immerhin eineinhalb Jahre geblieben war, dann zurück nach Moskau, für drei Jahre, und jetzt hierher, an die Newa. Das viele Reisen hatte das dürre Kind redselig gemacht, denn einen anderen Weg gab es nicht, neue Freunde kennenzulernen. Gleichzeitig war Polina einigermaßen immun gegen die vielen Sticheleien der anderen Kinder geworden, die sie für blöd befanden, weil sie von woanders kam und frech war, mehr noch, sich manchmal robust und widerstandsfähig wie ein Junge gab, manchmal sogar Spuckte, Fluchte, ihren Stinkefinger zeigte oder ähnlich Unschickliches an den Tag legte.
Anna und Polina waren also beide anders. Jede auf ihre Art. Und das war auch der Grund, weshalb ihnen ihre Freundschaft guttat, weil sie sich beieinander sicher fühlten, normal, nicht wie Ausgestoßene, sondern wie ein Team, das zusammen stark gegen den Rest der Welt war.
Und so, wie sie ihr Glück teilten, teilten sie auch ihren Kummer, wenn eine von ihnen gehänselt wurde. Wenn Polina als Bohnenstange, Pinocchio oder Assi und Anna als Zurückgebliebene , Dumme oder Verrückte bezeichnet wurde, fühlten sich beide schlecht. Meistens hatte Polina einen kecken Spruch als Antwort parat und tröstete Anna, dass die anderen blöd seien und sie beide viel toller wären, eben weil sie anders als die anderen waren. Das hatte ihr Bruder Iwan früher zu ihr gesagt, wenn sie geärgert wurde, und jetzt sagte sie es ihrer Freundin, die schwächer als sie war und um die sie sich kümmern musste.
Bald fingen die Jungs der 2-c an, noch frecher zu werden. Sie zupften die beiden Mädchen an deren Schuluniformen, zogen leicht an ihren Zöpfen, nahmen ihnen Stifte und Blöcke weg und versteckten ihre Rucksäcke, wenn sie nicht hinsahen. Ähnliches trieben die Jungs auch untereinander, weshalb keiner großes Aufhebens um dieses typisch rowdyhafte Verhalten machte. Aber es fiel dennoch auf, dass Polina und Anna die bevorzugten Opfer solch kindlicher Streiche waren.
Je enger Polina und Anna aneinanderwuchsen, je glücklicher sie miteinander waren und das auch offen zur Schau stellten, indem sie kicherten, sich gegenseitig Zöpfe flochten und Klatschspiele spielten, desto gemeiner wurden die anderen Kinder zu ihnen. Die Jungs konnten jetzt nicht nur ihre Andersartigkeit nicht leiden, sondern auch ihr Glück. Und die anderen Mädchen waren neidisch auf ihre enge Freundschaft.
Also begann der härtere Tobak. Einmal stellte Artjom, der schamloseste Rüpel der Klasse, Anna ein Bein, als sie eine Treppe im Schulgebäude hinunterstieg. Ihr passierte nichts, aber vor lauter Schreck weinte sie. »Was wollt ihr tun?«, fragte der Junge provokant und stand breitbeinig da, wie er es sich von einem Erwachsenen abgeguckt haben musste. Aber mit Polinas Faust, die in seinem Gesicht landete und eine blutende Nase hinterließ, hatte er nicht gerechnet, weshalb auch er sich zu Boden warf und zu weinen begann.
»Hilfe, Hilfe, Frau Lehrerin, Hilfe«, schrie er und wand sich übertrieben auf dem Boden. Die anderen Jungs und Mädchen zeigten mit den Fingern auf ihn und er wurde rot im Gesicht. Polina half ihrer Freundin auf und war mächtig stolz auf sich. Als Koslowa kam, um zu sehen, was los war, petzte Artjom seine Version der Geschichte: »Sie hat mir ins Gesicht geschlagen!« Polina aber blieb still und wurde ins Rektorat geschickt, was ihr nicht viel ausmachte.
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