Markus Szaszka - Fontanka
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Dort musste sie zwar von ihrem Vater abgeholt werden, dem Generalmajor Gromow, aber er würde sie verstehen, daran hegte sie keinen Zweifel. Ihr Papa war ein Berg von einem Mann, mit dem man nicht gerne diskutierte, außer man hieß Polina und war Papas kleiner Schmetterling, denn dann konnte es sogar Spaß machen.
Da sich der Generalmajor nahezu immer im Dienst befand, traf man ihn zumeist in seiner autoritären moosgrünen Uniform an – so auch an diesem Tag, als er das Schulgebäude Nr. 348 betrat. Aus Gewohnheit übernahm er, ohne zu zögern, die Gesprächsführung, ließ erst Schulleiterin Baranowa reden und dann seine Tochter, deren Geschichten sich deutlich voneinander unterschieden. Auf die Frage hin, wieso Baranowa nicht beide Parteien zum Vorfall befragt hatte, wusste sie nicht recht zu antworten.
»Herr Gromow, das hätten wir natürlich tun sollen, da gebe ich Ihnen vollkommen recht, aber Gewalt darf in unserer Schule nicht vorkommen. Ich denke, das verstehen Sie.«
Der Generalmajor war streng und geradlinig, aber nicht ungerecht und er hütete sich davor, seine machtvolle Erscheinung auszunutzen.
»Ich verstehe vor allem, dass meine Tochter sich und ihre Freundin vor einem Aggressor verteidigt hat und darauf bin ich sehr stolz. Sollte sie noch einmal angegriffen werden, hoffe ich, dass sie couragiert genug sein wird, sich wieder zu verteidigen. Mit allen Mitteln.« Papa Gromow wendete sich liebevoll zu seiner Tochter: »Gut gemacht, Engelchen. Ich bin stolz auf dich.«
Von der Reaktion des Vaters überrascht und von seiner Uniform angetan, gab Baranowa ihm schließlich nicht nur Recht, weil sie sich rhetorisch nicht mehr zu helfen wusste, sondern sie überlegte, ob sie vielleicht wirklich falsch gehandelt hatte. »Natürlich, Sie haben wahrscheinlich Recht.«
Er sah sie zweifelnd an.
»Sie haben Recht, Sie haben sicher Recht.«
*
Da Artjom die Erniedrigung Polinas nicht auf sich sitzen lassen konnte, kam es schon bald zu einem weiteren Gefecht zwischen ihm und den beiden Klassenopfern. Es passierte nach einem Schultag. Die Kinder strömten aus dem Schulgebäude und machten sich auf ihre Wege in Richtung Zuhause. Da stellten sich der Chefrüpel und zwei seiner Komplizen vor Anna und Polina und bespritzten sie mit Mayonnaise, Ketchup und Remoulade. Als Artjom sah, dass die Mädchen zwar geschockt waren, aber nicht aufgelöst und schreiend davonliefen, ging er zu Polina und fing an, sie übel zu beschimpfen. Er sagte Dinge über ihre Mutter, ihren Vater und ihren Bruder. An anderen Tagen hätte sie diesen Attacken vielleicht standgehalten, aber nicht an diesem. Sie fing an zu weinen und lief weg – und Anna lief ihr hinterher.
Bis zum nächsten Morgen durfte sich Artjom in Sicherheit wiegen und mit seiner Tat vor seinen Mitschülern brüsten. Bis dahin wusste er noch nicht, dass sich seine Gegnerin bei Bruder Iwan ausgeheult und dieser auf ihren Kummer mit den Worten »Mach dir keine Sorgen. Ich kümmere mich darum, dass er dich nie wieder belästigen wird«, geantwortet hatte. Und wenn Iwan seiner jüngeren Schwester ein Versprechen gab, dann hielt er es auch.
Am nächsten Morgen, noch vor dem Läuten zur ersten Unterrichtsstunde, bekamen Artjom und seine Freunde wenig elegant, dafür äußerst diskret und effektiv, die Gesichter von Iwan und seinen beiden besten Freunden poliert. Hinterher gab es eine Drohung, die sicherstellte, dass keines der Kinder ihren Lehrern oder Eltern petzte, wer es gewesen war. Ab diesem Tag hatten Polina und Anna es deutlich einfacher. Artjom und seine Freunde suchten sich neue Opfer, aber sie schafften es nie wieder, mit der gleichen Energie und Leidenschaft wie zuvor zu ärgern und gemein zu sein.
Den Mädchen konnte es egal sein und sie hatten nie erfahren, was passiert war. Sie merkten nicht einmal richtig, dass sie keiner mehr ärgerte. So sehr waren sie damit beschäftigt, einander kennenzulernen, sich Märchengeschichten auszudenken und darin zu verlieren, wie Siebenjährige es nun mal gerne tun.
Und als die Mädchen der 2-c während eines Bastelunterrichts lernten, wie man Freundschaftsbänder knüpfte, bestand kein Zweifel daran, wer Annas und wer Polinas Bastelei bekommen würde.
Im Hof der Puschkin-Siedlung
Anna stand in der Wohnungstür und Feodora musterte sie. »Wann bist du nur so groß geworden?«
»Mama, ich muss los, Polina wartet schon.«
»Sie kann sicher ein paar Sekunden warten«, winkte Mama Dora ab. »Wenn ich daran denke, dass du bald Vierzehn wirst, Anuschka, verstehe ich nicht, wo die Zeit abgeblieben ist!« Sie zupfte ihrem Kind die Schuluniform zurecht und wischte ihm mit dem Daumen eine verlorengegangene Wimper von der Wange.
»Zu hübsch«, murmelte Feodora gedankenverloren und betrachtete die flachen Ballerinas, die dunklen Strümpfe, den kurzen dunkelblauen Faltenrock, die weiße Bluse mit dem Kragen aus Spitze, die beiden brünetten Zöpfe, die reine weiße Haut, rosa Wangen, das dezente Muttermal über Annas linkem Mundwinkel und deren haselnussbraune Augen. »Du bist zu hübsch geworden«, sagte sie. »Ohne jede Schminke, eine Augenweide.«
»Danke, Mama, aber darf ich jetzt gehen, bitte?«
Dora hatte nicht vorgehabt, ihrem Kind ein Kompliment zu machen. Sie sorgte sich, weil sie wusste, wie gefährlich Mädchen lebten, die so schön wie ihre Anuschka waren.
»Ja, lauf Mädchen, lauf und hab Spaß.«
»Danke.«
Dora konnte sich nicht entscheiden, ob es gut war, dass Anna aus ihrer Stummheit herausgewachsen war, auch wenn sie dafür gebetet und Gott ihre Gebete erhört hatte. Aber jetzt verstand sie die Bereitschaft ihres Kindes, mit anderen zu kommunizieren, als eine neue Gefahr. Dass sie nur an niemand Böses gerät , hoffte sie.
»Wenigstens ist sie noch zu keinem Plappermaul geworden«, sagte Feodora zu sich, während sie Anna nachsah, die im Flur davonstürmte. »Und gegen sechs Uhr gibt es Abendessen, hörst du?«, schrie sie hinterher und ging zurück ins Innere der Wohnung. Just, als sie die Türe schließen wollte, hielt Anna sie auf, die zurückgelaufen war. Erst küsste sie ihre Mutter auf die Wange und dann ließ sie Misha Masha es tun.
Manches änderte sich nie.
»Ich habe das Kuchenstück für Polina vergessen, gibst du es mir bitte.«
»Wenn dein Kopf nicht angewachsen wäre, würdest du auch ihn vergessen.«
Masha wanderte in die Rocktasche und das in Papier eingewickelte Stück von dem Himbeer-Joghurt-Kuchen, den die drei Smirnow-Damen am vorigen Abend gemeinsam gebacken hatten, wurde von Anna behutsam in Empfang genommen, als ob es fragil wie ein frischgeschlüpftes Küken wäre.
Das Kind war deshalb so fahrig, weil es sich beeilte. Es war erst zehn Minuten zuvor von der Schule nach Hause gekommen, um einen Apfel zu essen, ein Glas Milch zu trinken und den Schulranzen dazulassen, vor allem aber aus Gewohnheit, um Mutter Hallo zu sagen. Polina hatte in etwa das Gleiche getan und jetzt beeilten sich die beiden Mädchen wieder zueinander, weil sie einander noch viel zu erzählen hatten – wie immer.
An diesem Tag hatten sie in der großen Pause begonnen, sich eine Geschichte auszudenken. Es ging um zwei Mädchen in ihrem Alter, die in einem verwunschenen Wald lebten. Dort hatte jedes der Mädchen ein eigenes Haus, es gab geheime Gärten, Labyrinthe und traumhafte Lichtungen, die versteckt waren und von denen nur sie beide wussten. An dieser Geschichte wollten sie noch ein bisschen feilen und bald vielleicht sogar ein Buch zusammen schreiben.
Als Anna ihren Wohnblock, den westlichen der vier baugleichen Betonklötze, durch die hofseitige Tür verließ, sah sie Polina schon von weitem bei den Schaukeln auf sie warten. Sie lief ein Stück, stolperte über eine nach oben ragende, von Witterung und Zeit gelockerte Betonkachel, fing sich gerade noch rechtzeitig vor dem Fall und beschloss, lieber doch im Schritttempo weiterzugehen. Sie wollte Polinas Kuchenstück nicht vom Boden kratzen müssen.
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