Dietrich Bussen - Flokati-Träume

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'Achtunddschziger' schlagen sich in Berlin mit den Folgen ihrer Erfolge herum.
In Familie und am Arbeitsplatz versuchen sie ihren Schlagworten wie: Basisdemokratie, Selbstverwirklichung, antiautoritäre Erziehung und wenn's geht auch 'Freie Liebe' Leben einzuhauchen, wobei ihnen mitunter die Puste ausgeht.
Vor allem mit der Liebe ist das so eine Sache. Erzogen mit und zu den Idealen ihrer Eltern soll nun mit einem großen Befreiungsschlag auch in der Liebe ein neues Zeitalter beginnen. Aber wie so oft: Ideal und Wirklichkeit stoßen sich hart im Raume.
Möglicherweise hilft die Flucht auf's Land. Vielleicht bringt ja diesmal ''Zurück zur Natur'' die wahre Erfüllung.
Im Hintergrund glaubt man Pink Floyd mit: «Wir brauchen keine Erziehung, wir brauchen keine Gedankenkontrolle» aus 'The Wall' zu hören.

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„Du Kathi, wie wäre denn das? ‚Altes Bauernhaus in Schleswig-Holstein, reparaturbedürftig, 80.000 DM’.“

„Na und, was soll das? Deine Schule liegt in Kreuzberg und nicht irgendwo in Norddeutschland. Das kannst du dir abschminken.“

„Aber schön wär’s doch.“

Soll es das sein, mit Kind und Kegel aufs Land?, dachte sie.

„Meinst du wirklich?“, sagte sie.

„Tja, du hast Recht, im Grunde Quatsch. Aber stell dir mal vor ...“

Von nun an, von genau diesem Augenblick an kamen sie von dem Gedanken nicht mehr los.

Und sie stellten es sich vor, das alte Bauernhaus, zur Not auch die alte Schule, auf dem Lande, wenn’s eben ging in Fachwerk. Dieses Bild ließ sie nicht mehr los.

Bei allen wichtigen Entscheidungen war es zugegen. Selbst beim Kauf von Geschirr - von Möbeln ganz zu schweigen - begleitete ein Gedanke alle Überlegungen: Ob das auch in ein altes Haus in ländlicher Umgebung passt, beziehungsweise, sollten wir damit nicht lieber warten, bis...?

Bald schon weitete sich das Bild. Ein prächtiger Bauerngarten, Margeriten und Kornblumen leuchteten an Feldwegen, Wiesen voller Sommerblumen mit duftenden Kräutern und weichem Heu umgaben das neue Zuhause. Meckernde Ziegen, grasende Kühe, Pilze im nahen Wald, alles kam nach und nach dazu, bis sich ein Paradies auf Erden vor ihnen ausbreitete, mittendrin sie beide mit den Kindern.

Aber Lehrer wollte er schon bleiben. Das ganze ohne seinen Beruf, das konnte er sich nicht vorstellen. Er als Mitglied der kleinsten Minderheit aller Kreuzberger Lehrer: der ‚bekennenden Pädagogen’, er ohne seinen Beruf, unvorstellbar! Obwohl, manchmal bei Vandalismus und Smog, verdrecktem Schnee und vollgeschissenen Klos kamen ihm schon Endzeitgedanken, wenn er über seinen Beruf nachdachte.

Aber der bekennende Pädagoge siegte jedesmal, da musste es schon dicker kommen.

Dass er sich jetzt lieber zu seinem Kaffee bekennen sollte, dachte er beim Blick auf seine Uhr. Oder, man könnte ja auch ein paar Minuten länger und dann wären die Schüler vielleicht über alle Berge, aber als bekennender Lehrer wäre das nun auch wieder nicht so einfach.

Zweites Kapitel

Einige Tage später empfing ihn, als er das Lehrerzimmer betrat, das gleiche Stimmengewirr und der gleiche Geruch wie sonst auch vor Konferenzen.

Wie eine Mischung aus Schweiß, Kölnisch Wasser, Kreide, schlechten Noten und Sägespänen, und zwar geölten, dachte Jochen.

Bei keiner Versammlung - er hatte an einigen teilgenommen in letzter Zeit - hatte er auch nur annähernd diesen Geruch wahrgenommen; bei Konferenzen in der Schule immer.

Ob Lehrer anders riechen als die übrige Menschheit? , ging es ihm durch den Kopf, als er sich setzte. Neben Rolf war noch ein Platz frei.

Oder sollten es doch nur diese geölten Sägespäne sein, deren Ausdünstungen sich ihm in eigenen Schülertagen unauslöschlich eingeprägt hatten? Ja, er war sich nun ganz sicher, dass es die Sägespäne waren, die er deutlich aus dieser unappetitlichen Geruchsmischung herausroch. Und nun sah er auch das, was sich vor ein paar Tagen auf dem Schulhof bereits angedeutet hatte: Schulbänke mit eingelassenen Tintenfässern, Lehrer Ganzauge, Rohrstock, Schüler der dritten oder vierten Klasse in der katholischen Volksschule.

„Jockel hat gefuurzt!“ Er hörte es wieder dieses fürchterlich lange ‚u’. Und dann lief es ab wie im Film.

Sobald seine Mitschüler diese Meldung gemacht hatten, unterbrach Ganzauge seinen Unterricht und befahl Jochen:

„Aufstehen - Raustreten - Halbe Drehung zum Stuhl – Bücken“

und dann zur Klasse gewandt:: „Einatmen oder Rohrstock?“

Die Schüler durften dann über den weiteren Gang der Dinge bestimmen, ganz allein; Lehrer Ganzauge richtete sich nach ihrem Urteil.

So lernte Jochen ‚Demokratie in der Schule’ kennen, damals, Ende der Vierziger-Jahre.

Zuerst hatte er gehofft, sie würden ‚Einatmen’ schreien. Wenn er dann auch wie ein Blöder Luft einjapsen musste, endlos lange, ‚damit der Furz wieder dahin kommt, wo er hergekommen ist, nicht wahr?’.

Die Schüler antworteten Lehrer Ganzauge, ungeordnet, sie schrieen, kreischten, schubsten sich gegenseitig, sogar aufspringen durften sie, ohne Aufforderung, im sonst militärisch gedrillten Unterricht..

„Einatmen oder Rohrstock“

Nach ‚Einatmen’ musste er oft heulen, so sehr er auch dagegen ankämpfte, verkriechen wollte er sich, am liebsten unsichtbar machen; warum hatten Tarnkappen immer nur die anderen, in den Geschichten. Nie wieder hatte er sich so geschämt, erniedrigt vor allen und von allen. Und wenn sie ‚Rohrstock’ geschrieen hatten? Nach den Schlägen auf seinen Hintern war er wütend und heulte, weil es höllisch brannte, beim Hinsetzen erst recht.. Stehen bleiben durfte er nicht..

„Du darfst dich hinsetzen“, und Jochen hatte gelernt, dass diese grinsend erteilte Erlaubnis ein Befehl war. Manchmal schaffte er es aber auch, dass es nur wehtat, und er nur wütend war und nicht zu heulen brauchte. Dann hatte er nur noch aus Stolz bestanden, seine brennenden Hinterbacken auch. Nach dieser Erfahrung wollte er, dass sie Rohrstock riefen.

Er hatte dann gestanden, gebückt über der Sitzfläche seiner Bank, solange, wie die Schüler brauchten für ihre Entscheidung, in unbeschreiblicher Angst vor dem Urteilsspruch, der sich herauszögerte, weil sie sich meistens nicht einig waren von Anfang an.

„Einatmen“, „Rohrstock“, die kindlichen Rufe drangen wie Pfeile in sein Hirn, bis sie endlich alle das selbe Wort schrieen und meistens war es „Einatmen“.

Dann löste sich seine Angst langsam und machte Platz für Hass, Hass auf den Lehrer und seine Mitschüler und mit dem Hass stieg der Wille in ihm auf, es ihnen diesmal zu zeigen, nicht zu weinen!

Manchmal sah er auch das Bild eines Heiligen, das er in einem Buch mit frommen Geschichten gesehen hatte, wie der - an einem Stamm gefesselt - von ungläubigen Heiden mit Steinen beworfen wurde, die dabei auch noch hämisch lachten und kreischten und Grimassen zogen; einige schienen sogar zu tanzen!

Dann fühlte er sich herausgehoben aus der Schar der lärmenden Mitschüler. Denn, wem auf Erden Böses angetan wird, der wird - wenn es so weit ist - herausgewunken aus der Warteschlange vor der Himmelstür und der darf sie alle überholen, seine Peiniger sowieso, und der wird mit freundlichem Lächeln von Petrus persönlich zur Schar der jubilierenden Engel geleitet, die ihn dann zu einem der vorderen Plätze im weiten Himmelsrund führen würden. Das wusste er von seiner Mutter.

Später hatte er sich oft gefragt, ob seine Mitschüler ihre Entscheidung, dass er einatmen solle, bewusst getroffen hatten, ob sie ihn wirklich demütigen wollten, oder vielleicht sogar schonen, wenn sie „Einatmen“ schrieen, oder war es nur Zufall, je nachdem, was der erste rief?

Den weiteren Verlauf übernahm dann wieder Ganzauge.

„Einatmen, tief, tiefer“, seine Brust schwoll an dabei, „damit du deinen Wind wieder einfängst; er gehört doch dir, oder?“

Und wenn er nicht sofort geantwortet hatte, hatte er sein Spiel weiter getrieben.

„Was ist, hast du schon vergessen?, dann schnuppere mal an deinem Sitz, damit du ihn wiedererkennst. Na, war’s deiner?“

Und mit jedem Wort, das Ganzauge gegen ihn richtete, entfernten sich Himmel und Heilige wieder und er fühlte sich grau und verlassen, bis er schließlich „Ja, Herr Lehrer“ sagte.

Einmal war er danach einen Nachmittag und eine Nacht lang nicht nach Hause gegangen, hatte sich in seiner Heckenhöhle verkrochen.

Er wollte sich ausfurzen, für immer und ewig. Er hatte es auch mit Beten versucht, wie immer in Notsituationen.

„Lieber Gott, lass mich furzen, so viel, wie es eben geht, damit es nicht mehr in der Klasse passiert. Wenn ich groß bin, will ich auch andern Kindern helfen, die in der Klasse furzen müssen, dann werde ich nämlich Furzprofessor.“

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