„Kaufmännische weibliche Aushilfe als Sekretärin für den Kurparkbetrieb gesucht. Steno- und Schreibmaschinenkenntnisse erforderlich.”
„Das kann kein Zufall sein! Ich bin ausgebildete Sekretärin, das ist wohl genau das Richtige.”
Mutig betrat sie mit Snoopy die Büroverwaltung im Kurgebäude. Fragte beim Portier nach, an wen sie sich wenden konnte und wurde angewiesen:
„Gehen sie die Treppe hoch, zweites Zimmer links, auf dem Schild steht „Kurverwaltung”, den Hund können sie so lange mir überlassen, ich schaue gerne nach ihm.”
Der Portier erschien Stasia vertrauenswürdig, freundlich und tierlieb, so dass Snoopy freudig mit seinem Schwanz wedelte und sich vertrauensvoll streicheln ließ. Aufgeregt klopfte sie an der Tür des Personalbüros. Eine nett klingende männliche Stimme forderte sie auf, hereinzukommen. Fragend schaute Herr Braun von seinem Schreibtisch auf. Mutig, „gleich mit der Tür ins Haus”, sagte Stasia:
„Ich bin die von Ihnen gesuchte Aushilfe, ... als Sekretärin.”
Herr Braun, so hieß der Herr, verwies sie zur Sekretärin des Personalleiters:
„Ein Zimmer nebenan“, antwortete er ebenso kurz und sachlich. Frau Köhler, die Sekretärin des Personalleiters Herr Philipp, schaute überrascht von ihrer Schreibmaschine auf und betrachtete Stasia neugierig. Frau Köhlers Schwangerschaft war nicht zu übersehen.
„Sind sie die Sekretärin, für die eine Aushilfe gesucht wird?”
fragte Stasia hoffnungsvoll.
„Ja, das bin ich, denn ich werde nur noch diese Woche arbeiten können, da ich danach in Mutterschaftsurlaub gehe. Wir hatten schon einige Bewerberinnen für diese Arbeit, aber leider konnten wir bis jetzt noch kein passenden Ersatz finden“, wobei sie dramatisch ihre Augenbrauen hochzog.
„Sind Sie als Sekretärin ausgebildet?”
Stasia nickte eifrig.
„Wann könnten sie denn anfangen, es müsste in den nächsten Tagen sein, da ich sie noch einarbeiten müsste.”
Viele Fragen auf einmal. In diesem Moment trat Herr Philipp in den Raum. Nachdem Frau Köhler Stasia als Bewerberin vorgestellt hatte, bat er sie, neugierig geworden, um ein Gespräch in seinem Zimmer. Frau Köhler sollte ebenfalls anwesend sein. Stasias gewinnendes aufrichtiges Wesen und die perfekte berufliche Ausbildung mit ihrer Berufserfahrung begeisterten Herrn Philipp. Da gab es nur noch ein kleines Problem, Snoopy.
„Wenn Sie erlauben, dass ich meinen sehr gut erzogenen Pudel zur Arbeit mitbringen darf, könnte ich sofort anfangen. Ich bin neu in der Stadt und kenne niemanden, der für meinen Hund sorgen könnte. Geht das?” fragte sie kleinlaut. Mit zuckenden Schultern schaute Herr Philipp Frau Köhler ratlos an. Sie nickte zustimmend. Dann auch er, weil endlich die passende Aushilfe für Frau Köhler gefunden war und sie nun beruhigt den Mutterschaftsurlaub antreten konnte. Stasia musste versprechen, dass Snoopy sich benehmen und er unauffällig neben ihr am Schreibtisch verweilen würde. Stasia kannte ihren Hund gut und wusste, dass sie durch ihn keine Probleme haben würde. Nachdem alle Formalitäten geregelt waren, wie ein zeitlich begrenzter Arbeitsvertrag, der alle Pflichten und Rechte einer Sekretärin auf Zeit beinhaltete, neben einem guten Gehalt, von dem man gut leben konnte, verließ Stasia überglücklich das Gebäude. Sie wollte vor Glück singen und tanzen. Selbst der wartende Snoopy bemerkte die gelöste Stimmung von Stasia und wedelte freudig mit seinem Schwänzchen. Die gute Nachricht musste gleich an ihre Eltern und Marina weiter gegeben werden. Die nächste Telefonzelle im Kurpark war für eine gute Stunde besetzt. Erwartungsvoll und guter Dinge stand Stasia mit ihrem Hund am nächsten Morgen pünktlich vor Frau Köhler. Sie war eine hübsche, nette und warmherzige junge Frau. Das Babybäuchlein stand ihr gut und gab ihr eine wohltuende mütterliche Ausstrahlung. Die Tage vergingen schnell. Stasia war schnell eingearbeitet und fleißig. Herr Philipp war mit seiner Wahl sehr zufrieden und erleichtert, eine gute Wahl getroffen zu haben. Die Arbeit machte Spaß. Durch diese Tätigkeit lernte sie die Stadt Baden-Baden von einer viel besseren Seite kennen als jeder Tourist. Ob Veranstaltungen geplant wurden, ob gärtnerische Veränderungen und Pflanzenpflege durchgeführt werden mussten, Stasia war stets über alles, was diese schöne Kurstadt betraf, gut informiert. Und ihr Snoopy konnte zufrieden und glücklich bei seinem Frauchen sein. Das belohnte er seinem Frauchen, indem er sich dementsprechend wohlerzogen verhielt. Ab und zu kam Herr Braun, der Portier, wenn es ihm seine Zeit erlaubte, um Snoopy auszuführen. Stasia war ihm dankbar dafür.
Frau Köhler und Stasia freundeten sich schnell an. Während der Mittagspause gingen sie ins nahe gelegene Café und plauderten über die künftige Mutterschaft von Frau Köhler. Stasia erzählte zögerlich aus ihrer Vergangenheit. Interessiert und teilweise betroffen höre sie ihr zu.
„Ich bewundere ihren Mut und ihren Willen. Kompliment! Sie hatten recht, sich Ihren Weg nicht von ihrem Ex-Verlobten vorschreiben zu lassen, auch wenn dadurch für Sie Ihr eigener Weg sehr schwierig geworden ist. Doch Sie werden es schaffen, davon bin ich überzeugt!”
Das tat Stasia gut. Frau Köhler war eine kluge Frau und konnte Menschen einschätzen. Sie kannte sich sehr gut in Baden-Baden aus und gab Stasia ein paar Hinweise, wo man ausgehen kann, und wie man ohne eigenes Auto mit öffentlichen Verkehrsmitteln sich die schöne Umgebung im Schwarzwald ansehen konnte. Vor allem, wohin sie als allein stehende junge Frau nicht ohne Begleitung gehen sollte. Dafür war Stasia sehr dankbar. Durch sie lernte Stasia bei einem Besuch an der Bar im Kur-Restaurant Vanessa kennen, die Schwester von Frau Köhler.
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