Lara Marend - HaarLos

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Hannah (25) schneidet Haare und träumt dabei ein wenig vor sich hin. Benjamin (34) kommt einmal im Monat zu ihr in den Friseursalon, um sich eine ordentliche Frisur verpassen zu lassen. In den dabei stattfindenden Gesprächen kommen sich Friseurin und Kunde allmählich näher.

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Er nimmt sich fest vor, den Rat seiner Freundin zu ignorieren, denn Leute, die ihn zum übermäßigen Plaudern anregen, machen ihn misstrauisch. Er fühlt sich dann wie Achilles, dessen harmlose Ferse ihn töten könnte. Sein verwundbarer Punkt ist ein guter Ruf, um den er fürchtet. Er besitzt nicht allzu viel davon und ruiniert ihn gerade sukzessive selber. Das Gespräch mit einer Friseurin, dieses marginale Ereignis, wächst sich vielleicht nicht zu einem großen Problem aus, aber wer von etwas nicht mehr viel hat, will das Wenige behalten und sorgt allen Eventualitäten vor.

Keine fünf Wochen später allerdings tut er gut daran, sein Aussehen zu pflegen, denn es gilt, seine Freundin (und nicht nur sie!) zu besänftigen, was bedeutet: Er muss diese bestimmte Friseurin wieder aufsuchen. Im Salon wird er auf sie zeigen müssen, vorausgesetzt, sie ist da, denn seine Fähigkeiten im Beschreiben Fremder halten sich auf niedrigem Niveau und drohen nicht selten, in die komplette Sprachlosigkeit abzustürzen. Er nimmt – das muss er sich eingestehen – Personen, die nicht in sein Beuteschema fallen, also Frauen, die nicht auffallend gutaussehend sind, so wenig wahr, dass er bei seinem ohnehin schlechten Gedächtnis für Gesichter nie weiß, wie sie aussehen. Gerne hätte er sich diese Pantomime erspart, aber neben der guten Frisur bietet das Arrangement noch den winzigen Vorteil, leicht erreichbar zu sein: Der Salon liegt nicht weit von seiner Wohn- und Arbeitsstelle entfernt.

Hannah überlegt tagelang, wie der Mann hieß, der es nicht der Mühe wert fand, den wahren Charakter eines Menschen herausfinden zu wollen, sondern mit Vorurteilen und Unterstellungen nur so um sich warf. Herr Weiß-schon-alles? Wahrscheinlich kennt nicht einmal die Chefin ihn, weil er erst seit Kurzem in dieser Entenbachgasse ohne Bach und Enten lebt und sich die Haare normalerweise von seinem Cousin schneiden lässt, der besser rechnen kann als er. Und da nur der Cousin einen schönen Verschnitt zuwege bringt, wird der Chemiker kein zweites Mal hier auftauchen. Sie verwünscht den Cousin.

2

Ende September zückt der Herbst eine Palette und beginnt seine Farbenpracht zu entfalten. Er fängt ganz unscheinbar an, malt dort ein paar Blättchen bunt, da ein paar, aber schlussendlich verkürzt und überstürzt er den Vorgang und befiehlt allen Laubbäumen, die noch von sattgrünem Gras umgeben sind, zu Füßen ihrer Stämme bunte Kreise zu kleckern, mit dem Zirkel gezogene symmetrische Flächen in Gelb, Rot, Rostbraun und Ocker. Über all das bunte Farbenspiel spannt er einen blauen Himmel, zumindest jedes Mal, wenn er dem Nebel gebietet sich zu erheben und seine milchweißen Schwaden in die Sonne zu entlassen. Und dann. Nachdem er ein ganzes geordnetes, ruhiges Szenario entworfen hat, schickt derselbe Herr (Hannah denkt sich den Herbst als ältlichen, boshaften Kerl) an einem Tag Anfang Oktober den ultimativen Föhnsturm, der alle mühsam sortierten Farben um und um wirbelt, mit wühlenden Händen genüsslich durch die noch hängenden Blätter fährt, sie in brausendem Schwall zu Boden regnen und in ziehenden Wirbeln davonziehen lässt, um sie lieblos mit gefalteten, zerknitterten Flugblättern zu mischen und in Hausecken und gekippten Kellerfenstern verrotten zu lassen. Sogar die Flugblätter, die die Menschen sorgfältig in Müllkübeln entsorgten, fischt der Sturm wütend heraus und deponiert sie an Straßenlaternen und in Dachrinnen. Es herrscht nämlich nicht nur Wahlkampf, sondern auch Windkampf, und die vielen Luftballons, die roten, gelben, blauen, grünen und rosaroten, machen sich so malerisch in Bäumen und Wäscheleinen. Nur schwarze gibt es keine, obwohl es eine schwarze Partei gibt.

Nicht nur der Sturm legt Tempo vor, auch die Menschen auf der Straße, als könne der Föhn sie antreiben wie welkes Laub. Die mittägliche Tageszeit und der soeben zu Ende gehende Wochenmarkt schwemmen besonders viele Leute unter den blauen Himmel, inklusive der Schulkinder, die den Sturm jedem Lehrer vorziehen und johlen.

Hannah schnippelt an den Haaren eines Jugendlichen herum, der, so glaubt sie zu erraten, von seiner Tante zum Friseur geschickt wurde mit dem strengen Auftrag, sich seine allenfalls um fünf gewagte Zentimeter zu lange „wilde Mähne“ entfernen zu lassen. Der aus Paris gebürtige Jugendliche musste in das randösterreichische Exil gehen, weil seine kleine Schwester ihm alle Untaten vorwarf, die sie selbst beging, und die Mutter nur ihr glaubte. Daher die Tante, die ihn, den Heimatlosen, bei sich beherbergt. Gott sei Dank. Hannah bemüht sich aus Mitgefühl, den heimatlosen Jungen besonders hübsch zu machen, damit die Tante ihn auch weiterhin behält und nicht weitervermittelt oder gar zu seiner bösen Schwester zurückschickt. Die am Panoramafenster vorbei stürmenden Beine nimmt sie nur als flüchtige Bewegung wahr. Da der Jugendliche, verständlicherweise immer noch geschockt vom ungerechten Lauf seines jungen Lebens, kein Wort von sich gibt, hängt sie ungestört ihren Gedanken nach. Die kreisen bald um Friederike, die am Abend zuvor an ihrer Tür gestrandet ist, um sich zu unterhalten, zwei Frauen unter sich. Das große Problem, mit dem sie sich befassten, hieß Martin Monster, das seine Aktualität nicht, wie erwartet, eingebüßt hat, obwohl er sich inzwischen schlecht benimmt. Hannah versuchte wiederholt, ihrer Freundin klarzumachen, dass nicht alle Jungs auf dieser Welt Blut trinken, aber sie stieß auf taube Ohren. Dabei kann ein Blinder sehen, wie ein Opfer von Monster aussieht: Friederike erschien wiederholt mit rotgeränderten Augen, weint manchmal verärgert am Telefon und futtert frustriert Chips in sich hinein, sooft sie in Hannahs kleiner Wohnung auf dem Sofa lümmelt. Abwechselnd mit Pfirsichen aus der Dose, was in Hannah den schrecklichen Verdacht erregte, Monster habe sich fortgepflanzt. Stockend und wütend erzählte die angehende Mutter (?), sie habe am Samstagabend am vereinbarten Treffpunkt auf Monster gewartet. Bis zu seiner leidigen WhatsApp-Nachricht, eine halbe Stunde zu spät: Er fühle sich nicht gut. Hannah vermutet, dass er da bereits einer anderen an der Kehle hing, verschonte die Schwangere (?) aber mit ihrem Verdacht. Manche Bilder muss man für sich behalten. Hingegen brennend interessiert sie die Frage, was irgendjemand an Monster findet. Ihr persönlich wird von den Beinen herauf kalt, sobald sie nur an ihn denkt! Als würde ein Eishauch mit klammen Fingern ihre Waden empor kriechen. Sie hakte wiederholt nach, was genau Friederike an ihm fasziniere: Sag schon, was! Gutes Aussehen? Sie unterstrich die Frage mit sarkastischem Lachen. Besondere Freundlichkeit, wenn, ja, wenn er einmal nett war? Gehörte sie zu den Frauen, die sich beißen lassen, damit man ihnen zwischendurch die Hand küsst? Das will sie nicht glauben.

„Sexappeal?“, versuchte es die Betrogene in fragendem Tonfall. Hannah riss überrascht die Augen auf. Der? „Ich möchte die Haare von ihr geschnitten haben.“ Na gut, er brachte ihr nach dem letzten Streit Blumen und ließ die Nierenpastete der anderen in seinem Kühlschrank. - „Dann müssen Sie warten, sie ist noch beschäftigt.“ Friederike steht auf Männer, die mit (harmlosen) Geschenken kommen (Hätte er doch besser das andere mitgebracht!) – „Das passt schon.“ Er merkt, wenn er zu weit geht, das ist ja schon viel wert, behauptete sie. Und er ist süß wie ein kleiner Junge. Manchmal. Phhh, Hannah schnaubte verächtlich. Kleine Jungen oder Männer, die sich wie solche benehmen, kämen ihr nie ins Haus. Sie würde sogar Fledermäuse vorziehen. Die großen. Diese Bluthunde. Die Chefin berührt sie am Arm: „Hannah, der Herr hier möchte von dir geschnitten werden, er wartet. Vielleicht siehst du zu, dass du dich ein bisschen beeilst.“ Diese Ausdrucksweise: er möchte geschnitten werden! Wo denn? Am Arm? Oder meint sie gar: „beschnitten.“? In ihre Sprachspiele vertieft sieht Hannah auf. Welcher Herr überhaupt? Ah, der mit dem schiefen Gesicht? Ist der nicht Chemiker? Oder halt, Barkeeper. Egal, beide mischen Tränke. Und Achtung, siezen!

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