Lara Marend - HaarLos

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Hannah (25) schneidet Haare und träumt dabei ein wenig vor sich hin. Benjamin (34) kommt einmal im Monat zu ihr in den Friseursalon, um sich eine ordentliche Frisur verpassen zu lassen. In den dabei stattfindenden Gesprächen kommen sich Friseurin und Kunde allmählich näher.

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Diesen leidigen Sonntag nämlich vergisst sie so schnell nicht. Sie verbrachte ihn mit ein paar Freunden im Freibad. Klingt gut, war es aber nicht. Ihre Erinnerung fläzt auf der großen Liegewiese oberhalb des toten Rheinarmes und durchlebt eine sehr unangenehme Situation, die die ätzenden Flüssigkeiten in einem Labor bei weitem übertreffen: Ihre Freunde packten sie, Hannah Hennins, und warfen sie, ein willenloses Bündel Mensch, ins eiskalte Wasser. Sie begleitet die treulosen Seelen, die sich ihre „Freunde“ schimpfen, immer ins Freibad, aber das Schwimmen selbst gehört nicht zu ihren Leidenschaften. Viel lieber liegt sie in der Sonne, isst Eis und Pommes oder einen Hamburger und führt tiefschürfende Gespräche über die Vorteile, ein Model zu sein und die Nachteile, bei einer Gesangs-Castingshow mitzumachen. Auch an den Debatten, ob die Ehe mit einem Bauern ein lohnendes Lebensziel ist und ob der Typ in ihrer Nähe mit Frau, Tochter oder Geliebter zusammensitzt, beteiligt sie sich eifrig. Sie regen die Phantasie an und eröffnen unter anderem Möglichkeiten, berühmt zu werden, was sie sich für ihr eigenes Leben gut vorstellen kann. Leider besitzt sie – anders als vermutlich der Chemiker vor ihr – keine höhere Schulbildung. Sie ist nicht dumm, erlebte aber in ihrer Schulzeit aufgrund eines massiven, ihr sehr unangenehmen und daher totgeschwiegenen aber nicht tot zu kriegenden Problems nur Frust. Mit 15 beschloss sie, die Schule, diese Menschen quälende Anstalt, zu verlassen und eine Lehre im Friseurgewerbe zu beginnen. Seither verweigert sie sich offiziell allen hochgeistigen Themengebieten, wenn man so will, aus Trotz. Nur manchmal sieht sie heimlich Dokus über neue wissenschaftliche Erkenntnisse, liest (kurze!) Zeitungsausschnitte über die kleinsten aller bisher bekannten Teilchen oder leiht sich in der Bibliothek ein Buch über die Anwendung von Mathematik im Alltagsleben oder die Fauna der Tiefsee aus. In diesen Büchern betrachtet sie vor allem die Skizzen, Formeln und Bilder. Ihre Freunde dürfen das nicht wissen. Damit sie nichts von ihren hochintellektuellen Gehversuchen verrät, schaut sie regelmäßig die Sendungen, die „man“ gesehen haben muss, und genießt sie: die weinenden Schönen, die enttäuschten Frauen, die wütend und frustriert in Tränen aufgelöst den Bauernhof/die Paradiesinsel/den Laufsteg/das Brautmodengeschäft verlassen, die angehenden Sänger, die ohne Aufschub aus dem ersten Vorspiel geschickt werden. Diese allzu menschlichen Dramen sind ihr vertraut wie die Stars, die sie aus dem Fernsehen kennt. Nur das Schwimmen (um zum Thema zurückzukehren) überlässt sie ganz ihren Freunden. Sie empfindet Wasser, das sie nicht eigenhändig auf 35 Grad erwärmt hat, als zu kalt, ekelt sich vor Chlor und, in Naturbadeteichen, vor Algen und Schlamm und Lebewesen, die unter ihrem Bauch ihre Kreise ziehen.

Sie strampelte ordentlich und schlug um sich, als ihre Clique, zwei Burschen und zwei Mädchen, sie hochhoben, zu viert zum alten Rhein schleppten und mit Schwung in den Fluss beförderten. Sie schrie noch in der Luft, schloss ihren Mund nicht rechtzeitig und schluckte massenhaft Wasser. Nach einer ihr endlos erscheinenden Zeit tauchte sie prustend und stinksauer auf, schimpfend und Rachepläne schmiedend, ehe sie mit wenigen Tempi zur rettenden Ufermauer schwamm und patschnass aus dem Rhein kroch. Mit mordlüsterner Energie verfolgte sie die vier Übeltäter über die große Liegewiese, teilte Knuffe aus, so sie einen von ihnen erwischte, und wickelte sich endlich erschöpft in ihr Handtuch.

„Passt die Temperatur?“ Im letzten Moment, weil sie sozusagen das kalte Rheinwasser auf ihrer Haut prickeln spürt – ein Erlebnis, das sie niemandem zumuten will - fällt ihr ein, dem Kunden diese Frage zu stellen. Die Chefin legt großen Wert auf regelmäßiges Rückversichern. Der Chemiker nickt nur. Zweite Portion Shampoo und Massage, dann ist sie fertig mit Waschen. Am meisten ärgerte sie sich am Sonntag über Martin, den sie im Schwimmbad nur duldeten, weil ihre beste Freundin sich einbildet, in ihn verliebt zu sein. Hannah mag ihn nicht und betrachtet ihn auch nicht als Freund, sondern als Monster. Er ist undurchschaubar, ein tiefes (und trübes) Wasser sozusagen, bei dem man nie weiß, ob es einen trägt oder absaufen lässt. Er ähnelt im Aussehen übrigens dem Chemiker vor ihr mit seinem schwarzen Haar und blassen Gesicht, das die Vermutung nahelegt, er ernähre sich nur von Computerspielen. Wobei, Ernährung, diesem Martin traut sie auch Kannibalismus zu. Es gibt Gerede, demzufolge er die Frauen so oft wechselt, wie andere eine leere Tube Zahnpasta gegen eine volle eintauschen: alle paar Wochen. Sie hätte auch die Gerüchte geglaubt, denen zufolge er Frauen kocht, brät und mit einem Bier runterspült. Mit Friederike, ihrer Freundin, geht er bereits sagenhafte drei Monate, die Trennung muss also, sollte man meinen, unmittelbar bevorstehen. Sie erwartet sie schon sehnsüchtig. Also sie, nicht Friederike. Es ist anzunehmen, dass die Idee zum unerwünschten Tauchbad von diesem gemeinen Kerl stammte, zu dessen heimlichsten und monstereigensten Eigenschaften Bosheit zählt.

Mit von der Partie am Sonntag waren auch Andrea, ihre zweitbeste Freundin, und deren Freund Jakob. Beide mag sie richtig gern und sie verhalten sich normalerweise auch nett, was man gar nicht glauben will, wenn man bedenkt, wie eifrig sie im Schwimmbad ihr armes Opfer an Armen und Beinen zum Alten Rhein gezerrt haben. Angestachelt von einem Teufel. Obwohl sie seit Sonntag mit allen ihren Freunden (Martin natürlich ausgenommen) telefoniert hat, verzeiht sie ihnen immer noch nicht restlos. Sie ist der Meinung, man kann sogar Satan widerstehen, wenn man sie, Hannah, wirklich liebt.

Sie sollte sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Ablenkung gehört zum Leben wie die Luft zum Atmen, aber ganz sollte sie ihren Broterwerb nicht aus den Augen verlieren. Kurze Männerhaare benötigen keine stundenlange Wäsche, und sind, wenn man sie kurz mit dem Handtuch antippt, genau richtig feucht für den Schnitt.

Sie rollt das Waschbecken zur Seite, breitet über den schmalen Körper auf ihrem Stuhl einen dünnen Plastikumhang, schließt ihn am Hals, und nimmt Kamm und Schere zur Hand. Eigentlich hätte sie jetzt gerne die Geschichte um den Chemiker etwas ausgeschmückt, sich zum Beispiel den entstellenden Unfall vorgestellt, der ihn in seinem Labor ereilte, aber wieder weiß sie die Chefin im Nacken, die nicht nur altmodisch, sondern auch pingelig, ja richtig streng sein kann. Daher kommt ihr, gerade noch rechtzeitig, die wichtigste aller Fragen über die Lippen: „Was darf ich dir zu trinken bringen? Einen Kaffee oder ein Glas Wasser? Orangensaft hätten wir auch…“

„Nein, danke.“ Nein? Klar, vermutlich bevorzugt er Salizylsäure mit Ascorbinäuregeschmack. „Wie gesagt, machen Sie sich keine Umstände.“

Sie. Er hat sie wieder gesiezt. Nun, das kann sie auch: „Zeitschriften liegen hier, wenn Sie eine ansehen möchten…“

„Ach, da steht doch nur Blödsinn drin.“

Sie stutzt. Zeitschriften schaut sie immer gerne an. Die Schlagzeilen über Prominente sind unterhaltsam, die Bilder der Königsfamilien mit den kleinen Thronfolgern ausgesprochen nett … und vor allem muss man, wenn man die Hefte durchblättert, nicht allzu viel lesen, was ihr sehr entgegen kommt. Die Bildunterschriften enthalten wenig Text, die Horoskope ebenfalls. Noch während sie daher (sehr ungern!) den Smalltalk beginnt, den die Chefin grundsätzlich erwartet, bleibt in ihrem Bauch ein schales Gefühl zurück wie ein übler Geschmack. Laut fragt sie: „Dann haben Sie schon Feierabend?“ und beginnt beherzt mit der Schere an den Ohren zu schneiden.

Er schüttelt den Kopf. Ihr entfährt ein hastiges „Bitte ruhig halten“. Sie kann mit dem Handrücken, die Schere schleunigst außer Reichweite gebracht, seine Bewegung gerade noch stoppen, aber vor ihrem geistigen Auge sprenkelt sein Blut malerisch den Spiegel.

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