Felizia Wolf - Der Sohn des Deutschländers

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Als Arthurs Vater im Jahr 1962 beschließt, nach Paraguay auszuwandern, ist es eine Reise ins Ungewisse. Der junge Witwer und sein Sohn erleben auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat viele Überraschungen und Fehlschläge.
In einem Hinterhaus in einer namenlosen Nebenstraße der Avenida Don Bosco findet der kleine Arthur ein neues Zuhause, Familie und Freunde. Auch findet er dort schon als Kind die Liebe seines Lebens.
Als sein Vater heiratet, muss Arthur Abschied nehmen von allem, was ihm in der Landeshauptstadt lieb und teuer geworden ist. In einer Siedlung von deutschstämmigen Mennoniten, die sich nach ihrer Flucht aus Russland in der Wildnis des Gran Chaco niedergelassen hatten, soll der Junge seine Schulzeit neu beginnen und beenden.
Nicht nur die Trennung von den geliebten Menschen aus dem Hinterhaus und die Umsiedlung in die neue Gemeinschaft quälen den Heranwachsenden. Leidenschaftlich setzt er sich mit der Religion und gesellschaftlichen Moral der christlich-mennonitischen Gemeinschaft auseinander. Sein verzweifeltes Ringen um die Wahrheit wird zur Obsession. Fragen und Zweifel drohen den jungen Arthur zu zerstören. Wird es ihm gelingen, seine eigene Wahrheit, inneren Frieden und letztlich sich selbst zu finden?

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Er setzte sich also im Patio auf einen der Korbstühle und wartete einfach auf den Abend. Vor ein paar Tagen hatte er sich eine Tageszeitung mitgebracht, weil er nicht einfach immer nur dasitzen wollte bis man ihn zum Abendessen rief. Das komplizierte Vokabular des spanischsprachigen Nachrichtenblattes überforderte ihn jedoch.

Ihm entfuhr ein Seufzer beim Gedanken an die beiden Kisten, die auf dem Schiff zurückgeblieben waren. In diesen Kisten aus Fichtenholz befand sich seine gesamte Bibliothek, größtenteils ein Nachlass seiner Frau. Sie war eine leidenschaftliche Leserin gewesen, hatte Goethe ganz gern gehabt, Franz Kafka, Hermann Hesse und Theodor Storm geliebt, sich aber auch intensiv mit philosophischer Lektüre befasst. Er selbst hatte oft den Kopf geschüttelt, wenn sie sich stundenlang über Werke von Schopenhauer, Nietzsche oder Sartre den Kopf zerbrach, krampfhaft versuchte, die Aussagen dieser unterschiedlichen Denker gegenüberzustellen und den eigenen Sinn herauszuziehen.

Nicht dass er jetzt auf die Idee gekommen wäre, sich näher mit derart schwieriger Lektüre zu beschäftigen, aber Zugriff auf deutschsprachige Literatur hätte sich zum ersten Mal in seinem Leben als eine willkommene Abwechslung erwiesen.

Das untätige Warten auf Deisenhofer machte ihn nervös. Alle anderen jedoch, vor allem sein Sohn, schienen sich mit der neuen Routine wunderbar zu arrangieren.

Die Abende, wenn alle Kinder schliefen, verbrachte er allein mit Luisa im Garten. Auch dieser Teil der neuen Routine machte ihn nur nervös. Innerlich fluchte er darüber, dass Justina nie dabei sein wollte. Offenbar war sie krankhaft menschenscheu.

Justina saβ jeden Abend nach dem Putzen der Küche allein am groβen Esstisch. Sie las in der Bibel. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand folgte sie Zeile um Zeile dem Text, den ihre Lippen tonlos mitsprachen. Wieder und wieder hatte sie sich im Laufe der Jahre durch sämtliche Bücher der Bibel gekämpft. Sie war immer erleichtert, wenn sie mit dem Alten Testament fertig war und sich dem Neuen Testament zuwenden konnte. Ihre Gewissenhaftigkeit erlaubte es ihr aber nicht, sich ausschlieβlich mit dem Neuen, bei Weitem leichter lesbaren Bibelteil zu befassen. Das Hinwegblättern über den ersten Teil ihrer Lutherbibel wäre ihr frevelhaft erschienen.

Zwar war sie nie wirklich offiziell aus der „Mennoniten Brüdergemeinde“ ihres Heimatortes hinausgeflogen, aber ihr fehlte aus gutem Grunde der Mut, in ihrer Kirche zu erscheinen – auch nicht in der Brüdergemeinde hier in der Hauptstadt. Denn das, was sie damals vor vielen Jahren in Filadelfia erlebt hatte, kam einer Exkommunikation gleich. Durchaus verdiente Exkommunikation, fand sie selbst. Die täglich in der Küche zelebrierte Abendandacht würde, so hoffte und betete sie inständig, die Gottesdienste in der Kirche ersetzen. Göttliche Gnade und Vergebung all ihrer Sünden waren ihr einziges Lebensziel.

Ihr ganzes Leben, alles was sie tat und nicht tat, auch das Leben ihrer Tochter Hildegard und alles, was sie an dieses Kind weitergeben wollte, sollte einzig und allein dazu beitragen, dass sie für sich doch noch erhoffen könnte, Göttliche Gnade zu finden.

Hildegard, dieses stille, äuβerst schüchterne, leicht verstört wirkende Mädchen lieβ bei allen so etwas wie Mitleid aufkommen. Sie schien die beinahe verbissene Ernsthaftigkeit ihrer Mutter geerbt zu haben wie die Form der Nase oder der Augen. Ganz selten hörte man sie lachen oder mit den anderen Kindern herumalbern. Auch ihre gesamte Garderobe schien nur aus der Pflichtuniform für die Schule und dunklen, knielangen Hemdblusenkleidern mit steifen Kragen zu bestehen. Ihr haselnussbraunes Haar flocht sie jeden Morgen blitzschnell in zwei lange Zöpfe, die ihr fast bis an die Taille reichten. Und die dunkelgrünen Augen, mit einem grauen Kranz in der Mitte, blickten mit stechender Aufmerksamkeit in die Welt. Sie schienen nichts zu übersehen. Niemand hätte sagen können, was in diesem fast unheimlich wirkenden Kind vor sich gehen mochte. Aber jeder, der sie ansah, konnte ahnen, dass sie schon sehr bald eine junge Frau von auffallender Schönheit sein würde.

Täglich machte sie sich frühmorgens auf den Weg, um auf der Don Bosco einen Bus zu nehmen, später in eine der langsam ruckelnden Straβenbahnen umzusteigen, die sie schlieβlich bis zur Goethe-Schule auf der Calle España brachte. Die etwa zwanzigsitzigen Busse, die durch die Innenstadt donnerten, waren um diese Tageszeit meist völlig überfüllt. Dieselgestank und wolkiger Qualm von Zigarro Poí , den einige Passagiere den Mitreisenden ungeniert ins Gesicht bliesen, machten den täglichen Schulweg für Hildegard zu einem ständigen Kampf mit der Übelkeit.

Nach dem Unterricht kehrte sie während der gröβten Mittagshitze auf demselben Weg zurück nach Hause. Die Heimfahrt hatte den Vorteil, dass es zu dieser Tageszeit meist möglich war, einen Sitzplatz zu ergattern. Die Nachmittage verbrachte sie in der Küche am Esstisch, wo sie unter Aufsicht der Mutter ihre Schulaufgaben erledigte. Damit war ihr tägliches Lernpensum jedoch längst nicht erfüllt: Justina lieβ sie unendlich lange Bibeltexte vorlesen und Verse oder auch Liedtexte aus einem Kirchengesangbuch auswendig lernen. Ganz selten erlaubte sie ihrer Tochter, sie bei den Einkäufen auf dem Markt zu begleiten, um ihr beim Tragen der schweren Einkaufsnetze zu helfen. Nur wenn sie einen Auftrag zum Schneidern hatte, und den ganzen Küchentisch in Beschlag nehmen musste, durfte Hildegard manchmal mit den anderen Kindern hinaus ins Freie.

Kapitel III.

Kapitel 3

Im vorigen Kapitel habe ich über Justina und ihre Tochter Hildegard geschrieben. Arthurs Vater hatte bei seiner Ankunft überrascht und hoch erfreut festgestellt, dass die beiden Deutsch sprachen.

„Ich will die Herkunft der beiden näher beschreiben“, sage ich zu Arthur, nachdem er den bisherigen Text gelesen hat.

„Wozu?“, fragt er und sieht mich überrascht an. „Ich kenne ihre Lebensgeschichte und sie hat nichts mit mir zu tun.“

„Falsch. Ich rede auch noch gar nicht von Justinas Geschichte im Speziellen, sondern von ihrem religiösen Hintergrund.“

„Auch die Geschichte der Mennoniten ist mir auch zur Genüge bekannt und auch sie hat nichts mit mir...“

„Nichts mit dir zu tun? Dass ich nicht lache! Immerhin bist du zu den Mennoniten ‘übergelaufen’ und einer von ihnen geworden.“

„Ich bin nicht ‘übergelaufen’! Die mennonitische Gesellschaft war die einzige, die ich hatte, nachdem wir von Asunción nach Filadelfia im Chaco umgesiedelt waren!“

„Richtig. Und deshalb halte ich es für wichtig, dass du dir die Herkunft und Entstehung dieser Gesellschaft noch einmal vor Augen führst und mir diese Geschichte genau erzählst.“

„Jetzt mach mich nicht schwach! Du hast genau wie ich in der Schule das Fach ‘Mennonitengeschichte’ durchkauen dürfen bis zum Geht-nicht-mehr! Auβerdem haben wir uns seit Jahren nächtelang über den Sinn und Unsinn von Abspaltungen in der Christlichen Kirche unterhalten.“

„Arthur, mein Freund, wir haben uns über alles unterhalten. Über dein ganzes Leben! Und trotzdem willst du jetzt, dass ich es aufschreibe. Es geht ja nicht um mich und was ich über dich und dein Leben weiβ, sondern darum, dass du alles, dein ganzes Leben schwarz auf weiβ lesen willst. Wenn ich über deine Begegnung mit Justina und Hildegard schreibe und ihr leicht verschrobenes Verhältnis zum Glauben, dann kommen wir doch an einer näheren Betrachtung der Mennoniten gar nicht vorbei. Schlieβlich sind Justina und Hildegard zentrale Figuren in deinem Leben geworden. Also – wie und wann sind die Mennoniten entstanden?“

„Im 16. Jahrhundert, wie du weiβt“, antwortet Arthur muffelig.

„Woher kommt der Name ‘Mennoniten’?“

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