Bernhard Kellermann - Ingeborg

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Roman von der gräflich erzogenen Holzfällerstochter Ingeborg und dem Fürsten, der sie liebt, sein Schloss verkauft, als er sie verliert, und in einer Waldhütte lebt.
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Im Februar hatte ich schon nach den Spionen des Frühlings gefahndet. Ich schälte Ästchen ab, nein, es war noch nichts. Am vierzehnten Februar wälzte ich einen Stein vom Platze, und siehe da, ein kleiner schwarzer Käfer war darunter und bleiche Keime. Daß es der vierzehnte Februar war, weiß ich, weil ich an diesem Tage einen Brief von Freund Bluthaupt, dem Dichter, erhielt.

Dann kam der Südwind, mitten in der Nacht, und ich erwachte augenblicklich und lachte laut heraus vor Vergnügen. Das war ein Hallo im Walde, die Bäume schüttelten den Schlaf von sich und taten laut. Seitdem war ich auf dem Posten. Der Frühling kam aus der feuchten Erde, aus der Luft, er kam von überall her. Ich stand und lauschte: es rieselte und gluckste überall. Es war wie ein verstecktes Lachen unter dem faulenden Laube, man wußte, daß da drunten Dinge vor sich gingen. Es roch so wunderbar nach Erde und Wurzeln. Das Wasser der Bäche veränderte seinen Geschmack. Und — ah! — es schoben sich grüne Spitzen durch die Laubdecke. Was für ein Grün war es doch! Ich hatte ja ganz vergessen, daß es dieses Grün gab. Feuchtigkeit schlug aus den Buchenstämmen, überall regte es sich, eine stille Ergriffenheit lag auf allen Dingen. Ich entdeckte die erste Anemone. Siehst du, Pazzo? sagte ich zu meinem Hunde, und Pazzo betrachtete aufmerksam die Blume und seine Augen glänzten.

Dann ging es im Sturmschritt vorwärts, der Frühling fackelte nicht lange. Es grünte, es knospete. Allerlei billiges, wildes Kraut wuchs zuerst, dann kletterte das Grün in die Höhe, in die Sträucher und schließlich bis in die obersten Ästchen der Buchen. Die Knospen der Kastanien tropften, Züge schneller Vögel glitten hoch am Himmel über das Tal, ein Fink zog ein im Buchenwalde, und eines Tages schaukelte ein weißer Schmetterling über die Wiese! Hoho! rief ich und lachte.

Nun war der Frühling da. Ich hatte gesehen, wie er einzog, und doch schien es mir jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster blickte und all das, all das sah, als sei er über Nacht gekommen.

Ich schüttelte den Kopf, ich konnte es nicht fassen.

Die Erde erfaßte ein Rausch, ein Taumel, sie lachte.

Eines Tages nun, da blühten die Apfelbäume an der Bergstraße . . . Sie marschierten die Straße hinab und ich begriff nicht, warum sie nicht auch noch sangen und sich schwenkten wie Fahnen.

Das schönste, was ich besaß, das war ein kleiner blühender Apfelbaum. Der stand an der Parkmauer, und ich verliebte mich jedes Frühjahr in ihn. Als ich ihn zum ersten Mal ansah, zog es leicht an meinem Herzen und mein Atem setzte eine Weile aus. Er war schön und klein, lieblich, wie eine geschmückte kleine Prinzessin sah er aus, weiß in weiß, eine kleine schlanke Prinzessin, auf die alle Augen gerichtet sind und die nicht weiß, wie schön sie ist, und daß alle Leute nichts tun als an sie denken Tag und Nacht.

Ich war glücklich und blickte in mein Herz. Da war nichts als Freude und Verwunderung.

Häufig setzte ich mich ins Gras und besah mir eine Stelle, nicht größer als die Hand. Das schwebte! Das war so kunstvoll und mannigfaltig. Ich sah mir diese handgroße Stelle an und schüttelte den Kopf, und ich begriff nichts, und eine eigentümliche Rührung zog durch meinen ganzen Körper, von den Zehen bis zum Kopfe. Großer Gott, wie hast du das ersinnen können? — Und Gott lächelte aus dem kleinsten Halme.

Es war alles so wunderbar, und ich lauschte auf meine Atemzüge. So wunderbar waren meine Atemzüge. Ich lebte. So wunderbar war dies. Ich ging in den Wald und sang, um nicht weinen zu müssen.

Das war der Frühling.

Zuweilen kam der Frühling auch des Nachts zu mir, in meine Träume, und ich lachte viel im Traume. Verliebte und kuriose Abenteuer erlebte ich da. Das war der Frühling, natürlich. Sicherlich war der Frühling auch schuld daran, daß ich mich in die rothaarige Liselotte, eine geborene Weikersbach, verliebte. Sie war längst tot, sie lag drunten in der Dorfkirche, aber ihr Bild hing in meinem Zimmer. Sie blickte mir nach, wohin ich auch ging. Sie lächelte. Sie hatte viele Sommersprossen und eine bläulichweiße Haut. Im Traume küßte ich sie oft. Komme, Axel, rief sie, er ist in die Stadt gefahren, um einen Schmuck für mich zu kaufen. Am Morgen darauf lächelte sie.

Der Frühling hatte mir sein süßes Gift in die Adern eingespritzt, das war es.

Oft stand ich lange Zeit am Waldesrande und blickte auf das Haus und dachte: Kommt Liselotte heraus im Reifrock und ihr Gemahl mit Perücke und Schnallenschuhen? Und ich wartete, obschon ich wußte, daß Liselotte und ihr Gemahl längst tot waren. Auch das kam wohl vom Frühling, daß ich wartete auf das Unmögliche.

Die Luft war es, die alles zum Märchen werden ließ! Mir kam es vor als blickte ich in ein wunderliches Bilderbuch mit sonderbaren Figuren, und unter einer stünde: das ist Axel. — — — — — — — — —

In einer Nacht erwachte ich mit dem Gefühle des Glückes: Eine Stimme sang im Walde.

Ich richtete mich auf und lauschte. Es war ganz schwarz um mich, Sternchen flimmerten in der Dunkelheit.

Es sang. Die Stimme schwebte in der Nacht.

Wachte ich? Träumte ich?

Die Stimme entfernte sich und schwieg plötzlich.

Es war eine Stunde nach Mitternacht, das Sternbild des Orion sank in den Wald.

Ich setzte mich im Hemde auf das Fenstergesims.

Mitternachtsluft.

3

Ingeborg - изображение 3Einige Tage darauf traf ich Ingeborg wieder. Ich ging mit Pazzo durch den Wald. Es war in einem Laubgange, der sich schnurgerade durch den Buchenwald zog.

Sie kam langsam des Weges daher, sie schlenkerte die Arme und blickte nach rechts und links in den Wald hinein, als suche sie etwas. Wie neulich war sie ohne Hut und durchnäßt vom Tau. Sie trug etwas wie ein Kränzchen in der Hand. Sie sang halblaut, und erst als wir uns ganz nahe waren, schwieg sie still.

Sie sah schön aus, wie sie durch den Laubgang wandelte. Der Laubgang war mit grünem Lichte angefüllt und so kühl und feierlich wie nur die Klostergänge sind, durch deren Bogenfenster die Morgensonne flutet. In all dem grünen Lichte, in der Feierlichkeit wandelte sie, fast durchscheinend, gewebt aus Weiß, Weiß, etwas Gold und Rot.

„Guten Morgen!“ rief sie und ihre Augen strahlten.

Ich gab ihr die Hand. Ihre Hand war eisigkalt und ganz blau gefroren. Es war kühl. Auch ihr Gesicht war blau gefroren, schmal, und ihre Nase erschien spitzig und klein. Ein feiner Riß lief über ihre Wange.

„Heute ist es frisch, Fürst!“ sagte sie und schüttelte sich. „Ich bin seit fünf Uhr unterwegs. Man muß jetzt zeitig aufstehen, der Tag ist noch so kurz.“

Ich fragte sie, ob sie wohl den ganzen Tag spazieren ginge und sänge?

„Ja!“ erwiderte sie und lächelte und blickte mir in die Augen.

Dieses Lächeln verwirrte mich. Gewiß lächelte sie über mein grünes Hütchen, die hohen Stiefel, oder über meinen gestutzten Schnurrbart.

Man sah ihre oberen Zähne, wenn sie lächelte. Sie standen etwas vor.

Wohin sie gehe?

Sie beschrieb einen weiten Bogen mit der Hand und zuckte die Achseln.

„Ich weiß es nicht. Zuerst gehe ich da hinunter!“ Sie deutete in die Richtung, aus der ich gekommen war. Pazzo drehte den Kopf und blickte dem Finger nach.

Dort sei ein kleiner Bach, sie wolle sich umsehen, was er treibe.

Ich lächelte. Es freue mich, daß sie die Wälder von Edelhof liebe, sagte ich. Darauf achtete sie nicht. Sie blickte zu Boden und sah Pazzo aufmerksam an. Sie war um einen Kopf kleiner als ich, ich sah ihren schönen Scheitel. Schnurgerade war er. Mein Blick fiel auf ein goldenes Medaillon, das sie um den nackten Hals trug.

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