Irene Dorfner - Blaue Diamanten
Здесь есть возможность читать онлайн «Irene Dorfner - Blaue Diamanten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Blaue Diamanten
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Blaue Diamanten: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Blaue Diamanten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Blaue Diamanten — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Blaue Diamanten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Tamino hörte entsetzt zu und zitterte am ganzen Körper. Als der Fremde die letzte Drohung aussprach, verbrannte er sich die Finger an der Zigarette, ohne es zu bemerken.
„Hast du mich verstanden?“
„Ja.“
Der Fremde war verschwunden und Tamino stand allein an der Bushaltestelle. Er starrte auf das Gesicht auf dem Foto: Er hatte diese Frau noch nie gesehen. Er war im Begriff, sich eine weitere Zigarette anzuzünden, verzichtete aber darauf. Mutti! Sie war in Gefahr und das konnte er nicht zulassen, er fühlte sich für sie verantwortlich. Er rannte los und stürmte in das alte Haus im Ortskern von Schwindegg.
„Wage es ja nicht, mit deinen Schuhen ins Haus zu kommen!“ hörte er die vertraute Stimme seiner Mutter und beruhigte sich sofort. Wenn sie so keifen konnte, war sie wohlauf. Er zog die Schuhe aus und ging ins Wohnzimmer. Seine Mutter saß wie so oft vor dem Fernseher, in dem eine ihrer vielen Daily Soaps lief. „Du stinkst! Hast du schon wieder geraucht? Wie oft habe ich dir gesagt, dass ich das nicht mag?“ Sie schimpfte weiter und machte ihm einen Vorwurf nach dem anderen, ohne ihn dabei anzusehen. Dann gab es eine Werbepause und sie hatte jetzt Zeit, sich ihm zuzuwenden. „Wie siehst du denn aus? Man muss sich ja für dich schämen!“ Sie schimpfte weiter und weiter. Erst, als die Werbepause zu Ende war, wandte sie sich wieder dem Fernseher zu. Offensichtlich wurde es spannend. Sie vergaß ihre Schimpftirade und verstummte. Tamino hatte die ganze Zeit über nichts gesagt. Normalerweise regte er sich über seine Mutter und ihr Verhalten auf, aber heute nicht. Er lächelte, ging auf sie zu und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
„Was soll das?“ zischte sie und wischte sich demonstrativ mit dem Ärmel ihrer Jacke über die Wange. „Dein Essen steht in der Küche. Und jetzt lass mich allein, sonst verpasse ich meine Sendung.“
Tamino ging in die Küche und nahm den Teller aus dem Backofen. Wie immer hatte seine Mutter gekocht und das Essen auf Temperatur gehalten. Seine Mutter kochte für ihr Leben gern, die beiden Gefriertruhen im Keller waren immer randvoll. Eigentlich hatte er nach der Begegnung an der Bushaltestelle keinen Appetit, aber seine Mutter würde es nicht dulden, dass er das Essen nicht bis auf den letzten Krümel aufaß. Lustlos stocherte er darin herum. Was wollte der Mann von ihm? Er bekam in München einen Umschlag, den er an eine Fremde beim Umsteigen in Holzkirchen übergeben soll. An und für sich war das nichts Großes. Um was ging es dabei? Der Mann würde das Ganze nicht so kompliziert machen, wenn es nicht ungesetzlich wäre. Machte er sich nicht damit sogar strafbar? Aber was sollte er tun? Er musste das Leben seiner Mutter schützen, auch wenn sie heute wieder besonders ätzend war. Sie hatte sich wie so oft über den Verlauf ihrer Sendung aufgeregt und kam mit ihrem Gehstock zu ihm in die Küche. Die anfängliche Schimpftirade wurde hier fortgeführt und Tamino ließ sie über sich ergehen. Was sollte er auch sonst tun? Ihr zu widersprechen würde die Lage nur verschärfen. Seine Mutter hatte Schmerzen und war den ganzen Tag allein. War es da nicht auch verständlich, dass sie mit jemandem reden musste? Trotz seinem Verständnis und dem Vorkommnis bei der Bushaltestellte fiel es ihm heute besonders schwer, seine Mutter irgendwie zu mögen. Nach den üblichen Beschimpfungen und Vorwürfen schimpfte sie nun über seinen toten Vater, an dem sie nie ein gutes Haar ließ. Tamino zwang sich dazu, irgendwann nicht mehr zuzuhören. Er dachte an das, was der Mann vorhin zu ihm sagte. Sprach er nicht auch von einer Bezahlung, mit der er sich im Kolibri mehrere Tage vergnügen könnte? Die Bezahlung konnte nicht gering sein, die Sache würde sich auf jeden Fall finanziell lohnen. Je länger er darüber nachdachte, desto weniger Bedenken hatte er. Was sollte schon passieren? Wenn er aufflog, würde er der Polizei die Wahrheit sagen. Sollten die ihm doch das Gegenteil beweisen! Die anfängliche Angst war verflogen und er fühlte sich auf seltsame Weise lebendig. Endlich passierte etwas Positives in seinem langweiligen, eintönigen Leben. Freute er sich etwa auf das, was ihn erwartete? Seine Mutter bemerkte die Veränderung im Gesicht ihres Sohnes, was sie nur noch wütender machte. Sie wurde lauter und die Vorwürfe wurden heftiger. Sie gab erst auf, als sie erschöpft war. Sie setzte sich wieder in ihren Sessel und nahm die Fernbedienung in die Hand. Pünktlich fing eine ihrer Sendungen an. Tamino war sprachlos. Wie machte sie das nur immer? Egal, wie schlecht sie drauf war und was sie ihm alles um die Ohren warf: Ihre Sendungen verpasste sie nie.
Tamino war endlich allein und spülte den Teller ab. Er war wie immer stolz auf sich, dass er geduldig war und sich beherrscht hatte, was ihm immer schwerer fiel. Wurde sein Nervenkostüm dünner oder wurde seine Mutter fieser?
Er ging in sein Zimmer. Er besah sich das Gesicht auf dem Foto eindringlich und kannte es rasch auswendig. Bereits am nächsten Tag hielt er auf der Heimfahrt Ausschau nach der Frau. Da stand sie! Auf der gegenüberliegenden Seite wartete sie auf die Linie 12. Stieg auch sie hier um oder stieg sie zu? Das hatte ihn nicht zu interessieren. Er beobachtete die Frau, die etwas abseits von den anderen stand. Die Frau war nicht sein Typ. Sehr in sich gekehrt und mausgrau, das mochte er an Frauen überhaupt nicht. Jeden dritten Monat gönnte er sich einen Bordell-Besuch im Kolibri im Herzen Münchens, wo er ein anderer Mann sein konnte. Mit seinem sauer verdienten Geld warf er an diesem Tag um sich. Es war für ihn immer noch erstaunlich, was man mit Geld alles kaufen und erreichen konnte. Seine Mutter wusste natürlich nichts davon, die würde ausflippen. Niemand wusste davon, das war sein kleines Geheimnis und das Highlight seines Lebens. Er sparte für diesen einen Abend jeden Cent und genoss bei seinen Bordellbesuchen jede Minute. Seiner Mutter erzählte er immer, dass er in die Oper ginge. Sie hasste die Oper und käme nie auf die Idee, ihn begleiten zu wollen. Sein Vater war ein riesiger Opernfan gewesen und hatte damals nach seiner Geburt darauf bestanden, ihn Tamino zu nennen, nach der Figur in der Zauberflöte. Das war das einzige Mal gewesen, dass sich sein Vater gegen seine Mutter auflehnte und durchsetzte. Auch deshalb hasste seine Mutter die Oper, weil ihr Mann sie so sehr liebte. Das wusste Tamino, deshalb hatte er die Oper vorgeschoben und benutzte sie als Alibi. Dass er an diesen Abenden in seinem besten Anzug außer Haus ging und sehr spät wieder zurückkam, wunderte seine Mutter daher nicht.
Das da hinten war also die Frau, der er den Umschlag übergeben musste. Ein Kinderspiel. Dieser kleine Job würde ihm im Kolibri mehrere entspannende Abende ermöglichen. Er grinste, ohne es zu bemerken.
„Dieser Tamino ist ein Trottel,“ sagte Lutz Bräu zu Daniel Thalhammer. Sie waren dem Bus gefolgt, um Tamino bei der Umschlagübergabe zu beobachten.
„Deshalb habe ich ihn ausgewählt. Ich finde, er ist perfekt für den Job. Ein unbeschriebenes Blatt ohne soziale Kontakte. Außerdem ist auch er ständig pleite.“
„Ich weiß, obwohl ich das nicht verstehe. Er lebt bei seiner Mutter und hat einen Job. Er wird zwar beim Staatstheater nicht gut bezahlt, aber ohne Miete und ohne Auto müsste er eigentlich prima über die Runden kommen.“
„Er hat eine kleine Schwäche: Der Idiot verprasst sein Erspartes im Puff.“
Lutz Bräu verzog das Gesicht. Er mochte keine Bordelle, die widersprachen seinen moralischen Grundsätzen.
Bräu und Thalhammer fuhren nach Hause. Thalhammer bewohnte eine kleine, schäbige Wohnung in einem miesen Wohnviertel am Rande Münchens; mehr konnte er sich nicht leisten. Er nahm ein Bier aus dem Kühlschrank und setzte sich auf die alte, ramponierte Couch. Er war zufrieden mit der Auswahl der beiden Personen, der Test hatte reibungslos funktioniert.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Blaue Diamanten»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Blaue Diamanten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Blaue Diamanten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.