unmöglich gehalten wurde. – Jeder hat letzten Endes selbst das Richtige für sich herauszufinden, auch wenn er die Hilfe Anderer in Anspruch nehmen kann und soll, um zu lernen. –
Auf deinem Weg werden dir Viele begegnen; - Einige werden ein Stück weit mit dir gehen;
- Andere werden dir eine Richtung weisen; - doch das Ziel wirst du ganz alleine erreichen....
-- Meine eigene Aufgabe sehe ich darin, Menschen von ihren Krankheiten zu heilen; - also sie, wie wir es sehen, von unguten Geistern zu befreien. Dazu ist es notwendig, dass die Patienten mir vertrauen und Glauben in meine Kräfte setzen. –
Dies ist der Grund, warum ich hin und wieder mit solchen Scheinvorführungen glänze. – Glauben die Leute nicht an mich und meine Kräfte, so glauben sie auch nicht an meine Medizin und
Heilkunst – und dann kann ich meine Aufgabe nicht erfüllen. – Deine Aufgabe ist eine andere – und deshalb solltest du auch nicht mit Scheinbarem arbeiten. Ich habe dir beigebracht, was ich über Heilpflanzen weiß; - alles Andere sollte dich nicht interessieren, damit du nicht von deiner eigenen
Aufgabe abgelenkt, - oder gar abgehalten wirst. – Du hast außerdem gelernt, kleine niedere
Erdgeister um Hilfe anzugehen; - somit hast auch du die Möglichkeit, Menschen zu heilen - und das ist gut so. Doch solltest du nun weitergehen auf deinem eigenen Weg, auf welchem ich dich jetzt nicht mehr begleiten kann. – Mir ist in Tibet Niemand bekannt, der Materie veranlassen kann, sich schwerelos zu verhalten; darum solltest du nun unser Land wieder verlassen, falls du nicht auch noch andere wichtige Interessen hast, um hier zu verweilen.“
Den ganzen restlichen Tag über gingen mir seine Worte durch den Kopf. Er hatte recht.
Gelernt hatte ich viel - jedoch würde mein eigentliches Anliegen hier nicht in Erfüllung gehen. – Doch wo würde ich eine Lösung des Problems finden ? Ich beschloss, zurück in die Heimat zu gehen, um das nötige Wissen vielleicht doch auf wissenschaftlichem Wege erwerben zu können.
Am Abend saßen wir wieder beisammen – und ich teilte ihm meine Gedanken mit. Er nickte
„Recht tust du daran; - denn gerade du, der du dich doch von der Erde und ihren Bindungen lösen möchtest, solltest dich nicht durch Bindungen an ein bestimmtes Land oder an Personen fesseln lassen. Dies wäre – wie sagt ihr im Westen dazu ? - kontraproduktiv !“
Er lachte, als er mein erstauntes Gesicht sah.
„Ja; - auch die Chinesen hier benutzen solche Ausdrücke - doch es stimmt - es wäre gegen alles, was du dir zum Ziel gesetzt hast. – Wir werden dich sicher zurück bis zur indischen Grenze geleiten. Von dort wirst du ohne Probleme weiterkommen - doch lasse dich nicht von den Indern verführen, ihre Scheinwunder für bare Münze zu nehmen. Sie haben andere Interessen. In dieser Beziehung sind sie so materiell eingestellt wie auch die Chinesen.
Wenn Inder zu ihren Göttern beten, verlangen sie ständig Etwas von Diesen. Es ist ein
immerwährendes Fordern; - sie können nicht beten, um einfach Danke zu sagen; - sie müssen etwas für die Zukunft fordern. – Auch wenn Inder dich beschenken, erwarten sie stets etwas zurück - für sie ist dies eine Investition, welche sich eines Tages auszahlen soll. Uneigennutz kennen sie nicht.“
Ich dachte an die Jahre in Indien zurück und musste ihm recht geben. Inder hatten tatsächlich
stets eine Erwartungshaltung gezeigt; von kranken Familienmitgliedern gesprochen – oder von Schulden – oder davon, wie teuer Dieses oder Jenes sei und sie es sich deshalb nicht leisten konnten. – Des weiteren erinnerte ich mich an die indische Unart, ständig über Andere bestimmen zu wollen und Einen am Ausführen eigener Pläne zu hindern. – Mein Lehrer hatte recht. – Ich würde mich dort nicht mehr länger aufhalten, als unbedingt erforderlich, um meine Papiere bei der Botschaft in Ordnung bringen zu lassen. – Ich wollte zurück nach Europa.
Meine tibetischen Freunde machten nicht viel Aufhebens von den doch auch für sie nicht
ungefährlichen Vorbereitungen für meine sichere Reise. -- Die Route musste gesichert werden; kein chinesisches Auge durfte mich erblicken. –
Als der Tag der Abreise gekommen war, wurde mir doch recht schwer ums Herz. Ich wusste, dass ich meinen Lehrer niemals mehr wiedersehen würde – und er wusste es auch. Als ich ihm zum Abschied die Hand reichen wollte, machte er eine abwehrende Bewegung. - Er würde selbst mitkommen, um mich bis zur sicheren Grenze zu begleiten. – Ich war sprachlos. Ein größeres Geschenk war nicht vorstellbar und ich wusste, dass dies als Geschenk gedacht war.
Die Wanderung verlief ohne jede Zwischenfälle – und in Indien angekommen, fuhr ich auf dem schnellsten Wege nach Delhi, um die dortige Botschaft aufzusuchen.- Man stellte mir zehn Tage Wartezeit in Aussicht, welche ich zum größten Teil im Hotel zu verbringen gedachte. – Nach Tibet schien mir dieses Land tatsächlich nur noch eine Scheinwelt zu sein - und ich vermisste die Aufrichtigkeit meiner tibetischen Freunde um so mehr. – Ich war froh und erleichtert, als ich nach zwei Wochen endlich mein Rückflugticket und einen Ersatz–Pass in Händen hielt.
- Zurück in Deutschland, musste ich mir nunmehr Gedanken über die Finanzierung meines weiteren Lebens und Wirkens machen. – Ich beschloss, als freier Journalist zu arbeiten und führte einige Telefongespräche. – Nachdem dies geklärt war, verbrachte ich viel Zeit in Bibliotheken und Archiven verschiedener Redaktionen. Ich grub aus, was über Levitationen, Bewegen von Materie und Ähnlichem nur zu finden war. – Ich fuhr nach Italien, Griechenland - ja, bis nach Russland führten mich meine Erhebungen in den kommenden Jahren. – Ergebnislos. Material gab es zuhauf über mysteriöse Vorgänge; - doch war es authentisch ? -- Ich begegnete Niemandem, der mir hätte konkrete Beweise dafür liefern können. -- Ich besuchte die Hörsäle der Universitäten, lauschte Lesungen, stellte Versuche an. – Magnetismus, Materialkunde, Elektrizität; - ich kam zu keinerlei Erfolgsergebnissen.
-- Das Leben verstrich; - ich wurde älter; - meine Arbeiten fanden Anklang bei den Redaktionen sowie Lesern, doch ich selbst fand keine Befriedigung bei der Suche nach Verwirklichung meines Kindertraumes.
- - Ich konnte immer noch nicht fliegen. - -
Nun, im Alter - ich bin jetzt zweiundachtzig, habe ich es endlich geschafft ! – Ich kann fliegen !
Ich fliege nicht, - doch ich weiß, dass ich es kann. In meinem Alter fliegt man einfach nicht!!
Ich brauche lediglich die Schwerkraft zu überwinden. Nicht nur, was man allgemein die Schwerkraft der Erde nennt, sondern vor allen Dingen die Schwerkraft meiner Gedanken....
Gerade habe ich noch gesagt, in meinem Alter fliegt man nicht mehr, doch habe ich diesen Gedanken selbst soeben auch überwunden. - Bisher habe ich es noch nicht ausprobiert, doch weiß ich, dass ich es kann - und das genügt mir. -- Vielleicht fliege ich nun doch bald - doch macht es dann auch keinen Unterschied mehr, denn das Wissen, dass ich es kann, genügt mir vollauf. Der Glaube meiner früheren Jahre hat nicht ausgereicht - das Wissen über meine Fähigkeit heute tut es.
– Bald werde ich fliegen.... Bin ich dann kein ..... Mensch mehr...... ?
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