Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande
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Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.
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Als Miriam das Essen hereinbrachte, wurde Sylvain bewusst, dass ihre Familie aus Kasai stammt – bei ihm zu Hause würden jetzt Maniok und gegrillter Fisch auf den Tisch kommen. In Gedanken schimpfte er mit sich, dass er nicht daran gedacht hatte, dass Miriam in einer Gegend wohnt, in der sich viele Leute aus dieser Provinz niedergelassen hatten. Er kannte die Vorurteile der Menschen in Kinshasa gegen die Leute aus Kasai.
Die Vorspeise bestand aus intensiven Küssen, wobei seine Hand wie von selbst zu ihrer Brust wanderte, die sie ihm entgegendrückte. Im Bewusstsein, noch eine ganze lange Nacht vor sich zu haben, widmeten sie sich schließlich dem Essen, stocherten aber beide nur darin herum. Sylvain, weil der Maisbrei ihm sagte, dass eine Ehe zwischen Leuten aus Bas Congo und Kasai immer schwierig war, Miriam dagegen, weil sie an die nicht zu unterschätzende Macht von Onkel und Tante über ihren Sylvain denken musste.
„Ich werde dich also in den kommenden Tagen meinen Eltern vorstellen und ihnen sagen, dass ich dich heiraten will. Siehst du Schwierigkeiten?“, fragte Sylvain.
„Schwierigkeiten? Ich habe mal meine Eltern belauscht und gehört, dass sie mindestens dreitausend Dollar als Brautpreis fordern würden, wenn eine andere Familie mich aufnimmt. Und du weißt doch selbst, dass eine Hochzeit die Sache von zwei Familien ist und nicht von zwei Liebenden. Die süße Liebe gibt es allzu oft nur außerhalb der Ehe!“
„Dreitausend Dollar?“, fragte erstaunt Sylvain. „Diese Summe dürfte ein Problem für die Familie sein; da müssten alle beitragen, selbst meine Vettern!“ Wütend ergänzte Sylvain, er würde gern auf das alles verzichten und gleich zum Standesamt gehen! „Dieser ganze traditionelle Spuk …“, schimpfte er weiter.
„Ja, du hast recht, es ist wie ein Spuk. Aber ohne ein offizielles Dokument über die Entrichtung des Brautpreises können wir weder standesamtlich noch kirchlich heiraten. Sogar die traditionelle Ehe wäre uns verwehrt!“
Beide stocherten weiter lustlos im Essen herum, bis Miriam schließlich alles in die Küche zurücktrug.
Als sie zurückkam, erklärte sie, dass sie es zumindest versuchen sollten. Fragend sah sie Sylvain an: „Also am kommenden Sonnabend bei deinen Eltern?“
Sylvain versprach, alles zu organisieren. Er werde sie dann anrufen.
Sie gingen zu Bett und liebten sich. Dennoch wurde es nicht die erhoffte Liebesnacht, unausgesprochen fühlten beide, dass sie vor unüberwindlichen Hindernissen standen.
Als Sylvain am nächsten Sonnabend seine Miriam sah, blieb ihm fast das Herz stehen. So schön hatte sie noch nie ausgesehen! Traditionell gekleidet mit einem Wickelrock und einer Bluse aus dem teuren Super-Wax und mit ihren zu Antennen fantasievoll geflochtenen Haaren, durchwirkt mit Perlen, Kauri-Muscheln und einigen bunten Bändern, wollte sie bei seiner Familie den bestmöglichen Eindruck hinterlassen.
Als Sylvain und Miriam das Wohnzimmer seiner Eltern betraten, fühlten beide die Anspannung. „Ich stehe dir bei“, flüsterte Sylvain ihr zu und stellte mit selbstbewusster Stimme seine Braut vor. Miriam ging reihum und gab den Eltern, Sylvains Geschwistern, allen Onkeln und Tanten sowie den weiteren anwesenden Familienmitgliedern zur Begrüßung die Hand.
Sylvains Vater war offenbar von Miriam überwältigt, zumindest konnte er den Blick nicht von ihr lassen. Gleiches galt für Onkel Makosso. Diese Blicke provozierten bei Sylvain eine Mischung aus Eifersucht und Unbehagen, da es beiden offensichtlich an Würde gegenüber Miriam mangelt. Es war wohl ihre für Leute aus Kasai typische braune Haut, die sie in den Bann zog. Eine jüngere Schwester Sylvains schenkte den Männern Primus-Bier ein, den Frauen Cola oder Fanta.
Sylvain stellte Miriam den Familienmitgliedern vor. Er legte dar, dass seine Braut in Kinshasa geboren und aufgewachsen sei. Demnächst werde sie ihre Prüfung als Krankenschwester ablegen. Ihr Vater ist Ingenieur und arbeite bei der Wassergesellschaft. Ihre ethnische Zugehörigkeit erwähnte er vorsichtshalber nicht.
Miriam ergänzte, dass sie Sylvain seit vielen Monaten kenne und ihn sehr schätze. Sie werde ihm eine gute Frau sein. Sie freue sich schon auf die Hochzeit im Standesamt.
Sylvain sah, wie in diesem Moment seine Tante entsetzt den Onkel anschaute. Dieser jedoch begrüßte Miriam mit der gebotenen Höflichkeit und gratulierte Sylvain zu dem Entschluss, heiraten zu wollen. Sicherlich werde Sylvain sich in den kommenden Tagen der Familie seiner Braut vorstellen. Danach werde man, wie es die Regeln vorschreiben, mit ihrer Familie Kontakt aufnehmen. Tante Matondo begrüßte ihrerseits Miriam. Sie bekundete höflich, auch wenn es die reine Heuchelei war, wie sehr sie sich über das junge Glück freue. Daher sei sie außerordentlich glücklich, dass Sylvain eine Braut aus Bas Congo, der Heimatregion der Familie, gefunden habe und keine Luba aus Kasai. Diese wohlkalkulierte Provokation der Tante verfehlte nicht ihre Wirkung auf Miriam.
Nach dem Austausch weiterer Höflichkeitsbekundungen verabschiedeten sich Sylvain und Miriam. Schweigend gingen sie in Richtung Barumbu. Auf einer Terrasse setzten sie sich und bestellten Bier, Sylvain ein Primus und Miriam ein Skol.
„Musstest du gleich im ersten Gespräch mit meiner Familie auf das Standesamt zu sprechen kommen? Damit hattest du sofort alle gegen dich, und das weißt du!“, brach es schließlich wütend aus Sylvain heraus.
„Ja, ich war dumm! Ich habe auf mein Gefühl gehört und nicht auf meinen Verstand! Das Gefühl sagt mir zwar, dass ich gern mit dir Kinder haben und bis zum Ende meiner Tage mit dir zusammen sein würde, aber du weißt genauso gut wie ich, dass unsere Familien sich niemals einigen werden. Was sagte deine Tante zu deiner Mutter, aber so, dass ich es hören musste? Dass sie für mich nicht mehr als fünfhundert Dollar Brautpreis zahlen würden. Das ist eine unglaubliche Erniedrigung für meine Familie und für mich! Die Tante sah sehr wohl, dass ich eine Lubafrau bin und meine Familie nicht aus Bas Congo stammt, dennoch heuchelte sie Höflichkeit. Dafür haben mich dein Vater und noch mehr dieser Onkel gleich mit Blicken ausgezogen! Und in so einer Familie soll ich leben? Sylvain, mit dir immer, aber nicht mit deiner Familie! Und als Luba bin ich deiner Familie sowieso nicht gut genug. Unter diesen Umständen sage ich lieber gleich klipp und klar, dass nach der traditionellen Eheschließung eine standesamtliche Hochzeit zu erfolgen hat. Ich kenne genügend Frauen, die nur traditionell geheiratet haben, und zum Schluss waren sie der Willkür der Familie ausgeliefert. So etwas hieße dann möglicherweise auch Armut für meine Kinder und für mich! Nein, niemals!“ Miriam legte eine Pause ein, trank in einem Zug ihr Glas Bier aus und erklärte dann, dass sie ein Ende mit Schrecken vorziehe und auf ein Schrecken ohne Ende verzichte. „Sylvain ich danke dir für deine Liebe, wir haben aber keine Zukunft“, damit stand Miriam auf und ging.
Sylvain wollte aufspringen und ihr hinterhereilen, doch er blieb deprimiert sitzen. Er wusste ja, dass sie recht hatte. Ohne die Zustimmung der Familie gab es keine Heirat.
Wieder einmal erinnerte er sich an einen früheren Freund, der illegale Reisen nach Europa organisiert. Dort gab es wenigstens keine Familie wie hier in Kinshasa, weder Onkel noch Tante. Niemand braucht dort ihre Genehmigung, um zu heiraten. „Nein, die Idee einer illegalen Reise nach Europa ist Unsinn, mein Job hier füllt mich aus und bringt gutes Geld. Irgendwann werde ich diese Félicité oder irgendeine eine andere heiraten, Liebe spielt dann eben keine Rolle“, sagte er sich und tröstete sich mit dem Gedanken: „Eine Zweitfrau kann ich mir dann ja immer nehmen.“
Die Witwe
Deprimiert sah sich Paulette in dem kleinen Zimmer um. In einer Ecke lag die dünne Matratze auf dem Fußboden, auf der ihre vier Kinder schliefen. Sie selbst nächtigte eigentlich auf der anderen Seite der Behausung, aber um die Wärme ihres Nachwuchses zu spüren und das Alleinsein zu verdrängen, legte sie sich oft zu den Kleinen. Häufig bettelten die Kinder selbst sie an, sich zu ihnen zu legen. An einigen Nägeln in der Wand hingen ein paar Kleidungsstücke, andere lagen in zwei Körben, einer für sie, ein weiterer für die Kinder.
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