Hannelore Wulff - Die Egomanin

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Die Autorin schickt ihre Figuren in die 1946 zerstörte Stadt Hamburg, in der die Hauptfigur rücksichtslos mit dem Mut der Verzweiflung um ihr Leben kämpfend zur egozentrischen, neiderfüllten Person wird, die über Leichen geht und quasi alles erreicht, nur eines nicht: Ihre große Liebe.

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Eigentlich hatte sie keine Lust, sich mit ihm über Dinge zu unterhalten, von denen sie wenig verstand. Allerdings leuchtete ihr ein, dass es so nicht weiter gehen konnte, dass ihr in unmittelbarer Zeit etwas einfallen musste. Dieses Bordell war zwar ein Sprungbrett, doch irgendwann musste man auch bereit sein, sich abzuseilen. Irgendwann musste man sich überlegen, wie es weitergehen sollte. Das Milieu wollte sie nicht aufgeben, denn während der Zeit ihrer Tätigkeit hinter diesem Tresen, hatte sie genügend gelernt und mitbekommen, dass man mit geeigneten, nicht direkt professionellen Damen Geld machen konnte.

Die zwei Musiker spielten den aktuellen Song „I´m singing in the rain“ und eines der Mädchen erhob sich und wollte zu dem Gast an die Bar. Doch Ella gab zu verstehen, dass es nicht angebracht wäre, denn plötzlich schoss es ihr durch den Kopf, dass es gar nicht mal so verkehrt sein würde, um von diesem Berliner zu erfahren, wie er sich die Einrichtung eines Kosmetiksalons vorstellte. Und vor allen Dingen, wie viel Geld man dafür mitbringen musste. Deshalb rückte sie wieder ein Stückchen näher an ihn ran und fragte so nebenbei, dabei hielt sie eine seiner Proben in der Hand:

„Sagen Sie mal, wie haben sie sich das vorgestellt, ich meine mit der Eröffnung eines Kosmetiksalons hier in Hamburg? Haben Sie schon jemanden, der sich dafür interessiert?“

„Natürlich haben wir das. Viele wollen, sind aber größtenteils nicht geeignet oder haben nicht das Geld für die erforderliche Kaution. Zuallererst müsste man einen Schnellkursus machen, um als Kosmetikerin mit Diplom ausgebildet zu werden. Das würden wir in unserer Firma machen, denn Fachkenntnisse muss man haben, um die Konzession vom Amt für Gewerbe zu erhalten.“ Und dabei sah er sie genauer an, weil er merkte, dass sie ein persönliches Interesse daran zeigte.

„Sagen Sie, so ein Salon bezieht sich doch nicht nur auf Gesichtspflege? Ich meine, die Behandlungen könnten doch auch auf Manikür, Pedikür und Massage erweitert werden? Und ist von seiten Ihrer Firma nur ein Ladengeschäft vorgesehen, oder käme eventuell auch eine Etage in Frage?“

Jetzt fiel bei ihm der Groschen. Jetzt wusste er, was sie damit meinte und schnalzte mit der Zunge. Er nahm eine Zigarette aus der Packung, zündete sie an und überlegte, was er zu der Frage, ohne Obligo vorsichtig antworten sollte und um Zeit zu gewinnen, bestellte er noch einen Drink: „Wenn ich richtig verstanden habe, Gnädigste, dann haben Sie soeben zu verstehen gegeben, dass Sie selbst daran interessiert sind ein derartiges Geschäft zu betreiben?“

Ella wollte sich nicht allzu sehr offenbaren. Aber auch nicht um den Brei herum reden. Zwar wirkte dieser Mensch nicht wie ein Gauner, aber es musste erst mal alles überlegt sein. Alleine kam sie nicht vorwärts, das wusste sie. Außerdem durfte niemand dahinterkommen, dass sie im Begriff war, sich nach etwas anderem umzuschauen. Ach, dachte sie, wer nicht wagt, gewinnt nichts und sagte über ihre eigene Entschlossenheit überrascht: „Stimmt! Oder meinen Sie, ich eigne mich nicht dafür?“

„Nein, nein, das wollte ich damit nicht sagen. Im Gegenteil. Doch falls Sie die Absicht haben, ein Geschäft dieser Art zu führen und über das nötige Geld für die Kaution verfügen, dann ist dies nicht der richtige Ort zu verhandeln und dann würde ich vorschlagen, dass wir uns morgen Nachmittag an einem Ort treffen, wo wir uns ungestört unterhalten können.

„Einverstanden. Nur möchte ich noch auf meine Frage eine Antwort haben, ob eventuell auch eine Etage in Erwägung gezogen werden könnte? Ladengeschäfte sind rar, und eine Etage hätte ich in Aussicht, wenn Ihre Firma als Hauptmieter fungiert.“

„Verstehe, dann wären Sie als Betreiber quasi Untermieter meiner Firma. Wissen Sie was? Ich werde morgen Vormittag mit Berlin telefonieren und mir die Konditionen telegraphisch schicken lassen.“

„Und ich werde alles noch einmal überschlafen und als Grundlage die Konditionen meinerseits zu Papier bringen.“

„Ich weiß nicht, aber ich habe so das Gefühl, als ob wir uns einig werden.“

„Gut, dann treffen wir uns morgen, sagen wir um 16 Uhr im Alsterpavillon. Und nun möchte ich darüber kein Wort mehr verlieren, denn mein Kollege, der Barkeeper muss jeden Moment kommen und braucht davon nichts wissen.“

„Einverstanden, dann geben Sie mir bitte die Rechnung, damit ich mich in mein Hotel zurückziehen kann. Ich wohne im Europäischen Hof. Ach ja, mein Name ist Rudolf Paschke, man nennt mich Rudi.“

„Und ich heiße Ella Bolle. Dann bis morgen.“

Die zwei Musiker versuchten den Miller-Sound nachzuahmen, was ihnen aber nicht allzu gut gelang. Gerd, der Barmixer war auch soeben eingetrudelt und fragte, ob der Chef schon seine Runde gemacht hat. Doch Ella hörte nur mit einem halben Ohr hin, sie war mit ihren Gedanken ganz woanders. Sie begann, sich innerlich abzunabeln, und ging dann auch früher als üblich nach oben in ihre Dachkammer unter dem Vorwand, dass es ihr nicht gut gehen würde.

Einen Schreibblock hatte sie immer zur Hand. Sie machte sich für die Nacht fertig, setzte sich aufrecht in ihr Bett und ließ ihre Gedanken um das neue Projekt kreisen. Ihr Vorhaben nahm immer mehr Gestalt an. Nach Berlin würde sie reisen müssen. Schon um die Bonität, das heißt, um das geschäftliche Ansehen dieses Kosmetikunternehmens vor Ort zu testen. Schließlich würde sie ihr Geld investieren müssen, dabei aber möglichst kein Risiko eingehen wollen. Sie zog auch in Erwägung, ob es nicht zweckmäßig beziehungsweise fair wäre Max Becker einzuweihen. Vielleicht würde er sich sogar daran beteiligen wollen? Die Räumlichkeiten, oder besser gesagt die ehemalige Wohnung in den Colonnaden, hatte sie bereits ausgekundschaftet. Es war eine 6-Zimmer Wohnung in der ersten Etage mit Küche, Bad und Diele, in der vor dem Krieg eine jüdische Kaufmannsfamilie lebte. Sie stand leer, weil der Vermieter - unter dem Vorwand, dass die Familie zurückkommen würde und ein Anspruch hätte wieder einzuziehen - nicht zwangsvermieten brauchte, und wenn, dann wollte der Vermieter nur gewerblich vermieten, weil er somit die dreifache Miete bekommen würde. Sie kannte ihn. Er war quasi Stammgast im „Chez Nous“ und ihm gehörte auch das im Erdgeschoss gelegene Ladengeschäft. Sie legte Block und Bleistift beiseite, weil sie sich spontan entschlossen hatte, abzuwarten, bis Paschke mit den Bedingungen der Berliner Firma herausrückte. Erst dann würde sie im Gegenzug ihre Bedingungen stellen. Und vielleicht wäre Max Becker dabei.

Sie schlief bis zum späten Vormittag. Dann stand sie auf, wusch sich – wie jeden Tag – mit kaltem Wasser aus dem Waschbecken, schaute in den darüber angebrachten fast blinden Spiegel und war mit dem, was sie sah, zufrieden. Ihre blonden, naturgelockten Haare hingen ihr bis zur Schulter und umrahmten ein ebenmäßiges etwas puppenhaft wirkendes Gesicht. Ihren deformierten Körper, den sie sowieso nicht im Spiegel zu sehen bekam, ignorierte sie ausschließlich. Was sie nicht sehen wollte, war für sie auch nicht vorhanden. Es begegnete ihr keine Menschenseele, als sie die knarrenden Stufen herunterging. Wer sollte ihr auch begegnen? Das „Chez Nous“ war tagsüber geschlossen und Max Becker wohnte privat am Feenteich in dem vornehmen Stadtteil Uhlenhorst.

Der Tag war heiß. Die Straßen staubig. Sie ging bis zur Kirchenallee zur Straßenbahnhaltestelle. Sie nahm die 18, die über die Mönckebergstraße, Rathausmarkt am Jungfernstieg direkt vor dem Alsterpavillon hielt. Immer, wenn sie Lust und Zeit hatte und wenn es nicht regnete fuhr sie mit der Bahn diese Strecke. Sie liebte es, an der Binnenalster auszusteigen, die Stufen zum Anlegesteg runterzugehen und auch manchmal mit einem Dampfer bis zur Außenalster und darüber hinaus zu fahren. Es war jedes Mal wie eine Art Erholung für sie. Heute jedoch wollte sie noch vor ihrer Verabredung im Alsterpavillon mit Paschke alleine in die Colonnaden zu den Räumlichkeiten, die sie eventuell, falls ihr die Konditionen des Berliners zusagten, mit ihm besichtigen würde. Während der Fahrt musste sie, wie immer, so auch diesmal, feststellen, wie schnell sich die Stadt veränderte, wie schnell aus den Trümmern Leben erwachte, und sie musste dem Berliner Paschke rechtgeben, wenn er sagte, dass die Zeit kommt, da die Menschen wieder mehr verdienen und die Frauen es sich leisten konnten ihr Gesicht mit etwas mehr, als nur `Nivea´ zu pflegen. Und ich brauche, dachte sie, einen Neuanfang, ich kann nicht immer nur im „Chez Nous“ Nacht für Nacht hocken und warten, bis etwas geschieht.

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