Hannelore Wulff - Die Egomanin
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So leicht wollte Ella nicht aufgeben. Sie rutschte von der Bank etwas nach vorn, so dass sie mit einem Fuß auf dem Boden Halt fand, drehte sich zu ihm um, legte ihre Hand auf seinen Arm und sagte schluchzend: „Bitte, bitte Doktor, ich will ja nur, dass es dem Kind gut geht, dass es – und wenn es nur für ein paar Tage ist – hier in der Klinik bleiben kann. Ich werde jeden Tag vorbeischauen, und vielleicht findet sich in der Zeit ein Waisenhaus, in dem es gut aufgehoben wäre.“ Und während sie sprach, dachte sie: `Ohne weiteres könnte ich aufstehen und verschwinden. Kein Hahn würde nach mir krähen. Wo sollten die mich auch finden? Ich bin sicherlich nicht die erste, die ihr Kind aussetzt. In diesen Zeiten schon gar nicht´. Doch irgendetwas hielt sie davon zurück. Es wurde ihr bewusst, dass dieses Kind in ihrem späteren Leben nützlich sein könnte. Und so war sie sich im Klaren darüber, dass es vorübergehend wo auch immer untergebracht werden müsste, so dass sie jederzeit, wenn sie in der Lage sein sollte, es zu sich nehmen kann.
Der Arzt erhob sich, blickte zu ihr runter und sagte: „Warten sie hier. Ich werde versuchen, mein Möglichstes zu tun. Versprechen kann ich leider nichts. Aber warten Sie bitte, ich bin gleich zurück.“
Ella holte tief Luft. Nun war sie sicher, dass sie zumindest für ein paar Tage ihre Ruhe hatte und schöpfte wieder Hoffnung, dass alles nach ihrem Plan verlief. Obwohl sie nicht rauchte, so hätte sie doch gerne in diesem Moment eine Zigarette gehabt.
Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof, wo sie ihren Koffer von der Gepäckaufbewahrung holen wollte, hatte sie sich bereits mit dem Gedanken abgefunden, dass sie das Kind, ihr Kind vielleicht nie mehr zu Gesicht bekommen würde. Ihr sollte es recht sein. Sie wollte nur, dass das Kind versorgt ist und sie keine Probleme damit hat. Eine Beziehung war von vorn herein nicht da. Und mütterliche Gefühle hatte sie schon gar nicht. Sie überlegte, ob sie sich überhaupt noch mal im Krankenhaus blicken lassen sollte? Das Beste wäre, einfach zu verschwinden. Zwar hatte sie ihre Personalien angeben müssen und ihr Höcker war nun mal ein besonderes Merkmal, aber finden würde sie niemand, nicht in diesem Durcheinander der Nachkriegszeit und schon gar nicht in einem Bordell.
Abends trat sie ihren Dienst an. Der Barkeeper huschte zur Seite, als sie an ihm vorbeikam. Und als sie anstandshalber ein `guten Abend´ sagte, lächelte er zurück. Mehr noch, er hatte in einer Thermoskanne Kaffee organisiert, wovon er ihr eine Tasse anbot. Sie staunte nicht schlecht. Und als dann eine Nutte nach der anderen zu ihr kam, um sich vorzustellen, musste sie diese Sinneswandlung erst mal verdauen. Aber sie konnte sich denken, woran es lag. Es musste sich herumgesprochen haben, oder der Chef hatte etwas verlauten lassen, dass sie für die `Überwachung´ des Ladens zuständig war und morgens nach Feierabend über die Ereignisse Bericht erstatten musste. Jedenfalls änderte sich von einem Tag auf den anderen die Gesinnung aller. Sie wurde von allen Seiten hofiert und es dauerte gar nicht lange, von den Gästen auch. Die Damen gaben ihr heimlich still und leise einen Teil von dem, was sie eingenommen hatten, ab. Der Barkeeper schob ihr hin und wieder etwas von seinen eingenommenen Trinkgeldern zu und fast jeder Gast sah es als selbstverständlich an, ihr einen, man kann schon sagen, großzügigen Tip zu geben.
Es hagelte man so mit Devisen und Wertsachen. Es dauerte nicht lange und sie wurde im Laufe der Zeit eine verhältnismäßig wohlhabende Frau. Bis 1948 änderte sich daran nichts. Dann kam die Währungsreform. Die D-Mark wurde eingeführt und über Nacht waren sämtliche Schaufenster voll mit den erlesensten Sachen. Und da Ella Bolle wenig wertlose Reichsmark besaß, konnte sie bei jeder Bank reibungslos ihre gehorteten Devisen angemessen umtauschen. Nur, von dem Moment an änderte sich auch der Betrieb in dem Bordell. Schwarzmarkthändler, die ihren illegalen Geschäften im Lokal nachgingen und dementsprechend für Umsatz sorgten, blieben aus. So manches änderte sich zum Nachteil Max Beckers. Sperrstunden mussten eingehalten werden und von der deutschen Polizei wurden nicht angemeldete Razzien wesentlich öfter durchgeführt, als von den Besatzern. Wer dem ältesten Gewerbe angehörte wurde registriert und bei jeder Gelegenheit wegen illegaler Tätigkeit festgenommen. Für diejenigen in diesem Milieu wurde es zunehmend schwieriger. Der nachkriegschaotische Zustand wurde allmählich aber sicher aufgehoben.
Für Ella Bolle war die Zeit gekommen, in der sie sich Gedanken machen musste, wie es weitergehen sollte. Dass es nicht so bleiben konnte, lag auf der Hand. Es musste ihr etwas einfallen. Noch war sie auf die Dachkammer, als Unterkunft, angewiesen. Die war ihr auch sicher, solange sie für Max Becker arbeitete. Wo sollte sie auch hin? Die Stadt hatte nach dem Krieg schwer gelitten. Die Wohnungsnot war groß. Das Kind hatte man einem Waisenhaus übergeben. Sie erfuhr es von einer Krankenschwester, die sie zufällig unterwegs traf, und die ihr – gegen Bezahlung – versprach, sie weiter auf dem Laufenden zu halten. Gesehen hatte sie das Kind nie wieder. Alles in allem waren ihre Pläne in Erfüllung gegangen und sie hätte zufrieden sein können.
Es war nun schon 23 Uhr durch und in dem Etablissement herrschte immer noch gähnende Leere. Die Damen saßen gelangweilt auf irgendeinen Freier wartend und erzählten sich gegenseitig Witze. Hin und wieder trat ein Mann herein, der jedoch weiter nach hinten ging, wo Max Becker neuerdings ein Raum für illegale Spiele mit allen Vorkehrungen eingerichtet hatte. Illegal, weil man dafür eine Konzession brauchte, die er von den deutschen Behörden nicht bekam.
Ella schaute zur Uhr. Sie wollte gerade kurz rausgehen, als sich ein Mann zu ihr an die Bar setzte. Er bestellte Whiskey Soda und fing ein Gespräch an: „Nichts los hier. Überall ist nichts los, wo man auch hinkommt. Die Leute haben alle kein Geld. Dabei liegt es auf der Straße.“ Und als er merkte, dass er auf taube Ohren stieß, suchte er nach Zigaretten und fand dabei in seiner Jackentasche mehrere Tütchen mit Muster einer Berliner Kosmetikfirma. Er stapelte die Proben einer Gesichtscreme auf den Tresen und sagte zu Ella: „Wenn Sie wollen, können Sie die Tüten behalten. Es ist eine sehr gute Creme, neu auf dem Markt.“ Ella rückte mit ihrem Hocker, auf dem sie immer saß, näher und betrachtete neugierig die Pröbchen, die unterschiedlich Tag und Nachtcreme beinhalteten. „Sind Sie Vertreter“, fragte Sie und verstaute ein Tütchen nach dem anderen unter dem Tresen. „Nicht direkt“, sagte der Mann, „ich bin Berliner und zuständig für den Vertrieb der Produkte dieser Kosmetikfirma und suche hier in Hamburg Jemanden, der mit etwas Kapital gewillt ist, diese Creme in einem Kosmetiksalon zu vertreiben.“ „Hier gibt es keine Kosmetiksalons. Für so etwas haben die Frauen hier kein Geld“, antwortete Ella und stellte das Glas Whisky vor ihn hin. „Was nicht ist, kann noch werden. Mit Bestimmtheit. Die Zeiten ändern sich.“ Ella fixierte den Mann und hätte am liebsten gesagt `verpiss dich, Spinner´. Doch sie sagte gelangweilt, sogar etwas melancholisch wirkend: „Sehen Sie, die Frauen dieser Stadt, und nicht nur dieser, die tagsüber für ein bisschen Essen die Trümmer beseitigen nur um ihre Kinder am Leben zu erhalten, deren Männer in Gefangenschaft oder im Krieg geblieben sind, glauben Sie, dass diese Frauen, die nicht mal Geld für ein Stückchen Seife haben, sich für Kosmetik interessieren?“ „Nein, nein Madame, Sie verstehen mich falsch. Es wird auch wieder Männer geben, die genügend verdienen, und deren Frauen es sich leisten können, ihr Gesicht nicht nur mit dem `Nivea´ in der blauen Blechdose zu `verwöhnen´.“ „Möglich ist alles“, entgegnete Ella und wollte das Gespräch endgültig beenden. Doch der Mann wollte sie überzeugen und insistierte weiter: „In Amerika . . . „ Ella schnitt ihm das Wort ab und sprach: „Gehen Sie mir nur weg mit Amerika. Das ist eine andere Welt und mit uns wohl kaum vergleichbar.“ Er schüttelte den Kopf und fügte hinzu: „Die Amerikaner, Gnädigste, stehen bereits vor unserer Tür. Seitdem wir die DM haben, sind wir für Investitionen interessant geworden.“
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