Florian Lettre - Das rote Nachthemd

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F.L. hat sein ganzes Leben als Arzt gearbeitet. Jetzt ist er alt und denkt über sein Leben nach. Die alten Bilder erscheinen vor ihm.. Er versucht, sie zu ordnen. Und er denkt darüber nach, wie manches hätte anders sein können. Und er beschreibt, was die, denen er begegnet ist, schreiben würden über das, was er mit ihnen erlebt hat.

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Florian war das letzte Jahr in der Grundschule. Er war jetzt vierzehn. Die Abschlussprüfung stand vor der Tür. Er lernte für die Prüfungen. Es waren viele Prüfungen. Er war gut vorbereitet als sie begannen. Er war der Einzige an seiner Schule, der in der Mathematikarbeit keinen Fehler machte. Die Lehrer waren stolz auf ihn. Es gab Schulen, wo kein Schüler eine Mathematikarbeit ohne Fehler abgab. Die Aufgaben waren von einer Zentrale ausgearbeitet worden. In diesem Land wurde alles organisiert. Manchmal klappte es. Manchmal nicht.

Der Sommer war heiß. Und dann kam dieser Tag. Florian saß vor dem Radio. Mühsam konnte er den Westberliner Sender empfangen. Es gab einen Bericht von der Sektorengrenze in Berlin. Ein großes Haus stand in Flammen. Es gab Demonstrationen. Die Demonstranten forderten eine Rücknahme von Normerhöhungen. Florian war voller Hoffnung, dass sich jetzt etwas ändern würde. Er wusste nicht genau, was sich ändern konnte. Vielleicht würde sein Vaterland wieder vereinigt werden. Er hasste diese Leute, die hier regierten. Am nächsten Tag stand in der Zeitung etwas von einem neuen Kurs. Die Demonstrationen seien von Provokateuren aus dem Westen angezettelt worden. Florian glaubte das nicht. Alle im Haus glaubten das nicht. Als er in die Schule kam, stand ein sowjetischer Panzer vor dem Rathaus. Er stand einfach so da. Soldaten waren nicht zu sehen. In der Schule hieß es, die Prüfung im Fach Gegenwartskunde falle aus. Florian war froh. Dieses Fach hatte er nicht gern. Am nächsten Tag war der Panzer wieder weg. Florian machte die letzten Prüfungen. Er war der beste Schüler der ganzen Schule. Er war stolz auf sich. Und seine Eltern auch. Und auch sein Klassenlehrer. Es gab eine Feier im größten Betrieb der Stadt. An der Stirnseite hing wie immer ein Bild von W.U.

Nach der Grundschule kam er in eine andere Stadt in die Oberschule. Im Westen hieß das Gymnasium. Er war jetzt vierzehn und unsicher wie er zurechtkommen würde. Er setzte sich in die letzte Reihe neben Rudolf. Der kam aus einem kleinen Dorf und sein Vater war Bauer in einer LPG. Rudolf fuhr jeden Tag mit dem Fahrrad zehn Kilometer zur Schule. In einem eisigen Winter erfror er sich die Ohren. Bald zeigte sich, dass sie die besten Schüler in ihrer Klasse waren. Nur im Turnen war Rudolf besser.

„Florian, einen Augenblick! Ich wollte sie etwas fragen.“

Florian blieb stehen und sah den Lehrer an. Er hatte bei ihm Geschichte.

„Sie haben heute die Meinung geäußert, das russische Proletariat sei noch nicht reif für eine Revolution gewesen. Wie kommen sie darauf?“

„Das ist mir nur so eingefallen. Das hat nichts zu sagen.“

Der Lehrer sah ihn nachdenklich an.

„Das beruhigt mich. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn sie auf die Argumente des Klassenfeindes hereinfallen würden.“

„Da müssen sie keine Angst haben. Die Sowjetunion ist für mich die Vorhut des Sozialismus.“

„Die Oktoberrevolution ist einzigartig in der Geschichte. Zum ersten Mal hat das Proletariat die Macht übernommen.“

„Ich dachte, die Pariser Kommune wäre das erste Mal.“

„Das stimmt schon. Aber das war nur eine kurze Episode. Die Oktoberrevolution hat die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in Russland beseitigt.“

„Das Proletariat ist für mich die einzige progressive Klasse.“

„In unserem Land steht das Proletariat in einem harten Kampf mit Resten der alten Ordnung. Immer wieder werden überholte Standpunkte vertreten. Der Klassenfeind ist noch nicht bezwungen.“

„Das ist mir klar.“

„Sie könnten sich offensiver für den Sozialismus einsetzen. Sie sind ein guter Schüler. Die anderen hören auf sie.“

„An mir soll es nicht liegen. Der Geschichtsunterricht bei ihnen hilft uns sehr.“

„Es gibt einige in ihrer Klasse, die nicht auf unserer Seite stehen, die wankelmütig sind.“

„Ich kenne keinen. Denken sie an einen bestimmten Schüler?“

„Thomas und Lutz beziehen nie Stellung. Sie lernen ihre Hausaufgaben, aber am Unterricht beteiligen sie sich kaum.“

„Thomas ist einfach schüchtern. Er traut sich nicht. Wenn ich mit ihm spreche, hat er die richtige Einstellung.“

„Und Lutz?“

„Der hat eine Freundin. Die nimmt ihn ganz in Anspruch.“

„Wer ist seine Freundin?“

„Sabine“.

„Das ist ein Mädchen mit vielen Interessen. Sie nimmt an mehreren Arbeitsgemeinschaften teil. Manchmal macht Lutz unpassende Bemerkungen. Das gefällt mir nicht.“

„Sie müssen sich keine Sorgen machen. Der Sozialismus wird siegen.“ Florian lächelte den Lehrer an. War es ein ironisches Lächeln? Der Lehrer war zufrieden.

„Bitte gehen sie jetzt zum Unterricht.“

Florian ging schnell weiter. Am Ende des Gangs stand Sabine aus der Nachbar-Klasse.

„Was wollte der von dir?“

„Das Übliche.“

„Sei vorsichtig, das ist ein Hundertprozentiger.“

„Weiß ich. Keine Sorge. Der erfährt nichts von mir. Er hat dich gelobt.“

„Das kann er sich sparen. Von dem will ich nicht gelobt werden. Der sollte einen besseren Unterricht machen.“

„Ja. So ein primitiver Geschichtsunterricht. Immer nur Klassenkampf. Der Einzelne spielt keine Rolle.“

„Genau. So kann man Geschichte nicht darstellen.“

„Ich habe ein Buch aus dem Westen gelesen. Da ist die französische Revolution ganz anders beschrieben.“

„Das ist interessant. Kannst du es mir borgen?“

„Kann ich.“

„Was hast du am Nachmittag vor?“

„Ich gehe in die Sport-AG. Ich stehe in Turnen auf einer Vier.“

„Du bist in allen anderen Fächern so gut. Ich beneide dich.“

„Du bist auch sehr gut. Ich muss weiter. Der Unterricht hat schon begonnen.“

Florians Vater war schon vor dem Krieg in die Partei eingetreten. In welche? In die kommunistische. Das war doch klar. An der Ostfront war er desertiert und hatte im Nationalkomitee „Freies Deutschland“ mitgearbeitet. Er kehrte bald zurück. Er wurde Parteisekretär in seiner Fabrik. Er sprach gern von den alten Zeiten. Florian hing an seinen Lippen. Das waren Zeiten gewesen.

Hast du gleich gewusst, dass Hitler ein Verbrecher war?“

Natürlich“, sagte der Vater. „Ihr Programm war das Verbrechen, der Krieg.“

Hast du Ernst Thälmann sprechen hören?“

Ja, einmal. In Hamburg.“

Sprach er gut?“

Sehr gut. Einfach und klar.“

Und Wilhelm Pieck?“

Der war Parteivorsitzender. Ich habe ihn damals nicht gesehen. Schade.“

Aber nach dem Krieg hast du ihn gesehen.“

Natürlich. Zuletzt bei der Delegiertenversammlung in Berlin.“

Sind viele Arbeiter in deiner Firma in der Partei?“

Nein.“

Wie viele?“

Zwanzig.“

Von wie vielen?“

In der Fabrik arbeiten etwa hundert Leute.“

Werden sie dich wieder wählen als Parteisekretär.“

Ich hoffe es. Ich muss gute Arbeit leisten.“

Was heißt das?“

Ich muss den Kollegen klarmachen, was die Partei will und warum es gut für sie ist.“

Verstehen sie es?“

Nicht alle. Manche glauben dem RIAS und diesen Westsendern. Wir müssen sie überzeugen. Beharrlich und unermüdlich.“ Florian war begeistert von diesem Vater. Er war sein Vorbild. Er wollte werden wie er. Es machte ihm nichts aus, dass die anderen Schüler ihm misstrauten und manchmal schwiegen, wenn er näher kam.

Es war nicht sein Vater. Sein Vater glaubte dem RIAS und den anderen Westsendern. Er hielt nichts von der Partei. Die Mutter hielt auch nichts von der Partei.

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