Florian Lettre - Das rote Nachthemd
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In diesem Jahr passierte viel. Es war im Februar 1945, als Florians Schwester am Morgen aus der Schule nach Hause kam. Sie klagte über Ohrenschmerzen. Gegen Mittag kam der Arzt. Er verordnete ein Medikament gegen das hohe Fieber. Die Schwester hatte Scharlach. In der Nacht wurden die Ohrenschmerzen schlimmer und das Fieber stieg. Am Morgen kam der Arzt nochmals. Er machte ein bedenkliches Gesicht. Die Schwester hatte weiter hohes Fieber. Sie war unruhig und redete wirr. Sie griff sich immer wieder an den Kopf. Der Arzt sprach mit dem Krankenhaus in der Kreisstadt. Es gelang ihm, ein Bett für Florians Schwester zu bekommen. Es war drei Monate vor Ende des Krieges. Der Krankenwagen kam und brachte die Schwester ins Krankenhaus. Florian war den ganzen Tag allein. Erst am Abend kam die Mutter nach Hause. Vater und Mutter sahen sehr ernst aus. Am nächsten Tag war Florian wieder allein. Die Mutter kam wieder erst am Abend nach Hause. Sie hatte geweint. Am nächsten Tag zog sie schwarze Sachen an.
„Mutter,“ sagte Florian „was ist denn?“ Die Mutter nahm seinen Kopf in ihre Hände und drückte ihn an sich. Florian sah, dass sie weinte.
Am nächsten Tag mussten alle im Hause in den Keller wegen Fliegeralarm. In der Nacht gab es Unruhe im Hause. Am Morgen war Besuch da. Es waren die Verwandten aus Dresden. Sie waren ausgebombt. Florian wusste nicht, was das ist. Sein Cousin war auch da.
„Was ist ausgebombt?“ sagte Florian zu ihm.
„Wir hatten Fliegeralarm.“
„Wir auch.“
„Als wir aus dem Keller kamen, brannte unser Haus.“
„Warum?“
„Durch die Bomben.“
„Was habt ihr gemacht?“
„Wir sind zu Fuß zu Euch gelaufen.“
„Das ist weit.“
„Die ganze Nacht sind wir gelaufen.“ Florian konnte sich nicht vorstellen, dass jemand soweit laufen kann. Es war der 13. Februar 1945. Die Verwandten blieben einige Wochen bei ihnen. Florian spielte gern mit seinem Cousin. Eines Tages sagte er:
„Wenn meine Schwester wiederkommt, können wir zu dritt spielen. Vater, Mutter und Kind. Du bist das Kind.“
Der Cousin sah ihn an.
„Deine Schwester kommt nicht wieder.“ Florian sah ihn ungläubig an:
„Sie kommt nicht wieder?“
„Weißt du nicht, dass sie gestorben ist?“ Florian rannte zur Mutter. Das musste ein Irrtum sein. Die Mutter nahm ihn in ihre Arme.
„Deine Schwester ist gestorben.“ Florian sagte nichts. Er verstand das nicht. Alte Leute sterben und Soldaten sterben. Aber seine Schwester? Er verstand das nicht. Am nächsten Tag ging seine Mutter mit ihm zum Friedhof. Auf dem Hügel lagen Blumen über Blumen. Florian hatte noch nie so viele Blumen gesehen.
„Wenn sie so schöne Blumen hat, dann bin ich nicht traurig.“ Die Erwachsenen schüttelten den Kopf.
„Er kann das noch nicht verstehen“, sagten sie.
Anfang Mai kamen die Russen. Florian sollte zum Friseur gehen. Er ging nicht gern zum Friseur. Er sah zum Fenster hinaus auf die große Straße.
„Mutter, da kommen komische Panzer.“ Die Mutter sah auf die Straße.
„Das sind die Russen.“
Alle hatten Angst vor den fremden Soldaten. Die ganze Familie hatte sich in den Keller geflüchtet. Der erste Russe nahm sich das Fahrrad mit, das man im hinteren Hof vergessen hatte. Es war nicht in Ordnung. Der nächste Russe kam zusammen mit anderen. Er war ein Lehrer, der Deutsch sprach. Die Stadt war übergeben worden. Ein mutiger Mann war mit einer weißen Fahne zum Stadtrand gegangen, den fremden Truppen entgegen. Nach einigen Tagen begann der Bäcker in der kleinen Stadt wieder zu backen.
Die Zeit nach dem Krieg war für alle eine schwere Zeit. Aber für Florian war das selbstverständlich. Er kannte keine besseren Zeiten. Mittags kochte sein Mutter für ihn Meerrettichsoße mit Kartoffeln. Pudding gab es nur selten. Das war ein Festtag. Er hatte nur wenige Spielsachen. Zu Weihnachten gab es Geschenke, die durch Tauschen erworben wurden. Auf dieses Fest mit seinen Geschenken freute er sich das ganze Jahr.
Im September kam Florian in die Schule. Er bekam eine Zuckertüte. In der Spitze waren ein paar Bonbons aus Zucker. Die Schule war ein großes Gebäude mitten in der Stadt. Mutter und Tante begleiteten Florian. In der Turnhalle gab es eine Ansprache, von der Florian nichts verstand. An der einen Wand hing eine große rote Fahne. Am nächsten Tag begann der Unterricht. Er begann mit dem Buchstaben A. Am nächsten Tag folgte das B.
Florian übte zu Hause das Schreiben der Buchstaben. Florian saß in der ersten Reihe, weil seine Mutter das so gesagt hatte. Der Lehrer war jung und freundlich. Florian war froh, wenn er wieder zu Hause bei seiner Mutter war. Das erste Problem kam, als er aus den Buchstaben ein Wort machen musste. Das Wort klang anders als die einzelnen Buchstaben. Er schaffte das.
Als Kind war Florian meist allein. Er hatte keine Freunde. In der Schule saß er in der ersten oder zweiten Reihe. Seine Mutter wünschte das so. Er machte, was seine Mutter wollte. Er war diesen beiden Erwachsenen, die seine Eltern waren, unterlegen. Er hatte keine Chance gegen sie. Wenn er einen Bruder oder eine Schwester gehabt hätte, wäre das vielleicht anders gewesen. So lernte er früh, sich unterzuordnen. Später dachte er, dass er dadurch für immer geprägt wurde. Er versuchte, den Lehrern alles Recht zu machen. Er war ein fleißiger Schüler. Seine Hausaufgaben erledigte er immer. Die anderen Jungen kamen am Morgen zu ihm und wollten sie abschreiben. Er gab sie ihnen. Im Unterricht meldete er sich nur selten. Aber er lernte zu Hause fleißig auswendig und schrieb gute Arbeiten. Am Ende des Schuljahres hatte er gute Noten in seinem Zeugnis. Die Eltern waren stolz und lobten ihn. Er war glücklich. In der Schule hatte er Angst vor den Raufbolden. Er war ihnen nicht gewachsen. Er suchte sich andere Jungen, die ihm beistanden. Dafür gab er ihnen von seinem Frühstücksbrot. Er hatte immer reichlich davon. Auf dem Weg nach Hause hatte er Angst vor anderen Kindern. Er war froh, wenn er wieder zu Hause war und in seinen Büchern lesen konnte. Er flüchtete gern in diese Welt der Bücher. Er las alles im Bücherschrank seiner Eltern und auch seiner Tante, die mit im Hause wohnte. Er las alle Karl-May-Bücher und die Zukunftsromane von Dominik. Er las auch die Mädchenbücher seiner verstorbenen Schwester. Später las er dann Ganghofer. Im Bücherschrank standen auch die Klassiker-Ausgaben: Goethe, Schiller, Lessing, Shakespeare. Er las alles. Im Lexikon suchte er nach bestimmten Stichworten: Geschlechtsverkehr, Geschlechtsorgane. Als er entdeckte, was beim Geschlechtsverkehr wirklich passierte, war ihm das unangenehm. Eine andere Art Kinder zu zeugen wäre ihm lieber gewesen. Ein Raufbold aus seiner Klasse fragte ihn, ob seine Eltern auch ficken. Florian wusste nicht was das ist und die ganze Klasse lachte.
Er war erkrankt. Die Zeitungen berichteten auf der ersten Seite. Dann gab es jeden Tag ein Bulletin der Moskauer Ärzte. Florian konnte sich nicht vorstellen, dass der Mann sterben würde. Der Mann war so mächtig. Es war nicht möglich, dass er nicht mehr sein würde. Man würde ihn am Leben erhalten. Er würde gesund werden. Dann verschlechterte sich der Zustand von Tag zu Tag. Hoffnung keimte auf. Florian hoffte von Tag zu Tag mehr, dass er sterben würde. Und dann geschah das Unglaubliche. Im Radio kam Trauermusik. Den ganzen Tag Trauermusik. Der Kerl war tot. Eine Riesenüberschrift in der Zeitung. Und Bilder weinender Menschen. Florian erfasste ein Gefühl von großem Glück. Es gab etwas das stärker gewesen war als diese Macht. Vielleicht hatte es mit Gott zu tun. Der hatte die Geduld verloren mit diesem Menschen, der ihn verleugnete. Ungestraft verleugnete. Bisher jedenfalls. Dann wurde der Mann beerdigt. Im Mausoleum an der Kremlmauer neben Lenin. Wieder weinten die Menschen. Florian weinte nicht. Er war nicht traurig. Er war froh. In der Schule versammelten sie sich auf dem Schulhof. Der Schulleiter hielt eine Rede. Florian sah um sich. Niemand durfte sehen, dass er froh war. Die Russen hatten ihren Führer verloren. Es geschah ihnen recht nachdem sie seinem Vaterland den Führer genommen hatten. Florian hatte die beiden in den sowjetischen Filmen über den großen Krieg gesehen. Er war stolz auf seinen Führer gewesen. Es durfte nur niemand davon wissen. Zu Hause wurde nicht mehr über den deutschen Führer gesprochen. Man sah aber noch die Stelle an der Wand im Wohnzimmer. Dort hatte sein Bild gehangen. Über den Führer sprach niemand mehr. Aber auf Deutschland auf ihr Vaterland waren alle im Hause stolz. Florian war auch stolz auf dieses Land. Die Sieger hatten es unterworfen und geteilt. Das würde nicht ewig so sein. Das wusste er. Das erhoffte er.
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