Florian Lettre - Das rote Nachthemd
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„Mir geht es gut“. Sie betonte das „mir“. Florian wusste nicht, was er davon halten sollte.
„Dann ist alles in Ordnung.“
„Ja.“ Die Sekretärin sah wieder vor sich hin. Da war etwas. Florian sah die Sekretärin an und sagte:
„Was ist denn?“
Die Sekretärin schwieg. Sie sah Florian nur an. Nach einer Weile sagte sie:
„Doktor L.! Ich weiß nicht, ob ich ihnen das sagen soll. Wir kennen uns schon lange. Ich bin von ihnen nie enttäuscht worden. Bisher jedenfalls.“
„Sie machen mich neugierig“.
„Es ist nicht angenehm für sie.“ Die Sekretärin sah sich um. Sie waren allein.
„Was?“
„Heute war Doktor W. bei unserem Chef. Er hat mit ihm gesprochen.“
„Ja?“
„Ich habe das Gespräch zufällig gehört.“
„Ja?“
„Es drehte sich um ihre Erkrankung.“
„Ach. Um mich.“
„Und um ihre Erkrankung. Sie hatten doch einen Schlaganfall.“
„Ja. Das war furchtbar. Ich hatte Glück, dass ich mich erholt habe.“
„Man merkt nichts mehr davon. Sie arbeiten mehr als andere Mitarbeiter.“
„Arbeit ist gut bei so etwas.“
„Doktor W. hat davon erfahren.“
„Ich habe ihm davon erzählt. Wir arbeiten jeden Tag zusammen.“
„Sie sollten nicht so vertrauensvoll sein.“
„Warum? Der Chef weiß auch davon.“
„Doktor W. hat gesagt, dass es untragbar sei, einen Arzt nach einem Schlaganfall als Oberarzt zu beschäftigen.“
„Das hat er gesagt?“
„Ja, das hat er gesagt.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. Doktor W. ist mein Freund. Wir arbeiten zusammen.“
„Sie sind manchmal naiv.“
„Vielen Dank, dass sie mir das gesagt haben. Ich bin ganz verunsichert.“
„Deshalb habe ich gezögert, mit ihnen zu sprechen.“
Florian ging aus dem Zimmer. Es war wie ein Schlag mit einer Keule gewesen. Er ging langsam nach unten zu den Patienten.
„Gut dass du wieder da bist. Wir haben eine Menge Patienten.“ Doktor W. sah aus wie immer. Es war viel zu tun. Florian rief den nächsten Patienten. Er wollte das Gespräch vergessen. Er konnte es nicht vergessen. Immer wieder sah er seinen Kollegen an. Er sah aus wie immer.
Maria und Steffi saßen schon eine Weile in dem Restaurant. Jede hatte ihren Kaffee vor sich und einen Teller mit etwas Gebäck. Sie saßen allein an ihrem Tisch.
„Merkwürdig: wir sind jetzt über dreißig Jahre verheiratet, aber ich kenne Florian nicht viel besser als damals als wir uns kennen lernten.“
„Hat er sich verändert in dieser Zeit?“ Maria musste nachdenken. Dann sagte sie:
„Dieser Schlaganfall war natürlich eine schlimme Sache. Er kam aus heiterem Himmel.“
„Ich habe dich bewundert. Du hast das großartig gemeistert. Ich hätte das nicht so gekonnt.“
„Was sollte ich anders tun? Die Kinder waren klein. Sie brauchten mich. Ein Glück, dass sich Florian so gut erholt hat. Ein Arzt hatte mir gesagt, dass er nicht alt werden würde. Jetzt ist er fast sechzig.“
„Er ist noch Professor geworden. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Er ist eher zurückhaltend. Er kann sich nicht gut in den Vordergrund spielen.“
„Da hast du Recht. Wenn wir Leute eingeladen haben, sagt er manchmal den ganzen Abend nichts. Das ist richtig peinlich.“
„Ich habe ihn aber auch schon anders erlebt. Wir hatten einmal eine wüste Diskussion mit euch über Sozialismus und Kapitalismus. Florian war für Sozialismus und Detlef für Kapitalismus.“
„Er ist ein Linker.“
„Ein Linksaußen.“
„Ja, das ist er.“
„Dabei ist er doch aus dem Osten abgehauen.“
„Er hatte sich den Westen anders vorgestellt. Er hat der Propaganda geglaubt und war dann enttäuscht.“
„Er hat hier weiter studiert und ist Arzt geworden und Professor. Was will er eigentlich?“
„Er findet dieses System hier ungerecht. Er ist manchmal naiv.“
„Warum hast du ihn eigentlich geheiratet? Du hattest viele Chancen bei Männern. Du hättest dir einen anderen suchen können. Und ein schöner Mann ist er nicht gerade. Er macht so auf bescheiden. Ist er das?“
„Ja, das ist er. Er meint, er habe nur Glück gehabt. Verdient habe er das alles nicht. Mich nicht und seinen Beruf nicht.“
„Da ist Detlef aus ganz anderem Holz geschnitzt. Der litt nie an Minderwertigkeitsgedanken. Der hatte immer große Pläne und dann wurde nichts daraus. Gut, dass ich ihn los bin. Ein guter Liebhaber war er. Das kann ich nicht bestreiten.“ Maria schwieg nach diesen Worten ihrer Freundin.
„Du sagst nichts dazu?“ sagte Steffi nach einer Weile.
„Wir sind alle älter geworden, Florian auch“, sagte Maria.
„Du siehst immer noch sehr gut aus. Du hast kaum Falten. Bei mir ist das anders. Wenn ich morgens vor dem Spiegel stehe, erkenne ich mich nicht. Das ist eine andere Frau, die mich da ansieht.“
„Das geht mir auch so. Am meisten stört mich, dass ich manchmal so ungehalten bin. Ich weiß nicht, woher das kommt. Dann bin ich auch ungerecht. Hinterher ärgere ich mich. Florian leidet darunter. Glaube ich.“
„Bist du nicht zufrieden? Du hast zwei gesunde Kinder. Du hast einen schönen Beruf.“
„Es war etwas viel für mich. Die Arbeit im Labor und dann nach Hause zu den Kindern. Ich bin immer zuerst in die Küche zum Herd und habe das Mittagessen gemacht. Danach habe ich mich erst ausgezogen. In den letzten Jahren ist es besser geworden. Die Kinder gehen ihre eigenen Wege. Sorgen macht man sich trotzdem.“
„Du warst immer sehr pflichtbewusst. Ich war da ganz anders.“
„Dich haben diese charmanten Männer interessiert. Hinter denen warst du her.“ Steffi musste lachen.
„Siehst du das so?“
„Stimmt das nicht?“ Steffi sah ihre Freundin lächelnd an.
„Vielleicht hast du Recht. Glück habe ich mit diesen Männern nicht gehabt. Jetzt bin ich alt und allein. Keiner will mich mehr.“
„Du hast mich.“
„Wenn wir damals nach Paris gegangen wären, wäre alles anders gekommen. Wir hatten schon alles geregelt. Und dann kam Florian und wir sind beide hier geblieben.“
„Freundinnen sind wir geblieben. Du hast mir das nicht übelgenommen.“
„Alte Freundschaften halten am längsten.“
Steffi sah auf die Uhr. Sie musste los. Sie würden sich bald wiedertreffen. Und dann würden sie mehr über Detlef als über Florian reden.
Diese Splitter seines Lebens. Waren sie für den, der sie las, zu ordnen? Zogen sie ihn hinein in dieses Leben? Florian kamen Zweifel. Er begann den Splittern eine Ordnung zu geben.
2.Frühe Bilder
Florian war erstaunt, wie genau er sich an einzelne Szenen seines Lebens erinnern konnte. Diese Erinnerung reichte teilweise bis in seine Kindheit zurück. Allerdings waren diese Erinnerungen wie Inseln in einem Meer des Vergessens.
Er war ein schüchterner kleiner Junge und hatte kaum Freunde, mit denen er spielen konnte. Bei schönem Wetter war er im Garten, der sich um das Haus herum hinzog. Im hinteren Teil des Hauses wohnten seine Eltern, im vorderen Teil seine Verwandten. Er ging gern zu der jungen Frau im vorderen Teil des Hauses. Die Verwandten waren erst vor einiger Zeit eingezogen und hatten in dem Haus geheiratet. Florian war bei der Hochzeit dabei gewesen. Er hatte in der Kirche Blumen gestreut. Die junge Frau gefiel ihm. Er musste daran denken, wie sie in ihrem Brautkleid ausgesehen hatte. Das weiße Kleid hatte im unteren Teil einen breiten dunkelblauen Streifen. Der Stoff war aus Fallschirmseide. Es war die Zeit nach dem Krieg. Es gab kaum etwas zu kaufen. Aber das war er gewohnt.
Sein Vater war ein großer breitschulteriger Mann. Florian freute sich, wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam. Er war Werkleiter in einem volkseigenen Betrieb, der für die ganze DDR Fahrstuhlkäfige herstellte. Nach dem Krieg gehörte der Betrieb einem privaten Besitzer. Als dieser nach dem Westen gegangen war, wurde der Betrieb volkseigen. Sein Vater hatte erwogen, mit nach dem Westen zu gehen. Er hatte erwartet, dass der Besitzer ihn und seine Familie mitnahm. Das erfüllte sich nicht. Sein Vater hatte befürchtet, dass er seine Stelle verlieren würde. Aber die neuen Herrn im volkseigenen Betrieb waren froh über einen erfahrenen Mitarbeiter. Sein Vater saß abends bei seinem Weinbrand und erzählte von den Problemen im Werk. Er sprach mit Begeisterung von seiner Arbeit. Die Mutter war froh, wenn er zu Hause seinen Weinbrand trank und nicht im Gasthaus. Oft war es eine ganze Flasche. Die Mutter und auch Florian hatten es nicht gern, wenn der Vater in ein Gasthaus ging. Dann kam er erst in der Nacht nach Hause und war betrunken. Am nächsten Morgen ging er trotzdem zur Arbeit. Die Mutter schämte sich, wenn die Nachbarn darüber redeten. Der Vater war stolz auf Florian, wenn er aus der Schule gute Zensuren brachte.
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