Axel Birkmann - Tödlicher Aufguss

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Im Sauna-Paradies überlebt ein Saunagast den allseits beliebten Salzaufguss nicht. Er stirbt im Salzstollen. Sein Name ist Markus Backhaus, Schriftsteller und Journalist. Er schreibt Gruselromane über Zombies, Hexen und Geister und war damit mehr oder weniger
erfolgreich. Was zunächst wie ein ganz normaler Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als kaltblütiger Mord. Die beiden Kommissare Alois Kreithmeier und Melanie Schütz werden mit dem Fall beauftragt und stoßen dabei an Dinge, die mit sie mit ihrem normalen Menschenverstand nicht deuten können. Sie bewegen sich in einer Welt, die sich zwischen Realität, Mythologie und Volksglauben befindet. Oftmals wissen sie nicht, was sie glauben sollen, und was nicht. Sie kämpfen gegen Mächte, die sie glauben lassen, sie seien mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, und sie behaupten sich gegen Aberglauben und
religiöse Versessenheit. Ihre Hauptsorge in diesem Fall ist, dass sie ganz allein auf sich gestellt sind, denn niemand glaubt ihnen so richtig. Ihre Recherchen und Entdeckungen sind für ihre Kollegen nur Hirngespinste und Fantastereien. Nur durch ihre gute Zusammenarbeit, das Vertrauen ineinander und ihre Zuversicht, dass das Gute im Menschen letztendlich doch überwiegen kann, schaffen sie es, diesen unheimlichen Fall zu lösen.

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Es wurde jetzt Zeit für seinen ersten Saunagang. Er griff nach dem Flyer mit der Aufstellung der einzelnen Aufgüsse in den jeweiligen Themensaunen. Salzaufguss im Solestollen klang gut. Und er sollte in wenigen Minuten beginnen. Der Bademeister würde dann Salz, mit ätherischen Ölen vermischt, an die Saunagänger verteilen, dass sie sich dann auf den Körper rieben. In der Hitze und dem Dampf des darauf folgenden Aufgusses, verflüssigte sich das Salz und drang mit dem Öl in die durch die Wärme weit geöffneten Poren der Haut. Durch das Einreiben wirkte das Salz wie ein Peeling. Alte Hautschuppen wurden weggerubbelt und danach hatte man eine weiche Haut wie ein Kinderpopo.

Das wäre jetzt genau das Richtige für ihn. Sich den Dreck und Staub und vor allem die schlechte Energie des letzten Wochenendes vom Körper zu reiben. Genau das bräuchte er jetzt. Er zog seinen Bademantel an, stellte sich so, dass die Dame ihn nicht mehr zu Gesicht bekam, schnappte sein Saunatuch und schlürfte in seinen Badeschlappen Richtung Solestollen. Nachdem er seinen Bademantel an einem Haken gehängt hatte, betrat er nackt den wie eine Bergwerksgrube angelegten Saunabereich. Obwohl die Therme am heutigen Montag nicht so voll besucht wie sonst am Wochenende oder in den Ferien war, saßen schon genug Leute auf den Holzbänken und warteten andächtig auf den Aufgussmeister. Er fand eine freie Stelle neben zwei jungen Frauen, die beide ohne ein Wort zu sagen, etwas beiseite rutschten, um Platz für ihn zu machen.

Er setzte sich und blickte aus dem Augenwinkel die beiden Mädchen an. Sie waren beide um die 25 Jahre alt, schlank, kräftige feste Brüste und im Schambereich rasiert. Es war selten, dass er eine junge Frau in der Sauna entdeckte, die nicht rasiert war. Er musste an seine Jugend zurück denken, als er studiert hatte. Keine seiner Freundinnen hatte sich rasiert. Die Intimbehaarung gehörte ganz einfach dazu. Und heute liefen alle rum, als ob sie eine Schussverletzung hätten.

Er musste lächeln. Er schaute auf seinen Schritt. Auch er war rasiert. Auch er hatte diesen Wahn mitgemacht. Und das Schlimme war, dass er es immer wieder tun musste: das Rasieren. Er hatte damit einmal angefangen und jetzt musste er mehrmals in der Woche seinen Intimbereich, seinen Bauch und seine Brust, nass abschaben. Denn ohne die scharfe Nassrasur kämen die Stacheln und die piekten und juckten und seine Freundin merkte sofort, wenn er es vergessen oder schlampig gemacht hatte.

»Du stichst« kam dann aus ihrer Ecke, wenn er sich im Bett an sie herankuscheln wollte. Die Strafe für seine Schludrigkeit: die Bettdecke zwischen ihnen. Er fuhr mit seinen Fingern vorsichtig über seinen Bauch. Wenn er heute noch Spaß mit ihr haben wollte, sollte er sich noch rasieren.

Die Tür öffnete sich und ein gut gebauter junger Mann mit knapper Badehose und eng anliegendem T-Shirt betrat den Solestollen. Hinter ihm huschte noch eine Frau als letzte hinein und setzte sich ihm gegenüber neben den Saunaofen, den in den nächsten zehn Minuten heißesten Platz im engen Salzbergwerk. Sie trug schwarze lange Haare, ein etwas blasses Gesicht, die Lippen bemalt mit einen schwarzen Lippenstift und schaute ihn direkt an. Und sie lächelte dabei keck.

Ihre Figur war vollkommen. Die Figur einer Frau um die fünfundzwanzig. Schlank. Kleiner fester Busen. Dunkle Brustwarzen und im Intimbereich rasiert.

Wie alt sie tatsächlich war, konnte er nicht abschätzen, dazu war es zu dunkel. Er starrte sie an. Und sie wich seinem Blick nicht aus. Normalerweise fixierte er nackte Frauen in der Sauna nicht so brüsk. Doch in diesem Fall konnte er nicht von dieser Frau lassen. Ihre dunklen vollen Lippen und ihre schwarzen langen Fingernägel zogen ihn magisch an. Sie musste es bemerkt haben, dass er sie ansah, auch wenn es im Stollen recht duster war.

Sie wich seinem Blick immer noch nicht aus.

Diese Frau hatte eine sexuelle Ausstrahlung, wie er sie schon lange nicht mehr bei einer Frau in einer Sauna gesehen hatte. Sie hatte den Körper einer jungen Frau, aber die erotische Ausstrahlung einer reifen Lady.

Alle waren hier drinnen nackt. Natürlich auch er.

Normalerweise erregte ihn die weibliche Nacktheit ganz und gar nicht. Für ihn war eine angezogene Frau meist attraktiver und erotischer wie eine Nackte. Doch in diesem Fall war es die reine Wollust, die ihn anstrahlte, die Sünde in Person. Er spürte, wie sich sein Penis regte. Jetzt hieß es aber aufgepasst. In den nächsten Minuten mussten sie alle die Sauna verlassen und sich im Vorraum mit Salz einreiben. Er konnte nicht mit einem Ständer hinausgehen. Das ging ganz und gar nicht. Er blickte auf den Boden und fing an zu zählen. Es hieß, Mathematik ließ einen sofort auf andere Gedanken kommen. Wie schwere mathematische Rechnungen eine vorzeitige Ejakulation beim Geschlechtsverkehr hinauszögern konnten, so sollten sie auch dafür sorgen, dass einem Mann der Penis nicht anschwillt. Vor allem nicht in Situationen wo es völlig unpassend war, zum einen in der Sauna und zum anderen in einer knappen Badehose im Schwimmbad oder am Strand.

Er starrte auf den Boden und versuchte sich die Fibonacci Folge ins Bewusstsein zu hämmern. Eine unendliche Folge von Zahlen, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen ergibt. Er fing an leise vor sich hin zu rechnen und murmelte leise: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, ...... Und dann war es soweit, seine Gedanken kursierten nicht mehr um Sex oder um den Sex mit jener Schwarzhaarigen, er konzentrierte sich auf die nächste Zahl: 144.

Dann kam der Aufruf nach draußen: Salzausgabe.

Gerade rechtzeitig hatte Fibonacci sein Glied wieder abschwellen lassen und er konnte ohne weiteres aufstehen und den anderen durch die Glastür folgen.

Direkt an der Tür stand der knackige Bademeister mit einem Holzeimer und verteilte handvollweise das Salz zum Auftragen.

Er folgte der Schwarzhaarigen. So konnte er ihren Rücken bewundern. Rechts oberhalb von ihrem Gesäß hatte sie eine kleine Tätowierung. Eine schwarze Lilie. Ganz in Gedanken an ihre weiblichen Rundungen formte er seine rechte Hand zu einer Schale und empfing an der Tür eine Kelle Salz. Etwas abseits vom Gedränge der anderen Gäste fing er an seine Beine, seine Oberarme und seine Brust einzureiben. Das Salz brannte auf seiner Haut. Er war froh, dass er sich nicht schon heute früh rasiert hatte. Das Salzölgemisch würde höllisch brennen, vor allem in den kleinen Wunden, die vom Nassrasierer herstammen würden, .

»Könnten Sie mir bitte den Rücken einreiben«, hörte er plötzlich eine weibliche Stimme neben sich.

Er drehte sich um und blickte in die blaugrünen Augen der Frau mit den schwarzen Haaren, die ihm ihre rechte Hand mit einem Rest der weißen Salzmasse hinhielt. Wie sie so nackt und ihn unschuldig anschauend vor ihm stand, versagten seine Stimmbänder für einen Augenblick den Dienst.

Er stotterte etwas Unverständliches, legte seine linke Hand unter ihre Rechte und schaufelte mit seiner Rechten die Salzkristalle aus ihrer Hand. Sie drehte sich ohne weitere Worte um und streckte ihm ihren Rücken und ihren festen Hintern entgegen. Sanft und vorsichtig verteilte er das Salz auf ihrer Haut und begann die Kristalle mit sanftem Druck in die Hautporen einzumassieren. Es war etwas ganz Besonderes, diese Frau zu berühren, ihre weiche zarte Haut, und vor allem, sie vor sich stehen zu sehen.

In seiner Fantasie spielten sich in den nächsten Sekunden diverse sexuelle Handlungen ab. Wie er sie mit seinen beiden Armen um die Hüfte packte, seine Hände den Weg weiter nach oben suchten und schließlich ihre Brüste fanden. Seine Finger ihre Knospen drückten, er sie immer fester griff und schließlich sein erigiertes Glied von hinten in sie eindrang. Ein kurzes Aufschreien ihrerseits, dann war er in ihr, und sie stöhnte nur noch gleichmäßig unter seinen Stößen.

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