Rebecca Hünicke - Ein Moment der Stille

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An ihrem 18. Geburtstag verlässt Hanna Hals über Kopf ihre Familie und ihr so scheinbar idyllisches Heimatdorf Rothwald. Unbeantwortete Fragen treiben sie genau drei Jahre später nach Hause zurück.
Der Rothwälder Fotograf Christian erstellt zum 700-jährigen Jubiläum Rothwalds einen Bildband über das Leben der letzten 100 Jahre des Ortes. Als Hanna das Buch von ihrer Familie zum Geburtstag geschenkt bekommt, kann sie dem Geschenk zunächst nichts abgewinnen. Aber als sie auf einem Foto vom Dorffest 1936 ihren Großvater zu erkennen glaubt, ist ihr Interesse für das Leben Rothwalds erwacht.
Hanna weiß nicht viel über ihre Großeltern. Das Bild ermutigt sie, sich mit ihrer Vergangenheit zu befassen. Für sie scheint dort der Schlüssel zu liegen, mit dem sie die die Tür zu ihrem eigenen Leben öffnen kann.

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In ihrer linken Tasche befand sich ein kalter metallener Gegenstand. Sie zog ihn heraus und hielt ihren alten Haustürschlüssel in der Hand. Sie nahm ihn vor drei Jahren mit. Hanna hatte sich damals keine Gedanken gemacht, warum sie ihn mit auf ihre Reise nahm. Wahrscheinlich war es die Gewohnheit. Oder sollte er sie daran erinnern, dass sie noch nicht mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen hatte? Da sie ihn noch besaß, brauchte sie später nicht zu klingeln und konnte so jederzeit ins Haus gelangen.

Es war bereits dunkel, und der Mond lugte hinter dem Dach des Nachbarhauses hervor. Mit jedem Schritt, den sie über die Einfahrt machte, knirschten die Steine unter ihren Sohlen. Leichte Abdrücke bildeten sich im Kiesbett und zeichneten Hannas Spur nach. Bevor sie den Gehweg betrat, atmete sie tief ein und aus und machte sich auf den Weg ins Dorf.

Die Straßenlaternen säumten wie Gardisten die Straßen und ihren wachen Augen blieb nichts verborgen. Hanna hoffte niemandem zu begegnen, denn auf lange Erklärungen hatte sie keine Lust. Sie wollte in Ruhe in ihrem Heimatdorf spazieren gehen und sich wieder ein Stück mit ihm vertraut machen, bevor ihr altes Leben für eine kurze Zeit in den Vordergrund rücken würde.

In Gedanken ging sie die Straßen durch und sagte sich die Namen der Familien auf, die in ihnen wohnten. Sie achtete gar nicht richtig auf die Häuser, denn sie waren natürlich noch an derselben Stelle und hatten sich nicht verändert. Sogar die gleichen Autos standen nach wie vor auf ihren Parkplätzen in den Einfahrten.

Am Dorfanfang konnte sie umkehren oder links einen Bogen um das Dorf laufen. Dieser Weg führte an einem Waldrand entlang, der Hanna auf einmal gespenstisch erschien. Sie überlegte eine Weile, ob sie ihn gehen sollte und entschied sich dagegen.

Sie fragte sich, warum sie ausgerechnet jetzt Angst hatte, im Dunkeln alleine vorbeizugehen? Unzählige Male hatte sie dies bereits als Kind getan. Der Weg war nicht lang, und am Ende wohnten Kesslers. Der Waldrand war ideal zum Versteckspiel. Und das wollte sie doch, sich unbemerkt im Dorf aufhalten.

Das Rascheln der Bäume glitt in einem gleichmäßigen Singsang über sie hinweg, begleitet von den Rufen einer Schleiereule. Hanna brauchte nur umzukehren, und sie wäre wieder auf der beleuchteten Straße. Somit wäre sie der gespenstischen Dunkelheit des Waldes schnell entkommen, doch irgendwie konnte sie sich nicht von diesem Anblick lösen. Wie eine Säule stand sie reglos dort am beginnenden Waldrand und schaute zu den Bäumen.

Ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Sie dachte an ihre Freunde aus Kindertagen, mit denen sie hier gespielt hatte, aber auch an ihre Streifzüge am Nachmittag, wenn sie alleine sein wollte. Es war den Kindern im Dorf verboten gewesen, weit oben im Wald zu spielen. Überall waren Höhlen, und die wenigsten waren den Dorfbewohnern bekannt.

Der Waldrand diente den Kindern als Spielplatz, und eine klare Abgrenzung durch gefällte Fichten bildete die Grenze zum verbotenen Bereich. Mit abschreckenden Geschichten über dunkle, tiefe Höhlen, die die Kinder verschlucken und nicht mehr hergeben, brauchten die Eltern sich keine Sorgen über eine Grenzüberschreitung zu machen.

Als Jugendliche ließen sie es sich nicht nehmen, jedes Verbot ihrer Eltern zu missachten. Aus Kinderbanden entwickelten sich Jugendcliquen, die sich gegenseitig zu Mutproben anstachelten, sobald sie eine Höhle entdeckten. Bei jeder dieser Prüfungen wurde ein anderes Mitglied ausgewählt, was dann alleine eine bestimmte Zeit in der Höhle verbleiben oder zu einem zuvor erkundeten Punkt hingehen und einen deponierten Gegenstand mitbringen musste. Es war nie ungefährlich, denn es konnte jederzeit ein Steinschlag innerhalb einer Höhle ausgelöst werden und den Auserwählten treffen.

Hanna konnte sich noch gut an ihre Mutprobe erinnern. Sie hatte panische Angst, sich zu verlaufen und für immer verloren zu sein. Das konnte sie aber niemandem sagen, nicht einmal Christian. Carla hätte an diesem Tag dran sein sollen, so entschied das Los einen Tag zuvor. Sie hatte das Glück, über Nacht zu erkranken und rutschte somit auf die nächste Position. Weigern konnte Hanna sich nicht. Der darauffolgende Spott lastete sonst auf allen, und das wollte sie nicht verantworten. Das einzige Ziel jeder Clique war, einfach die coolste von allen zu sein.

Hanna hoffte, Tim, der Chef der Unterdorfclique, würde von ihr nur die Zeitprüfung verlangen. Bei dieser Aufgabe musste man im Dunkeln bis zur ersten Abzweigung gehen und dort eine halbe Stunde warten, bis die eigene Clique einen von dieser Tyrannei befreite.

Tim wusste, dass Hanna die Zurückhaltendere in ihrer Gruppe war und sich oft notgedrungen den anderen anschloss. Deswegen verlangte er von ihr die Kreuzprüfung. Wenn sie sich und die anderen nicht zum Gespött machen wollte, musste sie alleine bis zum großen Innenraum gehen und das Kreuz holen. Alleine hinlaufen, das Kreuz holen und dann zurücklaufen, das war die Aufgabe.

Auf dem Weg gab es viele Winkel, die das Innere des Berges zu einem Labyrinth formten. Es gab nur einen Weg, der über die richtigen Abbiegungen in den Höhlenraum führte. Die Abzweigungen hatten sie bei ihren ersten Erkundungstouren markiert, eigentlich musste sie denen nur folgen. Hanna beschloss, konzentriert zu gehen und jede Markierung genau zu beachten, so hatte sie in dem Moment der Mitteilung ihrer Prüfungsaufgabe gedacht.

Christian gab ihr die Taschenlampe und Hanna schaltete sie an. Die ersten Schritte waren schnell gemacht, denn das Tageslicht leuchtete die ersten Meter noch aus und die Stimmen und das Gelächter der Wartenden waren noch zu hören. Je dunkler der Weg und je leiser die Geräusche wurden, desto höher stieg Hannas Adrenalinspiegel. Sie hatte nur einen Gedanken: Sie wollte Tim beweisen, dass sie kein Feigling war.

Obwohl sie ihren dicken Pullover anhatte, fror sie. Ihre Hände wurden immer kälter, und die Taschenlampe wackelte in ihren Händen und ließ den Lichtstrahl umherwandern. Bei jeder Abzweigung leuchtete sie die Wände exakt ab, um keine Markierung zu übersehen. Schneller als erwartet kam sie im Innenraum an und hob erleichtert das selbstgemachte Holzkreuz auf. Sie verließ den Raum und ging zurück in den ersten Gang.

Vor Freude ließ Hanna einen Jubelschrei los, weil sie es alleine hierher geschafft hatte. Doch ihre Freude war nicht von langer Dauer, denn mit einem Mal wurde der Lichtschein der Lampe schwächer und erlosch gänzlich.

Panik überfiel Hanna, und sie verfluchte die Taschenlampe. Alles Schütteln und Knopfdrücken nutzte nichts, der Lichtspender versagte ihr den Dienst. Der Stolz, der sie vor einem Moment noch über sich hinauswachsen ließ, hatte sich in Luft aufgelöst und Hanna fühlte sich nur noch wie ein Häufchen Elend. Ihre schlimmsten Befürchtungen waren wahr geworden. Sie war für immer in dieser Höhle verschollen und hatte ihre Clique zum Gespött gemacht.

Ihre Freunde würden sie hassen. Dicke Tränen rollten über ihre Wangen, und Hanna fing an zu schluchzen. Sie war eine Gefangene des Berges, und die Schauergeschichten aus ihrer Kindheit prasselten wie Steine auf sie nieder und verhöhnten ihre Dummheit.

Sie befand sich noch in dem ersten Gang, der direkt vom Höhlenraum abzweigte. Zumindest dorthin sollte sie zurückfinden, und mehr stolpernd als gehend fand sie dort im Dunkeln zurück. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt, doch zu erkennen gab es nichts. Sie befand sich in der schwärzesten Finsternis. Hanna fühlte sich hilflos und dumm, weil sie das tat, was Tim von ihr verlangte.

Sie fühlte sich als Feigling, in jeder Hinsicht. Feige, weil sie nicht den Mut hatte, die Kreuzprüfung abzulehnen, und feige, weil sie Angst vor der Dunkelheit hatte. Die anderen hätten mit Sicherheit den Rückweg im Dunkeln gewagt und am Ende reichlich Respekt von den Unterdörflern geerntet. Sie war nicht so. Hanna ergab sich ihrem Schicksal und dachte darüber nach, wie lange sie ohne Essen und Trinken hier ausharren könnte oder ob sie vorher erfrieren würde.

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