Rebecca Hünicke - Ein Moment der Stille

Здесь есть возможность читать онлайн «Rebecca Hünicke - Ein Moment der Stille» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ein Moment der Stille: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ein Moment der Stille»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

An ihrem 18. Geburtstag verlässt Hanna Hals über Kopf ihre Familie und ihr so scheinbar idyllisches Heimatdorf Rothwald. Unbeantwortete Fragen treiben sie genau drei Jahre später nach Hause zurück.
Der Rothwälder Fotograf Christian erstellt zum 700-jährigen Jubiläum Rothwalds einen Bildband über das Leben der letzten 100 Jahre des Ortes. Als Hanna das Buch von ihrer Familie zum Geburtstag geschenkt bekommt, kann sie dem Geschenk zunächst nichts abgewinnen. Aber als sie auf einem Foto vom Dorffest 1936 ihren Großvater zu erkennen glaubt, ist ihr Interesse für das Leben Rothwalds erwacht.
Hanna weiß nicht viel über ihre Großeltern. Das Bild ermutigt sie, sich mit ihrer Vergangenheit zu befassen. Für sie scheint dort der Schlüssel zu liegen, mit dem sie die die Tür zu ihrem eigenen Leben öffnen kann.

Ein Moment der Stille — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ein Moment der Stille», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Hermann fragte sich jeden Tag aufs Neue, ob sie unter der Trennung der Eltern zu sehr leide. Er wollte ihr gerne helfen, aber er wusste nicht wie. In seiner Familie sprach man nicht über Gefühle. Jeder musste lernen, selbst im Leben klar zu kommen.

Er verstand nicht, warum Robert und Marianne sich nicht mehr meldeten und ihre Tochter besuchten. Damals war es für ihre Eltern sehr wichtig, Hanna nach der fünften Klasse nicht die Schule wechseln zu lassen und sie aus ihrem Freundeskreis zu reißen. Sie sollte zu Hause bei den Großeltern bleiben und ihre Eltern und ihren kleinen Bruder Jonas in den Ferien besuchen.

Keiner dieser geplanten Besuche in München hatte stattgefunden. Roberts Karrieresprung beinhaltete mehr als eine reguläre vierzig Stunden Woche. Er war viel auf Geschäftsreisen im Ausland, und Marianne war in so vielen Vereinen beschäftigt, dass gerade noch Zeit für Jonas blieb. Für eine Tochter, die hunderte von Kilometern entfernt lebte und immer weniger in das Leben ihrer Eltern passte, wurde keine Zeit verschwendet.

Zu Weihnachten und den Geburtstagen kamen große Pakete mit der Post von Marianne aus München. Schließlich gehörte es sich so. Bevor Hannas Eltern ihre Tochter verließen, richteten sie ihr noch ein Konto ein, auf das sie jeden Monat hundert Euro Taschengeld überwiesen, damit sie ihren Großeltern nicht mit Extrawünschen zur Last fiel. Aber auch sie bekamen von ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn monatlich Geld, damit sie Hanna versorgen konnten. Obwohl es mehr als genug war, reichte es Trude nicht. In ihrer Verbitterung schimpfte sie zum Monatsbeginn nach Zahlungseingang auf ihre Tochter, wie geizig sie doch wäre.

Trude gönnte ihrer Tochter ihr neues Leben in München nicht. Sie selbst hatte nur ein einfaches Leben geführt und musste auf jeglichen Luxus verzichten. In ihrem ganzen Leben war sie nicht einmal im Urlaub gewesen. Sie hatte Rothwald nie wirklich verlassen.

Mit dem Bus fuhr sie ein- bis zweimal in der Woche acht Kilometer in die Stadt zum Einkaufen, weiter war sie in den letzten dreißig Jahren nicht gekommen. Die wenigen Ausflüge, zu denen Hermann sie damals bewegen konnte, entfernten sie nicht mehr als fünfzig Kilometer von zu Hause.

Irgendwann im Sommer, als Harald und Marianne noch Kinder waren, fuhren sie an einen See, um den man drei Stunden lang spazieren gehen konnte. Es war ein herrlicher Sommertag, und die Sonne strahlte am klaren Himmel auf sie hinab. Das glitzernde Wasser bewegte sich in kleinen Wellen fort. Es wurde nicht müde ununterbrochen die gleichen Bewegungen zu tun. Enten und Schwäne schwammen in Familien am Ufer entlang, und von einer Brücke sprangen Kinder in das erfrischende Wasser, während ihre Eltern ihnen auf Picknickdecken dabei zusahen und sie zur Vorsicht ermahnten. Harald und Marianne wollten natürlich auch schwimmen und von der Brücke springen, doch sie hatten keine Badesachen dabei. Ihre gute Laune war schlagartig dahin, und ein großes Eis vom Eiswagen unter der schattenspendenden Kastanie brachte sie auch nicht zurück.

Während Hermann mit den Kindern Kieselsteine sammelte und sie über den See hüpfen ließ, vergaß Trude für einen Moment ihre Familie. Für eine kurze Weile gab es nur sie und den See. Auch die fremden Menschen in ihrer Umgebung waren vergessen. Sie könnte aufstehen und einfach fortgehen, bis sie weit genug weg war. Sie dachte darüber nach, sich ein Zimmer zu suchen, bis sie eine Wohnung und eine Anstellung gefunden hätte. Das Haushaltsgeld in ihrem Portemonnaie würde bestimmt die nächsten zwei Wochen reichen. Sie hatte zwar keinen Beruf erlernt, aber das war nicht wichtig. Sie war nicht arbeitsscheu. Es würde sich schon was Passendes finden lassen, bis sie wüsste, wie sie ihre neue Zukunft gestalten könnte.

Eine harte Berührung an ihrem Hinterkopf ließ Trude zusammenzucken. Ein erschrockener Junge in Haralds Alter kam auf sie zu gerannt und entschuldigte sich mehrmals für sein Missgeschick mit dem Ball. Er versprach ihr, besser aufzupassen. Irritiert rieb sie sich die schmerzende Stelle am Kopf und erwiderte dem Jungen gegenüber nichts. Stattdessen stand sie auf und ging zu ihrer Familie, die noch eifrig flache Kiesel über den See hüpfen ließ.

Harald durchbrach die angespannte Stille und forderte seine Nichte auf, von ihrem Leben in Hamburg zu berichten.

„Na ja, wirklich viel zu erzählen gibt es nicht“, sagte Hanna mit leicht bebender Stimme.

In wenigen, kurzen Sätzen erzählte sie ihren Verwandten von ihrem Leben in der Großstadt. Dabei versuchte sie es doch irgendwie aufregend und interessant klingen zu lassen.

„Und willst du das ewig machen, spülen und bedienen? Wäre eine vernünftige Ausbildung nicht besser, damit du ein geregeltes Leben hast? Dr. Stolte, der Kinderarzt in Weilach, sucht noch eine Auszubildende. Er hat bisher noch keine gefunden. Du könntest morgen mal vorbeigehen und nach der Stelle fragen. Vielleicht bekommst du sie noch?“, schlug Harald vor.

Mit einem Mal wurde Hanna übel und sie musste dagegen ankämpfen, es sich nicht anmerken zu lassen. Ihr wurde schwindelig und ihr Herz raste vor Wut. Sie wollte nur ein paar Tage zu Besuch kommen, das hatte sie deutlich in ihrem Brief mitgeteilt. Doch das ignorierten sie einfach.

Ihr plötzliches Auftauchen war für ihre Familie kein Besuch, sondern eine Heimkehr. Und scheinbar hatten sie ihr Leben schon verplant. Jetzt fehlte nur noch die Präsentation ihres zukünftigen Ehemannes und die Angabe, wie viele Kinder sie zu bekommen hatte. Und zur Krönung des Ganzen, die Verkündung, dass sie mit ihrer Familie bei den Großeltern leben werde, weil genug Platz für alle im Haus sei.

Hanna erwiderte nichts auf den Vorschlag ihres Onkels und wandte sich stattdessen an ihre Oma.

„Deine Erbsensuppe schmeckt noch genauso gut wie früher“, lobte Hanna das Essen ihrer Oma.

„Warum sollte sie anders schmecken? Ich habe mein Rezept nicht verändert“, antwortete Trude, die dem Kompliment ihrer Enkelin nichts abgewinnen konnte.

Hermann nahm Hannas missliche Lage wahr und versuchte ihr Beistand zu leisten.

„Es ist schön, dass du uns an deinem Geburtstag besuchst“, freute sich der Großvater stand auf und ging zum Geschirrschrank.

Er öffnete eine der oberen Glastüren und holte ein Geschenk heraus. Strahlend überreichte er es ihr, zum Missfallen seiner Frau.

Hanna nahm den flachen, rechteckigen Gegenstand, der in dickes Papier verpackt war, in Empfang und bedankte sich. Sie erwartete nicht, dass er schwer sein würde. Ihre Hände sackten ein wenig Richtung Tisch.

Das Geburtstagskind schob seinen Teller beiseite und legte das Geschenk auf den Tisch. Dem Format nach erwartete sie ein Bild, ein Familienportrait oder eine Landschaftsaufnahme von Rothwald. Wahrscheinlicher war ein Bild vom Dorf.

Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Harald mit seinen Eltern nett vor einer Kamera für sie posieren würde. Mit Daumen und Zeigefinger löste sie die Klebestreifen von dem gepunkteten Papier.

Der Schwere nach zu urteilen schien es doch eher ein Buch zu sein. Sie konnte sich aber nicht vorstellen, was für ein Buch ihre Großeltern ihr schenken sollten. Das Geschenk war eine richtige Geburtstagsüberraschung. Hanna hatte keinen blassen Schimmer, was sie gleich in den Händen halten würde.

Für einen Moment fühlte sie sich in ihre Kindheit zurückversetzt. Sie liebte es, Geschenke auszupacken, vor allem wenn sie nicht wusste, was es sein konnte. Das Rätselraten um die Sache war immer das Aufregendste an ihrem Geburtstag oder Weihnachten gewesen. Beim aufkommenden Gefühl dieser Kindheitserinnerung lächelte sie.

Jetzt musste nur noch der Klebestreifen in der Mitte entfernt werden und das Geschenk kam zum Vorschein. So plötzlich wie das Lächeln in Hannas Gesicht aufflammte, war es auch schon wieder verschwunden. Vor ihr auf dem Tisch lag ein Fotobildband von Rothwald. Das machte sie sprachlos.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ein Moment der Stille»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ein Moment der Stille» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ein Moment der Stille»

Обсуждение, отзывы о книге «Ein Moment der Stille» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x