Jan Pelzer - Aus dem Leben eines Liebhabers
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Denn nach unserer Rückkehr in die Stadt sprach Annes Opa das vernichtende Urteil über mich aus, ich sei ein Angeber und Anne solle lieber die Finger von mir lassen. Anne erzählte mir, was ihr Opa gesagt hatte, und zeigte sich selber von diesem Spruch ziemlich unbeeindruckt. Aber für mich war dieses Urteil, da ich es innerlich richtig fand, vernichtend. Der feindliche Opa wohnte zudem noch in dem Haushalt von Annes Mutter und verleidete mir daher weitere Besuche bei Anne. Wir trafen uns zwar noch gelegentlich im Kino, aber da mein Vater in dieser Zeit eine Anstellung als Lehrer fand und jetzt wieder zu Hause wohnte, stellte meine Mutter ihre häufigen Besuche bei ihrer Freundin ein und somit versickerte unsere Liebe, und wir verloren uns bald fast völlig aus den Augen. Für mich war dies ein herber Verlust und der Beginn einer frühen Vereinsamung, einer von Hospitalismus und Neurosen befallenen Kindheit.
Ein außerordentlicher nächtlicher Parteitag
Seit Ostern 1933 besuchte ich die Schule, die ich aber nicht sehr liebte. Ich lernte weder lesen noch schreiben und es war ein Glück, dass mein Vater Lehrer war und mir alles das beibrachte, was ich in der Schule versäumt hatte. Seit 1941 war der Zweite Weltkrieg bereits auch für die Zivilbevölkerung in Deutschland spürbar geworden. Die Wehrmacht hatte das Auto meines Vaters requiriert und durch die Bombenangriffe der alliierten Luftwaffe waren wiederholt Ziele in der Nähe unserer Wohnung getroffen worden. Durch die hierbei entstandenen Druckwellen waren die Fensterscheiben unseres Wohnzimmers zu Bruch gegangen und hatten durch neue ersetzt werden müssen.
Meine Mutter, mit der ich nachts meistens allein zu Hause war (weil mein Vater als Flakhelfer eingesetzt war und seine Nächte in der Nähe eines Flugabwehrgeschützes verbringen musste), hatte eine panische Angst vor den Bombenangriffen und stürzte bei dem ersten Ton der Alarmsirenen in unseren Luftschutzkeller. Ich, der ich einen bleiernen Schlaf hatte, lag währenddessen in meinem Bett und merkte nichts von Fliegeralarm, von Geschützdonner und dem Krachen explodierender Bomben. Im Luftschutzkeller fiel es natürlich auf, dass ich fehlte, und da meine Mutter aus Angst vor den Bomben von keiner Macht der Welt dazu zu bewegen war, wieder in unsere Wohnung zurückzukehren und mich zu holen, ließ sich meistens ein anderer Hausbewohner den Schlüssel zu unserer Wohnung geben, um mich zu wecken und mit in den Keller zu nehmen. Einem solchen tapferen Mitbewohner des Mehrfamilienhauses, in dem wir wohnten, habe ich es zu verdanken, dass ich noch lebe. Denn bei einem der nächtlichen Luftangriffe wurde unser Haus getroffen und die Wand, neben der mein Bett stand, stürzte ein. Hätte ich noch in dem Bett gelegen, gäbe es mich wahrscheinlich nicht mehr.
Als die Luftangriffe überhandnahmen, wurden viele Menschen, deren Anwesenheit in den Städten nicht unbedingt nötig war, in ländliche Gebiete gebracht, die von Bombardements verschont waren. Man nannte das die Städte „evakuieren“. Infolge dieser Vorgänge waren meine Mutter und ich nach Süddeutschland gekommen. Wir kamen in ein Bauerndorf in Württemberg, in dem es eine Möbelfabrik gab. Der Fabrikbesitzer, den meine Eltern persönlich kannten, bot uns eine Unterkunft in seinem Haus an, um eine Zwangseinquartierung von unbekannten Stadtflüchtlingen zu vermeiden. Zunächst wohnten nur meine Mutter und ich dort. Später, als die Schule, in der mein Vater Direktor war, 1943 von Bomben zerstört worden war, kam mein Vater - wie bereits gesagt - nach und übernahm die Stelle eines Arbeitsdirektors in der Firma.
Mein Vater lehnte inzwischen genauso wie mein Großvater das nationalsozialistische Regime ab. Daher freute es ihn nicht, dass ein bombastisches Zeremoniell auf ihn wartete, als er am späten Nachmittag seines ersten Arbeitstages den Mitarbeitern der Firma vorgestellt werden sollte. Für mich waren dagegen diese Vorgänge ein aufregendes Ereignis und ich erinnere mich noch sehr gut daran.
Die Fabrikantenfamilie, ein Prokurist und eine Arbeiterarmee von russischen und polnischen Kriegsgefangenen mit vielen schwangeren Frauen, die ebenfalls in der Fabrik arbeiten mussten, waren in der größten Fertigungshalle der Fabrik aufmarschiert. Ganz vereinzelt gab es auch einige deutsche Arbeiter, wahre Methusalems, zu sehen. Die Parteiprominenz war auch versammelt und veranlasste ein donnerndes „Heil Hitler“ zu seiner Begrüßung.
Mein Vater, der das Zeremoniell nicht auf sich bezog, guckte sich dauernd um, ob nicht irgendein prominenter Parteibonze hinter ihm stünde. Aber hinter ihm stand keiner, dem der Aufmarsch hätte gelten können. Als mein Vater jetzt warten wollte, bis die noch unsichtbare Koryphäe, der die Feierlichkeit offensichtlich galt, in Erscheinung treten würde, trat der Fabrikbesitzer ans Mikrophon und hielt folgende Rede: „Sehr geehrter Herr Gauleiter, Herr Kreisleiter, Herr Ortsgruppenleiter, sehr geehrte Herren Blockwarte, Zellenleiter und Parteimitglieder, liebe Arbeiter und Arbeiterinnen! Heil Hitler! Ich habe hiermit die große Ehre, Ihnen den neuen Arbeitsdirektor dieser Fabrik vorzustellen: Herrn Sprenger. Herr Sprenger wird jetzt einige Worte an Sie richten.“ Damit trat er zurück und schob meinen Vater an das Mikrophon.
Mein Vater war auf diese Situation nach Absprache mit dem Fabrikbesitzer vorbereitet, aber obwohl er ein großer Redner war, hatte er keine Lust, mit einer patriotischen Ansprache der anwesenden Parteiprominenz zu schmeicheln. Daher spielte er den rhetorischen Tölpel, drehte verlegen den Hut zwischen den Händen und stotterte: „Tach, Leute! Morgen fängt die Arbeit an. Heute könnt ihr nach Haus’ gehen. Wiedersehen! Und viel Vergnügen!“ Die Arbeiter trauten ihren Ohren nicht, dass sie außerplanmäßig ein paar Stunden frei haben sollten. Aber dann ging ein donnernder Applaus, vor allem von den gefangenen Russen und Polen los, der die Parteigrößen in einen Zustand blindwütiger Raserei versetzte. Und noch während die „Zwangsarbeiter“ die Halle verließen, gingen sie wie die Furien auf meinen Vater los, haspelten was von Wehrkraftzersetzung, von Sabotage, Diebstahl am Volksvermögen, Minderung der Arbeitsmoral, von Defätismus und Konspiration mit dem Feind durcheinander.
Mein Vater aber blieb ganz ruhig und wies nur mit bedeutungsvoller Geste auf die große Fensterfront der Halle, durch die man auf den Fabrikhof sehen konnte. Dort fuhr soeben ein Lastwagen vor, der mit Weinflaschen beladen war. „Ich konnte diese Ladung für meinen Einstand in dieser Firma bei dem Winzer, der mich mit Wein beliefert, erstehen und möchte die nötige Arbeitsbesprechung mit den politisch und wirtschaftlich verantwortlichen Persönlichkeiten der Region zur Steigerung der Produktivität unserer Firma mit einer Weinprobe verbinden. Zudem möchte ich mir erlauben, je zwei Flaschen Königstühler Gewürztraminer den hier versammelten Persönlichkeiten zum Geschenk zu machen.“
Darauf ließ mein Vater sofort einige Flaschen Asbach Uralt, die er aus seiner Aktentasche kramte, unter den Anwesenden kreisen. Er deutete zudem auf eine zweite prall gespannte Aktentasche, die noch neben ihm auf dem Boden stand, und bemerkte, dass die Herren die in der Runde kreisenden Flaschen getrost leeren könnten, es bliebe für jeden der Anwesenden noch eine volle Flasche als zusätzliches Einstandsgeschenk übrig.
Die Parteimitglieder, die die vorübergehende Stilllegung der Fabrik wegen ihrer eigenen Wichtigkeit begründet sahen, wandelten sofort ihre Sinnesart und erklärten ihre vorausgehenden Aussagen als Ausdruck eines Missverständnisses. Daraufhin überschlugen sie sich mit Vorschlägen für eine Steigerung der Produktion. Sie schlugen Nachtschichten vor, Kinderarbeit, Lohnabzüge bei Minderleistung. Mein Vater hörte sich den Unsinn mit unbewegter, ernster Miene an, zeigte sich scheinbar auch mit allen Vorschlägen einverstanden und rechnete dann exakt aus, dass die Nachtschicht nur durch Neueinstellung vieler ungelernter Privatpersonen möglich sei, und bot den Parteileuten die Ehre an, in der nächsten Nacht und den folgenden Nächten der Woche als Vorbild für freiwillige Arbeitsverpflichtung die Nachtschicht zu übernehmen. Dieses Angebot lehnten die Parteigrößen aber mit Dank ab, worauf mein Vater den Vorschlag mit den Nachtschichten als illusorisch abtun konnte.
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