Jan Pelzer - Aus dem Leben eines Liebhabers
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Ich gab also die Ablehnung, die ich erfuhr, in vollem Maße zurück, obwohl mehr Angst der Grund für mein „Versagen“ war als Widerstand oder gar Rebellion. Meinen Eltern müssen meine Fluchtversuche allerdings wie Manifestationen meines Selbstbehauptungswillens vorgekommen sein, und da ich in meiner panischen Angst einen eisernen Willen entwickelte und mit keiner Drohung oder Strafe von meinen Fluchtversuchen abzubringen war, begannen sie mich zu respektieren. Die Gewohnheit eines engen Zusammenlebens tat noch das ihre, um gewisse solidarische Gefühle zwischen uns entstehen zu lassen, so dass ich zumindest wie ein gut dressierter und treuer Hund im Kreise der Familie gelitten und gemocht wurde.
Den Höhepunkt erreichte mein widerspenstiges und zersetzendes Verhalten (mit der Unterstützung meiner Eltern in diesem Fall), als ich 1943 mit sechzehn Jahren noch zur Wehrmacht eingezogen werden sollte. Meine Mutter und ich waren bereits 1942 aus der Großstadt im Ruhrgebiet wegen der häufigen Bombenangriffe der Alliierten in ein Dorf in Süddeutschland gezogen. Mein Vater, der Lehrer war und dessen Schule wegen Zerstörung geschlossen worden war, kam 1943 nach und übernahm dort die Stelle eines Arbeitsdirektors in einer Polstermöbelfabrik.
Als für mich der Einberufungsbescheid kam, waren meine Eltern einerseits stolz, dass ich trotz meiner Entstellung das Ehrenkleid der Nation, den Soldatenrock, tragen sollte, andererseits aber sahen sie sehr klar, dass der Krieg verloren war, und wollten nicht, dass ich für eine winzige Verlängerung der von ihnen mittlerweile abgelehnten Naziherrschaft geopfert würde. Einige ältere Hitlerjungen waren denn auch schon eingezogen und an der Front eingesetzt worden, wo sie zum Teil schwer verletzt worden waren und Arme und Beine verloren hatten. Ich hatte nicht die geringste Lust, ein ähnliches Schicksal zu erleiden und teilte die Meinung meiner Eltern, dass meine Einberufung verhindert werden müsse. Wir hielten einen Familienrat ab und kamen zu dem Ergebnis, dass die einzige Möglichkeit, dem Wehrdienst zu entgehen, darin bestand, so krank zu werden, dass ich vom zuständigen Stabsarzt als nicht kriegsverwendungsfähig eingestuft werden musste.
Mein Vater und ich informierten uns darauf in einem einschlägigen Lexikon über die Symptome, die der Kinderlähmung vorausgehen und sie begleiten, damit ich die Krankheit mit meinem mehrfach erwiesenen Schauspielertalent simulieren könnte.
Nachdem wir herausgefunden hatten, dass Mandelentzündung, Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Verstopfung und Fieber der Krankheit vorausgehen und Fieber sie begleitet, gab ich mir die größte Mühe, alle diese Krankheitserscheinungen mehr oder minder künstlich hervorzurufen.
Die Mandelentzündung rief ich dadurch hervor, dass ich mich in voller Bekleidung unter die kalte Dusche stellte, danach alle Fenster unserer Wohnung aufriss und mich so nass, wie ich war, in den Durchzug setzte. Ich brauchte diese Prozedur nur wenige Male zu wiederholen, da begann meine Nase zu laufen, der Niesmechanismus setzte sich in Bewegung und der Hals färbte sich rot. Nun räumte ich Mutters süßen Schrank aus, den sie dauernd mit Schokolade und Pralinen bis oben hin gefüllt hatte, und stopfte von dem süßen Zeug so viel in mich hinein, dass es mir schlecht wurde.
Als meine Eltern abends nach Hause kamen, lag ich mit allen Anzeichen der beängstigenden Krankheit im Bett und hatte so unter echten Schmerzen zu leiden, dass der in höchster Eile herbeigerufene Arzt mich nicht zu berühren wagte – aus Angst, von der diagnostizierten Kinderlähmung angesteckt zu werden. Da meine Eltern sich weigerten, mich in ein Krankenhaus zu geben, wurde unsere Wohnung sechs Wochen unter Quarantäne gestellt. Meinen Eltern wurde bis auf weiteres verboten, die Wohnung zu verlassen. Der Kontakt zur Außenwelt wurde nur durch eine Rote-Kreuz-Schwester und den Arzt hergestellt, die unter Beachtung größter Vorsichtsmaßnahmen unsere Wohnung betraten oder – genauer gesagt – das Betreten der Wohnung häufig vermieden, indem sie vom Flur aus durch ein geöffnetes Fenster der Etagentür die Berichte und Bestellungen meiner Eltern entgegennahmen und Lebensmittel und Arzneien hereinreichten. Meine Eltern und ich amüsierten uns insgeheim über die Angst unserer Betreuer, aber trotzdem wurde uns die Zeit lang. Ich selber fühlte durch die Notwendigkeit, die ganze Zeit im Bett liegen zu müssen, bald am ganzen Körper Schmerzen und Lähmungserscheinungen. Meine Eltern hatten außerdem durch die Eingabe von Malariaplasmodien eine künstliche Infektion in meinem Körper hervorgerufen, so dass ich dauernd Fieber hatte, was den Arzt, wenn er sich denn ausnahmsweise an mein Bett traute, in seiner Diagnose bestärkte, mich aber sehr schwächte.
Schließlich gingen die sechs Wochen Quarantäne aber doch vorbei, und wir mussten überlegen, welches kriegstaugliche Glied meines Körpers fortan gelähmt bleiben sollte, damit ich vor dem Zugriff der Wehrmacht sicher war. Wir beschlossen, das linke Bein zu „nehmen“, weil ich die Hände für meine Schularbeiten und mein sehr fortgeschrittenes Violinspiel brauchte.
Zur Kompensation meiner künftigen Körperbehinderung kauften mir meine Eltern zwei Krücken und einen Spazierstock. Damit übte ich nun die kunstgerechte Fortbewegung eines einbeinig Gelähmten. Durch die lange Bettlägerigkeit musste ich das Laufen ohnehin wieder von neuem lernen, und so geriet mir die Handhabung der Krücken durchaus natürlich. Das scheinbar gelähmte Bein ließ ich schlaff herunterhängen und schleifte es beim Gehen hinter mir her. Weil ich das Bein nicht belastete, bildete sich auch keine neue Muskulatur und es wirkte so dünn und kraftlos, dass es wirklich den Eindruck eines von der Kinderlähmung ruinierten Körpergliedes machte.
Unser Arzt jedenfalls ließ sich voll von der bewegungsmäßigen und militärischen Unbrauchbarkeit des Beines überzeugen. Auch der hinzugezogene Stabsarzt, der übrigens ein Stammtisch- und Skatbruder meines Vaters war, unterließ eine Untersuchung der nervlichen Intaktheit des Beines mit dem Hämmerchen, beschränkte sich auf das vorsichtige Abtasten der erschlafften Muskulatur und stellte mir anstandslos das ersehnte Attest über eine schwere Körperbehinderung aus. So konnte ich in der Folgezeit mein schauspielerisches Talent bis Kriegsende unter Beweis stellen und mit Krücke oder Stock eindrucksvoll an der Wehrmacht und den Nazis vorbeihinken.
Der kindliche Virtuose
Aber ich habe der Zeit vorausgegriffen. Meine Auseinandersetzung mit meiner eigenen Situation und meiner Umwelt fängt schon viel früher an. Obwohl ich mit 13 Jahren mit meinen Leistungen im Sport und in künstlerischen Betätigungen meine „Behinderung“ etwas kompensieren konnte und mein Selbstbewusstsein die ersten zarten Knospen trieb, blieben mir - dem nationalsozialistischen Zeitgeist entsprechend - auch auf diesen Gebieten Niederlagen und enttäuschende Erfahrungen nicht erspart. So wurde mir trotz guter Torwartleistungen im Fußball wegen meiner Hasenscharte die Aufstellung für die Schulmannschaft meiner Altersklasse vorenthalten. Auch für den feierlichen Gedichtvortrag anlässlich einer patriotischen Feier in der Aula unserer Schule kam ich nicht in Frage.
Und auch als kindlicher Violinvirtuose fand ich nicht die Aufmerksamkeit, die ich für meine Leistung verdient gehabt hätte. Aber diese Missachtung, die ich dort erfuhr, erfuhr ich nicht wegen meiner Hasenscharte, sondern wegen der Konkurrenz von Kaffee und Kuchen, die auch jedem anderen Virtuosen zu schaffen gemacht hätte. Dass sie letztlich meinem bereits fortgeschrittenen Selbstbewusstsein nicht geschadet hat, kann man an der Schilderung des Vorgangs ablesen.
Die Geschichte spielte sich in meiner Gymnasialzeit ab. Ich war damals in der Quarta, der siebten Klasse, und schon ein ziemlich fortgeschrittener Geigenspieler. Meine Schule feierte damals – im Jahr 1940 – ihr 50jähriges Jubiläum und veranstaltete aus diesem Grunde ein Schulfest. Meine Klasse wollte an diesem Tage ein Café betreiben, in dem auch Life-Musik zu hören sein sollte. Ich sollte der Caféhausgeiger sein. Diese Aufgabe nahm ich sehr ernst und übte ein viel zu anspruchsvolles Programm ein, das ich auswendig vortragen wollte. Als mein Auftritt kam, den man mit großen Lettern angekündigt hatte, war das Café bis an den Rand mit Besuchern gefüllt. Diese waren von den guten Kuchen, die die Mütter meiner Klassenkameraden gebacken hatten, und von den verführerischen Düften des frisch aufgegossenen Kaffees angelockt worden. Sie veranstalteten einen Höllenlärm, der sich auch nicht legte, als ich meine Geige auspackte und zu spielen begann. Ich spielte zunächst einige Ungarische Tänze von Brahms, die für Violine bearbeitet waren und ziemlich virtuos klangen. Sie konnten von den Besuchern aber nur bruchstückhaft gehört werden, weil sie keine Veranlassung sahen wegen meines Spiels etwas leiser zu sein.
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