Achim Balters - Gegen den Koloss

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Die Menschen in Anfelden leben in einer Ausnahmesituation, weil sie wegen des Braunkohlentagebaus aus ihrer Heimat vertrieben werden. Sie erleiden einen Machtmissbrauch von Politik und Wirtschaft, der für sie empörend und unfassbar ist. Fast alle haben schon resigniert, doch bei manchen regt sich erbitterter Widerstand. Ihre Wut entzündet sich an der heimatvernichtenden und umweltzerstörenden Katastrophe, die der Braunkohlentagebau verursacht. Sie wehren sich vor einem Abgrund, wollen verteidigen, was für sie wertvoll ist. Es ist eine Art Krieg, der in Friedenszeiten gegen sie und viele andere skrupellos geführt wird. Die ungeheuren Zerstörungen, die er anrichtet, empört sie so sehr, dass ihr Widerstand radikaler wird. Wegen des beispiellosen Unrechts, das tief in ihr Privatleben eingreift, fühlen sie sich dazu berechtigt. Sie beugen sich nicht länger der Willkür der Mächtigen, sondern wehren sich gegen die menschenfeindlichen Zustände. Ihr Leben verändert sich dramatisch.

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«Es ist schön da, noch nicht so überlaufen», meint Anna.

«Ich freue mich schon aufs Meer», sagt Gaby nickend.

«Ist gut für meinen Heuschnupfen», meint Horst, nachdem er seine Nase trompetend geschnäuzt hat. «Er macht mir in diesem Jahr mehr zu schaffen als sonst.»

«Vielleicht ist die Feinstaubbelastung hier größer geworden. Und das könnte dann deinen Heuschnupfen verschlimmern», vermutet Anna.

«Gut möglich. Es würde mich nicht wundern», sagt Horst.

«Mich auch nicht», fügt Gaby hinzu. «Wenn es wegen der Braunkohle sein müsste, würde man uns auch noch die Luft zum Atmen nehmen.»

«Kalt lächelnd. Vor den Kerlen von Energetik ist nichts sicher. Können machen, was sie wollen. Aber man sollte ja doch mal überprüfen lassen, wie hoch jetzt die Feinstaubbelastung ist. Die ist bestimmt größer geworden. Und die Konzentration an Giftstoffen auch. Je verpesteter Luft, desto kränker wird man doch davon», meint Anna.

«Was bringt das denn, Anna? Selbst wenn man nicht trickst und die richtigen Werte veröffentlicht, würde sich doch sowieso nichts ändern», sagt Gaby.

«Da hast du recht», bestätigt Anna.

«Ist leider so», sagt Horst kopfschüttelnd. «Man wird nach Strich und Faden belogen und betrogen.»

«Und man verjagt uns von hier», sagt Anna mit grimmigem Gesichtsausdruck.

«Eine Riesensauerei. Ich darf gar nicht daran denken», sagt Horst.

«Ich auch nicht. Wirklich schlimm. Aber das geht schließlich auch vorbei. Davon lassen wir uns doch nicht kaputtmachen«, sagt Gaby ernst.

«Nee, das Leben geht weiter. Haben nur eins», meint Horst.

«Leider. So, Anna, wir müssen. Haben noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen», sagt Gaby.

«Bestell bitte Richard einen lieben Gruß. Wenn feststeht, wie viel Entschädigung uns Energetik zahlt, dann kann er ja loslegen und ein schönes neues Heim für uns entwerfen. Ich bin gespannt.»

«Ich auch», sagt Gaby. «Also dann bis Sonntag in einer Woche, Anna. Ingeborg kommt auch zu unserem Kaffeekränzchen.»

«Ach, doch? Na gut. Schöne Tage in Holland wünsche ich euch beiden.»

Sie verabschieden sich Hände schüttelnd, gehen in entgegengesetzter Richtung weiter. Anna kommt an dem mit wildem Wein bewachsenen Haus der Gemeindeverwaltung vorbei, beachtet nicht das zu große Denkmal eines stolzgereckten, außerhalb der Ortsgrenzen vergessenen Grafen. Wieder hat sie gemerkt, wie gut sich Gaby und Horst gehalten haben. Sie machen aus allem das Beste. Unternehmen viel. Man muss fit bleiben. Sie fragt sich, wie lange sie schon verheiratet sind, weiß es nicht mehr genau, vermutet, dass es schon mehr als 40 Jahre sein können. Und verstehen sich noch immer. Schlafen auch noch miteinander. Da ist noch viel Nähe. Eine Rarität. Aber mit Carsten hätte sie das auch länger erlebt. So einen gibt’s nicht noch einmal. Mindestens bis 85, hat er gesagt. Aber mit 61 war schon alles vorbei. Ein Schuss und dann war Schluss. Ganz plötzlich. Vor vier Jahren. Auf der Jagd. Kopfschuss. Und sie hat’s mitten ins Herz getroffen. Sie wird sich nie davon erholen. Aushalten, alles aushalten, nur darum geht es.

Anna bleibt stehen, lässt einen Kleinlaster und ein Motorrad vorbeifahren, wechselt zur anderen Straßenseite über. Sie weicht einer Frau mit einem Kinderwagen voller Babygeschrei aus, die es eilig zu haben scheint. Mehrere Meter hinter ihr stakst ein aufblühendes Mädchen über das Pflaster, aus ihrem Kopfhörer schallt Rockmusik. Es erinnert Anna an ein junges Fohlen. Vielleicht 14 oder 15 Jahre alt. Naiv und sonnig. Voller Träume. Unverbraucht. Hat noch das ganze Leben vor sich.

Es ist ein schöner, für Anna nicht zu warmer Sommertag. Ein paar wattige Wolken driften langsam über den blauen Himmel. Gedankenverloren geht sie an einer weiß lackierten Bank vorbei, die von zwei gestutzten Kugelahornen flankiert wird.

So ein schöner Tag. Aber wie soll sie ihn denn genießen? Keinen Tag kann sie hier mehr genießen. Das schafft niemand, auch wenn man ein noch so dickes Fell hat. Was wäre, wenn sie jetzt eine Reise machen würde? Um Abstand zu gewinnen. Vielleicht sollte sie auch ein paar Tage ans Meer fahren. Von allem nichts mehr sehen und hören. Weit genug weg von dieser Folter, die sie tagaus, tagein quält. Am Meer spazieren gehen, auf den Wind hören, gut essen und schlafen in einem kleinen, gemütlichen Hotel. Auf Amrum, wie früher zusammen mit Carsten. Zum ersten Mal ohne ihn. Nein, sie kann nicht alleine sein. Erst recht nicht auf Amrum. Da würde sie nur das heulende Elend bekommen und Gespenster sehen. Ach, sie könnte jetzt auch gar nicht verreisen. Sie muss wissen, was hier weiter passiert, muss dabei sein, auch wenn’s kaum zu ertragen ist.

Die Mittagssonne strahlt sie direkt an, überzieht ihr Gesicht mit spannender Wärme. Es ist gerötet. Sie befühlt kurz ihre Stirn, nein, sie schwitzt doch nicht. Aber sie spürt eine große Müdigkeit, die ihren Körper beschwert und ihren Schritt verlangsamt. Am liebsten würde sie sich auf die nächste Bank setzen. Sie versucht sich zusammenzureißen, will nicht wie eine müde alte Frau wirken. Als hätte sie ein Schlafmittel genommen.

Anna trägt ein langärmliges, filigran gemustertes Sommerkleid. Stoff und Schnitt zeugen von Qualität. Ihre braunen, weichledrigen Schuhe und ihre gleichfarbige Umhängetasche ziert das kleine Signet eines Modehauses. Die halb gefüllte Einkaufstasche in ihrer Rechten hält sie fest umklammert, aus Furcht, sie könnte ihr entgleiten. Sie wirkt wie eine sehr gepflegte Frau in mittleren Jahren, für die eine zurückhaltende Eleganz zum Alltag gehört. Ihr ist nicht anzusehen, dass sie sich schon längere Zeit elend fühlt. Ein schwacher Trost für sie. Trotz allem hat sie sich gut gehalten. Sie hat ihr Gesicht und ihre Figur nicht verloren, wie so viele, die nicht mehr wiederzuerkennen sind, wenn man ihnen nach langer Zeit wieder begegnet. Ihr gleichmäßiges, vom Alter kaum gezeichnetes Gesicht und ihr schlanker Körper lassen sie jünger erscheinen, als sie ist. Nicht wie 63, das hört sie öfter, und sie hört es natürlich gern. Aber wie lange noch? Sie befürchtet, dass sich schon bald Leidensspuren in ihr Gesicht graben werden. Es ist ja ein andauerndes, verzweifeltes Sichwehren gegen einen übermächtigen Gegner. Eine Art Belagerungszustand, bei dem die Niederlage nicht mehr zu verhindern ist. Sie merkt, wie sie davon unterhöhlt wird. Wahrscheinlich mehr als die meisten anderen hier. Schlimmer geht’s kaum. Es lässt sie nicht los. Sie kann es nicht ändern. Und auch kein salbungsvoller Seelenonkel, der sich einbildet, alles wegtherapieren zu können, was einen Menschen fertigmacht.

Mit finsterer Miene blickt sie zu dem fachwerkverzierten Haushaltswarengeschäft, das am Ende der Straße steht, grüßt knapp den dösigen, zerfurchten Witwer Peters hinter der Schaufensterscheibe, der zusammen mit seinen Waren altert. Sie zieht mit einer abrupten Bewegung den Ärmel ihres Kleides hoch, sieht auf ihre Uhr. Noch knapp drei Stunden, dann kommt wieder dieser Windbeutel Efferen. Will weiter den Verkaufspreis drücken. Da ist er bei uns aber an der falschen Adresse. Wir lassen uns von dem nicht betrügen. Nur ein schleimiger Handlanger der Braunkohlemafia. Hat eine Stimme, als hätte er Kreide gefressen. Ich werde zu ihm ganz unfreundlich sein. Und Richard wird knallhart verhandeln. Der wird sich wundern.

Auf dem Weg zum Parkplatz geht sie durch eine Schatten spendende Platanenallee. Die Mittagshitze scheint verschwunden zu sein. Sie mag diese Allee, im Sommer kommt sie ihr wie eine lange grüne Laube vor, und im Winter erinnern sie die alten Bäume an bizarre Statuen. Sie verlangsamt ihren Schritt, betrachtet die Allee, durch die sie, ach, wie oft wohl schon gegangen ist. Ein Anblick, den sie erst genießt, der sie dann aber betrübt. Schön hier. Was ganz Besonderes. Schon zig Jahre alt. Aber bald gibt’s hier keine Platanen mehr. Werden verschwinden. Einfach weggebaggert. Wie alles andere hier. Es ist schlimmer als ein Krieg. Als hätte es Anfelden nie gegeben. Nichts wird übrig bleiben. Kein bisschen Erde. Nichts.

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