Felix Gentil - MEIN SOHN LÄSST SICH NICHT DUMM KOMMEN!
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- In Deutschland wird jeder zweite Lehrer frühpensioniert.
- In Deutschland ist jeder fünfte Lehrer langzeiterkrankt.
- In Deutschland hat jeder fünfte Lehrer eine Schülerphobie.
- In Deutschland glauben mindestens fünfzig Prozent der Bürger, Lehrer hätten einen
gutbezahlten Halbtagsjob.
- Mindestens genauso viele glauben, Lehrer seien faule Säcke, seien desinteressiert und
hätten zu lange Ferien.
- In Deutschland rangiert das gesellschaftliche Ansehen des Lehrers unterhalb des
Ansehens eines Gebrauchtwagenhändlers.
Warum das so ist, warum wir keine finnischen Verhältnisse haben und das Entscheidende: Warum die allermeisten Lehrer eine Elternphobie haben, davon handelt dieses Buch. Da ich nur Lehrer bin und nicht auch Soziologe, Psychologe Jurist oder gar Sozialarbeiter, kann ich mich in dem vorliegenden Text nur auf Beschreibungen dessen, was ich in den Klassenzimmern während des Unterrichts beobachtet und erlebt habe, auch bei Elternabenden und persönlichen Gesprächen, insbesondere mit Eltern, beziehen.
Mein Anliegen ist es, den Eltern klarzumachen, dass sie aufgefordert sind, ihr eigenes Verhalten zu ändern, wenn sie andere Lehrer wollen, wenn sie vermeiden wollen, dass Lehrer immer frustrierter und lustloser werden.
Es sind in jedem Falle die Eltern, Schulleitungen und Schulbehörden, die kritisiert werden sollen, die Eltern vieler Schüler haben versagt und nach meinen Beobachtungen wird die Situation von Jahr zu Jahr schlimmer.
Ich habe unter Pseudonym geschrieben, weil ich dem Gymnasium, an dem ich gegenwärtig unterrichte, keinen Nachteil oder Schaden zufügen wollte, nicht etwa, weil ich zu dem, was ich geschrieben habe, nicht stehe.
Auf Namen habe ich weitgehend verzichtet, die wenigen Namen, die erwähnt wurden, sind verändert. Die Chronologie ließ sich nicht immer einhalten.
Neuer Start an einem Oberstufenzentrum
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ... (H. Hesse)
Ende Oktober ging es in der Schule los. ich meldete mich bei dem Abteilungsleiter der Abteilung III der Fachoberschule zum Dienstantritt. Die Schulleiterin fragte mich schon am ersten Tag, ob ich zusätzlich auch in einer anderen Abteilung Berufsschüler unterrichten wolle, was ich begrüßte, denn ich wollte ohnehin lieber eine volle Stelle haben. Somit wurde ich für 26 Unterrichtsstunden eingeplant, obwohl ich laut Vertrag nur eine Zweidrittelstelle, was zu dem Zeitpunkt 16 Stunden bedeutete, denn mit 23 Stunden hatte man eine volle Stelle, für ein Jahr hatte. Ich wurde unter anderem in einer Wiederholer-Klasse, der WW, was für Wiederholer Wirtschaft stand, die durch die Fachhochschulreifeprüfung gefallen waren und in einem Jahr erneut antreten sollten und in einigen Berufsschulklassen einer anderen Abteilung eingesetzt. Die Wiederholer sollte ich im Fach Mathematik, insbesondere in der Differenzial- und Integralrechnung sowie den Anwendungen dieser Gebiete, also in den ökonomischen Funktionen unterrichten. Diese Schüler hatten ein Jahr Unterricht gehabt, absolvierten dann ein halbjähriges Praktikum, hatten ein letztes Halbjahr Unterricht zu absolvieren, um dann die Fachhochschulreifeprüfung abzulegen, durch die sie eben gefallen waren. Außerdem sollte ich in der anderen Abteilung Berufsschüler, die eine Ausbildung zum Bürokaufmann bzw. zur Bürokauffrau angefangen hatten, im Fach Sozialkunde unterrichten sowie BVL-Schüler, BVL steht für berufsvorbereitender Lehrgang, die Ärmsten der Armen, wie die Schulleiterin sagte. Insgesamt hatte ich über dreihundert Schüler und Schülerinnen zu unterrichten. In manchen Klassen unterrichtete ich alle zwei Wochen einen Block, also neunzig Minuten, deshalb kannte ich deren Namen selbst nach einem halben Jahr noch nicht.
Ich ging mit viel Elan an die neue Aufgabe und wollte endlich wieder etwas Gutes und Sinnvolles leisten, denn vorher hatte ich eine Zeit von fünfeinhalb Jahren der Arbeitslosigkeit mit ABM, Umschulung etc. absolviert. Davor hatte ich eine erkleckliche Karriere in der Verwaltung im höheren Dienst in Berlin als EU-Referent und kurz nach dem Fall der Mauer ebenfalls als EU-Referent in der Hansestadt Rostock in meiner Vita. In Rostock hatte 2 Wochen vor meinem Dienstantritt ein Asylantenheim gebrannt, ich war dem Oberbürgermeister direkt unterstellt, dieser musste wegen des Brands zurücktreten, ich ging zurück nach Berlin.
Wir schrieben das Jahr zwanzig nach meinem Zweiten Staatsexamen für das höhere Lehramt an Gymnasien, niemand wurde damals in den Schuldienst eingestellt, auf Jahre nicht, denn das Berliner Stadtsäckel war zum wiederholten Male implodiert. Wie sagte mein damaliger Seminarleiter für Mathematik: Es ist immer wieder dasselbe, in zehn Jahren nehmen sie wieder jeden, der eine Zahl schreiben kann! Ich konnte mehr als das.
Der kommissarische Oberstufenkoordinator und auch kommissarische Fachbereichsleiter für Mathematik der Abteilung III bat mich in sein Büro mit den Worten: >>Na, Felix, komm mal rein, ich zeig dir mal was.<< Für mich klang das so, als ob er mir seine Briefmarkensammlung zeigen wollte, aber er zeigte mir stolz seine Listen der Fünfen und Sechsen, die er bei seinen Schülern in den Klausuren erzielt hatte, sein Notenschnitt im Fach Mathematik lag bei etwa fünf Komma drei, dabei fuhr er mit dem Handrücken über die Liste der Namen und Noten, gerade wie ein italienischer Stoffhändler über die edelsten Stoffmuster fährt, um die höchste Qualität dieser Stoffe zu dokumentieren, als wollte er fragen, guck mal, hab ich das nicht gut hingekriegt? Er schlug eine Seite nach der anderen auf, jedes Mal von einem Laut begleitet: ´haa, hee, mmhh ... ` Er wurde immer schneller, denn er hatte wohl Angst, er könnte es nicht mehr schaffen, mir alle seine mühsam errungenen Fünfen und Sechsen bis zum nächsten Klingeln zu zeigen. Nun sollte ich also wissen, wie an dieser Schule zu benoten sei.
Da die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulklassen schon etwas älter waren, dachte ich, ich sollte ihnen die Möglichkeit geben, sich selbst für ein Thema, das im Unterricht besprochen werden sollte, zu entscheiden. Fast ahnt man es, entschied sich die Klasse für das spannendste aller Themen, nämlich dafür, ob die Todesstrafe wieder eingeführt werden sollte oder nicht. Nun, warum nicht auch dieses Thema? Ich fürchtete allerdings, die Diskussionen könnten in die Richtung „Rübe runter“, die Argumente in die Kategorie wie man sie, so man möchte, in der Blödzeitung (oder so ähnlich) lesen kann, „totschlagen und zwar sofort“, etc. abgleiten, aber vielleicht habe ich ja die Chance, durch geschickte Steuerung des Unterrichtsverlaufs, derartiges abzuwenden. Das war mein erster großer Irrtum. Die Schüler erteilten mir eine erste Lektion Demut in Sachen Gruppendynamik. Es wurde laut, die Stimmen überschlugen sich, die ersten nahmen es mit den Formulierungen nicht mehr allzu genau, der Lehrer wurde unsichtbar und stumm, weil chancenlos durchzudringen. Einige Schülerinnen fingen an zu schreien und mir wurde die sicherlich unvermeidliche Frage gestellt: >>Was würden sie denn machen, wenn ihre Tochter oder ihre Frau vergewaltigt worden ist, würden sie dann auch so reden? Die machen doch heute auf irre, machen zwei Jahre eine Therapie auf Staatskosten und werden dann wieder freigelassen und machen dasselbe noch einmal!<< Etc. etc. . Zu fortgeschrittener Stunde schrie mich eine Schülerin an: >>Manche morden aus Geiiiilheit, Herr Gentil !! << Bei der ersten Silbe des obszönen Wortes überschlug sich ihre Stimme. Ein Schüler wollte mir wohl helfen, denn er hatte gemerkt, dass ich strikt gegen die Todesstrafe bin und meinte: >> Ich bin ja auch absolut und rigoros gegen die Todesstrafe ...<< Ich atmete auf und dachte, endlich ein Vernünftiger in der Klasse, den ich vielleicht mit meinen Argumenten auf meine Seite gebracht habe, obwohl ich es gerade ihm nicht zugetraut hatte. >>Jedoch ...<<, so fuhr er fort, >>bin auch ich im Falle eines Mordes oder der Vergewaltigung dafür, denn schließlich kostet ein Langzeithäftling sehr viel Geld, das kann man mir als Steuerzahler doch nicht zumuten.<< >>Also sind sie doch für die Todesstrafe?<< >>Nein, deshalb bin ich doch nicht für die Todesstrafe, ich sag ja nur, man muss es eben wirklich beweisen können.<< Sprachs und schüttelte den Kopf in Richtung seiner Nachbarin, fing an mit ihr zu tuscheln und grinste in meine Richtung als wollte er sich über meine fehlende Logik amüsieren.
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