1 ...6 7 8 10 11 12 ...17 Gran Canaria: Wald- und Gebirgslandschaften habe ich in reicher Auswahl in meiner Mappe gesammelt. Das Hauptblatt ist das Doramas-Gebirge und der schönste Punkt da oben - die Hacienda der Generalin Morales, gegenüber Moya. Eine entzückend schöne Besitzung. Die würdige und ausgezeichnete Dame hatte mich in liebenswürdigster Weise bestimmt, auf meinen Exkursionen ihr Sommerpalais im Gebirge auf einige Tage zu besuchen.
Fuerteventura: Auf dieser Insel, wo die Bewässerung nur mittelst solcher Bebedores und einiger wenigen gegrabenen Brunnen möglich ist, aus denen in Ermangelung von Pumpen und andrer mechanischer Hilfsmittel das Wasser mit der Hand herauf gezogen werden muß, würden Wasserleitungen, Reservoire und Ziehbrunnen sich als sehr zweckmäßig bewähren.
Lanzarote: Der Mangel an Wasser ist aber noch größer. Eine Reihe von Notjahren haben auch zur Entvölkerung und Entmutigung der Bewohner so sehr beigetragen, daß die Fortschritte immer verhältnismäßig gering sind.
Ob er auf Gomera und Hierro war, lässt sich aus seinen Angaben nicht feststellen.
Gomera: Das Terrain ist bergig. Die Waldungen gehören den Gemeinden. An Wasser ist ein großer Überfluß, jedoch sind die Wasserläufe meistens im Privatbesitz und deshalb die Bewässerungsanlagen mangelhaft und oft die benachbarten Grundstücke benachteiligend.
Hierro: Es fehlt dieser Insel, welche zusammt Gomera großenteils zu den Besitzungen des Marquis Belgida San Juan gehört, ganz an fließendem Wasser und Zisternen-Wasser allein gibt den Bedarf für Menschen und Vieh. Kaum der vierte Teil der Insel befindet sich in noch dazu mangelhaftem Kulturzustande. Ein Dritteil besteht aus Heide und Busch, der Rest aus unfruchtbaren Gebirgen und Schluchten. Gute Erde, aus Schlacken und Lavaasche bestehend, ist nur in geringer Menge vorhanden. Wenn es ab und zu regnet, gedeihen Cerealien, Gemüse und Baumfrüchte gut. Die Trauben von Hierro sind die vorzüglichsten auf den Canarien. Die Ackergerätschaften befinden sich in der allerersten Kindheit und die Stiere tragen nicht einmal ein Joch, sondern ziehen mit der Brust an zerlumpten Strickgeschirren den alten römischen Pflug.
1858 hielt Minutoli den Aufbau der preußischen Handelsmissionen für abgeschlossen und kehrte nach Berlin zurück um es auf königlichem Extrawunsch wieder nach Persien verlassen zu müssen. Ende 1859 reiste er als Ministerresident mit seiner Begleitung nach Teheran. Am 10. Mai 1860 wurde er vom Schah von Persien empfangen.
Am 5. November 1860 starb Freiherr Julius von Minutoli auf einer Inspektionsreise in der Nähe von Schiraz.
Den Wein erwähnen fast alle Deutschen in ihren Schriften über die Kanarischen Inseln - Anbau, Produktion, Arten, Handel, Geschmack, Trinksitten.
„Im Jahre 1503 teilte Alonzo de Lugo das ganze Val Taoro, das Tal von Orotava, in kleine Parzellen und gab es seinen Officieren, mit der ausdrücklichen Bedingung, Zuckerohr darauf zu bauen. Dies wollte jedoch nicht so gelingen, wie auf dem wärmeren Canaria. Schon im Jahre 1507 überzeugte sich der Gouverneur selbst, daß der Weinbau viel einträglicher sei und das ganze Tal ward mit Weinreben bepflanzt. Man holte sie von Madeira, wohin sie der Prinz Heinrich von Candia und aus dem Pelopones hatte versetzen lassen. Auf diese Verpflanzung deutet noch jetzt der Name des ,Malvasiers’ von Icod, Reben von Malvasia. Mit ihnen fanden griechische Pflanzen den Weg zu den Inseln: Anethum foeniculum, Coyx lachrima, Rumex bucephalophorus, Rumex spnosus, Panicum crus galli und wahrscheinlich auch Delphinium Staphysagria.“ So Leopold von Buch, Geologe und Freund von Alexander von Humboldt. Und er gibt Alonzo de Lugo, „mit der bewunderungswürdigen Tätigkeit und Industrie, welche damals die Spanier vor allen andern Nationen auszeichnete“, den „Verdienst, den Weinstock den Tropenklimaten am meisten genähert zu haben. Noch immer bleiben die einträglichen Weinberge von Golfo, auf der Insel Ferro, unter 27° 48', die südlichsten der nördlichen Halbkugel und das Extrem der Weinkultur gegen die Linie“.
Für Alexander von Humboldt ist der Weinanbau auf Teneriffa so bemerkenswert, dass er eine der fünf Pflanzen-Zonen nach ihm benennt: „Die erste Zone, die der Weinstöcke, erstreckt sich vom Ufer des Meers bis auf zwei- oder dreihundert Toisen Höhe: es ist die bewohnteste und die einzige, wo der Boden mit Sorgfalt bebaut ist.“
Die Weinrebe wurde erst nach der Eroberung der Kanarischen Inseln durch ihre neuen Besiedler eingeführt und angepflanzt, nachdem die Einwohner aus ihren Besitzungen vertrieben und das Land an Soldaten und an Spanier verteilt wurde. Walter Kampf schreibt in seiner Dissertation ihre Einführung auf Gran Canaria dem Eroberer Pedro de Vera zu, der sie von Madeira holte. Der verwitterte vulkanische Boden gab in Verbindung mit dem gleichmäßigen Klima und den sonnigen Berglagen eine günstige Bedingung für das Fortkommen des Weinstockes.
1853 war für den preußischen General-Konsul Minutoli „der Wein der Canarien, welcher einen großen Ruf hatte und einen wichtigen Ausfuhrartikel bildete, leider kaum noch ein nennenswerter Ausfuhrartikel“. Minutoli benutzt für sein Werk DIE CANARISCHEN INSELN, IHRE VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT das Werk des englischen Konsuls Francis Coleman Mac-Gregor: DIE CANARISCHEN INSELN, NACH IHREM GEGENWÄRTIGEM ZUSTANDE UND MIT BESONDERER BEZIEHUNG AUF TOPOGRAPHIE UND STATISTIK, GEWERBFLEISS, HANDEL UND SITTEN, das 1831 in deutscher Sprache erschien.
Von Mac-Gregor weiß man nur wenig. Im Jahre 2005 erschien sein Werk in spanischer Übersetzung von Jose Juan Batista Rodriguez mit einem inhaltsreichem Vorwort. Darin sind einige biographische Mitteilungen. Francis Coleman Mac-Gregor wurde am 10. September 1783 in Hamburg geboren und starb am 3. Dezember in Tik0b in Dänemark. Seine Familie war seit seines Großvaters Zeit in Deutschland. Er wuchs in Deutschland auf und studierte in Göttingen. Göttingen ist natürlich schon viel. Die Universität Göttingen wurde gegründet und betrieben nicht bloß als Sitz der Gelehrsamkeit, man dachte stets zugleich an die Verwendbarkeit, an die praktische Brauchbarkeit des Erforschten. In Göttingen schufen die Professoren Gottfried Achenwall (1719 - 1772) und August Ludwig von Schlözer (1735 - 1809) die Statistik als Wissenschaft, als umfangreiche Beschreibung der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten eines Staates. Ob Mac-Gregor noch Schlözer in Göttingen erlebt hat? Die Ideen der beiden großen Gelehrten sind aber bei ihm auf fruchtbaren Boden gefallen und sein Werk ist als ertragreiche Ernte von den deutschen Forschern und Reisenden ausgiebig genutzt worden. Zwischen 1825 und 1830 war er britischer Konsul auf Teneriffa.
Nach Göttingen zu Schlözer führt noch eine andere Spur eines Berichterstatters, der ebenfalls viel benutzt und zitiert wird und deshalb hier genannt wird. George Glas GESCHICHTE DER ENTDECKUNG UND EROBERUNG DER KANARISCHEN INSELN. Dies ist eine Übersetzung aus dem Englischen. Das Original erschien 1764, 1777 erschien die deutsche Übersetzung. In der Vorbemerkung heißt es: „Zur Empfehlung gegenwärtiger Geschichte und Beschreibung der Kanarischen Inseln, welche bereits im Jahr 1764 in London herausgekommen, wird es genug sein, wenn wir sagen, daß ein Schlözer die Übersetzung derselben gewünscht und empfohlen hat.“
Der Wein floss reichlich von den Kanarischen Inseln über den Atlantik nach Europa und Amerika. Um 1700 wurde die Hälfte bis zwei Drittel der eingeführten Manufakturwaren in Wein bezahlt. Genaue Nachrichten über den Wein flossen recht spärlich. MacGregor nennt an Weinarten den Malvasia, der aus den reifen Trauben einen feurigen Wein liefert, aus den schon trocknenden den süßen Malvasia, den man auch den Kanariensekt nannte. Dann die Viduena-Traube, auch Vidonia, Vidogne, Verdona genannt - die einen troknen, dem Madeira sehr ähnlichen Wein liefert, den Listan blanco, Albillo vesdillo, Negro muello.
Читать дальше