Ludwig Witzani - Indische Reisen

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Ludwig Witzani ist von den Quellen des Ganges im Norden bis Kap Komorin im Süden, von Gujarat im Westen bis zu den Sunderbans im Osten mit Bussen und Bahnen durch ganz Indien gereist. Er hat an der Südspitze des indischen Subkontinentes auf den Monsun gewartet, hat sich mit den Pilgern durch den Käfiggang von Ayodhya hindurchgedrängt und ist mit dem Linienbus zwischen den Stellungen der indischen und pakistanischen Armee in Kaschmir hindurchgefahren. In dreißig Reiseerzählungen führt er den Leser durch alle Himmelsrichtungen der indischen Welt, um schließlich seine Reise als Teilnehmer der Kumbh Mela von Allahabad abzuschließen. Ein Kompendium der indischen Wirklichkeit aus der Perspektive eines Backpackers mit einer Schwäche für Tempel und Geschichte….

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Mit Shahjahans Regierungszeit (1628-1658) erreichte das Imperium seinen Zenit und seinen Umkehrpunkt zugleich, denn seine aufwendigen Bauten in allen Regionen Indiens sollten die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reiches bei weitem überfordern. Und das Gemetzel, das der Kaiser bei seinem Regierungsantritt an seiner Verwandtschaft angerichtet hatte, wurde zum Menetekel seines späteren Konfliktes mit seinem ungebärdigen Sohn Aurangazeb.

Wie schon sein Vater Jehangir war auch Shahjahan mit einer Frau aus der Familie des persischen Wesirs Ghias Beg verheiratet. Arjumand Banu, die Enkelin des Wesirs und die Nichte der alten Kaiserin, sollte den Ruhm Nur Jahans noch übertreffen. Als Mumtaz Mahal", als „Perle des Palastes", wurde sie die berühmteste Frau Indiens – tragischerweise durch nichts anderes als durch ihren frühen Tod. Mumtaz Mahal verstarb schon im vierten Regierungsjahr des neuen Kaisers im Alter von nur 39 Jahren, was den untröstlichen Shahjahan veranlasste, alle Ressourcen seines Reiches aufzuwenden, um für seine verstorbene Gattin ein Bauwerk zu errichten, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte: das Taj Mahal. Künstler und Architekten aus Iran und Zentralasien, aus Venedig und Frankreich waren unter der Federführung des Kaisers an der Konzeption und der Durchführung des Baus beteiligt, aus allen Teilen des Reiches wurden Baumaterialien und Arbeitskräfte zusammenbezogen, und zeitweise arbeiteten zwanzigtausend Menschen gleichzeitig am Ufer der Yamuna.

Dreimal habe ich in meinem Leben das Taj Mahal besucht, und jedes Mal war ich aufs Neue erschüttert, aber an meine ersten Empfindungen kann ich mich noch gut erinnern. Die erste Empfindung war eine Überraschung darüber, dass die vollkommene Schönheit, von der man immer gehofft hatte, es möge sie geben, tatsächlich existierte. Die zweite Empfindung war ein Wohlgefühl, das mich beim puren Anblick des Taj Mahal erfüllte, gerade so, als besäße die vollkommene Schönheit die Kraft, in dem Menschen, der sie betrachtete, Glück zu erzeugen.

Seine Gefühle beim Anblick des Erhabenen zu deklarieren aber war das eine – etwas ganz anderes war es, sich die Elemente zu vergegenwärtigen, die diese Gefühle hervorriefen. Es war nicht so sehr die große Kuppel, die sich über dem Grabmal erhob, nicht so sehr die vie r eleganten Minarette, die das Grabmal in vornehmem Abstand umstanden, auch nicht die beiden sandsteinfarbenen Seitengebäude, die den großen Marmorbau wie Kontrapunkte umgaben oder die vornehme Dunkelheit der Krypta - sondern es war alles zusammen: die Harmonie ihrer Proportionen, ihrer Form und ihrer Platzierung inmitten eines paradiesisch anmutenden Parks verwandelten das ganze Areal am Ufer der Yamuna in ein Reich abgesonderter Wirklichkeit, in dem sich die Menschen ehrfürchtig und behutsam bewegten, als wollten sie alles unterlassen, die Vollkommenheit zu stören.

Drei aufeinander folgende Tage besuchte ich das Taj Mahal. Ich hielt mich von morgens bis abends in der Anlage auf, lag auf der Wiese, schlief, sah, träumte und schrieb. Ich umkreiste das Bauwerk und nahm die unterschiedlichsten Positionen und Perspektiven ein, wechselte immer wieder meinen Standort, ohne mich einem Gesamtverständnis anzunähern. Überall sah ich indische Liebespaare, die sich im Angesicht des Taj Mahal umarmten, was mir angemessen vorkam, denn allein empfand ich mich dem Bauwerk gegenüber als unvollständig, als hilflos und unerlöst - ich vermochte seinen Rang nicht zu fassen und hatte das Gefühl, als übersteige das, was ich sah, meine Verständnisfähigkeit. Trotzdem war ich glücklich, diesen Anblick Tag für Tag und ohne jede zeitliche Begrenzung in mich aufnehmen zu können, und während meines Aufenthaltes kam es mir vor, als impfe ich mich mit einem Quantum Schönheit, das mich viele Jahre tragen würde.

Nach dem Besuch des Taj Mahals war für mich die Luft raus aus Agra. So besuchte ich zum Abschluss meines Aufenthaltes in Agra nur flüchtig das riesenhafte Agra Fort an der Yamuna, an dem ich auf dem Weg zu den anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt bisher jeden Tag nur vorbeigefahren war. Auch diese kombinierte Festungs- und Palastanlage war eine Schöpfung Shahjahans, der nach der Fertigstellung des Taj Mahal seine Bautätigkeit womöglich noch intensiviert hatte. Zweieinhalb Kilometer in der Länge maßen die Wehrmauern des Forts, von denen sich der Besucher fragen mochte, gegen wen sie errichtet worden waren, denn erstzunehmende Gegner waren in Shahjahans Zeiten weit und breit nicht mehr in Sicht. Innerhalb der Wehrmauern lief ich durch ein ganzes Ensemble von Palästen und Moscheen, die einen vernachlässigten Eindruck machten. Die Gartenlagen waren ungepflegt, in den Audienzhallen und Gemächern sah ich beschädigte Decken, Schmuckstücke waren offenbar aus den Wänden gestohlen worden, und Baumaterialien lagen wahllos in den Ecken herum.

Doch ich war ohnehin nur wegen eines einzigen Raumes zum Agra Fort gekommen. Auf der Flussseite des Forts hatte Shahjahan einen kleinen Turm errichten lassen, durch den es möglich war, über eine enge Treppe eine Terrasse zu erreichen, von der aus sich nicht nur ein Ausblick auf die Yamuna, sondern auch auf die Umrisse des Taj Mahal im Südwesten bot. Und genau in diesen Turm, den Burj Saman, wurde Shahjahan nach dem Staatsstreich seines Sohnes Aurangazeb im Jahre 1658 gefangen gesetzt. Acht Jahre lang hatte der alte Kaiser während dieser Haft tagtäglich Gelegenheit, auf sein größtes Werk zu blicken, während das Reich unter dem Regiment seines Sohnes in die Phase seiner imperialen Überdehnung und Ausblutung eintrat. 1666 war er in diesem Turm gestorben, kurz darauf wurde er in der Krypta des Taj Mahal an der Seite der Mumtaz Mahal begraben.

Inzwischen neigte sich das Jahr dem Ende entgegen, und das Wetter wurde immer schlechter. Morgens lag ein dichter Nebel über der Stadt, von dem man gar nicht glauben mochte, dass er sich im Laufe des Tages auflösen würde. Sogar die Umrisse des Taj Mahal waren von der Dachterrasse des Kara Guesthouses nicht mehr zu sehen. Mitten in diese trübe Stimmung platzte am Silvestermorgen ein Skandal, mit dem niemand gerechnet hatte. Der Morgentee war noch gar nicht gekocht, als der Boss wütend durch das Guesthouse lief und seine Angestellten zusammen schrie. Wie sich herausstellte, war Rajiv mit der Kasse durchgebrannt, und auch die hübsche Schweizerin war verschwunden. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Als die Polizei Rajivs Zimmer durchsuchte, fand sie Spuren von Drogengebrauch und schloss kurzerhand das Guesthouse.

Mir war es recht, dann konnte ich mir zur Feier des Jahreswechsels noch ein schöneres Zimmer gönnen. Ich buchte eine Nacht in einem Mittelklassehotel mit Marmorverkleidung und großer Eingangshalle. Der Rezeptionist hatte ein hochnäsiges Gehabe, und ehe ich mich versah, zerrte mir der Boy meinen Rucksack von den Schultern, um ihn hochzutragen. Ich zahlte für mein neues Zimmer den dreifachen Preis wie im Kara Gusthouse und besaß dafür eine eigene Dusche, ein relativ großes Bett und eine Nachttischlampe.

Leider tropfte das Wasser in meinem neuen Bad noch spärlicher aus dem Duschkopf als in meiner letzten Bleibe, die Mücken stachen hier ebenso zu wie in Taj Ganj, und kaum war es dunkel geworden, brach der Strom zusammen. Im Essraum des Hotels wurden am Silvesterabend immerhin Kerzen aufgestellt, doch ich war der einzige Gast. Ein Kellner saß desinteressiert und Betelnuss kauend in einer Restaurantecke, und als ich etwas bestellen wollte, hieß es nur: Sorry, no energy.

So landete ich schon lange vor Mitternacht in meinem großen Bett, zog mir in der Dunkelheit die Kopfhörer über die Ohren, um den Jahreswechsel mit mir selbst und Rimsky-Korsakows „Scheherazade“zu begehen. Aber auch das blieb mir an diesem Abend versagt. Wie sich zeigte, waren die Batterien meines MP3-Players leer. So lag ich zum Jahreswechsel in Agra allein im Dunkeln und hörte nichts weiter als das Surren der Moskitos.

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