Die Diskussionen darüber, ob man erst einmal verschnauft oder sofort von hier verschwindet, bevor neues Ungemach droht, wird basisdemokratisch durch Abstimmung entschieden. Die Mehrheit ist dafür, sofort zu verschwinden.
Wenige Minuten später treffen die verbliebenen Befruchtungstorpedos, hinter einer leichten Biegung im Eileiter, auf das befruchtungsfähige Ei. Jubel bricht aus, nahezu alle mobilisieren ihre letzten Kräfte. Jetzt zeigt sich, wer noch Fruchtzucker und Vitamine übrig hat. Alles rennt los, jeder will der Erste sein, obwohl das relativ bedeutungslos ist.
Nur ein Spermium kann in das Ei eindringen und es befruchten. Das muss aber lange nicht das Schnellste sein. Auch Bodybuilding oder Abitur verschafft keine Vorteile. Das Ei kullert den Spermien, durch die Härchen im Eileiter gefächelt, entgegen. Die Spermien nehmen Fahrt auf, werden unterstützt durch Kontraktionen der Eileiterwand. Gemeinsam sind wir stark: Alle Spermien stürzen sich gleichzeitig auf das Ei und wollen die Zellwolke durchbrechen, die es umgibt.
Experten sagen, dass eine einzelne Samenzelle gar nicht in der Lage ist, eine solche Hülle zu durchdringen.
Dies ist aber insbesondere deshalb noch keine gesicherte Lehrmeinung, da die sogenannten Experten bisher nicht glaubhaft darlegen konnten, woher das Expertenwissen stammt. Weder konnten sie nachweisen, selbst einmal Spermium gewesen zu sein, noch konnten Sie mit gesicherten Berichten von Spermien aufwarten, die sowohl den Hin- als auch den Rückweg überlebt hatten. Sicher ist nur, dass alle Spermien gemeinsam mit ihren Schwanzschlägen die Eihülle mürbe klopfen wollen, bis endlich einer von Ihnen hineinschlüpfen kann.
Gewonnen hat das Spermium, das zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und eine schwache Stelle ausnutzen konnte. Egal ob es gerade frisch ankam und noch richtig hämmern konnte oder ob es zum Ausruhen faul auf der Eihülle gelegen und reingefallen ist. Und wenn Sie Pech haben, dann war es das Spermium, das mit einer gehörigen Portion Bockbier die Reise angetreten hat. Trifft das nun auf eine Eizelle, die gerne mal am Eierlikör genascht hat, dann wird Ihr Baby später als Erstes weder Mamma noch Papa, sondern „Prost!“ sagen. Da wird Ihr Besuch aber Augen machen.
Im Zusammenhang mit dem Kinderwunsch sorgt Alkohol auch bei Frauen für Probleme. Forschungen haben ergeben, dass es bei Alkohol trinkenden Frauen wesentlich länger dauert, bis sie schwanger werden. Der Alkohol sorgt für einen unregelmäßigen Zyklus, sowohl Eisprung als auch Menstruation setzen gelegentlich aus. In einer groß angelegten Studie wurden über 7.000 Frauen, nach jahrelangen erfolglosen Versuchen schwanger zu werden, über gynäkologische Probleme sowie den Nikotin- und Alkoholkonsum befragt. Eines der Ergebnisse bestand in der Erkenntnis, dass bei Frauen über 30 Jahren Alkoholkonsum Auslöser für Unfruchtbarkeit sein kann.
Frauen, die mehr als sieben alkoholische Getränke pro Woche tranken, verringerten ihre Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden um 50 % gegenüber Frauen, die nur ein alkoholisches Getränk die Kehle hinunter gluckern ließen. Selbstverständlich wurden nicht sieben viertele Wein mit einem Eimer Bowle vom Ballermann, sondern vergleichsfähige Größenordnungen, untersucht. Alkohol verhindert, dass der Körper genügend Progesteron produziert, welches benötigt wird, um Schwangerschaften aufrechtzuerhalten.
Da soll ein Ei, pünktlich zum Eisprung mit einem Amaretto verabschiedet, den Eileiter entlang rollen. Schon am Startpunkt sieht es am Ende Hunderte erwartungsvoll jubelnde Spermien. Kein Wunder wenn es sagt: „Nöh, darauf hab ich keinen Bock! Lassen wir diesmal den Eisprung ausfallen!“ und sich an der Sprungschanze festklammert. Oder es kullert, wie ein Zug ohne Halt, den Eileiter entlang an den verdutzten Spermien vorbei.
Auch während einer Schwangerschaft sollte Alkohol tabu sein, zumindest für Frauen. Bereits kleine Mengen Alkohol, die von einer schwangeren Frau getrunken werden, können das Wachstum des ungeborenen Babys verlangsamen und später zu Verhaltensstörungen, Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten führen.
Das bedeutet nicht, dass jeder jede Person mit Verhaltensstörungen, der Sie begegnen, während der Schwangerschaft mit Alkohol abgefüllt wurde. Es kommen auch noch andere Ursachen in Betracht.
Tatsächlich kann es während der Schwangerschaft zu einem fetalen Alkoholsyndrom beim Ungeborenen kommen, was zu Gehörlosigkeit, sozialer Interaktion, Gehirnschäden, Fehlbildungen an Herz und Nieren sowie Kleinwuchs führen kann. Frankreich, Neuseeland, Australien, Kanada und die USA treten seit Jahren für eine totale Alkoholabstinenz während der Schwangerschaft ein. Das bedeutet gesündere Kinder bei gleicher Schönheit.
Ähnlich verhält es sich mit dem Rauchen. Damit schaden Sie nicht nur sich selbst, Sie schaden auch allen anderen. Dazu existieren eine Menge Studien und alle belegen, was ohnehin jeder weiß:
Rauchen schadet der Gesundheit. Das wissen übrigens auch die Raucher, sogar ohne Studie – sie geben es nur nicht zu.
Das sind allerdings die Nichtraucher schuld. Jeder Raucher, der einmal zugegeben hat zu wissen, dass Rauchen schädlich ist, weiss, was als Nächstes kommt. Die Frage: „Und warum hörst Du dann nicht auf damit?“ Diese Frage empfindet jeder Raucher als dermaßen fies und hinterhältig, dass er allein deswegen schon nach Ausreden suchen muss, warum gerade er nicht aufhören kann bzw. will. Das liegt dann an der Geselligkeit, an den ebenfalls rauchenden Kollegen, am sonst weiter zunehmenden Übergewicht, an den Arbeitsplätzen in der Zigarettenindustrie und überhaupt, Winston Churchill wurde 91 und hat geraucht wie ein Schornstein im Ruhrgebiet.
Jeder mag tun was er will, ausgenommen bei einer geplanten oder bereits eingesetzten Schwangerschaft.
Man übernimmt nicht erst Verantwortung, wenn ein Baby geboren wurde. Die Verantwortung hat man bereits während der Schwangerschaft und sogar schon davor. Wer also schwanger werden will oder es bereits ist, sollte sich nicht hinter irgendwelchen Ausreden verstecken, das ist verantwortungslos und damit das Gegenteil dessen, was man sein sollte, wenn man ein Kind in die Welt setzen möchte.
Es ist bewiesen, dass die Chancen einer Nichtraucherin, schwanger zu werden doppelt so groß sind, wie die einer Raucherin. Warum das so ist und welche Faktoren letztlich darüber entscheiden, konnte bisher noch nicht geklärt werden.
Das ändert allerdings nichts an den Tatsachen. Auf jeden Fall wird der Hormonhaushalt durch das Rauchen beeinflusst. Das FSH-Hormon ist wesentlich erhöht und lässt die Eizellen schneller altern. Außerdem wird der Östrogenspiegel auf ein Niveau abgesenkt, das dem einer Frau in den Wechseljahren ähnelt. Das wiederum führt zu Unregelmäßigkeiten beim monatlichen Zyklus, und kann sogar zu einem verfrühten Einsatz der Wechseljahre führen.
Rauchende Frauen haben weniger Vitamin C im Blut, um die Qualität der Eizellen zu verbessern, sind große Mengen Antioxidanzien notwendig. Dafür ist der Kadmium-Gehalt im Blut höher, der den Organismus bei der Aufnahme von Zink behindert, welches wiederum für die einwandfreie Funktion der Fortpflanzungsorgane wichtig ist. Ebenfalls erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt. Allein bei 5.000 Fehlgeburten jährlich ist Rauchen während der Schwangerschaft die Ursache. Schon mit einer einzigen Zigarette am Tag erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt.
So gesehen ist Rauchen ein, wenn auch unzuverlässiges, Verhütungsmittel. Je mehr Sie rauchen, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schwanger werden. Passives Rauchen ist auch Rauchen. Sie sollten daher auf Ihren Partner einwirken, dies ebenfalls in Ihrer Gegenwart zu unterlassen.
Was Sie Ihrem Kind damit antun, wenn Sie während der Schwangerschaft rauchen, verdeutlicht die Tatsache, dass sogar schon Frauen, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, eine geringere Chance auf eine Schwangerschaft haben gegenüber Frauen, deren Mütter Nichtraucherinnen waren. Ihr Verhalten hat also sogar Auswirkungen auf den Kinderwunsch Ihrer Kinder.
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