Hajo Heider - Allerlei Kurzgeschichten

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Hier sind einige Kurzgeschichten des Autors versammelt, die er seit 2007 für Anthologien oder Wettbewerbe eingereicht hat. Dabei hat er auch den Charakter von Kommissar Bramert entwickelt. Das Spektrum reicht von Grusel, Erotik, Liebe über Fantasie zum Krimi. Bei den meisten Geschichten hat er, gegenüber der Druckversion, kleinere oder größere Änderungen vorgenommen.

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Das Grauen will mich bezwingen. Meine Knie schmerzen. Sie sind gegen den Heizkörper geschlagen. Ich stürze nicht. Meine rechte Hand hält den Fenstergriff. Mit der Linken ertaste ich das Fenstersims, stütze mich auf, arbeite mich hoch und stehe aufrecht.

„Du kannst mich nicht niederwerfen“, rufe ich triumphierend.

Mit letzter Kraft drehe ich den Fenstergriff. Ich drehe ihn einmal herum, drehe ihn zweimal, reiße daran und merke, dass die innere Mechanik zerstört ist. Schweiß presst aus allen Poren. Ich will mich ergeben. Nebel liegt fingerdick auf der gemaserten Scheibe. Ich blicke durch die Dunstwand in die Sonne, die nicht heller ist, als ein flackerndes Streichholz. Die Tür ist meine Rettung. Blind stürze ich darauf zu.

Die Stimme meiner Schwiegermutter lächelt vor dem Bad. Ich bin nackt! Was denkt sie, wenn ich nackt an ihr vorbeirenne, wenn wir uns so in die Arme rennen? Was wird meine Frau erahnen?

Das Grauen hat die Falle zugeschlagen. Ich schaue nicht zum Spiegel. Ich ignoriere das Grauen und weiß, dass ich ihm nicht entgehen kann, nicht solange ich in dieser Nebelhölle gefangen bin. Verzweifelt stürze ich zum Fenster zurück und zertrümmere die Scheibe mit der Hand. Wie ein Pistolenschuss kracht die Zerschlagung der Scheibe. Kühle Luft strömt über mein Gesicht. Seifenschaum brennt meine Augen. Ich schließe die Augen und genieße die Kühle, weiß, dass das Grauen hinter mir seine Existenz aushaucht. Meine Augen schmerzen. Die Lider pressen Tränen. Mit der rechten Hand reibe ich, bis der Schmerz gelindert ist. Langsam wird der Blick aus offenen Augen erträglich.

Ich rieche Angstschweiß. Aus allen Poren fließt der säuerliche Geruch, den Hunde auf hundert Meter riechen können und Frauen auf zehn Meter. So zu riechen ist mir peinlich. Meiner Schwiegermutter so unter die Nase zu treten wäre schrecklich.

Zuerst will ich mich rasieren. Mein Blick ist gesenkt. Wie ein Bittsteller trete ich dem Spiegel entgegen. Früher war ich mir selbst begegnet, wenn ich in den Spiegel schaute, aber jetzt nicht mehr. Alter Ego könnte ich die Reflexion nennen, aber Grauen ist der richtige Name.

Das Gesicht im Spiegel, das so viel Ähnlichkeit mit meinem Gesicht hat, ist blutverschmiert. So habe ich mein Gesicht noch nie gesehen. Die blauen Augen weinen Blut. Der Anblick erschüttert mich. Dieses Bild ist unerträglich. Ich stürze in die Dusche zurück, seife mein Gesicht ein, wasche meine Augen aus, - ätze sie aus, müsste ich sagen. Meine Augen, meine rechte Hand und meine Knie, brennen wie Kohlenglut.

„Nimm kaltes Wasser“, rufe ich mir zu.

Fünf Minuten schlottere ich in der Dusche. Das Wasser war rot und ist jetzt klar. Das Grauen hat sich aufgelöst. Ich rasiere mich, parfümiere mich, ziehe mir die klamme Wäsche an und imitiere einen federnden Schritt, mit dem ich der lächelnden Frau begegnen will. Meine Frau und meine Schwiegermutter machen Einkäufe. Ein Zettel auf dem Küchentisch teilt mir das mit.

Vom dreißigsten Mai bis ersten Juni dusche ich nicht. Die Scheibe ist noch kaputt. Der Glaser hat die Reparatur für den kommenden Montag versprochen. Eine Folie verschließt das Fenster. Auf die Rasur darf ich allerdings nicht verzichten. Ich begegne dem Spiegelbild mit Beklemmung. Das blutige Gesicht war ein deutliches Zeichen. Dem Grauen kann man nicht mit billigen Tricks entgehen. Dennoch will ich mich beharrlich dagegenstemmen.

Die Augen funkeln durch den Rasierschaum. Sie wollen mich zwingen, ich erkenne den Blick. Wie soll ich ruhig bleiben, wenn mich diese Augen anstarren. Wie soll meine Hand ruhig bleiben unter diesem beobachtenden Blick. Wie soll die Klinge in meiner Hand ruhig bleiben, wenn meine Hand zittert, wenn meine Wangen unter dem Seifenschaum erschauern? Der Rasierschaum auf der rechten Spiegelseite färbt sich rot.

Am dritten Juni fällt es mir schwer, die Tür zum Bad zu öffnen. Schon vor dem Bad spüre ich die Macht, die mich in ihren Bann ziehen möchte, mich endgültig brechen will. Mein Schlaf war oft unterbrochen, weil mich das Geschrei einer düsteren Stimme Mörder nannte.

Der Psychiater fragt mich: „Wodurch werden Sie zum Mörder?“

Meine Träume verraten nicht so viel. Es ist eine Anklage, aber wessen ich angeklagt bin, weiß ich nicht. Reicht es nicht, wenn mich der Spiegel und meine Träume einen Mörder schimpfen?

„Sprechen Sie mit Ihrer Frau darüber“, rät er.

Ich kann nicht. Soll ich sie hineinziehen in den unentrinnbaren Strudel? Wie hoffnungslos wäre alles, wenn sie auch in die Fänge des Grauens geriete? Sie kann noch singen, kann lachen, kann tanzen. Sie wäre ohne ihre Fröhlichkeit ein halber Mensch und mir würde sich jeder Halt entziehen. Ich darf sie dem Grauen nicht näher bringen. Meine Existenz hängt an dem Faden, der uns beide zusammenbindet.

Meine Hand zittert, meine Wangen zittern. Die Klinge färbt meine Wangen rot.

Es gibt keine brutalere Botschaft als Blut. Blut schreibt die eindeutigen Zeichen des Lebens und des Todes. Der Seifenschaum wird durch Blut weggeschwemmt, die weißen Fliesen röten sich. Aus dem Spiegel betrachtet mich zynisches Grinsen.

Am Dienstag ist das Fenster repariert. Es ist ein Neubeginn. Ich mache mich stark und halte den Elektrorasierer fest in meiner rechten Hand. Mein Gesicht spiegelt siegreiche Stimmung. Wir hatten uns am Montag keines Blickes gewürdigt. Stoppeln stehen auf meinen Wangen. Der Verzicht auf Rasur hat sich gelohnt, denn ich bin selbstbewusst geworden. Die Idee, einen Elektrorasierer zu kaufen ist genial. Weshalb bin ich nicht schon viel früher darauf gekommen?

Vor dem Duschen rasieren. Kein Seifenschaum. Das gehässige Grinsen kann sich nicht mehr unter Schaum verstecken. Endlich habe ich das Grauen abgeschüttelt. Wir haben uns nichts mehr zu sagen, wobei die Dialoge ohnehin einseitig waren.

Überlegen lächle ich in den Spiegel. Das Blitzen der Augen ignoriere ich. Ich stecke den Rasierer in die Steckdose. Als hätte ich mich noch nie anders rasiert, fliegen die Stoppeln aus meinem Gesicht. Wie ein frisch gemähter Rasen zeigen meine Wangen die glatte Spur. Das Wunder der Elektrizität und die Schärfe der rotierenden Scherköpfe schenken meinem Leben festen Griff.

Dankbar lächelnd betrachte ich die Scherköpfe, die mich gerettet haben. Drei Scherköpfe. Ich genieße das Geräusch, beobachte die mechanische Präzision. Der Rasierapparat will mir aus der Hand fallen. Ein messerscharfer Schock zerschneidet mein Herz. Die oberen beiden Scherköpfe rotieren wie die Augen des Grauens. Ich halte die Augen des Grauens in meiner Hand. Der dritte Scherkopf zeigt sich als der dunkle Mund. Das Brummgeräusch ist das Schnurren eines Motors, eines Automobils. Es ist mein Wagen, der so brummt, der so gleichmäßig schnurrt. Jetzt weiß ich, wie ich zum Mörder werde.

„Fahr du“, sage ich meiner Frau.

Wir bringen meine Schwiegermutter zu Bahnhof. Sie betrachtet mich mit großen Augen.

„Mir ist nicht gut“, erkläre ich.

Sie fährt künftig immer, wenn wir zu zweit sind. Wir gewöhnen uns daran. Der Wagen ist nicht das Mordwerkzeug meiner Frau, sondern mein Mordwerkzeug. Sie soll nicht mit hineingezogen werden. Es ist ein Kampf zwischen Ihm und mir. Mittlerweile weiß ich, wie ungleich der Kampf ist.

Am neunten Juni muss ich nach München fahren. Nachts werde ich fahren. Nachts sind kaum noch Menschen auf den Straßen. Kurz nach Mitternacht wage ich eine Nassrasur. Eine kleine blutende Wunde ist erkennbar. Sie will nicht heilen. Vielleicht mache ich mit meiner rechten Wange zu viele Faxen.

Die Schrift ist eine andere. Sie ist fest und geradlinig, die Tinte schwarzblau. Die Änderung fällt auf und soll auffallen. Der Nachtrag ist ein endgültiger Abschluss.

Die Sicht liegt weit vor der Motorhaube. Die Scheinwerfer durchdringen klare Nacht. Ich fahre entspannt, fahre fast schläfrig. Damit ich nicht einschlafe, sprudelt meine Lieblings-CD Berglieder aus sechs Lautsprechern. Plötzlich juckt meine rechte Wange. Ich fürchte, der kleine Schnitt hat sich geöffnet, sodass Blut über meine Wange rinnt und mein Hemd und die Anzugjacke verblutet. Die Kurve ist lang gezogen, der Lichtstrahl streicht über tiefer liegende Wiesen. In dieser Kurve beuge ich mich zum Innenspiegel und betrachte meine Wange. Das Jucken ist eine Reaktion des Heilungsprozesses.

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