Otto W. Bringer - Gesichter

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Alles hat ein Gesicht. Menschen, Städte, Häuser, Landschaften, ein Hund. Sonst könnten wir sie nicht wahrnehmen. Uns mit ihnen beschäftigen. Hinter die Fassaden gucken. Ist es so wie es den Anschein hat? Jeder weiß Geheimgehaltenes oder Unentdecktes steckt hinter allem Äußeren. Folgen Sie der Spürnase des Autors, das Rätsel hinter den Fassaden zu lösen. Den Gesichtern bekannter historischer Figuren, Menschen von heute. Von Städten, Gebäuden, Landschaften. Recherchiertes und fantasievolle Plausibilitäten. Offene Fragen,. Spannende Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Über das, was wir nicht wissen. Von Pharao Tutenchamun, Jesus, Karl dem Großen, Goethe, Marilyn Monroe, Adenauer, der Muslimin in der Tram. Dem Ehepartner. Vielleicht finden Sie des Pudels Kern bei sich selbst.

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Wie in Trance vollendete er die Unterlippe. Kopfschmerz stellte sich ein. Die Gedanken ein Karussell laut schreiender Kinder. Keine Lust, die ganze Prozedur noch einmal durchzumachen. Es würde nicht besser werden. In seiner jetzigen Verfassung. Oder gibt es einen Ausweg?

Ja. Vielleicht merkt sie es gar nicht. Hält es für künstlerische Freiheit. Kann auch sein, sie freut sich. Kosmetische Lippenkorrekturen sind in Mode. Erleichtert lässt er das, was fertig sein sollte so wie es jetzt ist. Korrigiert noch die rechte Lippenhälfte. Passte sie der verunglückten linken an. Resümierte: dieses Gesicht ist Tejas Gesicht. Ich erkenne es wieder.

Nahm Abstand, verglich es mit dem Tonmodell. Reduzierte die erhobenen Mundwinkel wieder. Ernster jetzt und majestätischer, denkt er. Besser so. Eine Königin ist keine Jahrmarktsfigur. Alles andere hat jetzt Zeit. Er lässt sich Zeit. Eine Woche, eine zweite, dritte. Die Hälfte der Zeit, die Teje ihm vorgegeben hatte, verstrich. Er hatte kein schlechtes Gefühl mehr. Stirnreif, Chat und abschließende Veredlung Routine. Dachte er. Dachte er.

Erstes Problem Uräus, die Schlange am Stirnreif. Altägyptisches Symbol der Königswürde. Der Name Uräus kommt von „Uaret“ sich aufbäumen. Die sich aufbäumende, Backen blähende, Gift sprühende Kobra. Die mit dem Gluthauch ihres feurigen Atems alle Feinde abwehrt. So ihre Bedeutung in der altägyptischen Ikonografie.

Er hatte die vorspringende Schlange beim Durchmesser des Balkens nicht berücksichtigt. Alles sollte aus einem Stück sein. Nun muss er Uräus separat schnitzen und nachträglich einmontieren. Ärgerlich. Will es haarscharf einpassen und säuberlich beischleifen. Den Fehler verdeckt ein Überzug mit hauchdünn geplättetem Gold zum Schluss. Gemessen an der Oberlippe keinen Gedanken mehr wert. Niemand wird merken, dass er getrickst hat.

Sägte eine schmale Scheibe aus dem Stamm, trennte sie nochmals in zwei Hälften. Zeichnete mit einem dünnen verkohlten Zweig das Profil des Schlangenkörpers auf eine der Holzhälften, um sicher zu sein. Setzte das Messer an. Schnitzte zügig. Bis der gekrümmte Körper fertig war. Dann vorsichtiger die zum Schild aufgeblasenen Backen, das sich wieder verjüngende Maul. Ließ am hoch gestellten Ende des Schwanzes Holz stehen. Das Passstück sozusagen, für den Einbau in den Reifen später.

Machte weiter mit dem Kopf. Ging um das Holzstück mit dem fertigen Gesicht herum. Prüft mit wissendem Blick seine Ausmaße. Unter dem Chat muss der Hinterkopf ausgeprägter sein als bei normalen Menschen. Höher und länger. Kennzeichen königlicher Würde. Krieg ich das hin? Fragte er sich. Drittes Problem?

Kaya hatte manchen Kopf modelliert und kannte das Prinzip. Wusste aber auch, jeder Kopf ist anders. Tejes Kopf muss er gewissermaßen idealisieren. Was aber ist das Ideal. Bei Königen ist es leicht zu erreichen, indem man die Krone aufsetzt. Aber bei Königinnen? Kollege Tutmosis vom Hof in Achet-Aton modellierte Teje mit offizieller Krone, doppelter Feder und Sonnenscheibe zwischen Kuhhörnern. Seine Teje krönt ein Chat. Das Kopftuch betont die ausgeprägte Kopfform. Die Zofe hatte es sorgsam vorbereitet. Mehrfach Leinwand verklebt über einem Holzmodell. So bleibt es in Form. Plötzlich wusste er nicht mehr, was er im Palast sah. Suchte im Tonmodell die Rettung. Klein, aber erkennbar. Hinter den Ohren erweitert sich das plissierte Tuch. Rundet sich allmählich nach hinten, umschließt das volle Haar. Elliptisch gewölbt zur Haube. Modelliert mit dem erhöhten Hinterkopf eine Art Höhepunkt. Genauso mach ich´s.

Begann mit dem Stirnschmuck. Einem breiten Reifen, der zwischen den Schläfen sichtbar ist. Ansonsten unter dem Chat verschwindet. Drei parallel laufende Profile. In Natura getriebenes Messingblech vergoldet mit umlaufender Gravur, das den sichtbaren Teil des Reifens ziert. Er schnitt Vertiefungen und gravierte in die erhabenen Profile ein feines, durchlaufendes Muster. Im Original gesehen und skizziert. Schnitt ein Loch mit den Maßen des Passstückes in die Mitte des Reifens, exakt über der Nase. Passte die Schlange ein. Vollendete die Rundung des Chat und gravierte in die Oberfläche die feinen Plisseestrukturen. Die pingelige Feinarbeit dauerte drei ganze Tage. Schmirgelte zum Schluss mit unterschiedlich großen Bimssteinen alles glatt. Damit das Blattgold sofort und unlösbar haftet.

Das Vergolden wird klappen. Er hat Routine. Manch Adeliger am Hof war sein Auftraggeber. Sein Ruf glänzte in ganz Unterägypten. Nach zwei Stunden glänzte seine Teje. Und sah gar nicht mehr begehrenswert aus.

Löste den Schraubstock, nahm die Skulptur vorsichtig in beide Hände und setzte sie auf den Arbeitstisch. Sie steht gerade. Gut. Nur noch den kurzen Hals vollenden und die Oberfläche von Hals und Sockel glätten für die Vergoldung.

Legte los. Überstrich die Skulptur mit einer dünnen Gipsschicht. Dann mit dem Leim. Er hatte genügend hauchdünn gehämmertes Gold gekauft. Handtellergroße Folien. Lieber zu viel als zu wenig, dachte er. Lange nicht mehr vergoldet. Es machte ihm richtig Spaß, ein Blatt nach dem anderen aufzulegen. Mit dem Ziegenhaarpinsel sanft anzudrücken, bis es auf der Leimschicht haftete. Drückte das weiche Material mit den Fingern noch einmal nach, damit feine Profile und Strukturen gut sichtbar werden. Lippen, Nasenlöcher, Augenlider, die Plisseefalten. Im Eifer klebte er die Folien überall hin. Auch bis in die Vertiefungen um Augen und in den Brauen, die später mit passgenau geschnittenen Saphiren ausgefüllt werden sollen. Die großen Augäpfel hatte er verschont. Warum, wusste er nicht mehr.

Gold sollte haften bis in alle Ewigkeit. Auf Gold aber hält nichts. Kein Kleber sichert die Saphir-Zuschnitte auf dem Untergrund. Ein pflanzliches Mittel kann Gold nicht lösen. Blieb ihm nur, es herauszustechen. Also mechanisch zu entfernen. Dabei in Kauf zu nehmen, dass die Rinnen tiefer und breiter werden als geplant. Zum Glück hatte der Edelsteinschleifer die Steine noch nicht zugeschnitten. Eine zweite Garnitur hätte den Gewinn aufgefressen. Amun Re sei Dank. Für die Iris entschied er den dunkleren Achat zu nehmen. Passt besser zu ihrem Typ als der helle Bergkristall. Neue Forschung hält Teje für eine Nubierin.

Fertig? Nein, fast vergessen. Schnell noch beim Goldschmied die Ohrhänger abholen. Die gleichen, die Teje trug, als er sie modellierte. In Ton ließen sich die feinen Gespinste nicht darstellen. Auch damals galt der Spruch: aus dem Auge aus dem Sinn. In letzter Sekunde daran gedacht. Bohrte Löchlein in die Ohrläppchen und hing an jedes eine goldene Barke mit silbernem Vollmond.

Nun steht sie da. Auf dem höchsten Bock in seiner Werkstatt. Glänzt und schaut, ob einer sie abhole. Oder sollte er sie hinbringen? Noch einmal ihr Gesicht mit dem Original vergleichen. Aus dem schönen Mund lobende Worte hören? Oder Kritik?

Kaya lässt sie abholen, um nicht noch mal ihre Lippen sehen zu müssen, die ihn an seinen Fehlschnitt erinnern. Hoffte inständig, dass es niemand merkt und packte die Schöne in eine gepolsterte Kiste. Nahm sich vor, das Honorar für eine Bootsfahrt auf dem Nil nach Nubien zu den Verwandten wieder auszugeben? Verprassen für ein Fest. Im Gedenken an die schönste Frau seines Künstlerlebens.

Was wirklich geschah, wissen wir nicht. Bleibt ein Rätsel. Nur, dass es viele Büsten von Teje gibt. Prächtigere. Aber die aus Tamariskenholz geschnitzte animierte mich, diese aufregende Geschichte zu erzählen. Einschließlich der bewiesenen und unbewiesenen Fakten hinter der beschädigten Fassade. Gefiel sie Ihnen?

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Jesus von Nazareth

Wie sah er aus? Zeigt es der Abdruck eines Gesichtes auf dem Grabtuch in Turin? Es ist das Gesicht eines Mannes. Unzweifelhaft. Aber wessen Gesicht? Unbekannt. Nur in den Köpfen gläubiger Christen der Mann aus Nazareth. Fromme Mär dichtet ihre eigene Wahrheit. Zu glauben, was man nicht wissen kann. Aber vorstellen müssen wir es uns. Uns ein Bild machen von dem, was so eminent wichtig scheint. Wenn schon an jemanden glauben, dann wollen wir wissen, wie wir uns diesen jemanden vorstellen können. Abstrakta lassen uns kalt.

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