Otto W. Bringer - Gesichter

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Alles hat ein Gesicht. Menschen, Städte, Häuser, Landschaften, ein Hund. Sonst könnten wir sie nicht wahrnehmen. Uns mit ihnen beschäftigen. Hinter die Fassaden gucken. Ist es so wie es den Anschein hat? Jeder weiß Geheimgehaltenes oder Unentdecktes steckt hinter allem Äußeren. Folgen Sie der Spürnase des Autors, das Rätsel hinter den Fassaden zu lösen. Den Gesichtern bekannter historischer Figuren, Menschen von heute. Von Städten, Gebäuden, Landschaften. Recherchiertes und fantasievolle Plausibilitäten. Offene Fragen,. Spannende Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Über das, was wir nicht wissen. Von Pharao Tutenchamun, Jesus, Karl dem Großen, Goethe, Marilyn Monroe, Adenauer, der Muslimin in der Tram. Dem Ehepartner. Vielleicht finden Sie des Pudels Kern bei sich selbst.

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Zuerst blendet uns Gold. Abgründig schimmerndes Gold. Nachgeformt über die gipserne Totenmaske Tutenchamuns. Hinzugefügt Haube und Schultertuch. Das Streifenmuster aus Lapislazuli und Granatrot wirkt wie eingewebt. Auf der Stirn die Uräusschlange, Symbol der Königswürde. Alles so hochkarätig, dass es in mehr als drei Jahrtausenden nicht gealtert ist. Ägypten, vor allem das angrenzende Nubien war reich an Goldvorkommen. Kein Wunder, dass es für Ägypter Ewigkeitswert besaß. Gold war für sie Symbol ewiger Jugend und Unsterblichkeit. Und somit göttlicher Natur.

Dummerweise starb Tutenchamun schon mit 18 Jahren. Die einen sagen nach einem Jagdunfall. Andere sprechen von tödlicher Krankheit. Einige von Gift. Bisher konnte nichts von alledem eindeutig nachgewiesen werden. Außer dass er wie seine Verwandten an Skoliose, einer Wirbelsäulenschwäche litt. Bandscheibendegeneration weiß man heute. Zu unserem Glück ließen ihn damalige Bestattungsrituale bis heute nicht zu Staub zerfallen. Alles Körperliche ist rekonstruierbar, analysiert dank Mumifizierung, Röntgentechnik und DNA. Religiöse Bräuche und Alltagsarbeit lassen sich von den Wandbildern in Gräbern, Skulpturen und Hieroglyphentafeln ablesen, vergleichen und annähernd genau beschreiben. Dank Jean François Champollion, der 1822 Grammatik und Wortschatz der ägyptischen Schrift mit ca. 7000 Zeichen auf dem dreisprachigen Stein von Rosetta vollständig entzifferte.

Im alten Ägypten glaubte man an ein Leben nach dem Tod. Wie bei allen Völkern und Religionen. Gab den Verstorbenen Speisen mit auf den Weg, aufbewahrt in beschrifteten Holzboxen. Blumen, ihr Herz zu erfreuen. Und alles Gerät, das sie auch im Leben brauchten. Alles dies bei Königen und Adligen in prächtig ausgemalten Felsengräbern. Die mächtigsten Könige in Pyramiden, Tempel mit schmalen Gängen und versiegelten Kammern. Alle sollten wissen, hier liegt einer, der nicht tot ist.

Vielleicht ist es die wenig bekannte Geschichte des jungen Pharao, die unsere Fantasie beflügelt. Dieses begonnene Leben, von dem man nur weiß, es endete viel zu früh, erlebte keine Höhepunkte. Vollbrachte keine großen Taten wie seine Vorgänger, zugunsten eines ständig wachsenden Reiches. Außer variantenreichen Lobgesängen auf die göttliche Person kein Hinweis auf Resultate seines Handelns. Nur Spekulationen. Mich hat das Gesicht beeindruckt.

Dieses Kindergesicht mit gleichsam erstarrten Augen. Fixiert am Irgendwo. Lassen mich an frühmittelalterliche Skulpturen denken. Wie die goldene Madonna im Essener Münsterschatz. Dunkler Punkt im Augenweiß. Dunkelblaue Konturen aus Lapislazuli geben Augen und den lang gezogenen Brauen den typischen Charakter ägyptischer Gesichtskosmetik. Verstärken die Intensität des Blicks. Sieht geradeaus. Durch uns hindurch. Zum Ende des Lichtstrahls am Ende einer Zeit, die nach unserer kommt.

Der Blick Tutenchamuns gilt nicht uns, den Betrachtern. Die leichtfertig nur irgendwas nachplappern statt andächtig zu schweigen. Manche behaupten, dieses Gesicht sei das Resultat eines kosmetisch besessenen Bildhauers. Schön um den Preis der Genauigkeit. Was man auch denkt und herumrätselt:, es ist das Original, das Antlitz Tutenchamuns. So authentisch wie die Totenmasken aller Großen aus Wissenschaft, Kunst und Politik. Auch wenn sie nicht vergoldet sind. Die von Theodor Heuss zeigt einen, den alle kennen. Er ist es.

Tutenchamun im Alter von achtzehn Jahren. Die Wangen, die Nase jung und glatt, die Lippen prall und unverbraucht. Es mag ja sein, dass der Goldschmied die Maske ein wenig geschönt hat. Im Sinne der Harmonie vollendete. Er war schließlich sein König. So jung und schon tot. Die Nachwelt wird es ihm verziehen haben. Das junge, unschuldige Gesicht aber ist ihm glänzend gelungen. Mit allen Fragen, die es uns aufgibt.

Dieses Kindgesicht konnte noch nicht Ausdruck von Reife sein. Charakteristisches Merkmal eines, der ein Riesenreich durch Höhen und Tiefen geführt, innere und äußere Feinde besiegt hat. Nichts von allem hatte eine Falte in seinem Gesicht hinterlassen. Geschah wirklich nichts? Erledigte es der selbstherrliche Beamtenapparat? Oder ließ Aton, der alte Sonnengott, ihn aus Rache nicht zu Ruhm und Ehre kommen? Zorn von Göttern währet ewig.

Vater Echnaton hatte ihn zum beherrschenden Gott Ägyptens erkoren. Seinen Namen in den eigenen und den seines Sohnes integriert. Für alle erkennbar sind sie die Söhne Atons des höchsten neu auf die Altäre gehobenen Gottes. Mit der Sonne als Symbol für Licht und lebensspendende Wärme. Nach dem Tod des Vaters trat der Filius als Tutenchaton mit weniger als zehn Jahren die Nachfolge an. Nicht ahnend, was auf ihn zukam.

Für Eje war die Inthronisierung des Kindes eine Gelegenheit, seinen ehrgeizigen Zielen näher zu kommen. Dem hochrangigen Berater und potentiellen Nachfolger war der Atonglaube immer schon ein Ärgernis. Echnaton ein Ketzer. Jetzt hatte er einen willkommenen Anlass zuzupacken. Er wollte selbst auf den Thron. Was nach dem Gesetz möglich gewesen wäre, wenn es keinen Nachfolger gegeben hätte. Oder einen, der sich im Sinne der Staatsraison als unfähig erwies.

In den letzten Jahren führten Missernten zu Hunger und Unruhen. Eje streute Gerüchte ins Land, die Verehrung des falschen Gottes habe die Ernten verbrannt. Atonkult sei der Grund für Hunger und Leid der Bevölkerung. Behauptete die Clique um Eje und fand zahlreiche Anhänger bei den hungernden Menschen. Der junge König sollte als Personifizierung Atons in Misskredit gebracht werden. Unter Einsatz aller verfügbaren Tricks verunsichert und veranlasst, weg von Aton wieder zum alten Glauben zurückzukehren. Zu Amun, dem Gott der Fruchtbarkeit. Vielleicht verliert der Junge mit dem Namenswechsel seine Glaubwürdigkeit und gibt auf.

Haremhab, ein ihm wohl gesonnener Berater, offenbarte Tutenchamun die Absichten Ejes und riet ihm, Religion und gleich seinen Namen zu ändern. Ohne Zögern befahl er die Rückkehr Amuns im ganzen Land zu feiern. Als Tutenchamun machte er sich jetzt mit großem Vergnügen und jugendlichem Eifer daran, die neue Rolle als lebendes Symbol des alten Fruchtbarkeitsgottes zu spielen. Den vor der revolutionären Tat seines Vaters Echnaton ganz Ägypten verehrte. Ließ verfallene Amuntempel restaurieren, neue errichten. Eje hatte keine Chancen mehr.

Pharaonen besaßen unbegrenzte Macht, Götter von den Altären zu stürzen oder neue zu etablieren. Wenn es ihnen gelang, Priester und den Hof zu überzeugen. Echnaton faszinierte die Sonne als eine lebensspendende Kraft. Die Allgegenwart des lichthellen und Wachstum fördernden Himmelskörpers konnte niemand ignorieren. Die Sonne war bis Tutenchamuns Thronbesteigung Symbol der neuen Religion. Sichtbar am ägyptischen Götterhimmel für jedermann. Skulpturen als Grabbeigaben zeigen den inzwischen gestorbenen Echnaton auf dem Sonnenwagen. Der ihn vom Reich der Lebenden ins Reich der Toten fährt. Noch in Tutenchamuns Grab überlebte eine Sonnenscheibe den Wechsel der Gottheit.

Was dem jungen Tutenchamun bei diesem sehr radikalen Systemwechsel durch den Kopf gegangen ist, sieht man seinem Gesicht nicht an. Könnte mir vorstellen, er war ein musischer Typ. Der lieber auf der Laute spielte als sich mit Beratern zu streiten. Lieber in Papyrusrollen stöberte. Von medizinischem Fortschritt und dem Lauf der Gestirne las als Truppenparaden abzunehmen. Vertraute kindlich seinen Beratern und Generälen, das Richtige zu tun. Im Garten wartete Anchesenamun, geliebte Halbschwester, seit kurzem seine Frau. Ehen von Geschwistern waren damals nicht ungewöhnlich bei Thronfolgern.

Sehe ich die dunklen Augen im dunkel umränderten Weiß verschwimmen, möchten meine Hände die noch kindlichen Wangen umfassen. Wie die eines Sohnes. Die weiche Haut aufnehmen in meine Handflächen. Die unschuldige Ahnungslosigkeit eines kaum Achtzehnjährigen am Ende seines Lebens spüren. Den das Reglement auf einen viel zu großen Thron gesetzt hatte. So schön das Möbel auch gestaltet ist.

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