Thomas Ross - Der Schlitten

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In Konstanz wird Carolina Ultor, Tochter des Molekularbiologen Martin Ultor, ermordet. Der Vater misstraut dem Wertesystem, das der deutschen Rechtsprechung zugrunde liegt, er hält es für zu milde. Er beschließt, den Mörder zu entführen und qualvoll zu töten. Die Entführung gelingt mit Hilfe von Komplizen aus dem kriminellen Milieu. Ultor bringt seinen Gefangenen in sein Ferienhaus ins Tessin, wo er einen Schlitten installiert hat, der sich auf Schienen auf eine Nagelwand zubewegt. Doch der Gefangene verhält sich völlig anders als erwartet. Ein gebildeter Mensch, der Ultor in eine intellektuelle Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit verwickelt, aus der dieser nicht herauskommt, ohne sein Selbstverständnis als gerechter Vollstrecker aufzugeben. Unterdessen ist Ultor ins Visier der Polizei geraten, die fieberhaft nach dem Entführten und dem Entführer sucht. Es entwickelt sich ein Katz-und Mausspiel zwischen Ultor und dem Konstanzer Kommissar, der ihn im Verdacht hat, aber nichts beweisen kann. Zugleich rückt der Schlitten zur Nagelwand vor: langsam, unaufhaltsam, unerbittlich …

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Kurzum, die Berichterstattung über die Jagd nach dem Phantom war unerträglich.

Natalie und ich waren bald auf uns allein gestellt. Mit Ausnahme der zahlreichen Anrufe neugieriger Sensationsjournalisten, die ich brüsk zurückwies, wagte niemand einen ernsthaften Kontaktversuch. Es blieb ja nicht aus, dass man sich irgendwann auf der Straße begegnete, aber wer es auch war, sie blickten verlegen zur Seite und machten sich schleunigst davon. In der allgemeinen Hilflosigkeit tat niemand das Notwendige. Ein Kopfnicken, eine freundliche Hand zum Gruß oder eine flüchtige Berührung hätten genügt, um daraus Anteilnahme abzuleiten, denn es bedarf nicht vieler Worte, um bei Menschen zu sein, die leiden, und noch weniger bedarf es der Worte, wenn der Grund für das Leid so schrecklich, so unfassbar ist.

Aber sie sind alle geflohen und haben uns allein gelassen, weil sie nicht wussten, wie man großem Leid begegnet. Es gibt keine Schulen für diese Kunst. Viel später erst habe ich begriffen, dass sie gar nicht anders konnten.

9

Um an brauchbare Informationen über den Fortgang der Ermittlungen zu kommen, musste ich behutsam vorgehen. Ich hatte begriffen, dass mein Protest dem Wunsch nach Aufklärung zuwiderlief. Die Polizei durfte auf keinen Fall zu dem Schluss kommen, ich hätte die Kontrolle über mich verloren. Also meldete ich mich bei der die Ermittlung führenden Dienststelle nur noch einmal pro Woche.

Der Verzicht auf die täglichen Anrufe hatte jedoch Folgen für die Beziehung zu meiner Frau. Es fehlte ein Behältnis, das unsere Verzweiflung auffing, es fehlte ein Fenster zur Außenwelt, die Licht spendende Kraft der täglichen Auseinandersetzung mit den spärlichen Informationen, die uns zugänglich waren, es fehlte ein Stück Hoffnung und es tat sich ein Abgrund auf, den wir beide mit den gleichen wirkungslosen Mitteln zu überbrücken suchten.

Bald begannen gegenseitige Schuldzuweisungen, und nur allzu schnell war der Punkt erreicht, an dem die Vorwürfe, mit denen wir uns gegenseitig quälten, unverzeihlich wurden; wir waren am Kern des gemeinsamen Traumas angelangt.

Bereits vor Monaten hatten wir für dieses Frühjahr einen Urlaub geplant. Hierzu warf Natalie mir Folgendes vor:

„Hättest du nicht immer nur an deine blöde Arbeit gedacht, dann könnten wir jetzt alle zusammen auf Teneriffa im Café sitzen und Cocktails schlürfen. Wir würden im Atlantik baden und am Strand ihren Geburtstag feiern. Und sie würde uns anrufen, mit ihrem eigenen Handy. Du weißt schon, das kleine grüne mit dem coolen Display, das du partout nicht kaufen wolltest, weil du glaubtest, mit acht sei sie zu jung dafür. Aber das war sie nicht. Ein paar Monate früher … sie wäre damit zur Schule gegangen … man hätte es doch orten können!

Ich konterte: „Orten? In einem Mülleimer vielleicht, oder im See? Gibst du etwa mir die Schuld an Carolinas Entführung? Du bist ja verrückt. Das wäre doch alles nicht passiert, wenn du nicht seit Jahren zu faul wärst, sie von der Schule abzuholen.“

Ich sah in ein Gesicht aus grauem Granit. Natalie verließ wortlos den Raum.

Am nächsten Tag war sie fort.

Ich machte mir aber nicht viel daraus, ging stattdessen in die Universitätsbibliothek, ließ mir Bücher über forensische Psychiatrie aushändigen und versank unter der Last der Lektüre alsbald in eine Art wacher Winterstarre, ein durch und durch unwirklicher Zustand. So verharrte ich über Stunden.

Am 25. April rief mich der örtliche Ermittlungsleiter an und erklärte, dass man in Stockach einen Mann gefasst habe, der aller bis dahin vorliegenden Erkenntnis nach der Täter sein könnte. Man habe ihn im Garten seines Hauses am Stadtrand verhaftet. Er habe sich nicht zur Wehr gesetzt und sei freiwillig, auf eine eigenartige Weise heiter gestimmt, in den Wagen gestiegen.

10

Die Nachricht berührte mich kaum. Merkwürdig, immerhin hätte ich infolge der Festnahme doch Erleichterung spüren, ein Gefühl der Befreiung empfinden müssen. Doch dieses Gefühl lebt ja von der Hoffnung, dass der Täter seine Schuld anerkennen und dass er sie sühnen wird. Aber wer gab mir die Garantie, dass dies tatsächlich geschehen würde? Wer konnte mir versichern, wer dafür einstehen, dass der Mörder meiner Tochter die Strafe, die er verdiente, erhalten, und wer konnte dafür bürgen, dass er das Leben in der relativen Unfreiheit einer Gefängniszelle überhaupt als Strafe empfinden würde? War so ein Mensch überhaupt in der Lage, zu verstehen, was er getan hatte?

Ich steckte in einem Sumpf aus Zweifeln: Weshalb glauben die Menschen eigentlich, dass jemand, der die Normen menschlichen Zusammenlebens auf so schreckliche Weise gebrochen und damit den unumstößlichen Beweis erbracht hat, dass er nicht wahrzunehmen, zu denken, zu fühlen und zu empfinden in der Lage ist wie seine Mitmenschen, durch eine einfache Projektion dessen, was Strafe für die anderen bedeutet, auch wirklich zur Rechenschaft gezogen werden kann? Begriffe wie Sühne, Wiedergutmachung und Ausgleich schienen mir angesichts der Fragwürdigkeit ihrer Anwendung für solche Fälle vollkommen irrelevant, und bald beschlich mich der Verdacht, dass sie, gemeinhin als Worthülsen gebraucht, tatsächlich ziemlich inhaltsleer daherkommen und im Endeffekt gar nichts auszusagen haben.

Die Auseinandersetzung mit diesen Dingen plagte mich zunehmend. Ich suchte Abhilfe in der philosophischen Auslegung von Rechtsbegriffen. Instinktiv spürte ich, dass die gängigen Denkfiguren der Rechtsdogmatik mich nicht tragen würden und dass ich eine Lösung finden musste, die dem Rechtsempfinden meines Herzens entsprechen würde.

11

Drei Tage nach unserem Streit kam Natalie zurück. In meiner Versunkenheit hatte ich gar nicht bemerkt, dass sie ins Haus gekommen war und am Esstisch Platz genommen hatte.

Irgendwann sagte sie etwas.

Ich erschrak und brachte kein Wort heraus. Ich stand auf, umarmte sie still und spürte, wie der sanfte Druck ihrer Hände meine Zuneigung erwiderte. In diesem Augenblick musste ich weinen, es war das erste Mal seit dem Tod unserer Tochter.

12

Das Leben mit Natalie war voll Leidenschaft gewesen. Bereits bei der ersten Begegnung in der Kneipe des Studentenwohnheims, in dem wir beide winzige, fast wie Gefängniszellen auf das Notwendigste eingerichtete Zimmer bewohnten, hatte sich eine magnetische Kraft zwischen uns gebildet. Wenn ich behaupte, dass ich mir mit diesem Mädchen schon am ersten Abend eine gemeinsame Zukunft vorstellen konnte, ist das nicht übertrieben. Nach der zweiten Begegnung in der Universitätskantine entschlossen wir uns zu einer Bahnfahrt in den nahe gelegenen Schwarzwald. Natalie war dort aufgewachsen, sie kannte sich gut aus. Der Wald war ihr nie so licht und weich vorgekommen wie an jenem Tag, sagte sie mir später einmal, und der Duft der Bäume nie so zart und mild wie auf dem Saumpfad an meiner Seite. Für mich war der Tag wie Weihnachten und Silvester in einem; Momente der inneren Einkehr im Wechsel mit der ungestümen Leidenschaft einer frischen Verliebtheit mündeten in Tränen der Glückseligkeit. In meiner Verzückung glaubte ich zu schweben und zu tanzen wie das Laub auf dem Wasser des Bächleins, an dessen Ufer wir entlangschlenderten.

Wir gelangten zu einem Bauernhof. Es war einer der vielen für den Schwarzwald typischen Höfe aus dem neunzehnten Jahrhundert, die in den Fluren am Waldrand liegen. Der Wohnraum befindet sich im vorderen Teil, hinter der allseits berühmten, von Lauben eingefassten Holzfassade; hinten schließen Viehställe und strohbedeckte Scheunen an, die sich zum Hang hin öffnen.

Das Tor stand einen Spalt weit offen und heraus drang der würzige Duft von frisch geschnittenem Stroh. Eine leise Erregung erfasste mich, und ich sah, wie Natalies Augen meine Erregung spiegelten. Der Reiz des Verbotenen verschmolz mit der körperlichen Lust, die nun stark und mächtig über uns hereinbrach und, mit der köstlichen Angst vor Entdeckung sich vermengend, in unwiderstehlicher Leidenschaft entbrannte.

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