Hans-Gerd Pyka - DER WELS

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Max Weidendorf war eine schillernde Gestalt: Von 1967 bis 1982 holte er als Fluchthelfer mehr als 1000 Menschen aus der DDR in den Westen – anfangs gemeinsam mit US-Soldaten in ihren Dienstfahrzeugen, später mit immer ausgefeilteren Methoden als Chef einer professionellen «Fluchthilfe-Firma». Dabei war er nicht nur von dem Gedanken getrieben, der DDR dadurch zu schaden, dass er vor allem Ärzte und Ingenieure zur Flucht verhalf und dem ostdeutschen Staat dadurch viele seiner Fachkräfte nahm – Max Weidendorf verdiente auch gut an den Flüchtlingen: Bis zu 20.000 D-Mark nahm er pro Person und stieg so zu einem erfolgreichen Geschäftsmann auf. Bis zu einem Anschlag 1982: In seinem Bad Tölzer Hotel explodierte eine Briefbombe, Weidendorf wurde schwer verletzt. Ob Mitarbeiter der Stasi oder ehemalige Mitglieder seiner «Kriminellen Menschenhändlerbande», wie die DDR-Propaganda sein Fluchthilfe-Unternehmen nannte, für den Anschlag verantwortlich waren, konnte nicht geklärt werden. Es handelt sich bei dem Roman «Der Wels» nicht um eine Biographie des «echten» Fluchthelfers Kay Mierendorff, sondern um eine fiktive Geschichte, die allerdings auf wahren Begebenheiten beruht. Die Idee des Projekts stammt von Kay Mierendorff, der 2012 in Florida gestorben ist – und von seinem Freund Jürgen Weiske, der Mierendorff vor dessen Tode interviewt hat und so die dokumentarische Grundlage für den Roman lieferte.

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Kurz vor 19 Uhr im Wedding, Seestraße 114: Im dritten Hinterhof leuchtet und knackt ein Lagerfeuer, das niemand bewacht. Von irgendwo ist das dumpfe Klingen schwerer Eisenketten zu hören und hinter einem Fenster brüllen zwei Menschen im Streit. Das Haus, vor dem Max steht, ist nicht hoch, hat im Gegensatz zu den anderen nur zwei Stockwerke. Der Rest ist weggebombt und abgetragen. Max nimmt einen abgesägten Besenstiel von der Rückbank, steigt aus, schließt das Auto ab, sieht sich im Hof um, der nur von einer Lampe über der hinteren Haustür und dem Lagerfeuer beleuchtet ist. Er steckt den Stiel in seinen Ärmel, hält ihn unsichtbar fest, geht zum Haus, öffnet die Tür, die ein schäbiges Provisorium ist, steigt im Funzellicht eine sandige Holztreppe hinauf, klingelt bei Paretzke, und da sich niemand meldet, klopft er. Es dauert eine Weile, bis ein großer, kräftiger Mann in einer schwarzen Lederjacke öffnet. Auf dem Kopf trägt er eine graue Pudelmütze mit Bommel. „Komm rein, is kalt“, sagt er. Max geht hinein, es riecht nach gebratenen Eiern mit Speck, der Mann schließt die Tür und legt die Sicherheitskette in den Schlitz. Max folgt ihm durch einen langen Flur mit verschlossenen Türen in ein Berliner Zimmer und von hier in einen kleinen Raum, in dem ein großer Kamin wohlige Wärme abgibt. Der Mann setzt sich an einen Schreibtisch, der wie einer aus dem Sperrmüll aussieht, Max zieht sich einen Hocker heran, nimmt Platz, der Mann sagt: „Pass auf, bevor wir reden: Schnaps und Waffen. Mehr brauche ich nicht.“ – „Du hast was anderes bestellt, liegt im Auto“, antwortet Max. – „Ami-Pistolen.“ – „Lebensmittel und Jeans“, sagt Max ruhig. Der Mann wischt mit der flachen Hand über den Tisch, sagt: „Pistolen sind Lebensmittel!“ – „Nicht für mich. Willst du das Zeug oder nicht?“, fragt Max. – Der Mann hebt den Kopf, spricht gegen die Zimmerdecke: „Der scheint mich nicht verstanden zu haben, der Junge!“ – „Was gibt’s da zu verstehen? Ich liefere die Bestellung, du willst was anderes, willst Waffen. Ich sage: nein!“ – „Traust dich nicht. Andere haben mehr Mumm.“ – „Dann geh zu den anderen, Paretzke – oder wie du heißt.“ – „Nicht frech werden, Hose. Bist kaum aus den Windeln und schon so frech, Papa mag das nicht.“ Der Mann streicht wieder über die Tischplatte, als wäre sie kostbar, scheint nachzudenken, vom Flur her sind Geräusche zu hören. „Dann war’s das also“, sagt Max. – „Eins noch: warum keine?“, fragt der Mann. – „Was denn?“ – „Keine Waffen? Ich zahl dir nen Hunderter für die 1911er! Neunzig für ‘ne Browning! Wer Zigaretten klaut, kriegt auch Pistolen weg.“ – „Ich klaue nicht, ich kaufe.“ – „Du willst mir doch nicht weismachen, dass du dein Zeug ordnungsgemäß bezahlt hast, da muss ich ja lachen!“

Max erhebt sich langsam, verlässt das Zimmer ohne ein Wort, schreitet zur Wohnungstür zurück, die nun von einem bewacht ist, der Paretzkes Doppelgänger sein könnte: nicht ganz so groß, nicht so kräftig wie der andere, aber auch in Lederjacke und mit Mütze. „Hast du nichts vergessen?“, fragt der. „Nichts“, sagt Max. „Prügel“, sagt der andere und im selben Moment hält der einen Baseballschläger in der Hand, hebt ihn hoch. Doch Max ist schneller, dreht seinen Arm, dann der Schlag, ein kräftiger, aber er trifft nur den Besenstiel im Ärmel. Max lächelt, nutzt die Irritation des Mannes, sieht die Kette neben dem Schloss baumeln, reißt die Tür auf, läuft die Treppe hinunter und in den Hof. Hier muss jemand das Lagerfeuer gelöscht haben, und aus dem Nebenhaus muhen Kühe. Max läuft zum Auto, tritt auf Glassplitter, sieht im Halbdunkel, dass die hintere Scheibe eingeschlagen und der Caravan ausgeraubt ist. Er zögert nicht, steigt ein, der Motor lässt sich starten. Er fährt rückwärts aus dem Hof heraus, schrammt, weil das Licht nicht mehr funktioniert, die Hauswand. Bis nach Dahlem kann er so nicht fahren. Also parkt er den Wagen einen Kilometer weiter, in der Lindower Straße am S-Bahnhof Wedding. Die alte Frau Mischke wohnt hier, die zweimal pro Woche in A das Büro und den Eingang putzt, und ihr Bruder ebenfalls, der Garagen vermietet. Max weiß die Hausnummer nicht, ist noch nie hier gewesen. Er geht die bröckeligen Mietshäuser entlang, von Eingang zu Eingang, sucht den Namen auf den Klingelschildern, wenn es sie gibt, während auf dem nebligen Bahndamm rechts eine S-Bahn gespenstisch leer Richtung Westen abfährt. „Entschuldigung, wissen Sie zufällig, wo Frau Mischke wohnt?“, fragt er einen, der Ofenasche rausträgt. – „Michalske ja, aber Mischke, nö.“ – „Oder den, der hier die Garagen vermietet?“ – „Garagen, ja, der Otto Rasik, drüben Nummer vier. Da wohnt der, wenn er nicht in der Henne ist, da hat er seinen Stammtisch.“ Max findet ihn im Wohnhaus nicht, geht in die Henne, wo die gelbe Luft nach Zigaretten und Bier schmeckt, fragt den Wirt und hört: „Da sitzt er!“ Im Dunst erkennt Max einen zotteligen, alten Mann, der am Tisch eine Fellmütze und ein Glas umarmt, schreitet an den wenigen Gästen vorbei, die schläfrig Notiz von ihm nehmen, setzt sich zu dem Alten und sagt: „Ich suche Irmgard Mischke.“ – „Bin ich nich.“ – „Der Bruder, ja?“ – „Bin ich.“ – „Ich brauche eine Garage, mein Wagen ist kaputt.“ – „Komm morgen.“ – „Nee, heute. Ne Scheibe ist draußen.“ – „Eine hab ich noch, Irrtum nicht ausgeschlossen. Wie lange?“ – „Ein paar Tage. Aber ich brauche sowieso eine für allerlei Zeugs.“ – „Reell?“ – „Ja.“ – „Der letzte mit reell, der is reell abgehaun.“ – „Ich zahle gleich.“ – „Im Wedding zahlt keiner gleich. Was bist du denn für einer?“ – „Deine Schwester arbeitet für mich, Hausverwaltung.“ – „Und du brauchst ‘ne Garage?“ – „Ja oder nein?“ – „Fünfzig im Monat.“ – „Ist sie sicher? Trocken?“ – „Du stellst ‘ne Menge Fragen für dein Alter. Könntest mein Sohn sein, hast sowieso die gleiche Nase.“ – „Trocken?“ – „Wie meine Kehle.“

Max bestellt zwei Bier, der Alte wird zutraulich wie ein Hund. Und redselig. Fünfundsechzig Jahre. Stalingrad. Kam durch Zufall aus dem Kessel, weil er einen halbtoten Oberst in die Maschine geschleppt hat, kurz bevor sie abflog. Geschieden wegen Suff. Frau und Sohn sind drüben in Pankow geblieben. „Pankow ist wie Wedding, nur leider ist da die Mauer zwischen. Der Klaus denkt an nichts anderes, als wie man drüber hopst. Ilse auch, aber nicht meinetwegen, wegen der Felle. Sie hat neunundfünfzig am Ku’damm einen Nerzmantel gesehen, den will sie haben. Aus der Traum. Geld hat sie, Judengold vom SS-Sturmbandführer Gollmech, darf man ja keinem sagen. Mit dem hat sie sich den schleswigschen Winter warm gemacht, als unsereins im russischen Dreck festfror. Die Ilse hat Gold im Keller, wo andere Brikett stapeln. Eine Fahrkarte zum Ku’damm kriegt sie dafür trotzdem nicht, nicht für eine Million!“ – „Doch.“

Otto Rasik trinkt das zweite Bier aus, das Max ihm spendiert hat, lehnt sich auf seinem Hocker gegen die Wand, raucht eine HB und betrachtet Max schweigend und nun mit abfälligem Blick, als hätte er plötzlich etwas Verdächtiges herausgefunden. Max schweigt zurück und steckt sich ebenfalls eine an. Am anderen Tisch lacht man über Türkenwitze, die Musikbox spielt Marmor Stein und Eisen bricht und da sie vorher still gewesen ist, klingt das Lied in Max‘ Ohren unangenehm laut. „Was bist du für einer?“, sagt der Alte unvermittelt. „Siehst aus wie die, wie heißen die … Mafia! Aber mich legst du nicht rein.“ – „Ich leg nie einen rein.“ – „Sagen sie alle. Du bist nicht von hier. Wo kommst du her?“ – „Ost-Berlin.“ – „Unmöglich!“ Der Alte grinst, scheint Max‘ Antwort komisch zu finden, dann aber macht er ein ernstes Gesicht: „Hat sich vertan, der Knabe, meint Südberlin oder Nord. Hast du eigentlich was gelernt?“ – „Kaufmann.“ – „Kaufmann ist jeder. Hast du nicht gesagt, meine Schwester arbeitet für dich?“ – „Tut sie. Aber ich bin in beiden Berlins zu Hause.“ – „Quatsch. Oder biste Politiker?“ – „Geschäftsmann.“ – „Und die lassen dich einfach so durch? Oder biste einer von den Maulwürfen? Den letzten haben sie … Sag mal, du verkohlst mich doch!“ – „Ich habe dir was vorzuschlagen. Deine Frau, ehemalige, meine ich, die will raus, ja?“ – „Ilse will, sagt Klaus, der mein einzig Fleisch und Blut ist. Und Klaus denkt an nichts anders.“ – „Wann hast du sie zum letzten Mal gesehen?“ – „Wann ich Ilse … ? Will ich vergessen. Klaus am ersten Januar vierundsechzig, da hatte ich den Passierschein, danach haben sie mir keinen mehr gegeben und nun geht’s sowieso nicht mehr, Saubande!“ – „Ich kann beide rüberholen. Kostet aber was.“ – „Davon lebst du also. Kassieren, versprechen und nicht halten.“ – „Ich habe erst gestern Abend eine Frau rübergeholt, mit Ausweis, Lippenstift und Fotoalbum. Kann ich dir zeigen. Wo wohnt Klaus denn?“

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