Katrin Maren Schulz - Rapsgezeiten

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Marielou aus Berlin ist voller Fragen an sich und ihr Leben, als sie zum ersten Mal allein nach St. Peter-Ording reist. Dort entdeckt sie ihre Liebe zur Nordseeküste, die eine besondere Magie auf Marielou ausübt, und sie immer wiederkehren lässt. Im Lauf der Zeit sind es die See, das Watt und die Gezeiten, die ihr mehr und mehr Antworten auf ihre Lebensfragen geben.
Was Marielou nicht weiß ist, dass sie dabei von einer rätselhaften Frau begleitet wird …
. – .
" … setze mich auf eine Bank am Deich, und sehe sie mir von der erhobenen Ferne aus an: die Majestätische, die Nordsee. Sie steht in voller Blüte des Hochwassers, ist groß und präsent, kräftig und entschlossen. Sie weiß, was sie wann zu tun hat, und lebt jeden einzelnen Moment ihres Daseins so, wie er ist:
als Element eines großen Ganzen.
Und ich bitte sie: Lass mich Deine Schülerin sein."
. – .
Eine Liebeserklärung an die Nordsee.

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Die Zeit kommt mir so unwirklich vor. Ist das, was alles passiert, und nicht passiert – ist das mein Leben?

In wenigen Jahren werde ich vierzig. Und frage mich, ob das überhaupt meine Lebensweise ist, so wie ich hier lebe, in der Großstadt, in der vieles so anders ist als in einer Kleinstadt: kopfgrenzenloser, individueller, chaotischer, provisorischer, unzensierter. Aber eben auch laut, und voll. Fern von Natur, und fern meiner Authentizität.

Zweifle. Als würde mich dieser Zwiespalt einfach ständig begleiten: Stadt oder Land?

Heute ist die Beerdigung des verstorbenen Bekannten, da graut mir eigentlich davor. Vielleicht wird sie mich aber auch zurechtrücken. Ich werde hingehen, ob ich will oder nicht.

Schon so oft bin ich an diesem Friedhof vorbeigefahren. Nie habe ich ihn besucht. Inmitten der Stadt, nahe dem Alexanderplatz, liegt er, umrahmt von weinbewachsenen Backsteinmauern. Hinter ihnen ist vom Stadtlärm fast nichts mehr zu hören. Der Friedhof saugt den Lärm einfach auf. Ein sehr alter Friedhof, mit einer Kapelle, in der es riecht, wie es in einer sehr alten Kapelle riecht: nach altem Gemäuer, Blütenduft und Kerzenwachs. Die Atmosphäre voller Trauer. Tag für Tag befinden sich trauernde Menschen hier drin. Es ist, als würde das Gemäuer ächzen unter der Last der Tränen und leidvollen Gedanken, die sich in ihm stauen. Und als würde es zugleich all dies tragen können und aufsaugen in sich.

Ich bin froh, als es heraus geht, wieder ins Grün des Friedhofs. Durch den alten Baumbestand blinzelt die Sonne, und blauer Himmel. Unwirklich in einer Beerdigungssituation. Und doch stehe ich da, und betrachte die Endlichkeit des Lebens. Sie scheint in mich hineinzukriechen, diese Endlichkeit, durch den erdigen Friedhofsboden meine Beine entlang bis ins Gehirn. Da klopft sie an, und fragt:

„Weißt du denn immer noch nicht, was du zu tun hast?“

Nach dem Zeremoniell verlasse ich die Trauernden. Gehe über den Friedhof, durch seine Stille. Neben mir, noch immer, die Endlichkeit, die auf eine Antwort wartet. Die mir nun klar wird, so klar. Ich stehe auf diesem Friedhof, eine Woche Urlaub vor mir, und habe keine Zweifel mehr: ich muss wieder nach St. Peter-Ording. Ja, ich habe wenig Geld zurzeit. Aber ein Sparbuch. So eines, zu dem die Eltern immer gesagt haben: falls Du mal einen besonderen Wunsch hast. Ich habe ein Sparbuch, mit Geld darauf. Ich bin auf einer Beerdigung, und erlebe die Endlichkeit des Lebens. Und da überlege ich, ob ich es mir leisten kann, ein paar Tage zu verreisen?

Es ist als würde diese Beerdigung mich wachrütteln: worauf will ich noch warten? Worauf will ich noch sparen? Auf die Zukunft?

Das, was ich heute Zukunft nenne, ist nicht mehr die Art von Zukunft, von der meine Eltern sprachen, als sie mir mein Sparbuch anlegten. Diese Zukunft findet jetzt gerade statt.

Wenn ich jetzt von Zukunft spreche, dann begebe ich mich Richtung Reife, nicht mehr Richtung Erwachsen-Werden.

Das bin ich schon.

Vielleicht heute geworden.

Das Wetter ist heute so sonnig und klar, geschmückt mit frischem Wind, dass ich mich an die Küste versetzt fühle. Ich weiß: ich will, nein, ich muss, wieder nach St. Peter-Ording.

Zwei Stunden später rufe ich Herrn Hansen an. Das Häuschen ist vermietet, aber bei ihm ist noch eine Ferienwohnung frei: von Sonntag bis Samstag, fünf ganze Tage, werde ich im geliebten Land sein.

Die Entscheidung fühlt sich absolut gut und richtig an. So selbstverständlich, dass ich gar nicht zappelig freudig bin, sondern plötzlich ganz ruhig werde. Als würde ich das Selbstverständlichste tun, was ich nur tun könnte:

Pendeln, zwischen Stadt und Land. Nicht nur im Kopf, sondern auch in der Tat.

Heute auf dem Wochenmarkt stand Frau Hansen hinter mir in der Schlange vor einem Stand und unterhielt sich mit einer Bekannten.

„Die junge Frau aus Berlin, die im letzten Jahr allein im Haus von Frau Martens war, hat sich spontan für Sonntag angekündigt“ erzählte sie.

Mein Herz hat Freudensprünge vollführt: das kann nur Marielou sein. Sonst war im vergangenen Jahr keine Frau allein in dem Haus. Aber warum nur hat sie so kurzfristig gebucht? Wenn selbst ich bereits im letzten Jahr wusste, dass sie wiederkommen wird: wusste sie selbst es denn nicht? Ob ihr das Geld fehlte für eine frühere Entscheidung? Sie wirkte nicht gerade wie eine, die in Geld schwimmt ...

Ich weiß noch, wie ich für meine ersten Urlaube auf Eiderstedt meine letzten Ersparnisse zusammengekratzt habe. Dabei hat mir immer mein Sicherheitsdenken reingeredet:

„Brauchst du das Geld nicht für etwas Wichtigeres?“

„Eiderstedt ist etwas unglaublich Wichtiges für mich“, habe ich ihm geantwortet.

Später, als ich zur Großverdienerin wurde, hätte ich zwar genügend Geld für viele Reisen gehabt, aber ich hatte die Zeit dafür kaum mehr.

Es mag ja ganz vernünftig sein, die eigene Existenz nicht zu gefährden finanziell. Aber andererseits nützen Wünsche nichts, wenn man sie sich gleichzeitig versagt, oder wenn man sich nicht traut, sich an ihre Umsetzung zu machen. Ein zu ausgeprägtes Sicherheitsdenken ist wie eine selbstgemachte Blockade des eigenen Lebensflusses. Und was soll das überhaupt sein: Sicherheit? Wie sind ihre Maßstäbe? Wo beginnt sie vorhanden zu sein, und wo endet sie? Ein Maximum von Sicherheit oder eine Vollendung des Sicherheitsgefühls gibt es nicht, denn dafür beinhaltet das Leben zu viele Unwägbarkeiten. Niemand kann hundertprozentige Sicherheit versprechen, und niemand kann sie sich selbst erschaffen.

Wenn es so ist wie ich vermute - dass Marielou noch sehr im Sicherheitsdenken verhaftet ist - wovor hat Marielou eigentlich Angst? Sie hat doch einen Job, das stand zumindest auf ihrer Weihnachtskarte, die ich im Winter gelesen hatte. Also hat sie ein regelmäßiges Einkommen, und das allein bietet schon so viel Sicherheit, von der andere nur träumen können. Ist Marielou knauserig, sparsam, geizig? Das wäre schade. Denn Geiz blockiert den Lebensfluss, und wenn das Leben nicht fließt, ist es erstarrt. Dafür ist Marielou nicht der Typ, vermute ich.

Ich selbst übrigens erst recht nicht.

Früher, in meinem alten Leben, habe ich sehr auf den Wink des Schicksals gesetzt, wenn ich vor der Entscheidung stand Geld für etwas auszugeben oder nicht. Ich brauchte ihn noch, als meine innere Stimme noch nicht so klar und deutlich zu mir gesprochen hat, wie sie es heute tut. Manchmal hat mich ein Wink des Schicksals tatsächlich an die Endlichkeit des Lebens erinnert - in meinem alten Leben hatte ich immer wieder vergessen, dass die existiert, und ich habe meine Lebenszeit mit unnützem Zeug vergeudet, als gäbe es kein Ende für sie.

‚Carpe diem‘ sagen die Menschen gerne, wie ein lockerer Spruch kommt es unbedacht wirkend von ihren Lippen.

Ich habe den Eindruck, der Begriff ist so ausgelutscht und verbraucht, dass er seine Wirkung verloren hat. Sonst würden die Menschen sich ihn doch viel mehr zu Herzen nehmen, oder? Aber das tun sie nicht. Sie verschleudern ihre Lebenszeit mit unnützem Zeug, als gäbe es kein Ende für sie. Dabei ist, sich immer wieder an die Endlichkeit des Lebens zu erinnern, wie ein Vergleichen von Soll- und Ist-Zustand der eigenen Wünsche und Ideen. Manch einer hat dabei schon festgestellt, dass das Ist dem Soll hinterherhinkt.

Ich vermute, dass bei Marielou bezüglich eines Lebens im Norden das Ist dem Soll hinterherhinkt. Vielleicht ist es ein noch zu träumerisches Bild, das sie davon hat. Aber solange sie sich kein genaueres Bild macht, kommt sie nicht weiter mit ihrer Frage nach dem Nordleben. Was ihr fehlt, ist ein tiefer Blick in die Kultur, in das Wesen der Einheimischen. Sie hat nur den touristischen Blickwinkel, und der kann auch beschönigend sein.

Aber sie entwickelt offensichtlich Energie, mehr darüber herauszufinden, und das ist, was zählt.

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