Nach der Hinrichtung begruben gottesfürchtige Männer den Leichnam unter großer Trauer. Dies geschah ein Jahr nach dem Tode von Jesus Christus. Beinahe 400 Jahre ruhten die heiligen Gebeine im Schoße der Erde. Im Laufe der Zeit wurde der Ort seines Grabes vergessen. Da gefiel es Gott, dieselben im Jahre 415 wieder auffinden zu lassen, und durch viele Wunder zu verherrlichen. Die Kirche feiert das Andenken an diese Auffindung am 3. August.
Wissenswertes rund um den heiligen Stephanus
Stephanus ist der Schutzpatron der Böttcher, Kutscher, Maurer, Steinhauer, Pferdeknechte, Weber, Schneider und Zimmerleute. Außerdem von den Städten Passau, Turin, Prato und Biella. Angerufen wird er bei Besessenheit, Kopfschmerzen, Steinleiden und für eine gute Sterbestunde.
Stephanus wird oft dargestellt im Ornat des Diakons mit Palme, Buch und Steinen
Der Gedenktag des heiligen Stephanus wurde schon seit der Einführung des Weihnachtsfestes als Fest am Tag nach dem Fest der Geburt Jesu begangen, wodurch die Freude über die Geburt und die Trauer über die Bedrohung des Lebens ganz nahe zusammen gesehen wurden.
Möglicherweise durch Verdrängung eines heidnischen Winterfestes wurde Stephanus Patron der Pferde und des Gedeihens in Feld und Haus. Pferde werden in seinem Namen am 26. Dezember gesegnet. Am Stephanstag wechselten Pferdeknechte und Kutscher ihren Arbeitgeber.
Am Stephanus-Tag wurde in den Kirchen ein Kelch mit Rotwein, in dem ein Stein versenkt war, gesegnet. Der Rotwein erinnerte an das vergossene Blut, der Stein an die Art des Martyriums. Dieser gesegnete Wein wurde dann bei vielen Krankheiten als Heilmittel verwendet und trägt die weinrechtlich offizielle Bezeichnung Stefaniwein oder Stefanilese. An Arme wurde am Stephanstag Brot ausgeteilt, womit die ursprüngliche Tätigkeit der Diakone nachvollzogen wurde.
Stephanus' Name ( stephanos => Kranz) ist eine Andeutung auf seinen Tod hin, indem er als erster den "Siegeskranz" der Märtyrer empfing.
Jesus wurde geboren, um die Geburt jedes Menschen für den Himmel möglich zu machen. Stephanus aber war der Erste dieser für den Himmel Geborenen. Darum sagt ein altes Messbuch auf diesen Tag: Gestern ward Christus für die Erde Mensch, damit Stephanus heute für den Himmel geboren werde.
Legenden erzählen, wie ein Senator aus Konstantinopel in Jerusalem starb und anordnete, neben Stephanus begraben zu werden, dem er eine Kapelle hatte bauen lassen. Als nun dessen Frau nach Konstantinopel zurückkehren und den Sarg ihres Mannes mitnehmen wollte, verwechselte sie ihn mit dem des Stephanus. Auf dem Schiff hörte man erst der Engel Gesang, dann aber das Wüten der Dämonen, die dem Schiff mit Untergang drohten, aber vom Erzengel Michael in den Abgrund gedrängt wurden. Der Sarg des Stephanus wurde in Konstantinopel (heute: Istanbul) in einer Kirche beigesetzt.
Die Legenden erzählen, wie Eudoxia, die Tochter des Kaisers Theodosius, schwer von Dämonen besessen wurde, die ihr andeuteten, nur Stephanus könne sie heilen. Ihr Vater ließ Eudoxia nach Konstantinopel kommen, dort forderte der böse Geist die Überführung der Gebeine des Stephanus nach Rom, was 425 ausgeführt wurde, worauf ihre Heilung erfolgte.
Hängt zu Weihnacht Eis an den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schlagen.
Kommt weiße Weihnacht, der Winter lang und hart.
Auf windige Weihnachten folgt ein glückliches Jahr.
Bringt St. Stephan Wind, die Winzer nicht erfreut sind.
Windstill muss St. Stephan sein, soll der Nächste Wein gedeih'n.

27. Dezember
Gedenktag des heiligen Johannes

Der 27. Dezember ist seit dem 4. Jahrhundert der Gedenktag des heiligen Johannes, bezeugt durch Gregor von Nyssa (Bischof, Heiliger und Kirchengelehrter)
Dass sein Gedenktag so nah am „Fest der Liebe“ – dem Weihnachtsfest – liegt, ist naheliegend, denn es ist eine Zeit der Offenbarung der Liebe Gottes, die Johannes sein Leben lang gelebt und gepredigt hat.
Der Name „Johannes“ bedeutet „Gott sei gnädig“
Es ist nicht geklärt, ob der Sohn des Zebedäus und der Lieblingsjünger Johannes tatsächlich ein und dieselbe Person waren. Außer dass Beide den gleichen Namen haben, gibt auch das Johannes-Evangelium dazu keinen zwingenden Hinweis.
Der Apostel Johannes wurde als Sohn des Fischers Zebedäus in Bethsaida/Galiläa geboren. Er hatte noch einen älteren Bruder mit dem Namen Jakobus, der ebenfalls später zum Apostel wurde. Beide waren von Beruf Fischer. Bis zu seinem fünfundzwanzigsten Jahr betrieb er mit seinem Vater das Fischerhandwerk und man sah ihn täglich am Ufer des fischreichen Sees Genezareth die Netze auswerfen. Er war fromm und gottesfürchtig erzogen. Und er sehnte sich, wie alle frommen Juden, nach der Ankunft des Messias.
Eines Tages erzählten die Leute, dass ein Mann am Jordan erschienen sei, der mit gewaltiger Stimme Buße predige und den die Leute für den verheißenden Messias halten. Begierig diesen Mann zu sehen, eilte er los und traf auf Johannes den Täufer, den Vorläufer des Heilandes. Er war sehr ergriffen von seinen Worten, so wurde er sein Jünger.
Eines Tages besserte er mit seinem Bruder Jakobus Netze aus, als Jesus sich ihnen nahte und sie einlud, ihm zu folgen. Johannes folgte dem Rufe des Heilandes und wurde sein Jünger und Apostel. Er war einer der ersten Jünger, die Jesus folgten und wurde schnell Jesus‘ Lieblingsjünger, weil er mit seiner offen zur Schau getragenen und unbegrenzten Zuneigung an seinem Herrn und Meister hing. Später nennt er sich selbst in seinem Evangelium „den Jünger, den Jesus lieb hatte”.
Alle Vorzüge und Gnaden, womit ihn Gott überhäufte, waren der Lohn für seine Keuschheit. Durch diese Tugend erwarb er den hohen Vorzug, dass der gekreuzigte Jesus ihm seine Mutter anvertraute. Eine jungfrauliche Mutter vertraute er einem jungfraulichem Jünger an. Wer sollte da noch zweifeln, dass die Keuschheit die Lieblingstugend Jesu ist? Denn wer die Reinheit des Herzens liebt, der wird den König des Himmels zum Freund haben!
Die Liebe des Heilandes wirkte auf eine ganz besondere Weise im heiligen Johannes. Diese Liebe machte ihn, neben Petrus und Jakobus, zum innigsten Vertrauten der heiligen Geheimnisse Jesu. Er durfte Zeuge seiner Verklärung auf dem Berge Tabor und seiner Todesangst auf dem Ölberge sein. Beim letzten Abendmahl ruhte sein Haupt an der Brust Jesu. Er entdeckte auch den Verrat des Judas und unter dem Kreuz stehend, nahm er mit dem innigsten Mitleid großen Anteil an dem Leiden und Sterben des Heilandes. Das war der Zeitpunkt, wo Jesus seinen geliebten Jünger zum Erben jener Liebe machte, die der Sohn Gottes für seine Mutter empfand, indem er diesem seine gebenedeite Mutter zur Obhut übergab. Konnte der Heiland ihm einen stärkeren Beweis seiner Liebe geben? Johannes wurde dadurch der Erstgeborene unter den Kindern der heiligen Mutter Gottes.
Ungeachtet seines bitteren Schmerzes blieb Johannes mit Maria und Magdalena am Fuße des Kreuzes. Er sah Jesus seinen Geist aufgeben, sah wie man die Lanze in die Seite Jesu stieß und aus der Wunde Blut und Wasser daraus fließen. Er half, den heiligen Leichnam vom Kreuze abzunehmen und er legte ihn in den Schoß der unendlich leidenden Mutter. Er war auch bei seinem Begräbnis dabei. „ Und sein Herz legte sich mit in das Grab seines Heilandes, an dem seine ganze Liebe hing “. Daher lief er dann auch eilends mit Petrus zum leeren Grab, als ihn die Meldung der heiligen Frauen erreichte, sie hätten Jesus gesehen.
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