Klaus J. Hennig - DIE HAVARIE
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Einiges erfuhr er auch von den Albinozwillingen, den Haussklaven des Ex-Senators. Einige Tage, nachdem dieser ausgemusterte Feldwebel erstmals frühmorgens zur üblichen Klientelstunde in der Villa am Meer erschienen war, hatte L. Aelius Aquila mit einigen Bekannten zu Abend gegessen. Niemand von außerhalb, aus Rom etwa, ausschließlich hiesige Hautevolee. Philippos kannte sie alle, kannte ihre Wehwehchen, denn sein Eigentümer lieh ihn bei Bedarf an Familien seines Standes aus, so wie man es auch mit einem Sklaven zu tun pflegte, der ein besonders guter Koch war.
Die Aquilaeische war bei weitem nicht die ausladenste in der Reihe der Villen, die sich südlich der Tibermündung am Meer hinzog, aber ihre Proportionen, ihre Ausstattung konnten einem das Wasser im Maul zusammenlaufen lassen. Der zur Straße gewandte Trakt war zweistöckig, von seinen Enden zogen sich die beiden Seitenflügel westlich gegen das Meer hin. Der Eingang von der Straße war schmucklos, abweisend fast. Zwei Halbsäulen unter einem nur angedeuteten Portikus. Doch schon das Atrium war in pompejanischem Rot gehalten, in hellem Grau und Weiß die Grisaillen. Stelzvögel und Wasserpflanzen, Kraniche, Reiher. Die Bodenmosaiken in schlichten, schwarz-grau-weißen, geometrischen Ornamenten, zu den Wänden hin in ein raffiniertes Blau übergehend. Vom Triclinium aus konnte man, in Gesprächspausen beim Essen, hinter dem Peristyl das Meer hören. Wenige Skulpturen, die aber von erlesener Qualität. Eine Diana zeigte den schönsten Bronzearsch, der jemals einem Griechen gelungen war. Die Penaten dagegen primitiv, barbarisch, wie aus grauer Vorzeit. Uralter Familienbesitz sicherlich. Das Mosaik des Wasserbeckens nahm das Atriumsmotiv auf, variierte es in blau und grün. Im Südflügel die Bibliothek, viermal so groß wie der Schlafraum daneben. Das Ganze aber von einer Intimität, einer Atmosphäre, von der man nur träumen konnte.
An besagtem frühen Morgen war Tullius der einzige Besucher und dem Ex-Senator zu dieser Zeit noch völlig unbekannt. Die Zwillinge hatten anfangs versucht, ihn nicht einzulassen, was einem beinahe einen gebrochenen Arm eingebracht hatte. Welchem von ihnen war Philippos gleichgültig, er war schließlich nicht verknallt in sie. Das war nur der dicke Ex, dem Tullius an diesem Morgen seine Lebensgeschichte erzählen sollte, das heißt, er hatte kaum dazu angesetzt, als er schon unterbrochen wurde: Gewiß, gewiß - an einen Ziegeleiverwalter Cosimus könne er, Aelius Aquila, sich vage erinnern.
»Verstehe, mein Vater damals den deinigen freigelassen. Müßte zu meinem achtzehnten gewesen sein, hatte viele freigelassen damals. Diese Ziegeleien über dem Tiber, diesem Steilufer da, sag mir, mein Lieber, alles in Ordnung da derzeit? Erwarte eigentlich Abrechnungen.«
Tullius hatte eben angesetzt zu erklären, daß angesichts seiner zwanzig Jahre in Gallien und Niedergermanien die Fortexistenz der Geschäfte in einigen Schuppen und Brennöfen am Uferhang des oberen Tiber ihm eigentlich nicht gegenwärtig sein könne, als der Ex glücklich abwinkte, geistesabwesend fragte, ob er schon gefrühstückt habe, um, ohne eine Antwort abzuwarten, wieder in den Ozean seiner Erinnerungen einzutauchen. Was immer Aelius Aquila an diesem fernen Tage seines achtzehnten Geburtstags im weiteren erlebte, Tullius hatte verstanden, daß er als Klient seines verfetteten Patrons zum Zuhören verurteilt sein würde.
Bei dem erwähnten Abendessen in der Villa am Meer war Tullius' Zukunft in Ostia eher beiläufig besprochen worden, irgend etwas Subalternes in einer der hiesigen Behörden würde sich für einen altgedienten Feldwebel und Zahlmeister immer finden lassen, ganz köstlich, diese Wachteln, woher beziehst du sie?
Zur Herkunft der Vögel, der Koch hatte sie mit Feigen und Thymianhonig geschmort, konnten die Zwillinge artigen Bescheid erteilen, zu Tullius blieben sie maulfaul. Sie schienen ihn wirklich nicht zu mögen. Erst als Philippos ihnen einige der Möglichkeiten andeutete, die einem Arzt zur Verfügung stünden, der der Bitte des Hausherrn, sich einmal seine Sklaven anzuschauen nachkäme, eine kurze Schilderung endoskopischer Instrumente genügte - sie erinnerten sich an gewünschte Details. Danach war dieser Tullius ein eher atypischer Klient des Hauses Aquila, ging weder Geschäften nach, an denen der Patron zu beteiligen war, noch hatte er Darlehen bei ihm aufgenommen oder gedachte dies zu tun. Und nach zwanzig Jahren in Legionsbaracken hatte er einen Rechtsanspruch auf eine Beamtenstelle, benötigte im Grunde also die Hilfe seines Patrons gar nicht.
Der Griffel sprach über ihn nur mit hochgezogenen Augenbrauen, mokant, als lägen Welten zwischen ihnen. Dieser gemütsarme Kommißkopf habe jetzt zum ersten Mal einen Fall, über den man sich in der Stadt die Mäuler zerrisse. Schadenfreude. Man riebe sich die Hände, weil die Geldsäcke aus Trastevere jetzt nicht mehr zurück könnten, schon der Kautionen wegen, die zu stellen waren, damit die Anwälte den Orion-Fall überhaupt anfaßten. Wieviel Geld sie in dem Unternehmen hätten, wüßten natürlich nur sie selbst. Jetzt steckten sie mit den Hiesigen die Köpfe zusammen, draußen vor der Porta Marina in ihrer Synagoge. Der kleine Tempel, der eigentlich nur Lauf von den Tiberschiffern hatte, könne die Aufgeregten kaum fassen; man 'zerbösere' sich.
Hinter dem Theater bei den Corporationen dagegen sah man sie eher gemessen auftreten, wollten sich wohl keine Blößen geben dort. Beliebt oder nicht, für die Reedereien und seemännischen Berufsvereinigungen sind sie wichtigste Kundschaft. Den Verlust der Orion hätten sie endlich offiziell anhängig gemacht, Unterschlagung und Kreditbetrug unterstellt, bestritten Ort und Zeitpunkt, den Hergang der Havarie, sogar diese selbst. Stritten um Ort und Zeit und Sesterzen gegen alle und jeden, auch untereinander. Und hätten doch so gut wie nichts in der Hand. Luftgeschäfte, meinten die Spötter, von ihren dreißig Prozent für Seekredite weiter entfernt als von den Pyramiden am Nil.
Auch auf dem Seeamt am Tiberius-Forum bedauerte niemand Tullius, der den Anwälten aus Trastevere keineswegs gewachsen schien; es sah einfach nach einer spannenden Würfelpartie aus. Unstrittig war nur, daß die Orion Getreide geladen und, unter militärischer Bewachung, auch Gefangene an Deck hatte, als sie den lycienischen Hafen Myra verließ, an einem Herbsttag vor nun fast zwei Jahren. Die Frage ist nur, warum sie nicht in einem kretischen oder griechischen Hafen überwintert hatte. Der Soldaten und Gefangenen wegen? Die waren immerhin zu ernähren. Oder ging es mehr um den Wert der Ladung, um die Winterpreise, die man in Rom für Brotgetreide zu zahlen bereit war? Zur Persönlichkeit des Schiffers, eines syrischen Freigelassenen, hörte man bei den Corporationen, wo man ihn zu kennen schien, daß sie ihren Ausdruck in einer nicht alltäglichen Mischung aus Halsstarrigkeit und Geldgier fände. An seinen seemännischen Qualitäten hegte jedoch niemand einen Zweifel. Doch blieb es einstweilen bei Mutmaßungen über einen Abwesenden, von dem es hieß, das Seeamt suche ihn dringend, wenngleich bislang ohne jedes Ergebnis, zu einem Vernehmungstermin einzubestellen.
Inzwischen sank die Stimmung und stiegen die Kosten derer aus Trastevere, die, auf eben diesen Termin wartend, täglich übelgelaunter die Geschäfte der Kneipiers und Herbergswirte in Ostia belebten. Die Gerüchte wucherten wie das Unkraut im Aprilregen. Natürlich wurde auch mit Wonne an den weithin beliebten Seewurf erinnert, das Überbordwerfen von Ladung in angeblich schwerer Seenot, die in Wahrheit irgendwo an Land verkauft worden war. Dieser Brauch war so populär geworden, daß die kaiserlichen Behörden inzwischen hart durchgriffen, bei leisem Verdacht schon schwere Folter gegen mögliche Beteiligte anwendeten.
In den Tavernen bot man die ersten Wetten an: »Daß man nicht würde finden dem Schiffer oder dem Steuermann, daß man möchte se finden und se möchten beschwören dem Seewurf, daß alles verkäuft ist, Schiff, Gefangene und Ladung, und de Seeleut' halbe-halbe gemacht mit de Herren Soldaten.«
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