Raya Mann - Seltene Mädchen

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Eine solche Liebesgeschichte hätte Raya Mann seit ihrer eigenen Teenagerzeit immer gern gelesen. Irgendwann wurde ihr klar, dass sie sie selbst würde erzählen müssen. Weil es eine ungewöhnliche Liebe ist, berichtet Raya Mann so einfach wie möglich, vom Anfang bis zum Ende, aus der Rückschau des erwachsenen Protagonisten.
Jonas und Rahels Schicksal fügt sich bei einem Spaziergang im Wald, als sie 16 und 13 Jahre alt sind. Eine unschuldige Berührung lässt sie zueinander finden, Sehnsucht und Begehren formen sie alsbald zum Liebespaar. Alles geschieht im Verborgenen, denn sie sind Bruder und Schwester. Zudem ist der Pfarrer Thomas Beck ihr Vater. So vergehen zwei innige Jahre, ohne dass jemand etwas bemerkt.
Damit weiterhin niemand Verdacht schöpft, geht Jona eine Beziehung zu Rahels Freundin ein. Es soll so aussehen, als ob er und Astrid ein Pärchen seien. Unversehens liebt Jona zwei Mädchen und wird ebenso von beiden geliebt. Erst als sich ein Baby ankündigt, gerät das Gebilde aus Liebe und Lüge jäh ins Wanken.
Was empfindet Jona zwanzig Jahre später für Rahel und Astrid? Hat er mit einer von ihnen das Glück gefunden, eine Familie gegründet? Oder muss eine solche Liebesgeschichte tragisch enden?

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Da ich mich weigerte, an der Beerdigung teilzunehmen, wurde ich für ein paar Tage zu Oma Beck geschickt. Sie blieb meinetwegen der Beisetzung ihrer eigenen Tochter fern. Doch das weiß ich nur aus den Erzählungen der Erwachsenen.

Im Gedächtnis haften blieb mir jedoch eine große Sache aus dem Jahr 1988. Das Pfarrhaus war eine riesige, heruntergekommene Villa. Ein Industrieller hatte sie im vorigen Jahrhundert für sich und seine Familie gebaut und sie in seinem Testament der Kirchgemeinde vermacht. Nun zogen Tante Renate und die drei Von-Wedel-Kinder zu uns ins Pfarrhaus. Der Älteste, Jakob, war vierzehn wie ich, Mirjam dreizehn und der Jüngste, Benjamin, neun. Das war eine drastische Veränderung unserer Lebensumstände. Ich war nicht im Geringsten darüber verwundert, sondern es leuchtete mir auf der Stelle ein. Es schien mir die beste Lösung für alle zu sein und ich hatte irgendwie das Gefühl, die Zusammenführung der Familien sei meine Idee gewesen.

Esther, Rahel und ich sprachen unsere Tante mit dem bloßen Vornamen an, einfach Renate. Ebenso riefen Jakob, Mirjam und Benjamin ihren Onkel beziehungsweise unseren Vater bei seinem Vornamen, Thomas. Kaum lebten wir miteinander im Pfarrhaus, benutzten alle sechs Kinder für beide Erwachsenen nur noch die Vornamen. Meine Schwester Esther und mein Cousin Jakob, die beiden Ältesten, hatten damit angefangen und wir Jüngeren ahmten es ihnen nach. Wir alle wollten wohl Gleichgewicht und Gerechtigkeit in die neue Gemeinschaft bringen. Wir Kinder, die mutterlosen wie die vaterlosen, waren bereit, Thomas und Renate untereinander zu teilen. Wozu wir nicht bereit waren, war jemand anderen als die Verstorbenen „Mama“ beziehungsweise „Papa“ zu nennen. Beides konnten wir durch die Verwendung der Vornamen für die beiden verbliebenen Elternteile ausdrücken. Auch das schien mir die beste Lösung für alle zu sein.

Es war ein Glück, dass es funktionierte. Funktionieren konnte es deshalb, weil die beiden Familien seit jeher eng miteinander verbunden gewesen und wir Kinder miteinander aufgewachsen waren. Wir hatten eine Menge Freizeit miteinander verbracht, auch ganze Ferien und Familienfeiern. Dass Thomas und Renate im Jahr 1989 heirateten, überraschte mich kaum. Ich war inzwischen fünfzehn und hatte es kommen sehen. Zudem hatten Esther und Jakob, die zwei Erstgeborenen, kräftig die Werbetrommel für diese Heirat gerührt. Jetzt warteten wir nur noch darauf, dass Renate ihr Baby bekäme, unsere Halbschwester Zarah, wie sich herausstellen sollte.

Rahel, meine drei Jahre jüngere Schwester, bekam ihre ersten Reitstunden. Zu ihrem zehnten Geburtstag, wenige Monate nach der Neujahrsnacht 1987, wurde sie in dem Reitsportzentrum angemeldet. Warum kann ich mich ausgerechnet daran erinnern? Vielleicht weil Rahel und ich auf diese Weise eine eigene Sphäre außerhalb des Pfarrhauses bekamen? Das Reitsportzentrum lag außerhalb der Stadt und die Anfahrt war umständlich. Thomas und Renate wollten nicht, dass Rahel allein unterwegs war. Eines der älteren Geschwister musste sie dorthin begleiten. Keine Ahnung, ob ich mich freiwillig meldete oder ob ich dazu verdonnert wurde. Ich glaube nicht, dass ich aus freien Stücken reiten lernen wollte, aber es schien einfach zu meinen Aufgaben als Bodyguard dazuzugehören.

Rahel erwies sich als talentierte Pferdesportlerin und machte schnell Fortschritte. Das halbe Reitsportzentrum lag mir in den Ohren, was für ein Wunderkind sie sei. Und später bekam ich auch noch zu hören, welch hübsche kleine Amazone sie sei. Mir war das natürlich peinlich. Sie war das jüngste Mädchen von uns sechs Kindern. Nur unser Cousin Benjamin war noch jünger. Rahel sei etwas Besonderes, hieß es immer wieder. Ich hätte gerne gewusst, was die Leute damit meinten. Doch irgendwie war ich derselben Ansicht. Ich fühlte, seit ich denken konnte, einen gewissen Stolz auf Rahel.

Im Reitsportzentrum verkehrten lauter Frauen und Mädchen. Der einzige Junge zu sein, war mir immer ein wenig unangenehm. Doch nach zwei Jahren tauchte endlich ein anderer Junge auf. Er wurde von seiner Mutter chauffiert. Sie fuhr meistens ein silbernes Coupé mit breiten schwarzen GT-Streifen auf Kühlerhaube, Dach und Heck und mit vier zusätzlichen Rallye-Scheinwerfern vor dem Kühlergrill. Manchmal kam sie auch mit ihrem neuen Amischlitten. Unten war er in glitzerndem Gold lackiert und oben hatte er ein weiß bezogenes Dach. Die Typenbezeichnung habe ich mir bis heute merken können. Es war ein Oldsmobile Ninety-Eight Regency Brougham Sedan, Baujahr 1986.

Der Junge, der abwechselnd im Sportwagen und im Straßenkreuzer zum Reitsportzentrum gebracht wurde, hatte einen unmöglichen Vornamen, für den er sich schämte und mir leidtat: Ansgar. Ich war einen halben Kopf kleiner als er und ein Jahr jünger. Er sah blendend aus, wie ein Model. Für sein Alter hatte Ansgar ein viel zu männliches Gesicht, kantig und knochig, mit einem markanten Kinn und einer hohen Stirn. Sein Haar bestand aus unzähligen blonden Strähnen, die kein Kamm bändigen konnte. Wir wurden in kürzester Zeit enge Freunde. Genauer gesagt hatte ich während der Pubertät außer Ansgar keine Freunde und umgekehrt war auch ich sein einziger Freund.

Er hatte eine Schwester, Astrid, die gleich alt war wie Rahel. Auf ähnliche Weise wirkte auch Astrids Gesicht für ihr Alter viel zu weiblich. Wie das ihres Bruders war es breit, mit weit auseinanderliegenden Augen, einem breiten Mund und einem betonten Kinn. Sie sah aus wie die vierzehnjährige Kate Moss, die damals als Model für Calvin Klein ihre Karriere begann. Gleichzeitig gab Astrid das weibliche Pendant zu ihrem Bruder ab. Aus heutiger Sicht konnte nichts und niemand verhindern, dass wir uns irgendwann näherkommen würden. Damals war das jedoch unvorstellbar für mich.

Ansgar besuchte eine andere Schule, sodass wir uns nur in unserer Freizeit sahen. Er kam mehrmals pro Woche zu uns ins Pfarrhaus, weil er sich ein wenig in Mirjam verschossen hatte. Er verbarg es vor mir, weil es ihm peinlich war. Zu Recht, denn ich hätte zu jener Zeit nicht verstanden, wie sich ein Junge in meine Stiefschwester verlieben konnte. Jahre später, als Mirjam achtzehn war, verlangte er von mir, für sie und ihn den Kuppler zu spielen. Aber das ist eine Geschichte für sich. Damals bemerkte ich nichts davon. Überhaupt war mir die Sache mit dem Verlieben ein Rätsel. Ich lebte mit drei Mädchen in einem Haus und fühlte mich ihnen nah. Mädchen waren nichts Besonderes für mich. Ich sah in ihnen so etwas wie Jungen, die keine Jungen waren. Dass ich weitergehend darüber nachgedacht hätte, kann ich mir nicht vorstellen. Ebenso wenig beschäftigte es mich, dass Astrid kein Junge, sondern ein Mädchen war. Bei Ansgar dagegen spielte das Geschlecht eine entscheidende Rolle, denn zu diesem Zeitpunkt brauchte ich ganz bestimmt keine Freundin, sondern einen richtigen Freund. Selbst wenn ich vieles vergessen habe, was Ansgar und ich miteinander unternahmen und worüber wir sprachen, an eines erinnere ich mich genau: Es war schön, ihn zum Freund zu haben. Dieses Gefühl schlägt auch heute noch in meinem Herzen weiter.

Vieles jedoch, was in mir vorging, verstand ich nicht. Für mich als Jugendlicher zwischen zwölf und sechzehn waren Gefühle eine Energie, die mich entweder Katastrophen befürchten oder allenfalls an Wunder glauben ließ. Gefühle, ob erdrückend oder berauschend, wurden mir immer wieder zu viel. Es gab damals einen Song, dessen Text meine Befindlichkeit auf den Punkt brachte:

„Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar.

Dann müsste ich nicht mehr schrei’n. Alles wär’ so klar.“

Doch so einfach ist es nicht. Was, wenn die Eisbärenjungen ihre Eltern verlieren? Niemand hat geschrien, glaube ich, weder meine Schwestern Esther und Rahel noch Jakob, Mirjam und Benjamin. Vielleicht habe ich es aber auch einfach vergessen. Noch heute, dreißig Jahre danach, weiß ich nicht, was der Tod bei jedem von meinen Geschwistern auslöste und wie jedes einzelne den Verlust verarbeiten konnte oder auch nicht. Irgendwie erscheint es mir undenkbar, dass es in unserer Familie für so etwas Großes und Schweres wie Trauer Raum gab. Stattdessen blieb mir in Erinnerung, wie Renate mit ihren drei Kindern zu uns ins Pfarrhaus zog und wie die entstehende Patchworkfamilie, die Heirat von Thomas und Renate, die Schwangerschaft und die Geburt der kleinen Zarah uns in Atem hielten.

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