Harro Pischon - Der Gotteswagen
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Auf der anderen Straßenseite standen zwei dreistöckige Wohnblöcke, vermutlich aus den späten zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie waren mit Klinkerversatzsteinen optisch klar gegliedert und wirkten schlicht und funktional. An einem der Hauseingänge suchten sie das Klingelschild mit Barczewski. Sie klingelten, drückten die Haustür auf und gingen in den zweiten Stock. Eine etwa fünfundsiebzig Jahre alte Frau öffnete ihnen. Sie war geschmackvoll gekleidet, in einem dunkelgrauen Kleid mit einer lila Weste darüber. Ihr Gesicht war sehr blass. „Ah, Frau Kommissarin und ihre junge Kollegin, kommen Sie doch herein.“ Sie führte die beiden in eine Wohnküche und bot ihnen einen Stuhl an. „Möchten Sie einen Tee trinken“? Beate lehnte dankend ab und fragte: „Frau Barczewski, können Sie uns noch einmal erzählen, wie sie das Mädchen gefunden haben?“
„Ach Gott ja, das arme Ding! Wissen Sie, ich wohne ja seit über vierzig Jahren hier und fünfzehn Jahre bin ich schon alleine. Mein Rudolf hat den Ruhestand nicht ertragen, vier Monate später war er schon tot. Aber das interessiert Sie ja alles gar nicht, entschuldigen Sie, ich bin noch ganz durcheinander.“ Frau Barczewski tupfte sich den Schweiß von der Stirn und schüttete einen Schluck Weinbrand in ihren Tee. Es war offensichtlich nicht der erste. „Also, ich hörte, wie die Klappe in dem Behälter mehrmals hin- und her bewegt wurde. Danach fuhr ein Auto weg. Das erinnerte mich, dass ich ja auch noch einen Sack mit Kleidern wegbringen wollte. Und so ging ich hinunter.“
„Haben Sie das Auto noch gesehen?“
„Ja, ich bin als erstes ans Fenster gegangen, weil da so ein Krach war. Und ich habe einen weißen Lieferwagen gesehen, wie er abfuhr.“
„Aber Fahrer oder Beifahrer haben Sie nicht gesehen?“
„Nein, wenn das zwei waren, waren sie schon eingestiegen.“ Kira schaltete sich ein: „Können Sie sich vielleicht an das Kennzeichen oder einen Buchstaben davon oder eine Zahl erinnern?“ Die alte Frau hob ihre Hände zur Decke: „Um Himmelswillen, an so etwas habe ich gar nicht gedacht!“
„Frau Barczewski, ist Ihnen sonst etwas aufgefallen? Jede Kleinigkeit kann für uns wichtig sein.“
„Nein, eigentlich nicht. Aber warten Sie, es bedeutet ja wahrscheinlich nichts, aber ich kann mich an ein Zeichen erinnern auf der Hecktür des Lieferwagens. Es war ein Fisch!“
„Ein Fisch oder eine Robbe?“
„Nein, keine Robbe. Sie meinen die Autovermietung, die haben ja immer lustige Robben auf ihren Autos. Nein, es war ein stilisierter Fisch!“ Frau Barczewski malte zwei Linien auf den Tisch. „Man sieht es manchmal an Autos, aber ich weiß nicht, was es soll.“ „Damit dokumentieren Autobesitzer ihre religiöse Gesinnung“, sagte Beate, „die scheint ja hier nicht vorhanden zu sein. Aber trotzdem vielen Dank, Sie haben uns sehr geholfen.“ Beate und Kira gingen wieder nach unten zum Fundort der Toten.
Dr. Josef Traber beugte sich über die Leiche. Er blickte auf: „Ich habe schon Ihren jungen Kollegen gefragt, wer hier in Berlin Mädchen wegwirft. Auch dieses junge Mädchen hat keine nennenswerten äußeren Verletzungen und ich würde sagen, sie musste ebenfalls schwere Mangelerscheinungen wie Hunger und Durst erleiden. Auch war sie sichtlich eingesperrt und hatte wenig Licht in ihrem Gefängnis.“
Beate seufzte: „Bestimmt wird sie ebensowenig vermisst wie das andere Mädchen. Die Presseinformation brachte leider kein Ergebnis. Es gibt auch keinen älteren Entführungsfall oder etwas Ähnliches.“ Traber richtete sich auf. „Tja, Frau Hauptkommissarin, das ist Ihre Arbeit, Licht ins Dunkel zu bringen. Meine Arbeit ist da gewiss überschaubarer. Viel Erfolg!“
Kapitel 6
Ich hab's geschafft. Ich bin abgehauen. Sicher ist der Winter nicht der beste Zeitpunkt. Aber ich konnt es nicht länger aushalten. Im Frühjahr wäre ich wohl auch schon tot gewesen, tot wie vermutlich Amira und Emilia.
Es war eigentlich nicht schwer. Die Wächter waren ja uns gegenüber sorglos, schwache ausgehungerte Mädchen dachten sie, was können die schon tun. Sie haben nicht mit meinem abgrundtiefen Hass gerechnet. Ich wollte verdammt nochmal nicht sterben, nicht verrecken. Also habe ich mich hinter einer Tür versteckt und als der Kerl mit einer Flasche Wasser hereinkam, hab ich ihm die Eisentür an den Schädel geknallt. Dann noch einmal den Kopf auf den Boden, damit er erst mal liegenbleibt. Schlüssel abnehmen und weg! Vor dem Ausgang hing noch ein dunkler, schwerer Mantel. Den griff ich mir und dann noch über die Mauer. Ich rannte besinnungslos durch die Straßen, nur weg, möglichst weit weg. Ein S-Bahn-Schild tauchte auf, ich lief darauf zu und dann die Treppen hinunter zum Bahnsteig. Es war die Ringbahn, eine S 42 kam zuerst, ich stieg ein und setzte mich immer noch keuchend. Die Anstrengung machte mich schwindlig. Der Wagen war nur wenig besetzt. Jemand setzte sich neben mich. Plötzlich war ein feistes Gesicht dicht vor meinem. „He, Mädchen, ist dir nicht gut? Du bist ganz außer Atem. Ich möchte dir gerne helfen.“ Die einschmeichelnde Stimme lockte mich, dass ich mitkommen solle, mich ausruhen und etwas essen. „Lass mich in Ruhe!“, schrie ich, „hau ab!!“ In beleidigter Pose wandte sich der Typ ab. „Das hat man davon, wenn man sich kümmern will.“ Er wollte nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen und ging davon. Kurz vor dem Bahnhof Gesundbrunnen hörte ich eine andere Stimme: „Die Fahrausweise bitte!“ Ich ging zur entferntesten Tür und wartete auf das Einfahren in den Bahnhof. Der Kontrolleur kam immer näher und war schon bei mir, als der Zug hielt. Ich drückte verzweifelt auf den Knopf zum Öffnen, der Kontrolleur fragte schon: „Und Sie, junge Frau?“ Da öffnete sich die Tür und ich rannte los. Er schrie noch hinter mir her, lief mir wohl auch ein paar Schritte nach, aber ich stürmte schon die Rolltreppe hoch zu den Geschäften. Von allen Seiten drängten die Schilder und die Auslagen der Fressgeschäfte in meinen Kopf. Aber ich hatte nichts, kein Geld, nicht einmal eine Münze in dem Mantel. Und wo konnte ich bleiben? Draußen würde ich erfrieren. „Geh doch zur Polizei und stell dich in ihren Schutz“, flüsterte eine Stimme in mir. „Bist du bescheuert?“, antwortete eine andere. „Woher weißt du, dass sie dich nicht wieder ausliefern? Woher weißt du, dass du nicht an einen Wächter gerätst? Sie sind überall, in Hostels, in Supermärkten, bei der Polizei. Sogar in Kirchen. Du weißt, dass sie dich jagen und einfangen wollen. Für sie darfst du nicht überleben, du weißt einfach zu viel.“
Vor einem Laden mit belegten Brötchen blieb ich stehen. Wie gebannt starrte ich auf die üppig bestückten Teile. Ich konnte nicht weitergehen und schluckte andauernd das Wasser hinunter, das mir im Mund zusammenlief. „Sie wünschen, bitte?“ Ich deutete auf eines der Brötchen. „Einmal Hühnerbrust mit Ei, das macht drei Euro neunzig.“ Die Bedienung packte das Brötchen in eine Tüte und hielt sie mir hin. Ich riss ihr die Tüte aus der Hand und rannte weg. Gesichter flogen an mir vorbei, ich bog mehrmals ab, hinter mir verflog langsam die Stimme: „Halt, Sie müssen... halten Sie sie doch auf!“ Auf einmal stand ich wieder auf einem Bahnsteig, auf dem gerade ein Regionalexpress einfuhr, nach Wittenberg. Ich vermutete, dass er über den Hauptbahnhof fuhr, stieg ein, fiel in einen Sitz und verschlang das Brötchen. So etwas Himmlisches hatte ich schon lange nicht mehr geschmeckt. Meine Ohren waren gespitzt und ich war in jeder Sekunde fluchtbereit, falls wieder ein Kontrolleur sich nähern sollte. Ich verschwand in der Toilette, wusch mir Gesicht und Hände und trank gierig das Wasser, konnte endlich auch pullern. Dann kündigte der Zugbegleiter schon den Hauptbahnhof an. Dieser Konsumtempel und Menschenumschlagplatz war zwar für mich hochgefährlich, denn da würden sie mich bestimmt auch suchen, aber ich musste versuchen unsichtbar, also unauffällig zu sein. Sicher würde ich irgendwo auch Obdachlose finden, die mir einen Tipp geben konnten, wo ich bleiben sollte. Als ich ausstieg, war ich auf der untersten Ebene. Irgendwo musste ich noch eine Mütze herkriegen, um meine auffälligen, fast weißen Haare zu verbergen. Ich fuhr zwei Rolltreppen hoch und schlenderte an den Läden entlang, bis einer Wollmützen in einem Wühltisch feilbot. Ich blickte mich kurz um, schaute in den Laden, keiner achtete auf mich. Ich nahm schnell eine Mütze und ging ruhig weiter. Nichts geschah. Ebenso leicht konnte ich mir noch eine Sonnenbrille mopsen. Es gab genug affige Weiber, die auch im trüben Licht des Bahnhofs mit Sonnenbrillen flanierten, weil todschick. Ich fiel also nicht auf. Mit Mütze, Brille und hochgestelltem Mantelkragen ging ich für eine gelangweilte Touristin durch. Nur auf die Füße durfte mir niemand schauen. Meine abgeschabten Turnschuhe passten gar nicht. Aber Schuhe kann man nicht klauen. Ich fuhr wieder zum Erdgeschoss hinunter und schaute mich am Südausgang um. Von weitem glotzte mich mit hängenden Mundwinkeln das Bundeskanzleramt an. Nichts Interessantes außer knipsenden Touristen. Drinnen war eine Station der Bahnhofsmission. Viel zu gefährlich. Aber davor lungerten einige Obdachlose herum. Ich ging wie zufällig näher heran und suchte mir bewusst den hässlichsten, armseligsten Typen, dessen Gesicht von Alkohol und Drogen zerstört war, mit wenigen Zähnen noch und verfilzten Haaren unter einem Hut, der auf einer Motorradmütze thronte. Der Mund verschwand in einem wuchernden Bart.
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