Petra Kuenkel - Mona

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Mona: краткое содержание, описание и аннотация

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Als Global Citizen hat Mona – eine erfolgreiche Top-Managerin in ihren Vierzigern in einem deutschen Automobilkonzern – alle ihre Karriereziele erreicht. Sie lebt ihre wilde Seite in Berlin, ihre strategische in Stuttgart und ist verliebt in Chris, einen charismatischen Kanadier auf Weltreise, der seinen hochdotierten Posten in einem pharmazeutischen Konzern aufgegeben hat. Aber an dem Tag, als Chris ihr eröffnet, dass er sie verlässt, um nach Afrika zu gehen, ändert sich alles. Warum erhält sie eine unerwartete Einladung nach Indien? Was hat es mit dem vergilbten Manuskript auf sich, das Chris bei ihr liegen lässt? Beim Versuch das Rätsel zu lösen, gerät sie tiefer und tiefer in einen Strudel von Ereignissen, die ihr Leben umkrempeln. Ihr Verdacht bestätigt sich: Chris hat bei dem, was ihr passiert, die Hände im Spiel, und dass sie ihn immer mehr vermisst, ist ihr gar nicht recht.

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Girish legte die Hände auf den Tisch. Mit Erschrecken sah ich wie er seine Finger ineinanderschob, so wie auch ich es tat, wenn ich angestrengt war.

Er lachte. „Ich bin Zukunftsforscher. Ich weiß, das klingt merkwürdig. Es ist die beste Bezeichnung, die ich meiner Arbeit geben kann. Ich versuche herauszufinden, was die Zukunft in sich birgt. Ich erforsche, wie Menschen Zukunft gestalten. Nicht Sie alleine und ich alleine, als einzelne Individuen, sondern wie wir gemeinsam als Menschen Zukunft gestalten.“

Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme.

„Und wie genau erforschen Sie das?“

„Ich verbinde qualitative und quantitative Methoden, um mögliche Zukunftsszenarien zu definieren. Der Kern des Ganzen ist: Ich beobachte. Und zwar beobachte ich Muster – wie Menschen zusammenwirken, positiv oder negativ. Die Komplexität der Welt ist ja in Muster geordnet, nicht wahr? Wir müssen nur lernen, sie zu sehen und zu verstehen. Dann müssen wir lernen, die Komplexität der Welt in andere Muster zu ordnen, solche, die für uns alle förderlicher sind – und das bewusst, oder viel mehr strategisch!“

Girish schien völlig in seinem Element zu sein.

„Meine Frau und ich haben entdeckt, dass wir beide von der Zukunft fasziniert sind, davon, wie Menschen Zukunft gemeinsam gestalten. Sie passiert ja ohnehin, aber wie beeinflussen Menschen sie konstruktiv? Ko-kreativ nennen wir das. So, dass es alle weiter bringt und nicht nur zum Vorteil einiger reicht.“

Ich warf ein: „Es wird viel Unsinn in der Welt gemacht, weil Menschen versuchen gemeinsam Zukunft zu beeinflussen, meinen Sie nicht? In der Menschheitsgeschichte gibt es dafür ja zahlreiche Beispiele.“

„Sie haben recht, Mona. Wir fragen uns natürlich, wann man das Zusammenspiel menschlicher Aktionen als konstruktiv bezeichnen kann. Meine Frau und ich haben da folgende Arbeitsdefinition – Konstruktiv sind Aktionen dann, wenn sie lebensfördernd sind.“

Mein Unbehagen wuchs.

„Lebensfördernd für wen?“

Ich dachte an die kranke Mutter mit den Kindern auf der Straße. Hier ein theoretischer Ansatz – da das Elend auf der Straße. Voneinander losgelöste Welten.

„Die Herausforderung ist“, fuhr Girish unbeirrt fort, „zu lernen, welchen größeren Kontext man einbeziehen muss, wenn man sich gemeinsam in die Zukunft denkt. Es sind ja unsere Intentionen, die die Wirklichkeit der Zukunft bestimmen. Ist der Kontext zu klein, vernachlässigen wir das größere Ganze und schotten uns ab. Ist der Kontext zu groß, fühlt man sich ohnmächtig. Verstehen Sie?“

Ich verstand nicht, worauf er hinaus wollte, aber musste an meinen Konzern denken und die Weigerung der meisten Manager, über die Welt des Konzerns hinauszudenken. War ich da anders? Das politische Ränkespiel war davon getrieben, sich selbst Vorteile zu verschaffen. Die Auswirkungen unseres Konzerns auf den Rest der Welt spielten dabei keine Rolle.

„Und was machen Sie konkret damit?“, fragte ich, statt ihm zu antworten.

Girish lehnte sich zurück.

„Ich unterstütze und begleite Projekte, in denen sich Menschen vorgenommen haben, gemeinsam auf eine positive Zukunft hinzuwirken. Nehmen Sie das Beispiel Mumbai. Vor zehn Jahren hat niemand geglaubt, dass man eine solche Stadt modernisieren kann, die Luft in der Innenstadt war unerträglich. Jetzt wollen wir eine Solarstadt werden. Eine Stadt, in der jeder Zugang zu Energie hat. In Zukunft werden wir nur noch mit Elektroautos fahren. Ist das nicht ein Markt für Ihren Konzern?“

„Schon, ja.“

Ich zögerte, weil ich mein ungutes Gefühl nicht los wurde und keine konzernpolitischen Angelegenheiten mit einem Fremden besprechen wollte. Der Entwicklungsbereich der E-Mobilität kam nur schwerfällig voran. Die Konkurrenz lag eindeutig vor uns. Warum hatte mich dieser Mann in das Café gebeten? Elektroautos konnten nicht der Grund sein. Ich war froh, als er nicht weiter nachfragte und stattdessen das Thema wechselte.

„Haben Sie gesehen, wie viele Menschen in Mumbai auf der Straße leben?“

„Ja, um ehrlich zu sein, das hat mich geschockt.“

„Sehen Sie, das ist ein gutes Beispiel. Sie können das Problem nicht lösen, wenn Sie denken, Obdachlosigkeit ist der Kern des Ganzen, denn dann fangen Sie an Unterkünfte zu bauen. Und die lösen nicht die Ursachen der Obdachlosigkeit. Sie müssen das Muster verstehen, für das die Menschen auf der Straße nur ein sichtbares Anzeichen sind.“

Worauf wollte er hinaus? Und was wollte er von mir? Natürlich gab es größere Zusammenhänge für ungleiche Gesellschaftsverhältnisse.

„Es ist unser Denken, Mona, genauer unser kollektives Denken.“

„Sie meinen, die Menschen sind selbst schuld an ihrer Obdachlosigkeit?“

„Keineswegs! Sie verstehen mich völlig falsch. Es geht nicht um das Denken der Obdachlosen, sie sind genauso gefangen wie wir in unserem Denken.“

„Worum dann?“

„Wir alle verharren in einer Denkwelt der Gegensätze, arm und reich, Gewinner und Verlierer. Sehen Sie sich im Café um. Hierher kommen nur die Privilegierten. Wir denken, unser Leben hätte nichts mit den Obdachlosen auf der Straße zu tun.“

Ich sah wieder das Bild der kranken Frau vor mir. Was hätte ich schon tun können? Daher fragte ich nach.

„Was würde das praktisch bedeuten, wenn wir anders denken würden?“

Girish holte tief Luft und rückte seine Krawatte zurecht.

„Für Mumbai heißt das, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen, die bereit sind, gemeinsam eine Stadt der Zukunft zu denken ohne die Probleme der Gegenwart zu ignorieren. Die Solarstadt ist nur der Aufhänger. Die Zahl der Obdachlosen reduziert sich stetig. Der innerstädtische Smog hat abgenommen. Die Begrünung der Innenstadt hat begonnen, und vor allem – viel mehr Menschen fühlen sich verantwortlich dafür, sich für ihre Stadt einzusetzen.“

Ich schob vorsichtig meine Kaffeetasse beiseite und sah auf die Uhr. In Mumbai wurde es früh dunkel und ich wollte noch ausreichend Zeit haben, durch die Straßen zu bummeln.

„Das ist sehr mutig und sicherlich lobenswert“, bemerkte ich in der Hoffnung, das würde das Gespräch beenden.

Girish pausierte und wiegte seinen Kopf leicht nach links und nach rechts, was, dass wusste ich ja, die indische Art war, Zustimmung zu äußern.

„Ach ja, ich bin wieder zu sehr bei meinen eigenen Projekten, zu sehr begeistert. Das kritisiert meine Frau immer an mir. Das ist ja auch nicht der Grund, weshalb ich Sie treffen wollte.“

Ich stutzte.

„Was ist dann der Grund?“

„Mona“, Girish lehnte sich nach vorne. Er sah sich kurz im Café um, als würde er sich vergewissern wollen, dass niemand ungebeten zuhört.

„Stellen Sie sich ihrer Aufgabe! Es ist gut, dass Sie sich jetzt auf den Weg gemacht haben, Mona. Die Welt braucht Menschen wie Sie. Sie müssen Ihre Aufgabe voranbringen und dürfen nicht aufgeben. Geduld ist wichtig und Durchhaltewillen. Sie müssen vertrauen, die Dinge haben ihre Ordnung, wir müssen nur lernen, sie zu verstehen. Nehmen Sie Ihre Aufgabe an! Das ist es, worum ich Sie bitten möchte.“

3

Am Abend sorgte ein Wolkenbruch für eine leichte Abkühlung und am nächsten Morgen hatte es aufgeklart. Jetzt zogen am Himmel kleine Wolken wie aufgereihte Perlen nach Süden. Wir hatten den Zug aus Mumbai heraus genommen, weil Deepali mir einen besonderen Ort zeige wollte. Vor uns breitete sich träge der Fluss aus, der uns von einer magischen Landschaft grüner Hügel trennte. Sie wellten sich in die Ferne soweit ich sehen konnte. Das verrostete Passagierschiff hatte die Anlegestelle verlassen. In einer guten halben Stunde würden wir am anderen Ufer sein. Auf dem Deck tummelten sich junge Pärchen mit kleinen Kindern, die wild zwischen den Erwachsenen hin und her liefen. Drei ältere Frauen in bunten Saris mit goldbestickten Rändern lehnten an der Reling neben uns, als würden sie abschätzen, wie man am besten ins Wasser springt, falls die Fähre kentern sollte. Die jüngeren Leute trugen Shorts, kurze Kleider oder Jeans wie Deepali und ich. Ob Peking, Mumbai oder Berlin, die Mode war überall gleich. Mit meinen streng nach hinten zurückgebunden Haaren fiel ich hier sicher nicht als Ausländerin auf. Wir hatten eine Holzbank auf dem oberen Deck ergattert und genossen den kühlenden Fahrtwind. Deepalis schwarze kurze Haare wehten im Wind und sie machte ununterbrochen Fotos mit ihrem Smartphone. Mit ihren Jeans und dem weißen T-Shirt wirkte sie jung, obwohl sie mindestens so alt wie ich sein musste. Sie hatte den zielstrebigen Blick einer Frau, die wusste, was sie wollte und zugleich einen jugendlichen Charme in ihren Bewegungen. Ob Chris sie attraktiv gefunden hatte?

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