Heinz Hoffmann - Nicht eingreifen!
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Sie sah auf die digitale Zeitanzeige ihres Computermonitors. Es war bereits 13:36 Uhr und ihre Mitbewohnerinnen würden wohl bald auftauchen. Sie fürchtete sich vor der leidigen Diskussion um Abwasch und Einkauf. Deshalb entschied sie, die Wohnung alsbald zu verlassen und sich auf die stets eiligen und gehetzten Mitmenschen in der Großstadt einzulassen. Kaum hatte sie die Wohnungstür hinter sich zugezogen, rasselten auch schon die drei unerzogenen halbwüchsigen Rabauken aus dem fünften Stock grußlos und geräuschvoll an ihr vorbei. Sie ertappte sich bei dem Gedanken, ihnen einen prächtigen Sturz aus großer Höhe zu wünschen, als der letzte der unerträglichen Racker auf sein offenes Schnürband trat und tatsächlich die neun Stufen bis zum ersten Stock auf seiner rechten Schulter- und Beckenpartie nahm. Er schrie auf und blieb schluchzend auf dem Treppenabsatz liegen. Die beiden anderen waren sehr viel schneller gewesen und Sabine hörte schon die schwere Haustür unten ins Schloss fallen. Im gesamten Haus tat sich nichts. Sie hatte den Eindruck, als wären sie und der Zwölfjährige im Moment die einzigen Menschen auf der Welt. Der kleine Junge war ansprechbar. Sabine verbesserte ihre Erkenntnis gedanklich mit den Worten verbal reaktionsfähig . Der Ausdruck ansprechbar erschien ihr schon immer unpassend, denn ansprechen kann man geradezu alles, aber eine verbale Reaktion kann man nur von Menschen erhalten, die bei Bewusstsein und des Sprechens mächtig sind. Der kleine Junge war also bei Bewusstsein und sie sprach ihn an: „Kannst du dich bewegen?“ Er nickte. Sie verbesserte ihre Erkenntnis mit der Einschränkung zumindest reaktionsfähig . Sie stellte fest, dass ihre medizinischen Kenntnisse für eine Diagnose unzureichend waren und als sie sagte: „Ich hole uns Hilfe“, wurde ihr bewusst, dass sie sich mit dem Jungen verbündet hatte und ihr nunmehr gemeinsames Problem zu lösen versuchte.
„Nicht weggehen!“, flehte der Kleine und begann am ganzen Körper heftig zu zittern.
„Sind deine Eltern zuhause?“
Der Junge schüttelte den Kopf: „Auf Arbeit.“
„Ich rufe jetzt einen Krankenwagen, damit du versorgt werden kannst.“
Er nickte kraftlos und ergab sich in sein Schicksal.
Zuerst deckte sie ihn mit ihrer Jacke zu, um ihn zu wärmen und wählte dann auf ihrem Handy die 112. Der Stimme, die sich am anderen Ende der Verbindung meldete, schilderte sie die Situation, beantwortete die Frage, ob der Junge ansprechbar sei mit einem lapidaren „Ja“ und verzichtete auf eine Diskussion über die Wortwahl, weil mit dem Gesprächsteilnehmer Einigkeit darüber bestand, was gemeint war. Während der fünfzehn Minuten, die sie gemeinsam auf den Notarzt warteten, bemerkte Sabine, dass sie sich in ihrer neuen Rolle eigentlich ganz wohl fühlte. Jemand brauchte ihre Hilfe und sie konnte ihm diese bieten. Sie versuchte, sich an eine vergleichbare Situation in ihrem Leben zu erinnern, blieb dabei jedoch erfolglos.
Die beiden älteren Brüder des Jungen trafen gemeinsam mit den Sanitätern am Unfallort ein und zeigten sich für Sabine unerwartet betroffen von der Situation ihres kleineren Bruders. Der älteste, vielleicht fünfzehnjährige der drei Rabauken reichte ihr die Jacke, mit der sie den Kleinen gewärmt hatte und bedankte sich überraschend höflich für ihre Hilfe. Er übernahm jetzt die Verantwortung für den Kleinen, wies seinen anderen Bruder an, in die Wohnung zu gehen und die Eltern telefonisch zu benachrichtigen und erklärte, dass er seinen Bruder in die Klinik begleiten würde. Sabine war damit entlassen und konnte nun ihren ursprünglich geplanten Weg fortsetzen.
Als sie die schwere Haustür ins Schloss hatte fallen lassen, sah sie noch kurz auf den mit Blaulicht vor dem Haus stehenden Rettungswagen und entschied, dass sie sich im nächstbesten Lokal zur Beruhigung einen Kaffee gönnen würde. Sie fühlte sich ein bisschen als Heldin, doch die an ihr vorbeihetzenden Passanten würdigten sie keines Blickes und konnten daher den sie umgebenden Glorienschein nicht erkennen, weil die überwiegende Mehrheit dieser Menschen mit ihren Handys mehr zu tun hatten, als auf ihre Umwelt zu achten. Ihr Gedanke, dass ihr Leben zumindest darin einen Sinn erhalten hatte, auf Treppen gestürzten Zwölfjährigen zu helfen, wurde jäh von einem Motorrad unterbrochen, das laut knatternd auf der Hauptstraße dahinbrauste. Sie konterte diesen unerträglichen Lärm mit dem Wunsch, das Motorrad könne sich in seine Einzelteile zerlegen. Kurz darauf vernahm sie einen lauten Knall, der von einem funkensprühenden Scheppern begleitet wurde. Der Auspuff des Motorrades war abgefallen und über die Straße geschlittert. Autos bremsten und hielten an, um den gestürzten Motorradfahrer nicht zu überfahren. Danach war es ruhiger geworden und Sabine konnte ihren Gedanken von vorhin wieder aufnehmen: Es machte für sie einen gewissen Sinn, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen und sie überkam ein überraschend warmes Gefühl, das sie bereits auf der Treppe ihres Wohnhauses gespürt hatte, als der Kleine sie bat, nicht wegzugehen. Es war ein durchaus angenehmes Gefühl.
In dem Café, das sie nun aufsuchte, waren nur wenige Tische besetzt und Sabine suchte sich ein ruhiges Plätzchen. Zunächst sicherte sie sich die liegengelassene Zeitung vom noch nicht abgeräumten Nebentisch, dann rief sie die Bedienung und bestellte sich aus dem vorgetragenen, reichhaltigen Sortiment verschiedenster Kaffeeformen eine Tasse Filterkaffee. Während sie auf ihren Kaffee wartete, beobachtete sie eine Kleingruppe älterer Damen, die sich bei Kaffee und Torte allerhand zu erzählen hatte. Sie entschied, dass es nicht zu ihren Lebenszielen gehörte, im Alter Bestandteil einer solchen Gruppe zu werden und bemerkte dabei, dass sie gar nicht in die Verlegenheit käme, sich dereinst als Teil einer solchen Gesellschaft wiederzufinden, wenn sie ihre Suizidoption wählte. Aber war das wirklich noch eine Option für sie? Nun, eigentlich war die Selbsttötung ja immer eine finale Option. Aber die bliebe ihr doch stets erhalten und sie könnte jederzeit darauf zurückgreifen, sodass es gar nicht erforderlich war, bereits heute darüber zu entscheiden. Der Unfall des kleinen Zwölfjährigen in ihrem Treppenhaus hatte in ihr den Eindruck der völligen Sinnlosigkeit ihres Lebens fragwürdig werden lassen und sie beschloss, zunächst einmal abzuwarten, wie sich ihr Tag weiterentwickelte und verdrängte erfolgreich den Gedanken an das wohl unvermeidliche Zusammentreffen mit den Mitbewohnerinnen ihrer Wohngemeinschaft.
Als die Bedienung mit dem Kaffee kam, hatte Sabine die Zeitung schon in der Hand und sich dem ersten Artikel gewidmet. Dort wurde über eine verheerende Flutkatastrophe in Südostasien berichtet, bei der hunderte Menschen ums Leben gekommen waren und tausende Helfer unter Einsatz ihres eigenen Lebens nach ebenso vielen Vermissten suchten. Mehrere Spendenkonten seien eingerichtet worden und die Zeitungleser wurden aufgefordert, den dortigen Menschen mit Geldspenden zu helfen. Auch Sabine fühlte sich irgendwie angesprochen, einen Beitrag zu leisten, um die armen, in entsetzliche Not geratenen Menschen zu unterstützen. Die Bundesregierung hatte sich dem Spendenaufruf bereits angeschlossen. Auf derselben Seite berichtete die Zeitung über mehrere Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer, die auf dem Weg nach Europa gesunken waren. Vermutlich wären hunderte Menschen dabei ertrunken. An die sechzig Flüchtlinge wären von einem Rettungsschiff aufgenommen worden, das jedoch von europäischen Ländern keine Erlaubnis erhielte, in einen rettenden Hafen einzulaufen. Dieser Artikel enthielt keinen Spendenaufruf. Eine Politikerin wurde zitiert, die die Schuld an diesem Unglück bei den geldgierigen Schleuserbanden sah, die gegen horrende Preise nur unzureichende Schlauchboote für die Flucht dieser Menschen zur Verfügung stellten. Diesen Schleuserbanden gehöre endgültig das Handwerk gelegt. Sabine konnte nicht wirklich einen gravierenden Unterschied zwischen der Not der Menschen in Südostasien und der Not der Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff erkennen. Welchen Sinn machte es wohl, für die Menschen in Südostasien Spenden zu sammeln und für die Menschen auf dem Rettungsschiff hingegen nicht? Sie nahm sich vor, später intensiver darüber nachzudenken, als sich ihr Handy meldete. Es war eine der beiden Mitbewohnerinnen ihrer Wohngemeinschaft. „Sag mal, Sabine, wo bist du denn? Der Abwasch ist nicht erledigt und der Kühlschrank ist leer!“
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