Heinz Hoffmann - Nicht eingreifen!
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Jetzt sah ihn auch die junge Frau verständnislos an. Der kräftige Mann an der Tür hatte offenbar erkannt, dass er der Unterhaltung nicht mehr folgen konnte und verharrte deshalb in stoischer Ruhe an seinem Platz, als folgte er dem Gespräch in keiner Weise. Ein leichtes Geklapper aus der Küche verriet, dass sich dort vermutlich die Bedienung des Lokals versteckt hielt, sodass Guntram folgerte, dass er, ohne eine entscheidende Beruhigung der Situation wohl nichts zu essen bekäme.
„Da gibt es nichts umzustimmen!“, sagte der junge Mann, während er seine Waffe weiterhin auf die Frau richtete.
„Dann ist doch Ihre Diskussion auch völlig sinnlos. Eine Diskussion hat doch den Austausch von Argumenten zur Grundlage und macht im Prinzip nur Sinn, wenn beide Seiten sich mit den jeweiligen Argumenten des anderen auseinandersetzen.“
„Das ist keine Diskussion!“, meinte der junge Mann.
„Ach so“, kam es von Guntram nachdenklich zurück. „Sie wollen die junge Frau erschießen und vorher noch ein bisschen herumbrüllen?“
Der junge Mann ließ seine Waffe etwas sinken und erläuterte: „Das ist meine Schwester, und sie will ihren Mann verlassen. Das geht nicht in unserer Familie. Damit ist die Familienehre verletzt und sie muss sterben, um die Schande zu tilgen.“
Guntram wandte sich nun an die Frau: „Gibt es einen Grund, weshalb Sie Ihren Mann verlassen wollen?“
„Natürlich!“, schrie die junge Frau. „Er schlägt mich und hat mich vor einer Woche vergewaltigt!“
„Das wäre doch eher ein Grund, den Ehemann zur Rechenschaft zu ziehen, oder?“, meinte Guntram, der sich wieder dem jungen Mann zugewandt hatte. „Hier scheint es sich eindeutig um eine Täter-Opfer-Verwechslung zu handeln.“
„Davon hast du keine Ahnung!“, schrie jetzt wieder der junge Mann. „Das ist eine Familiensache, die du nicht verstehst. Die Frau muss sich dem Mann unterwerfen, und dagegen hat meine Schwester verstoßen. Der Familienrat hat entschieden.“
Der kräftige Mann an der Tür nickte zustimmend.
Guntram legte eine äußerst kurze Denkpause ein, in der er abwechselnd die drei Beteiligten eindringlich musterte, um danach einen erneuten Deeskalationsversuch zu starten: „Also, in meinem Kulturkreis hätte sich ein Bruder zunächst einmal den Ehemann vorgeknöpft. Ich meine, ein Bruder steht seiner Schwester doch wesentlich näher als deren Ehemann, allein schon wegen der familiären Bindung.“
Der kräftige Mann an der Tür nickte auch dazu wieder zustimmend und nahm sehr kurzzeitig einen nachdenklichen Gesichtsausdruck an.
Guntram fuhr fort: „Wie wäre es denn, wenn Sie den Familienrat erneut einberiefen, und ihn sich mit der neuen Sachlage befassen ließen? Das würde doch Sinn machen, oder?“
Seine Verzweiflung war dem jungen Mann mit der Waffe deutlich anzusehen, als er schrie: „Der Familienrat wusste das alles schon und hat entschieden, wie er entschieden hat! Da gibt es nichts rückgängig zu machen! Wenn ich sie nicht töte, bringe ich weitere Schande über die Familie!“
Erneut tat der kräftige Mann an der Tür seine Zustimmung mit einem entschiedenen Nicken kund. Die zuvor gezeigte Nachdenklichkeit war längst wieder aus seinem Gesicht gewichen.
Von draußen hörte man den Klang von drei nicht wirklich aufeinander abgestimmten Martinshörnern kakophonisch schrillen, und blaue Lichter tanzten eifrig über die sauber glänzenden Glasscheiben des Verkaufstresens, hinter denen weiterhin einladend lecker anmutende Speisen lockten.
Ganz beiläufig bemerkte der kräftige Mann an der Tür: „Polizei“.
Guntram hatte sich umgewandt und sich dabei versehentlich in die voraussichtliche Schussrichtung der Pistole des jungen Mannes begeben, die jetzt wieder in der Hand am Ende dessen ausgestreckten Armes auf die Frau gerichtet war. Plötzlich knallte es ohrenbetäubend. Die Kugel wurde von Guntrams linken Ohr zwar etwas abgebremst, hatte sich aber eine ausreichende Geschwindigkeit bewahrt, um durch das linke Auge der Frau in deren Gehirn einzudringen und damit ihren sofortigen Tod herbeizuführen.
Der junge Mann ließ die Waffe auf den Boden fallen und hob seine Hände, während der kräftige Mann an der Tür drei Polizisten passieren ließ. Weitere drei Polizeibeamte sicherten den Eingang. Die Situation hatte sich nunmehr deutlich entspannt, und die beiden Männer ließen sich widerstandslos festnehmen, als Guntram auf seine Knie fiel und bewusstlos in sich zusammensackte.
In einem Notarztwagen kam er wieder zu sich, als sich ein Arzt um sein linkes Ohr kümmerte. Wie aus weiter Ferne hörte er den Arzt sagen: „Ist halb so schlimm. Da wird zwar ein Loch zurückbleiben, aber heutzutage laufen ja viele Leute mit Löchern in den Ohren herum. Damit werden Sie nicht weiter auffallen.“ Durch die offene Tür sah er einen Leichenwagen vorfahren.
Auf seiner Sinnsuche war er heute nicht entscheidend vorangekommen, und hungrig war er immer noch. Da das Restaurant nunmehr vorübergehend geschlossen war, behalf er sich mit einem Paar heißen Würstchen und einem Stück trockenen Brotes aus der Tankstelle. Er empfand so etwas wie eine leichte Form von Glück. Nicht etwa wegen des Vorfalls in dem Autobahnrestaurant, sondern vielmehr wegen des sich allmählich fortschleichenden Hungergefühls und der Tatsache, dass die Polizei genug mit dem Ehrenmord zu tun hatte, um sich nicht auch noch mit der Verkehrssicherheit seines Autos zu befassen.
Nach seinem Ausflug auf die Autobahn hatte sich Guntram von Franckenbergh in sein Familiendomizil zurückgezogen und dachte darüber nach, ob der Tod der jungen Frau im Autobahnrestaurant einen Sinn gemacht hatte. Im Ergebnis war die Ehre der Familie des jungen Mannes wiederhergestellt. Der junge Mann und sein kräftiger Begleiter kämen nunmehr in Untersuchungshaft und würden dort auf ihre Gerichtsverhandlung warten. Guntram fragte sich, ob diese Tat in deren Kulturkreis wohl strafbar wäre. Aber das hatte mit seiner Sinnfrage nichts zu tun. Wahrscheinlich wäre der Sinn der Handlung eines Menschen eher anhand dessen Herkunft und Kultur zu beurteilen, doch das würde ein Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen innerhalb eines einheitlichen Rechtssystems deutlich erschweren. Und das tat es ja auch!
Er fühlte sich wieder ganz am Anfang seiner Sinnsuche und kam dabei auf den Gedanken, dass nicht jede Handlung, die einem bestimmten Zweck dient, gleichzeitig einen Sinn machen muss. Aber der Unterschied zwischen Sinn und Zweck erschien ihm gleichwohl etwas unscharf zu sein.
2
Sabine Sundermann stand vor zwei schweren Entscheidungen. Sie war jetzt im vierten Semester ihres Modedesignstudiums und konnte der Mode zu ihrem Bedauern nicht mehr viel abgewinnen. Wenn sie das Studium zum Abschluss brächte, würde sie sich beruflich damit befassen, wie sich Menschen kleiden sollten, um damit irgendwie besser auszusehen. Sie hatte schon unzählige Modenschauen besucht und von Mal zu Mal erschienen ihr die darin vorgestellten Ideen der Modeschöpfer immer verrückter. Das Studium hatte sie gelehrt, dass sich die Ergebnisse solcher Inszenierungen eher meilenweit von den ursprünglichen Ideen entfernten. Mode sollte ja tragbar sein. Auch für Menschen, die sich mit ihren Alltagsfiguren durch die Stadt bewegen. Es gab nur sehr wenige Realmenschen, die sich trauten, mit dem Ursprungsdesign herumzulaufen, und die sahen dann meist ziemlich lächerlich aus. Zumindest in ihren Augen. Um wirklich erfolgreich in ihrem einmal angestrebten Beruf zu sein, müsste sie schon sehr abstruse Entwürfe liefern und das, was sie entwarf, war aktuell nur eine Weiterentwicklung von bereits tragbarer Kleidung. Der große Wurf mit einer völlig neuen Idee wollte ihr einfach nicht gelingen. Doch wollte sie das wirklich? Wollte sie wirklich Teil dieser künstlichen Welt werden? Nun, sie und ihre beste Freundin hatten sich schon als Teenager zusammen die ausgefallensten Klamotten genäht und waren dafür in der Schule teils bewundert und teils verspottet worden. Die beiden fanden das damals ziemlich cool, sich von den anderen abzuheben, wenn auch nur durch die äußere Erscheinung. Eigentlich war das der Grund für ihre Berufswahl gewesen. Dann hatte ihre beste Freundin irgendwann einen Jungen kennengelernt, mit dem sie nach Kathmandu gegangen war und Sabine hatte nie wieder von ihr gehört. Allein hatte sie das extravagante Outfit in der Schule nicht mehr durchstehen können und war alsbald auch äußerlich wieder normal geworden. Sie fand ihre Gedanken jetzt äußerst banal und oberflächlich. Hätte sie aufgrund ihrer Bildung nicht etwas Geistreicheres denken können? Vielleicht so etwas wie die Frage nach dem Sinn des Lebens? Offenbar in diesem Moment nicht, denn das Thema Modedesignstudium brannte ihr unter den Nägeln und hatte sich absolut in den Vordergrund gearbeitet. Ihre Kommilitoninnen waren allesamt so lebensbejahend, ein bisschen ausgeflippt zwar, aber überaus witzig. In den ersten beiden Semestern hatte sie da noch mithalten können, aber seit einem halben Jahr quälten sie Zweifel, die größer und größer wurden. Sie war mittlerweile dermaßen antriebslos geworden, dass es immer wieder zu Reibereien mit den beiden Mitbewohnerinnen ihrer Wohngemeinschaft kam. Meistens ging es um den Abwasch und das Einkaufen. Das war angesichts ihrer aktuellen Probleme in ihren Augen ebenso banal wie oberflächlich. Sie ließ den Abwasch in der Spüle stehen und beschloss, dass ihr gemeinsamer Kühlschrank zumindest heute leer bleiben würde. Im Internet fand sie nach einigem Suchen verschiedene Portale, die sich mit ähnlichen Problemen befassten, verzichtete aber darauf, dort irgendetwas zu posten, sondern las lediglich die Beiträge, bis sie schließlich auf den Gedanken kam, dass sie sich offenbar in einer Sinnkrise befand. Das war ja zumindest schon einmal eine Diagnose. Sie erinnerte sich daran, dass sie heute vor zwei schweren Entscheidungen stand, die weder mit dem Abwasch noch mit dem Einkaufen zu tun hatten. Es ging darum, ob sie ihr Studium hinschmeißen und ob sie sich das Leben nehmen sollte. Bei der finalen Idee des Suizids könnte sie sich wenigstens die Exmatrikulation sparen. Dann bliebe nur noch diese eine schwere Entscheidung zu treffen.
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