Hansjürgen Engel - Pauls Erwachen

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Paul fühlt sich von einer «Albanerbande» verfolgt, von seinem besten Freund hintergangen und vom eigenen Vater als naiven Jungen hingestellt, der endlich seine Kinderträume ablegen solle.
Unter heftigen Seelenqualen leidend, erfährt der Knabe in nächtlicher Kinderzimmer-Einsamkeit eine im Herzen wundersam spürbare Ermutigung, sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter den Erscheinungen dieser Welt und den wohlfeilen Erklärungen der Erwachsenen zu machen. Auf seinem Wege trifft er auf einen alten, weisen Mann, der ihn lehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
In ihren immer tiefgründiger werdenden Gesprächen geht es zuletzt um die existentiellen Fragen des Lebens, um Sinn und Zweck allen Daseins, weil der Junge sich nicht scheut, unvoreingenommen zu fragen, was ihn bewegt und was er nicht versteht, und der alte Mann ihn auf ebenso gütige wie anschauliche Weise lehrt, was zu hören in dieser geschäftigen Welt selten nur auf offene Bereitschaft trifft.

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“Und mich habt ihr ahnungslos zurückgelassen”, entgegnete die Mutter leicht gereizt, aber umgehend einen versöhnlichen Ton anschlagend. “Aber jetzt lasst uns erst mal ins Wohnzimmer gehen, ich hole für jeden etwas zu trinken aus der Küche, und dann könnt ihr mir erzählen, was wirklich los war.” Ihr Blick auf Franziskas Maskerade und Seppis Tarnfarbe hatte sie längst gelehrt, dass ihres Mannes pfeilschnelle Erklärung aus dem Reich der Fabel stammte.

Paul schwang sich auf den mächtigen Ohrensessel, drückte den Kopf gegen die weiche Lehne und starrte zur Decke. Er empfand plötzlich eine beklemmende innere Leere. Die Albaner beschwerten seinen Sinn. ‘Alles Schlechte dieser Welt habe ich ihnen zugetraut und mir vor Angst fast in die Hosen gemacht’, dachte er. ‘Selbst als Rudi sich als ehrlicher Finder entpuppte, habe ich ihn nicht entlohnt, sondern in Gedanken einer hinterhältigen Taktik bezichtigt und ihm die kalte Stirn geboten statt eine warmherzige Hand zu reichen.’ Und Paul spürte unter der fröstelnden Haut, dass alles, was er gegen den Albaner empfunden hatte, ihn nun selber traf.

Welch ein Irrsinn, dachte der Junge, dem die Welt um sich herum völlig ins Vergessen geraten schien. Es genügte ein beschmierter Zettel an einem Fahrradlenker, um alle Albaner als fies und mies zu brandmarken, sie hauen und klauen und schon gar nicht vor gemeinen nächtlichen Überfällen zurückschrecken zu lassen. Paul wurde, je tiefer er in sein Gedankenlabyrinth hinab stieg, immer peinigender bewusst, wie sehr er seinen Fieberträumen erlegen gewesen war und sich das Leben selber abgeschnürt hatte, wie rasch er zu urteilen und noch viel schneller zu verurteilen im Stande war. Allein auf Krieg vorbereitet, hatte er für Friedenssignale keinen Sinn mehr zu entwickeln vermocht, selbst dann nicht, als der kleine Rudi sinnbildlich ein Zeichen der Versöhnung setzte. ‘Was für ein Narr ich doch war‘, ätzte Paul in Gedanken vor sich hin und presste dabei die Lippen hart aufeinander.

Was dem Jungen in der Abgeschiedenheit seiner Ohrensesselbrüterei zusätzlichen Verdruss bereitete, war die ernüchternde Erkenntnis, dass selbst Kinder einander piesacken und plagen können und sie oft viel zu spät oder gar überhaupt nicht mehr einsehen können, wie unersetzlich die Zeit ist, die mit Gemeinheiten verschwendet wurde statt sie für Gemeinsamkeiten zu nutzen.

Die Mutter hatte inzwischen die Limonadengläser auf den Tisch gestellt und jedem reichlich eingeschenkt, war auf der Couch dicht an ihren Mann heran gerückt und harrte mit zusammengepressten Knien und wachen Augen der Geschichte, die von nächtlichen Gartenabenteuern erzählt werden würde.

Zuerst beichtete Seppi seinen durchtriebenen Schabernack mit unfreiwilliger Selbstüberlistung und anschließend Franziska ihre nächtliche Gruseltour mit ungewollter Umarmung eines Baumes; da blieb in trauter Runde kein Auge trocken. Und vielleicht, weil alle so ausgelassen waren und nachsichtig miteinander umgingen, da fühlte auch Paul sich mit einem Male ermutigt, etwas preiszugeben, was ihm die ganze Zeit schon auf der Seele brannte, wenn auch nicht immer in gleich bleibender Intensität. Er sprach von einem „sonderbaren Blitzlicht“ in Seppis Zimmer, das bis in sein Herz gedrungen und ihn dort, in seinem tiefsten Inneren, wundersam berührt habe. Und als er das sagte, schien die Stimme des Jungen immer stärker von Ehrfurcht durchdrungen, um aber im nächsten Atemzug wieder anzuschwellen, als die Rede auf das ominöse Monster kam, das mit einem Schlag entzaubert gewesen sei. Und schließlich erzählte Paul von der mysteriösen Stimme, die, als er auf dem Zeltboden in größter Not sich wähnte, dem wunden Gemüt habe neuen Mut einflößen können.

Die anderen hörten zu und schwiegen betreten, als Paul geendet hatte und still und ein wenig versonnen vor sich hin blickte. Bis es schrill aus Franziska herausplatzte: “Monster und Geisterstimmen, dass ich nicht lache. Wer so redet, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann?“

Paul starrte seine Schwester entgeistert an. Und es schien, als würden seine Augen Funken sprühen. “Natürlich gibt es den Weihnachtsmann“, schrie er mit hochrotem Kopf und angeschwollener Zornesader. Und dabei stapfte er mit dem rechten Fuß so heftig auf den Parkettboden der Wohnstube, dass die Gläser auf dem Couchtisch zitterten wie die Holzfiguren auf der Kegelbahn, wenn die Kugel herandonnert.

“Ich habe ihn doch mit eigenen Augen gesehen“, beharrte Paul, und sein Kinn zitterte bei diesen Worten, die nur noch ganz leise kamen, und Tränen füllten seine Augen. „Und ich habe gespürt, dass der Weihnachtsmann vor mir steht. Sicher, ich kann das Gefühl nicht beschreiben, aber ich weiß, dass es echt war, dass es mich nicht getäuscht hat.“ Paul ließ die Tränen übers Gesicht laufen, als bemerkte er sie gar nicht. Sein Blick schien völlig nach innen gerichtet. „Mit der Erscheinung des Weihnachtsmannes war es genau so,“ schluchzte er, „wie in Seppis Zimmer, als der Blitz durch mein Herz fuhr. Beide Male verspürte ich eine tiefe Verbundenheit mit etwas, das ich nicht erklären kann, das aber da war, denn über meinen Körper zog sich eine Gänsehaut, und mir war so sonderbar zu Mute, irgendwie ganz feierlich.“

Dann schwieg der Junge und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen vom Gesicht, während sein Blick auf der Tischplatte hing, ohne sie zu bemerken.

“Das hast du schön gesagt.” Die Mutter sah ihren Sohn mit liebevoll-verklärten Augen an, als habe sie der Zauber der heiligen Nacht eben selber umweht. Und sie erhob sich von der Couch, drehte sich hin zum Sessel, auf dem Paul wie ein Häufchen Elend hockte, setzte sich auf die breite Lehne und nahm ihren Jungen zärtlich in den Arm und drückte ihre Wange an die seine.

Der Vater, der neben der Mutter mit verschränkten Armen den Rücken an die Lehne des Sofas gepresst und die Erzählungen der Kinder schweigend hatte über sich ergehen lassen, ihm genügte eine harsche Handbewegung, um den mystischen Schleier rasch zu lüften, der sich sanft um Mutter und Sohn gelegt zu haben schien.

“Paul, ich muss dir etwas sagen.“ Die Stimme des Hausherrn war von energischer Bestimmtheit, während der Kreuz und Kopf weiter regungslos in Rücklage blieben und die Arme vor der Brust verschränkt. „Mit deinen acht Jahren bis du längst über das Alter hinaus, um der Realität endlich ins Auge zu sehen, statt verträumt und verklärt weiterhin einem Weihnachtsmärchen zu huldigen. Also ein für alle Mal: Es gibt keinen Weihnachtsmann. Das, was du leibhaftig gesehen hast, waren verkleidete Männer, und was sie so feierlich vor dir zelebrierten, waren vorab verabredete Worte und keine übersinnlichen Eingebungen.“ Und bei diesen Worten löste der Vater seine starre Sitzhaltung, beugte sich vor und sah seinem Sohn mit einem Blick ins Gesicht, der nur eine unausgesprochene Frage als Deutung zuließ: Alles klar?

Paul schluckte schwer. Er spürte ein unendlich flaues Gefühl in der Magengegend. Ihm war, als hätte ihn der eigene Vater auf dem Jahrmarkt rücklings vom Karussell gestoßen. Er rang mühsam nach Worten.

“Es gibt also keinen Weihnachtsmann”, stammelte ein sichtlich verwirrter Junge mit tränenerstickter Stimme, den sanften Druck der Mutter an den Schultern kaum mehr wahrnehmend. Denn nur einen Wimpernschlag später bebte er vor Zorn: “Alles Lug und Trug! Einstudiert von Erwachsenen, die den Kindern eine heile Welt und eine traute Familie vorgaukeln wollen. Die an nichts anderes glauben, als an das, was sie selber für wahr oder unwahr erklärt haben. Aber den richtigen Weihnachtsmann kann man nicht erklären, noch lässt er sich bestellen und schon gar nicht für Geld kaufen, und trotzdem gibt es ihn. Genauso, wie es eine Stimme in unserem Herzen gibt, die zu uns spricht und es gut mit uns meint. Ich selber habe sie doch gehört…“

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