Reiner W. Netthöfel - Der Andere

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Magnus Montanus hat gute Gründe, mit seinem Alter hinter dem Berg zu halten, und einer davon ist sein Alter selbst. Das ändert sich, als er zum ersten Mal seine fünfjährige Tochter trifft, die er vor einem Vierteljahrhundert quasi mit deren Großmutter gezeugt hatte. Die Großmutter trifft ihn dann auch nackt unter der Dusche und erinnert sich an ihn. Etwas problematischer ist ein hartnäckiger Familienchronist, der seine Vermutungen bestätigt sehen kann, eine indianische Historikerin, die ihre Hypothesen schließlich übertroffen sieht und ein cleverer Kriminalist, der sich zunächst einmal gar nicht für Montanus' Alter interessiert. Auf Montanus wird aber auch ein geheimer Geheimdienst aufmerksam, was nicht schön ist. Dass die Kanzlerin temporär zur Diebin wird, macht nichts, was ein übergroßer Künstler aber anders sieht. Anders sieht am Ende dieser Geschichte aber die Welt aus.

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Sie fühlte sich mies, schuldig, sie hatte sich eines Verbrechens schuldig gemacht gegenüber einem Mann, ohne dessen Ahnen es ihre Familie gar nicht geben würde. Sie konnte sich nicht ihr Spiegelbild ansehen.

Als sie die Tür öffnete, um in ihr Zimmer zu gehen, stand er vor ihr. Sie erschrak. Sie versuchte erst gar nicht, ihre Blöße zu bedecken, denn schließlich würde er es gewesen sein, der sie ausgezogen hatte. Er hob eine Hand, als ob er sie berühren wollte, und sie schloss schon die Augen und schob ihren Kopf vor, um diesen Augenblick zu genießen, doch es folgte keine Berührung; er ließ die Hand wieder sinken und sie öffnete die Augen wieder. Es war Enttäuschung in ihrem Blick.

„Guten Morgen.“, sagte er freundlich. Er trug Jeans, ein braunes Poloshirt und Sandalen und sah sie offen an. Seine Augen waren anders als gestern. Als habe er etwas beschlossen und sei zufrieden damit. „Ich habe den Frühstückstisch gedeckt und Ihre Sachen aus dem Hotel geholt.“

„Meine Sachen? Warum?“

„Weil ich meine, dass Sie hier besser aufgehoben sind.“

„Aber …“

„Machen Sie sich fertig. Sie können mein Bad benutzen, oder das Gästebad dort drüben. Ich warte unten auf der Terrasse.“

Holly duschte, zog sich an und dachte die ganze Zeit an diesen Mann, den sie gestern noch hatte umbringen wollen, in einem Aufwall von Gefühlen, der ihr aber andererseits äußerst sympathisch war. Ja. Sie musste sich eingestehen, dass sie Gefühle für ihn hegte, aber sie musste es ignorieren, zu widersprüchlich war diese ganze Situation.

Er musste zugeben, dass sie eine schöne, begehrenswerte Frau war. Er war tatsächlich versucht gewesen, sie zu berühren, sie zu streicheln, doch er wusste, dass es nicht dabei geblieben wäre. Es war nicht nur die sexuelle Anziehungskraft, die sie auf ihn ausübte, die sie zweifellos auf ihn ausübte, sondern da war mehr. Er spürte, dass, wenn er seinen Gefühlen freien Lauf ließe, eine große Zuneigung entstehen könnte, und das wollte er sich und auch ihr in ihrer letzten Konsequenz nicht antun. Die letzte Frau, die er geliebt hatte, war Tanja gewesen und der Abschied von ihr war außerordentlich schmerzlich gewesen. Er hatte gewusst, dass sie nicht gemeinsam alt werden könnten, aber diese Tragik hatte er sich nicht ausmalen können.

Die letzte Frau, mit der er Sex gehabt hatte, war eine Afroamerikanerin gewesen. Es war fünfundzwanzig Jahre her und noch nicht einmal wert, eine Episode genannt zu werden. Fand er.

Ihr Koffer lag auf diesem bequemen Bett, es war alles drin. Sie beeilte sich. Aus irgend einem Grunde wollte sie zu ihm. Nicht, weil sie immer noch glaubte, ein Geheimnis entdecken zu können, nicht, weil sie sich schuldig fühlte. Nicht, weil sie sich schämte und meinte, etwas gut machen zu müssen. Sie wollte zu ihm, weil sie seine Nähe angenehm fand.

Er hatte diese deutschen Brötchen besorgt, die so gut schmeckten, hatte Eier gekocht, Saft bereitgestellt und Kaffee, Käse, Aufschnitt, hatte dekoriert; beschämt nahm sie Platz.

„Ich …“ Er unterbrach sie.

„Nicht schon wieder.“ Er lächelte sie an und sah ein fragendes Gesicht.

„Was?“

„Nicht schon wieder entschuldigen. Bitte.“ Sie nickte zaghaft zu seiner Bitte, allerdings gegen ihre Überzeugung.

„Ich möchte Ihre Familie kennenlernen.“, sagte er. „Erzählen Sie von Ihrer Familie.“

„Sie wollen nach all dem meine Familie kennenlernen?“, fragte sie entgeistert.

„Gewiss.“, ermunterte er sie.

Musste sie das verstehen? Nein, natürlich konnte sie das nicht verstehen. Sie konnte nicht wissen, dass der Mann, den sie gestern angegriffen hatte, ein planvolles Vorgehen beschlossen hatte. Montanus wollte mehr über Sarahs Nachkommen erfahren. Vielleicht wollte er sie sogar kennenlernen. Auf jeden Fall wollte er aber versuchen, die Kontrolle über einen Prozess zu erhalten, der eine Phase erreicht hatte, in der er ihm gefährlich werden könnte.

7.

Er hatte gestern teilweise so unnahbar gewirkt, und jetzt fragte er nach ihrer Familie, die schließlich für das alles verantwortlich war. Sie wurde nicht schlau aus ihm. Aber wenn er wollte. Und außerdem hatte sie ja wohl allen Grund, seinen Wünschen zu entsprechen. Sie entschuldigte sich, um im Haus zu verschwinden.

Magnus wartete nicht gespannt auf ihre Rückkehr, sondern räumte den Frühstückstisch ab, um Insekten jedwelcher Art von übertriebener Nahrungsaufnahme und hierbei bekanntermaßen vorkommenden Störungen menschlichen Zusammenseins und Kommunikation abzuhalten. Da jedoch das Abräumen von Frühstückstischen gemeinhin eine eher sinnentleerte Tätigkeit ist, gingen ihm dabei zwei Gedanken vakuumfüllend durch den Kopf.

Dieser Dick, so dachte er einerseits, schien ein gewitzter und hartnäckiger Bursche zu sein, was allein ein Grund sein könnte, ihn kennenzulernen. Außerdem handelte es sich immerhin um Sarahs Nachkommen.

Andererseits bewegte ihn ein viel grundsätzlicherer Gedanke. Wollte er es wirklich aufhalten?

Konnte er es? Beide Fragen konnte er nicht mit ausreichender Sicherheit beantworten. Wollte er sich weiter verstecken, wie all die Jahrhunderte zuvor? Er dachte an die viel zu kurze glückliche Phase seines Lebens, als er mit einer Frau zusammengelebt hatte.

„Nun, da ist zunächst meine Tochter Stefania.“ Holly war mit einem Foto zurückgekommen. Die Tochter war ihr also besonders wichtig.

„Wie alt?“, stellte er die naheliegende Routinefrage und setzte sich wieder.

„Stefania ist fünf.“ Zumindest ihr Blick sagte aber mehr als diese lapidare Information.

„Aha.“ Holly hielt Magnus nämlich stolz lächelnd und einen Kommentar herausfordernd ein Foto hin, das sie liebevoll, er erst flüchtig ansah, dann in seine Hand nahm und genauer betrachtete.

„Stefania ist ein besonderes Kind.“, bemerkte sie mit dem Stolz der Mutter.

„Jedes Kind ist wunderbar.“, sagte er mechanisch und nur scheinbar relativierend, denn seine Aufmerksamkeit war ganz auf das Foto konzentriert. Ihn sah ein kleines Mädchen mit drahtigen, eigenartig um den Kopf herumdrapierten, dunkelbraunen Haaren an. Kaum etwas erinnerte daran, dass ihre Urgroßeltern mütterlicherseits afroamerikanisch gewesen waren. Das Gesicht war rund, die Augen braun und das Lachen lückenhaft. Die Nase war etwas zu lang. Wenn er Vergleichsmöglichkeiten gehabt hätte, wäre ihm eine Erkenntnis sicher schon jetzt gekommen, doch von ihm gab es keine Kinderfotos. Nachdenklich reichte er das Bild zurück.

„Sie … sie ist anders. Sie sieht Dinge.“, behauptete sein Gast verschämt. Monty zündete sich eine Zigarette an und legte das Feuerzeug zurück auf den Tisch.

„Was meinen Sie damit?“ Holly zuckte die Schultern.

„Ich weiß nicht recht. Sie kann Dinge voraussehen, ahnen. Manchmal ist es so, als könnte sie den Menschen hinter die Schädeldecke schauen, erraten, was sie denken.“, sagte sie leichthin.

„Interessant.“, meinte er nachdenklich. Holly wechselte das Thema.

„Dann lebt meine Mutter und mein Großvater, ihr Vater, noch mit uns in einem Haus.“

„Und die anderen?“ Schließlich hatte sie den Eindruck erweckt, als handele es sich bei ihrer Familie fast um eine Sippe.

„Oh, Dick und Patty wohnen nicht weit und Abraham und Familie lebt nach wie vor in Tennessee. Der Kontakt zu den anderen ist nicht sehr intensiv. – Mr. Montanus?“

„Nennen Sie mich Magnus.“, bot er an.

„Okay, ich bin Holly.“, lächelte sie und wurde ein wenig rot.

„Was kann ich für dich tun, Holly?“, fragte Magnus freundlich.

„Ich bin gestern mit einem Messer auf dich losgegangen.“ Diese Geschichte ließ sie offenbar nicht los.

„Ich weiß.“, meinte er und drückte die Zigarette im Aschenbecher aus.

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