Reiner W. Netthöfel - Der Andere

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Magnus Montanus hat gute Gründe, mit seinem Alter hinter dem Berg zu halten, und einer davon ist sein Alter selbst. Das ändert sich, als er zum ersten Mal seine fünfjährige Tochter trifft, die er vor einem Vierteljahrhundert quasi mit deren Großmutter gezeugt hatte. Die Großmutter trifft ihn dann auch nackt unter der Dusche und erinnert sich an ihn. Etwas problematischer ist ein hartnäckiger Familienchronist, der seine Vermutungen bestätigt sehen kann, eine indianische Historikerin, die ihre Hypothesen schließlich übertroffen sieht und ein cleverer Kriminalist, der sich zunächst einmal gar nicht für Montanus' Alter interessiert. Auf Montanus wird aber auch ein geheimer Geheimdienst aufmerksam, was nicht schön ist. Dass die Kanzlerin temporär zur Diebin wird, macht nichts, was ein übergroßer Künstler aber anders sieht. Anders sieht am Ende dieser Geschichte aber die Welt aus.

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„Was habe ich getan?“, flüsterte die junge Frau entsetzt und Tränen liefen über ihr hübsches Gesicht, das ein einziger Ausdruck von Erschrecken über die eigene Tat war. Sie stützte sich zitternd auf der Arbeitsplatte ab und ließ den Kopf hängen. Von oben hörte sie Türenschlagen und dann Wasser laufen. Sie weinte still vor sich hin und war geneigt, dem Alkohol die Schuld für ihre Tat zuzuschreiben, doch die war nicht entschuldbar. Auch nicht durch Alkohol. Ich muss ihm helfen, dachte sie, wenigstens das. Mit weichen Knien machte sie sich auf den Weg.

Jetzt war alles aus. Vielleicht lag er oben und starb. Vielleicht rief er die Polizei. Niemals würde sie von ihm noch eine klitzekleine Information erhalten. Und das andere … Sie war bereit gewesen, den Gedanken zuzulassen, dass sie ein wenig in ihn verliebt war. Vorbei. Aus.

Oben konnte sie ihn nirgendwo entdecken, wahrscheinlich war er im Bad. Sie rief zaghaft nach ihm, erhielt aber keine Antwort.

„Herr Montanus. Bitte. Es tut mir leid. Kann ich Ihnen helfen? Wo sind sie? Bitte.“ Sie irrte umher. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Warum nur hatte sie das getan? Sie wischte sich mit den Handrücken die Tränen aus dem Gesicht.

Eine Tür stand offen. Offenbar sein Arbeitszimmer. Sein Schreibtisch. Bücher über Bücher. Zum großen Teil uralt. In allen Sprachen. Auf dem Schreibtisch das gerahmte Foto einer Frau. Einer sehr schönen Frau. Holly nahm es in die Hand. Lange, glatte, schwarze Haare, schwarze Augen, dunkler Teint. Der Blick melancholisch.

„Das ist Tanja.“, ertönte es sonor von der Tür. Holly drehte sich erschrocken um und ließ fast das Bild fallen, was er mit einem strengen Blick quittierte. Er knöpfte sich gerade ein sauberes Hemd zu. Auf seiner Brust klebte ein kleines Pflaster. Das Messer hatte fast bis zum Heft in seinem Körper gesteckt. Sein Gesichtsausdruck war seltsam. Jedenfalls passte er nicht zu dem gerade Geschehenen.

Wie in Trance stellte Holly das Bild wieder ab und zeigte mit dem Finger auf Montanus. Ihr Mund öffnete und schloss sich wie bei einem Karpfen. Zaghaft trat sie auf ihn zu.

„Es tut mir leid. Bitte verzeihen Sie mir.“, krächzte sie. Er machte eine wegwerfende Geste.

„Ist nur ein Kratzer.“ Sie sah ihn verwirrt an, denn er sah fast belustigt aus. Kein Vorwurf, keine Strafpredigt, nichts, was sie erwartet hätte.

„Ich wollte das nicht. Ich hätte Sie töten können.“ Hättest du nicht, dachte er.

„Es ist, wie gesagt, nur ein Kratzer.“ Sie ging auf ihn zu.

„Das kann nicht sein. Das kann doch nicht sein.“, flüsterte sie. Zaghaft berührte sie die Stelle, wo sie das Messer hineingestoßen hatte.

„Fangen Sie schon wieder an?“, schmunzelte er. Sie verstand nichts mehr. Sie hatte ihn provoziert, indem sie ihn mit Dicks abstrusen Ideen konfrontierte, die sie selbst für falsch hielt, sie hatte ihn angegriffen und schwer verletzt, und jetzt tat er das als Lappalie ab und scherzte. Er fasste sie sanft am Arm.

„Kommen Sie, ich erzähle Ihnen von Tanja.“ Er führte sie hinunter, nicht sie ihn . Obwohl er doch verletzt war …

Holly stand unschlüssig in der Bibliothek, die neben dem Salon lag und etwas kleiner war als dieser. Drei Wände waren deckenhoch mit Bücherregalen bestückt, die vierte Wand bildete die Fensterfront zum Garten, der im Dunkeln lag. So viele Bücher hatte Holly bei Privatleuten noch nie gesehen. Es handelte sich hauptsächlich um alte Bücher. Sie trat näher an die Regale heran. Bibeln, Korane, so weit sie das beurteilen konnte. Zum größten Teil konnte sie die Beschriftungen der Deckel nicht lesen, da sie die Sprachen nicht kannte. Philosophische Literatur. Keine Belletristik. Montanus kam und stellte Getränke auf einen niedrigen Tisch.

„Ich …“, wollte sie das Thema wieder aufgreifen, das sie im Augenblick am meisten beschäftigte, doch er war daran nicht interessiert.

„Lassen Sie es, es ist doch jetzt gut. Mir geht es gut, okay?“ Holly nickte, meinte es aber nicht so.

„Haben Sie die alle gelesen?“, fragte sie höflichkeitshalber und, seinem Wunsch entsprechend, ablenkend.

„Die meisten.“

„Verbringen Sie viel Zeit mit Lesen?“, fragte Holly leise, was Montanus lachen ließ.

„Davon habe ich wahrhaft genug.“ Dann schüttelte er den Kopf. „Nein, ich lese nicht mehr so viel wie früher. Das Wichtigste ist geschrieben und das habe ich gelesen.“

„Ich habe Sie angegriffen, habe Sie verletzt …“

„Jetzt ist aber gut. Ich habe Ihre Familie beleidigt. Ich will Ihnen von Tanja erzählen.“ Er wies auf einen freien Sessel.

Holly setzte sich widerwillig und zögernd.

„Mein Großvater war zum Ende des Krieges in eine Berghütte, einen Gasthof, gezogen, der dem Unternehmen gehörte, weil es da am sichersten war. Er hatte sich nie für Politik interessiert, fand aber das Naziregime abscheulich …“

„Interessieren Sie sich für Politik?“

„ Ja, ich bin an Politik interessiert, und das hängt mit Tanja zusammen und mit der Großmutter der beiden Israelis, die Sie kennengelernt haben. Mein Großvater beobachtete eines Tages, der Berggasthof gehört seit Jahrhunderten meiner Familie, eine Menschenschlange in einem Tal. Es handelte sich um Insassen eines KZ, die Anfang 1945 zu ihrer Ermordung an einen geheimen Ort gebracht werden sollten, ein sogenannter Todesmarsch. Wer unterwegs liegenblieb, wurde erschossen. Und es blieben viele liegen, denn es gab keine Verpflegung. Er folgte heimlich diesem schwerbewachten Marsch und sah, wie eine junge Frau, die sich barfuß durch den Schnee kämpfte, umfiel und nicht mehr aufstehen konnte. Ein Soldat legte bereits auf sie an, als Großvater ihn überwältigte, sich die Frau über die Schulter warf und mit ihr auf geheimen Wegen, die nur er kannte, zu seiner Berghütte stapfte. Er war stundenlang unterwegs und musste vom Tal sehr hoch hinauf. Die Frau war das, was man damals ‚Zigeunerin‘ nannte; deshalb war sie dem Tode geweiht. Er versteckte sie, nahm sie bei sich auf, und mit der Zeit wurden sie ein Paar. Sie starb in den Siebzigern.“

Holly hörte diese kleinen Lügen nicht mehr, hörte nicht mehr, wie seine Stimme brach, denn sie war eingeschlafen.

Holly erwachte in einem großen, luftigen Zimmer mit einer hohen Decke. Dankbar griff sie nach der Wasserflasche, die ihr jemand, natürlich Montanus, mit einem Glas auf den Nachttisch gestellt hatte und trank gierig. Die Vorhänge bewegten sich leicht vor dem geöffneten Fenster. Ihre Kleidung war sorgfältig auf einem Stuhl gestapelt. Ihre Kleidung? Bis auf den Slip war sie nackt. Langsam begriff sie und versuchte, den letzten Abend zu rekonstruieren. Monty, so nannte sie Montanus für sich, hatte von einer Tanja erzählt, die sein Großvater gerettet hatte, und Holly war dabei eingeschlafen. Noch so eine Unhöflichkeit. Seine Familie schien aus Samaritern zu bestehen. Sie hatte Monty angegriffen, ihn verletzt, und er hatte sie bei sich übernachten lassen. In diesem riesigen Gästezimmer. Was war er für ein Mensch? Zeitweise hatte sie Angst vor ihm gehabt, als er sie so angeschaut hatte. Dann hatte er ihr leid getan, als er so traurig geschaut hatte. Wie Stefania. Und sie hatte ihn für seine Überheblichkeit gehasst. Das Messer hatte tief in seiner Brust gesteckt, sie hatte es genau gesehen. Aber er schien keine größere Verletzung davongetragen zu haben, schien keine Schmerzen gehabt zu haben. Sie musste pinkeln. Wo war ein Bad? In dem Zimmer gab es nur eine Tür. Sie stand auf und ging hinaus und geradewegs auf eine Tür am Ende des Ganges zu. Monty hatte viel getrunken und schien doch nicht betrunken gewesen zu sein. Es war die Badezimmertür. Offensichtlich war dies nicht das Gästebad. Das war ihr aber egal. Sie musste dringend. Sie sah ins Waschbecken. Es war blutig. Sie setzte sich. In der Wanne lag ein blutgetränktes Hemd. Von wegen, nur ein Kratzer. Aber er hatte nicht gewirkt, als sei er so schwer verletzt. Am Rand des Waschbeckens lag ein gebrauchtes Pflaster. Es war nicht blutig.

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