Christian Frössler - Der Pfau im Honigbaum

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Aus heiterem Himmel werden Ernst und Marcus nach dem Abitur am Rheinstrand halb erleuchtet. Vergeblich versuchen sie in Indien ihren Guru zu finden. Auf dem staubigen Boden der Tatsachen angekommen, funkt es am Ganges zwischen Ernst und Smulia. Sie ist die Tochter eines Gurus und wünscht sich sehnlich selbst auf dem spirituellen Pfad voranschreiten zu dürfen, doch ist für sie die klassische Frauenrolle und die Hochzeit mit einem alten Onkel vorgesehen.
Als Ernst zwei Jahre später überraschend von Smulia auf eine Berghütte in der Schweiz eingeladen wird, erliegt er einem Liebeszauber, schlittert in seine eigene Verlobungsfeier, muss fast sterben, sich von der Brust einer guten Hexe aufpäppeln lassen, alles neu erlernen und geistige Paläste zerstören. Nachdem er Gott und seine Träume beerdigt hat, vereint er sich mit Smulia auf dem Vulkan.
Der Sohn, der dieser Vereinigung entspringt, soll weit weg von ihm, in Indien, als Heiland einer spirituellen Gemeinschaft aufwachsen. Jetzt wird es ernst für Ernst. Verzweifelt versucht er die Familie zu einigen, seinen Sohn aus Indien zu entführen und spielt ihn dabei dem Onkel in die Hände.

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Bevor sie die Reise antreten konnten, musste Ernst seinen Zivi in Bonn ableisten. Es folgten Monate, in denen sie spirituelle Literatur lasen, meditierten, mit Yoga anfingen und versuchten selbst auf dem Weg voranzuschreiten. Das glückliche Grundgefühl war immer noch da, aber es wurde schwächer. Je schwächer es wurde, umso stärker wurde ihre Sehnsucht, noch einmal in den vollen Genuss des Entgrenzungsgefühls zu kommen.

Sie sahen sich an den Wochenenden in Kleve, zogen die spirituellen Zügel an, meditierten länger und öfter, übten härter Yoga und verzichteten auf Fleisch, Drogen, Alkohol, Sex und Masturbation.

Marcus gab sein Zimmer in Paris auf, wohnte wieder bei seinen Eltern und verdiente Geld am Fließband in der örtlichen Margarinefabrik. Ernst ernährte sich im Krankenhaus von übrig gebliebenen Patientenessen, so sparten beide so viel sie konnten von ihren Gehältern ab. Nach 14 Monaten konnten sie endlich nach Indien aufbrechen.

Indien

Der Zug hatte das Rheintal verlassen. Ernst dachte daran zurück, mit welcher Leichtfüßigkeit sie damals nach Indien aufgebrochen waren.

Sie hatten sich zwei Tickets Frankfurt – Neu-Delhi von Kuwait-Airways, Traveller-Schecks von Thomas Cook und einen Lonely-Planet-Reiseführer besorgt und sich ein Visum in der indischen Botschaft in Bonn ausstellen lassen. In der Nacht vor der Abreise feierten sie bis morgens um sechs mit Krankenschwesterschülerinnen Abschied, mit denen Ernst sich während seines Zivildienstes angefreundet hatte. Um zehn ging ihr Flieger. Im Flugzeug nach Kuwait schliefen sie, nach dem Umsteigen in den Flieger nach Delhi schaute Ernst das erste Mal in den Reiseführer, um ein Hostel auszuwählen.

Für Reiseimpfungen, Klima, Kultur, Flora, Fauna, Essen oder Geographie von Indien hatten sie sich überhaupt nicht interessiert. Aus der Autobiographie eines Yogis ging für sie hervor, dass ihr Guru sie automatisch finden würde. Sie mussten nur offen sein, dem Schicksal Raum lassen, jede Planung hätte diesen Raum eingeschränkt.

Sie hatten wirklich keine Ahnung gehabt: Tuk-Tuks, Kühe, Hunde, Affen, Fahrradrikschas, bunte Busse und LKWs teilten sich chaotisch die Straßen, die Gerüche, die Abgase, der Gestank von den kleinen Feuern der Garküchen, von alten Dieselmotoren, Exkrementen und Zweitaktmotoren, die Menschenmengen, das Klima, das Essen. Das Essen!

Sie hatten in ihrem Leben noch nie indisch gegessen. Die erste Mahlzeit hatten sie darum für einen bösen Spaß gehalten, den sich der Mann am Straßenstand mit Touristen machen wollte. Von zu Hause waren sie allenfalls eine Priese schlechten Pfeffers gewohnt. Die Schärfe der Soßen hatte ihre Zungen und Rachen verätzt. Sie hatten versucht, die Schärfe mit Wasser zu löschen, das auf dem Tisch in einem Krug bereitstand und waren verärgert ohne zu zahlen aufgestanden. Das Tischwasser hatte natürlich Durchfall zur Folge.

Erst 14 Monate später hatte Marcus nach Antibiosen und Darmkuren wieder eine richtige deutsche Kackwurst zustande gebracht. Er hatte Ernst stolz ein Foto davon mit einem Brief geschickt, in dem er sich für diese Unappetitlichkeit entschuldigte, aber erklärte, dass er seine Freude darüber unbedingt mit jemandem teilen wollte und vermutete, Ernst wäre der Einzige, der sie nachvollziehen könnte.

In Delhi schliefen sie im Schlafsaal eines Hostels um Geld zu sparen, popelten sich permanent die schwarzen an ihren Schleimhäuten klebenden Abgasreste aus den Nasen, fühlten sich durch den Lärm, den Durchfall und die Hitze ungesund. Auf ihrer Haut klebte ständig ein Film aus Schmutz und Schweiß. Die Hocktoiletten ekelten sie an, obwohl ihnen klar war, dass Sitztoiletten noch viel unhygienischer gewesen wären. Es gab kein Klopapier, man nutzte Wasser, Seife und die linke Hand. In den Ecken und Gassen mischten sich Exkremente von Tier und Mensch. Die vielen Bettler, vor allem die Kinder, schockten sie.

Wo sie als große, langhaarige, blonde Männer auch hinkamen, wurden sie umringt von einer Traube aufdringlicher Menschen, die sie neugierig ansprachen und anfassten. Die permanente Unterschreitung ihrer Nahzonen löste Stress in ihnen aus. Sie hatten sich der Hölle noch nie so nah gefühlt. Statt sich spirituell zu öffnen, fuhren sie die Schotten hoch und schalteten in den Überlebensmodus. Wie sollte sie hier Erleuchtung finden?

Vielleicht bewirkte ihr Guru diesen Horror, damit sie rasch zu ihm weiterzogen, versuchten sie sich die Lage schön zu reden. Also brachen sie nach Rishikesh auf, einem nahegelegen heiligen Ort. Rishikesh liegt an den Ausläufern des Himalayas, wo der Ganges noch klar ist. Hier hatten die Beatles ihren Guru gefunden, ein starkes Argument für Marcus.

Obwohl sich die Reise nur über etwas mehr als 200 Kilometer erstreckte, dauerte die Busfahrt sechs Stunden. Der Fahrstil der Verkehrsteilnehmer auf der zweieinhalbspurigen Straße war angsteinflößend, eine Achterbahnfahrt ohne Anschnallgurte.

Auf der halben mittleren Spur, die in beide Fahrtrichtungen zum Überholen genutzt wurde, hielten die Fahrer mit Vollgas hupend auf entgegenkommende Autos, Tiere, Menschen, LKWs und Busse drauf. Einer wich dann einer geheimen Logik folgend in letzter Sekunde aus. Der Versuch sich selbst damit zu beruhigen, dass das schon irgendwie kontrolliert war, wurde durch den Anblick der unzähligen Unfallwracks am Straßenrand erheblich gestört.

Die nicht gepolsterten Metallsitze waren viel zu klein für ihre 1,90m. Ihre Oberschenkel waren wie in Schraubstöcken zwischen den Metallgestängen der Sitze eingeklemmt und jede Vibration und jeder Schlag übertrug sich auf ihre Knochen.

In den Gängen drängten sich die Menschen, einige hingen aus den Türen, auf vielen Bussen saßen Passagiere neben ihrem gebündelten Gepäck auf dem Dach. Als ein Kleinkind nicht mehr in den Bus passte, wurde es ihnen durch das Fenster reingereicht und auf den Schoß gesetzt. Erschrocken blickte es in die Gesichter der beiden andersartig aussehenden Männer.

Und dann dieser Lärm! Die Fensterscheiben waren in Stahlrahmen gefasst, schlugen zitternd, ohrenbetäubend in der gummilosen Stahlkarosserie der Tata-Busse hin und her. Der Busfahrer, der sich einen kleinen Altar im Führerhaus eingerichtet hatte, in dem Sandelholzstäbchen brannten, Heiligenbilder an der Scheibe klebten und Glühbirnen blinkten, die man sich lieber in den nicht funktionierenden Scheinwerfern gewünscht hätte, versuchte mit in ihren Ohren schief klingender indischer Musik aus scheppernden Boxen den Fahrtlärm zu übertönen.

Nur für kraterartige Schlaglöcher wurde das Tempo kurz gedrosselt, kleinere schlugen aufgrund der schlechten Federung voll durch, so dass sie immer wieder vom Sitz bis unter die Decke abhoben. Was der Busfahrer an Minuten durch den geisteskranken Fahrstil herausgeholt hatte, investierte er dann in unnötig lange Pausen, in denen er ruhig ausstieg, sich an einem Straßenstand Chai und Kat servieren ließ und in aller Ruhe beobachtete, wie Verkäufer um und im Bus auf und ab gingen um Chai, Nüsse oder Samosas anzubieten. Verlumpte, unterernährte Kinder kehrten mit kaputten Handfegern den Bus aus und hielten für ein Abendbrot die Hände auf. Nachdem ein Mindestumsatz bei einem Stopp erreicht worden war, schrie der Ticketverkäufer hektisch, als ginge es plötzlich wieder um jede Sekunde. Der Busfahrer stopfte bedächtig sein Hemd in die Hose, stand langsam auf, nahm mit einer geschickt versteckten Handbewegung Geldscheine an und schritt majestätisch an tief um ein Feuer herum auf dem Boden hockenden, zahnlosen Alten vorbei zum Steuer. Heizdeckenverkäufer in einem sich wandelnden Kastensystem, befand Ernst.

Rishikesh war schöner und ruhiger. Sie bezogen ein Zimmer in einem sauberen Hostel am Ganges, das zu einem Ashram gehörte, in dem jeden Abend ein über siebzigjähriger, blinder Guru namens Yukteshvar Satsang hielt. Das Hostel wurde von der Schweizerin Shantala geführt, die Mitte vierzig war und mit Yukteshvar zwei Kinder hatte, den Zehnjährigen Manua und die sechszehnjährige Smulia. Es gab europäisches Essen, das nicht gut, aber für sie überhaupt essbar war. Der Boden war weiß gefliest, die Toiletten blitzsauber und europäisch. Dankbar wieder Boden unter den Füßen zu haben, beschlossen sie gleich am ersten Abend zum Satsang zu gehen.

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