Ernst von Wegen - Fliehkräfte

Здесь есть возможность читать онлайн «Ernst von Wegen - Fliehkräfte» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Fliehkräfte: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Fliehkräfte»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Wenn der beste Freund sich als Betrüger entpuppt;
wenn einer zwischen Leben und Tod stecken bleibt;
wenn eine Frau erkennt, dass weder Rückkehr noch Fluchtmöglich ist;
wenn ein Frommer mit der Liebe kurzen Prozess macht;
wenn ein Jäger seine Rolle überschätzt;
wenn einer dorthin will, wovon ein anderer fliehen möchte -
dann dreht alles sich um den Menschen und der Mensch dreht sich um sich selbst. Und alles dreht sich rasend schnell. Fliehkräfte drohen uns zu zerreißen, Angstschwindel verzerrt unser Weltbild. Fliehkräfte treiben uns, doch die Kraft zu fliehen haben nur Wenige. Denn wer der Fliehkraft nachgibt, wird zerrissen, löst sich auf.
Die hier gesammelten Geschichten handeln allesamt von den Zentrifugalkräften des bewussten Seins und dem diffusen Drehschwindel der Gefühle.
Einen thematischen Zusammenhang der einzelnen Geschichten gibt es nicht, bloß die eine Gemeinsamkeit: im Zentrum steht der Mensch in seinem Bemühen, die Drehachse seines Lebens zu orten, zu stabilisieren und irgendwie Einfluss auf die Umlaufgeschwindigkeit zu üben.

Fliehkräfte — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Fliehkräfte», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Was für eine Welt! Was für ein Leben! Ich muss einen Ausflug in die Kindheit abbrechen, um die eigene Haut zu retten. Was mich nicht mehr zu erwärmen vermag, droht mich zu verbrennen! Ein Spätblüher zeigt mir meine Grenzen auf. Ich will nur noch unter die Dusche. Meine Zunge liegt wie ein glühendes Stück Kohle im Mund. Aber mehr noch als die Glut meines Körpers quält mich die Fratze, die mich zu Hause aus dem Spiegel überlegen angrinst: „Hast du auch nur einen einzigen Augenblick lang gedacht, du könntest mir entkommen?“

Es war die Nachtigall...

Schwabing! Der Name leuchtete hell wie der Abendstern. Schwabing war viel mehr als nur ein Stadtteil Münchens, Schwabing - das war eine Verheißung! Ich kam vom Land und war sehr jung - in einer Zeit, die viel versprach und in der man verwegen genug war, die Versprechen seiner Zeit einlösen zu wollen.

Ich war in München um Freunde zu besuchen, die es hierher verschlagen hatte. Ach, was rede ich da, damals verschlug es niemanden irgendwo hin, damals ging man fordernd einem besseren Leben nach. Hatte unseren Eltern noch das materielle Überleben ausgereicht, so jagten wir ganz ungeniert dem persönlichen Glück hinterher. Ich jedoch, wie gesagt, besuchte zunächst mal bloß Freunde. Von einem bisschen mehr Glück allerdings hatte ich durchaus geträumt, zumal es in Schwabing quasi auf der Straße lag, falls meine Freunde nicht allzu dick aufgetragen haben.

Nun fuhren wir also durch das frühherbstliche Schwabing, vor den Scheiben des schon etwas betagten Opel Kadetts zogen die Lichter der Leopoldstraße vorbei und ich versuchte, meine Begeisterung auf einen Grad zu treiben, der Schwabing angemessen schien. Meine Freunde forderten mein Erstaunen ja nachgerade ein, dasselbe Erstaunen, mit dem sie selbst vor gar nicht langer Zeit nach München gekommen waren.

„Na, was sagst du?“

„Super!“ sagte ich. Immer wieder „Super!“ Genau das wollten sie hören. Sie waren jetzt Städter, wenn nicht gar „Münchner“ und sie genossen ihren persönlichen Vorsprung vor der Provinz und den Provinzlern. Die Stadt war ein Ozean von Möglichkeiten und das Dorf war Langeweile, darüber war man sich einig. Und gleich würden wir unser angerostetes U-Boot verlassen und in diesen fantastischen Ozean eintauchen.

Wir fingen mit dem Pils-Doktor an. In Bayern gilt Bier seit jeher als Nahrungsmittel, das war mir klar; aber Bier als Arznei, das fand ich originell! Der Name hielt meinen Erwartungen leider nicht stand, die Kneipe hatte überhaupt nichts medizinisches, oder wenigstens doktorales an sich. Stattdessen fuhr eine Eisenbahn kreuz und quer durchs Lokal. Die eigentliche Attraktion aber war der Wirt. Er hieß Herbert, wenn ich mich recht erinnere, und er war ein Genie, das weiß ich noch genau. Herbert wirbelte, als hätte er sechs Arme und an jedem Arm zwei Hände und nebenher unterhielt er ganz entspannt seine Gäste. Herbert wusste den neuesten Klatsch und konnte zur Not auch über Fußball reden, er hörte sich die Sorgen der Leute an und konnte im nächsten Augenblick über die aktuellen Kinohits plaudern.

„Grüß euch, wie geht’s? Ihr seid zu dritt? Hinten ist noch ein Tisch frei.“ Meine Freunde bedauerten, dass die begehrten Thekenplätze alle besetzt waren und so stellten wir uns im hinteren Raum an den kleinen freien Stehtisch. Durch das offene Fachwerk konnten wir Herbert wirbeln sehen. Er verließ seinen Tresen nie, hielt aber Sichtkontakt zu allen Gästen – einer meiner Freunde hob die Hand mit gespreizten Fingern.

„Drei Pils? Ja, gerne, kommen gleich!“

Drei oder vier Züge versorgten das gesamte Lokal. Herbert merkte sich alles: die Vornamen und die Vorlieben seiner Stammkunden und besonders ihren Getränkeverzehr. Ohne Stift und Bierdeckel. Ein Kopfmensch; vielleicht deshalb Pils- Doktor? Wieder hielt einer der Züge über dem Tresen. Herberts flinke Hände fischten die leeren Gläser herunter, wischten die Waggons ab und luden sie mit frischen Getränken voll. Mit einem Pfiff zuckelt die Bahn los. Unsere Biere verschwanden kurz im Winkel, der von uns aus nicht einsehbar war, schnaufte durch ein offenes Fenster, verschwand nach zwei, drei Metern abermals hinter der Garderobe, ehe die Lok im Bogen auftauchte, der zu unserem Tischchen führte. Davor hielt er noch zwei Mal an, zwei Martini und vier trockene Chianti wurden abgeladen, dann waren wir an der Reihe. Ich konnte nicht ausmachen, wie Herbert den Zugverkehr steuerte und fragte meine Freunde. Eines seiner großen Geheimnisse, sagten sie. Herbert sei ein Magier. Zug um Zug tranken wir uns in Stimmung. Das Publikum war gut gemischt. Viele Jugendliche unter einigen Älteren. Ältere, das waren für uns damals alle über dreißig. Frauenanteil etwa ein Drittel. Nicht schlecht für ein Bierlokal. Leider fast alle in Begleitung. War eher ein Treff zum Plaudern und sich sehen lassen und nicht so sehr zum Kennenlernen. Meist Leute die sich gerne reden hörten. Und worüber die so redeten! Da musste einer schon die besseren Zeitungen lesen, um die zu verstehen. Nach vier, fünf Pils waren wir dann reif für die Disco. Was war schon ein Bierzug und ein wirbelndes Genie, wenn anderswo ein Paradies mit tanzenden Engeln wartete, ein „erotisches Schlaraffenland“ wie ein berühmter Münchner einmal sagte. Wir gingen nach vorne um zu zahlen. Herbert wusste genau, wer was getrunken hatte, kassierte mit flinker Hand und sagte: „Servus, bis zum nächsten Mal!“

Ich schlug vor, zu Fuß weiter zu gehen, oder ein Taxi zu rufen. Er hätte nur drei Bier getrunken, sagte Heinz, und:

„Wie willst du ohne Auto Miezen abschleppen?“

Er sagte es so, als wäre ganz Schwabing voller Miezen, die nur darauf warteten, abgeschleppt zu werden. Mir wurde ganz heiß bei dem Gedanken.

Bald standen wir vor dem Acapulco. Ohne Krawatte dürften wir da nicht rein, sagte der Türsteher.

„Komm, mach keinen Scheiß, Alter, wir waren doch gestern ohne Krawatte drin.“

„Ja gestern.“ Der Gorilla grinste. Heute sei eben Krawattenzwang und deshalb... er wedelte mit der Hand, als wären wir lästige Fliegen. Türsteher ist einer jener Berufe, in dem sich selbst Idioten einer Illusion von Macht hingeben dürfen.

Aber richtige Nachtschwärmer lassen sich von solch kleinen Rückschlägen nicht entmutigen, das Blue Morphusnahm uns mit weit geöffneten Flügeltüren auf.

Discos waren damals mehr als Zappelschuppen und Drogenhöhlen, Discos in den frühen siebziger Jahren waren noch Tempel! Zwar wurde auch darin mehr gezappelt, als getanzt, auch wurden Drogen konsumiert, doch es stand noch etwas darüber: der Glaube, dass Spaß der wahre Sinn des Lebens sei. Wir waren nicht cool, wir waren locker und lässig.. Heute sind Discos bloß Fluchtburgen vor der Wirklichkeit, in den frühen Siebzigerjahren waren sie Kultplätze einer Genussreligion; unser oberster Glaubenssatz: Das Leben ist Komödie und die Welt ist unsere Bühne!

Auch im Blue Morphus kreiste die Welt um tanzende Leiber und die Lichtlanzen des Disco-Igels blitzten im neonblauen Trockeneisnebel nach einer kosmischen Choreografie.

“Stairway To Heaven“ war folgerichtig die Hymne aller Himmelsstürmer und tatsächlich säumten engelhafte Wesen in elfenhaften Bewegungen unsere „Treppe in den Himmel“. Hier trank man kein gewöhnliches Bier, hier schlürften die Mädels genüsslich Cocktails und Jungs nippten weltläufig an Bourbon mit Eis.

Heinz und Harry zappelten im zuckenden Licht, ich stand an der Bar und ließ meinen Blick von Engel zu Engel wandern, da tauchte ein weizenblondes Geschöpf in knappem Glitzerkleidchen aus dem blauen Dunst neben mir auf:

„Ich bin Daphne... hi!“

„Und ich bin Ernst.“

„Ist mir schon aufgefallen, ich mag ernste Typen.“

„Sorry, ich heiße wirklich so.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Fliehkräfte»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Fliehkräfte» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Fliehkräfte»

Обсуждение, отзывы о книге «Fliehkräfte» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x