Reiner Kotulla - Dagebliebene

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Eine Sammlung von Erzählungen über die DDR. Dabei geht es nicht um nostalgische Betrachtungen. Vielmehr wird versucht, die Kräfte zu beschreiben, die von Beginn an versucht haben, diesem deutschen Staat zu schaden, die nicht zulassen wollten, dass sich in der Deutschen Demokratischen Republik eine Gesellschaft entwickelte, die auf die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen verzichtete, die getreu der Prämisse, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf, handelte.
Die globale Kennzeichnung der DDR als Unrechtsstaat ist nicht nur falsch; sie kränkt auch die Bürger und Bürgerinnen dieses Staates.
Die Protagonisten der Kurzgeschichten sind erfunden. Ihre historische Wahrheit beruht darin, dass sie zur Zeit des Bestehens der beiden deutschen Staaten unter den dort herrschenden Verhältnissen hätten existieren können.

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Prolog

Wanderer kommst du nach B (1945)

Ein wenig schwerfällig, denn er war in die Jahre gekommen, bewegte sich Wasja durch die Straßen der zerstörten Stadt, dem Ziel seiner Reise. Lange hatte seine Kindheit nicht gedauert, da musste er schon die Heimat verlassen.

Eiskalt war es im Wald, im Osten des riesigen Landes, wo er aufgewachsen war. Und das meist draußen auf eisigem Boden. Seine Mutter, Soja, war eigentlich noch viel zu jung für diese Aufgabe gewesen. Doch danach hatte keiner gefragt.

Bald nachdem sie ein letztes Mal Hand an ihn gelegt hatte, war sie den anderen in die Wälder gefolgt, um seinesgleichen, die auf Schienen hierhergebracht werden sollten, zu vernichten.

Weil sie nicht wusste, wohin es ihn verschlagen würde, hatte sie ihm eine Nachricht beigelegt. „Sorge dafür unbekannter Genosse“, hatte sie geschrieben, „dass Wasja überlebt.“

Lang und entbehrungsreich war sein Weg gewesen, und nun war Wasja in die Jahre gekommen. Mühsam bewegte er sich jetzt auf der Straße, die einmal den Namen Stalinallee tragen sollte. Gähnende Ruinen rechts und links, das Feuer erloschen, der Gestank nach Verbranntem erhalten geblieben.

Manchmal wirkten die Restfassaden wie eine Theaterkulisse: ein Schlafzimmer, das Ehebett und darüber an der Wand das Bild mit den pausbackigen Engelchen, eine Küche, von der die Ecke mit dem Kochherd stehen geblieben war oder ein Wohnzimmerrest mit Sofagarnitur und darüber das Bild des Führers.

Doch Wasja war nicht allein, eine ebenso alte Genossin folgte ihm in gemessenem Abstand. In der Steppe hatten sie sich kennen gelernt. Nina und er sollten am Ziel zusammenbleiben, wenn auch wiederum auf Abstand. Stolz und Achtung gebietend, würden sie einer erneut feindlichen Umwelt trotzen.

Sie erreichten die Straße, von der der Fackelspuk ausgegangen war. Respektvoll umfuhren sie das Tor, durch das 45 Jahre später ein neuer Herr, ebenso gemessenen Schrittes gehend, der immerhin von Befreiung sprechen würde. Und genau deshalb hatten Nina und Wasja die Strapazen auf sich genommen.

Bald dröhnten und schepperten die beiden hintereinander her – die letzten Meter – bis sie schließlich nebeneinander zum Stehen kamen, darauf wartend, den letzten Schritt zu tun, damit sie endlich Ruhe finden konnten.

So entbehrungsreich ihr Weg auch gewesen war, erinnerten sich beide gerne daran, wie sie die Banditen das Fürchten gelehrt hatten. Natürlich nicht alleine, viele waren sie gewesen, die unter dem Kommando des Marschalls am 8. Mai 1945 Berlin befreiten.

Und Wanderer, wenn du nach Berlin kommst, vergiss nicht, den beiden Panzern vom Typ T34/76 im Tiergarten, denen man die Namen Nina und Wasja hätte geben können, einen Besuch abzustatten. Gedenke ihrer Kommandanten, Iwan und Pawel, der Fahrer Viktor und Boris, der Ladeschützen Oleg und Dimitrij, der MG-Schützen Andrej und Artjom und der Funker Michail und Igor.

Und bitte, lass dich nicht abermals dazu verführen, dieses riesige Land im Osten erneut erobern zu wollen! Denke an das Schicksal deiner Vorväter, die bei Stalingrad und anderswo in die Flucht geschlagen wurden, unter anderem von Nina, Wasja und seiner Mutter Soja, der Partisanin und Dreherin.

An Ereignisseim vierten Lebensjahr, so sagt man, erinnert sich in der Regel ein erwachsener Mensch. Das war im April 1945. Meine Mutter, den Kinderwagen, in dem das Notwendigste verpackt war, vor sich herschiebend, mich an der Hand, auf dem Weg in die Prinz-Adalbert-Straße von Berlin-Karlshorst.

Daran erinnere ich mich heute. Aus einem Fenster des vierstöckigen Hauses schlugen Flammen, ein unauslöschbares Bild.

„Das war dein Kinderzimmer“, sagte meine Mutter. Eine der berüchtigten Phosphorbrandbomben, in der Form einem Bleistift ähnlich, war vom Dach bis in den Keller geschlagen und hatte unterwegs alles verbrannt.

Über das danach berichtete meine Mutter später: „Deine Tante Edith und ich, wir hielten im Krieg und danach vor allen Dingen in der Sorge um dich, zusammen. Während ich meinem Dienst bei der Stadtverwaltung nachkam, kümmerte sich Edith vorwiegend um dich. Du bist für sie immer wie ein Sohn gewesen, was mich oft eifersüchtig machte, doch mein Glaube an den Endsieg ließ mich bis zuletzt meiner Dienstpflicht nachkommen. Oftmals lief ich auf dem Weg zu meiner Dienststelle oder nach Hause durch brennende Straßen, rettete mich ständig in Sekundenbruchteilen vor herabstürzenden Häuserwänden. Und dann, Ende April 45, wurde auch das Dienstgebäude ein Opfer der Brandbomben und ich war meiner Verantwortung entbunden.

Edith und ich begaben uns mit dir auf die Suche nach einer Unterkunft. Abwechselnd schoben wir den Kinderwagen, den du zum Glück kaum noch brauchtest, vor uns her. In ihm hatten wir unsere ganze Habe, zum Beispiel die uns damals noch wichtig erscheinenden Papiere und Dokumente untergebracht.

Gähnende Ruinen rechts und links der Frankfurter Allee, das Feuer erloschen, der Gestank nach Verbranntem erhalten geblieben.

Manchmal wirkten die Restfassaden wie eine Theaterkulisse: ein Schlafzimmer, das Ehebett und darüber an der Wand das Bild mit den pausbackigen Engelchen, eine Küche, von der die Ecke mit dem Kochherd stehen geblieben war oder ein Wohnzimmerrest mit Sofagarnitur und darüber das Bild des Führers.

Bald erkannten wir die Nutzlosigkeit dieser Wohnungssuche, wollten dir weitere solcher Bilder ersparen und traten den Rückweg nach Karlshorst an.“

Das zweite, mir in Erinnerung gebliebene Bild: eine Leiche im abgesoffenen U-Bahn-Schacht.

Erst viel später erfuhr ich die Ursache: Auf dem Grund eines Spreekanals hatten sie die Ladung explodieren lassen, die ein Loch in die U-Bahn-Schachtdecke riss, durch das Millionen Kubikmeter Wasser in die Tunnel stürzten und die dort vor den Fliegerbomben Schutzsuchenden tötete.

Nein, das waren keine bolschewistischen Untermenschen gewesen, es waren die Ehre-Treue-Herrenmenschen, die in fanatischer Mordlust dem letzten Befehl ihres Führers „nach mir die Sintflut“ gefolgt waren, die Eigenen also.

Weiter berichtete meine Mutter: „Damals auf der Frankfurter Allee hätte sich keine von uns beiden vorstellen können, dass Edith dereinst in dieser Straße, die dann den Namen Stalins trug, eine schöne Wohnung beziehen sollte.

Jetzt erst einmal blieb uns nur noch die Gartenlaube als Zufluchtsort. Am Abend auf dem Weg dorthin, das Siegesfeuerwerk der Roten Armee am Himmel, haben wir beide bitterlich um Deutschland geweint, ob der Bolschewisten Sieg.“

Zur Sache

Der zweite Weltkrieg stellt ein Warnungszeichen an die gesamte Menschheit dar, den Weg des hemmungslosen Machtkampfs und der schrankenlosen Zerstörung zu beenden. Auf drei Kontinenten wurde von 1939 bis 1945 mit bis dahin nicht erlebter Rücksichtslosigkeit gegenüber jedem menschlichen Leben vom deutschen Faschismus und seinen Verbündeten ein Eroberungskrieg geführt, dessen Ziel die Ausrottung und Unterwerfung anderer Nationen und rassistisch ausgegrenzter Menschengruppen war.

Über 50 Millionen Menschen verloren ihr Leben – zum Ende zeigten die Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki, dass nun die Mittel zur völligen Vernichtung der Menschheit den westlichen Militärmächten zur Verfügung standen. Wer aus seiner Geschichte nicht lernt, ist verurteilt, solche Verbrechen und die selbst verschuldeten, ungeheuren Katastrophen erneut zu erleben.

Es gilt, die denkwürdige Klarstellung des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der am 8. Mai 1985 sagte: „Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse dunkle Zukunft. Und dennoch wurde von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle gemeinsam zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“

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