Robert Silverberg - Der Seher

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Ist das alles? Ist er wirklich tot da draußen, in fünfzig oder sechzig Jahren von heute, oder ist die Vision lediglich unterbrochen worden? Ich kann es nicht sicher wissen. Wenn ich nur jenseits dieses Augenblicks des Endes sehen, nur einen einzigen Blick hinter den Vorhang werfen könnte, um die Formalitäten des Todes zu beobachten, die Krankenschwestern, die mit ausdruckslosen Gesichtern die Apparate abschalten, das Tuch, das über das Gesicht gezogen wird, den Leichnam, der ins Leichenschauhaus gerollt wird. Aber es gibt keinen Weg, die Szene weiterzuverfolgen. Die Vorstellung endet mit dem letzten Fünklein Licht. Und doch bin ich sicher, daß dies mein Tod ist. Ich bin erleichtert und fast ein wenig enttäuscht. So wenig? Ein einfaches Erlöschen in hohem Alter? Daran ist nichts zu fürchten. Ich denke an Carvajal, dessen Augen leblos geworden waren, weil er sein Sterben zu oft gesehen hatte. Aber ich bin nicht Carvajal. Wie kann ein solches Wissen mir schaden? Ich erkenne die Unvermeidlichkeit meines Todes an; die konkreten Einzelheiten sind nicht mehr als Fußnoten. Einige Wochen später sehe ich die Szene noch einmal, und dann wieder und wieder. Immer gleich. Das Krankenhaus, die spinnenhafte Apparatur, das Versinken, das Dunkel, der Friede. So brauche ich also das Sehen nicht zu fürchten. Ich habe das Schlimmste gesehen, und es hat mir nichts getan.

Aber dann wird alles von Zweifel zerfressen, meine neugefundene Zuversicht zerbricht. Ich sehe mich wieder in jenem großen Flugzeug, und wir gleiten auf die sechseckige künstliche Insel zu. Eine Stewardeß rennt bestürzt, alarmiert, durch den Mittelgang, gefolgt von einer schwellenden Wolke öligen schwarzen Rauchs. Feuer an Bord! Die Tragflächen schwanken heftig. Menschen kreischen. Unverständliche Rufe aus der Lautsprecheranlage. Gedämpfte, zusammenhanglose Instruktionen. Druck nagelt meinen Körper an den Sitz; wir stürzten auf das Wasser hinab. Hinab, hinab, und wir schlagen auf, ein unglaublicher, krachender Aufprall, und das Flugzeug bricht auseinander; immer noch angeschnallt falle ich kopfüber in die kalten, dunklen Tiefen. Das Meer schluckt mich, und ich weiß nichts mehr.

Die Soldaten marschieren in finsteren Kolonnen durch die Straßen. Vor dem Gebäude, in dem ich lebe, halten sie an; sie besprechen sich; dann bricht eine Abteilung in das Haus. Ich höre sie auf der Treppe. Sinnlos, mich zu verstecken. Sie werfen die Tür auf, brüllen meinen Namen. Mit erhobenen Armen begrüße ich sie. Ich lächle und erkläre ihnen, daß ich ohne Widerstand mitkommen werde. Aber dann — wer weiß, warum? — dreht sich einer von ihnen, ein sehr junger Mann, ein Junge fast noch, plötzlich herum und richtet seine armbrustähnliche Waffe auf mich. Ich kann nur noch den Mund aufreißen. Dann kommt schon der grüne Strahl, und Dunkelheit hinterher.

»Das ist er!« schreit jemand, hebt einen Knüppel hoch über meinen Kopf und läßt ihn mit furchtbarer Gewalt niedersausen.

Sundara und ich sehen zu, wie Nacht sich über den Pazifik senkt. Die Lichter von Santa Monica funkeln vor uns. Zaghaft, behutsam, lege ich meine Hand auf die ihre. Und in diesem Augenblick spüre ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust, ich wanke, kippe um, trete rasend um mich, stoße den Tisch um, ich schlage mit den Fäusten auf den dicken Teppich ein, ich kämpfe um mein Leben. In meinem Mund ist der Geschmack von Blut. Ich kämpfe um mein Leben, und ich verliere.

Ich stehe an einer Brüstung, achtzig Stockwerke hoch über dem Broadway. Mit einer raschen, leichten Bewegung stoße ich mich hinaus in die kühle Frühlingsluft. Ich schwebe, anmutig bewege ich meine Arme wie ein Schwimmer, in erhabener Heiterkeit tauche ich dem Pflaster entgegen.

»Paß auf!« ruft eine Frau dicht neben mir. » Er hat eine Bombe!«

Die Brandung ist stürmisch heute. Graue Wogen türmen sich auf und brechen, türmen sich auf und brechen. Und dennoch wate ich hinaus, ich erzwinge mir meinen Weg durch die Brandung, ich schwimme mit wahnwitziger Hingabe dem Horizont entgegen, schneide durch das finstere Wasser, als gelte es, einen Rekord aufzustellen, schwimme weiter und weiter trotz des Hämmerns in meinen Schläfen und meinem Hals, und die See wird stürmischer, selbst hier draußen, so weit vor der Küste, schwillt und brodelt sie. Das Wasser schlägt mir ins Gesicht, und ich gehe unter, kämpfe mich wieder an die Oberfläche, werde wieder geschlagen, wieder, wieder…

»Das ist er!« schreit jemand.

Ich sehe mich wieder in jenem großen Flugzeug, und wir gleiten auf die sechseckige künstliche Insel zu.

»Paß auf!« ruft eine Frau dicht neben mir.

Die Soldaten marschieren in finsteren Kolonnen durch die Straßen. Vor dem Gebäude, in dem ich lebe, halten sie an.

Die Brandung ist stürmisch heute. Graue Wogen türmen sich auf und brechen, türmen sich auf und brechen. Und dennoch wate ich hinaus, ich erzwinge mir meinen Weg durch die Brandung, ich schwimme mit wahnwitziger Hingabe dem Horizont entgegen.

»Das ist er!« schreit jemand.

Sundara und ich sehen zu, wie Nacht sich über den Pazifik senkt. Die Lichter von Santa Monica funkeln vor uns.

Ich stehe an einer Brüstung, achtzig Stockwerke hoch über dem Broadway. Mit einer raschen, leichten Bewegung stoße ich mich hinaus in die kühle Frühlingsluft.

»Das ist er!« schreit jemand.

Und so — wieder und immer wieder — kommt der Tod zu mir, in vielerlei Gestalt. Die Szenen wiederholen sich, bleiben sich selbst gleich, widersprechen und heben sich gegenseitig auf. Welche Vision ist die wahre? Was ist mit jenem alten Mann, der friedlich in seinem Krankenbett verdämmert? Was soll ich glauben? Ich bin betäubt von einer Überdosis empfangener Daten; ich taumle umher in fiebriger Schizophrenie, sehe mehr, als ich fassen kann, begreife nichts, und immer weiter überschwemmt mich mein zuckendes Hirn mit Szenen und Bildern. Ich falle auseinander. Ich kauere mich auf den Boden neben mein Bett, zittere, warte auf neue Konfusionen. Wie werde ich als nächstes zugrunde gehen? Auf der Folterbank? An einer Fleischvergiftung? Durch ein Messer in einer dunklen Garageneinfahrt? Was bedeutet dies alles? Was geschieht mit mir? Ich brauche Hilfe. Verzweifelt, verschreckt eile ich zu Carvajal.

43

Monate war es her, seitdem ich ihn zuletzt gesehen hatte, ein halbes Jahr, von Ende November bis Ende April, und er hatte offensichtlich einige Veränderungen durchgemacht. Er wirkte kleiner, fast puppenhaft, eine Miniatur seines alten Selbst, alles Überflüssige war abgeschält, die Haut straff über seine Backenknochen zurückgezogen. Seine Farbe hatte einen eigenartigen Gelbstich, als verwandle er sich in einen ältlichen Japaner, in einen jener ausgedörrten kleinen Alten in blauen Anzügen und Fliegen, die man manchmal ruhig neben den Börsentelegrafen in den Maklerfirmen des Finanzdistrikts sitzen sieht. Und auch eine ungewohnte orientalische Ruhe war an ihm, eine Buddha-Ruhe, die auszudrücken schien, daß er ein Land jenseits aller Stürme erreicht habe, und dieser Friede war, glücklicherweise, ansteckend: Wenige Augenblicke, nachdem ich voller Verwirrung und Panik angekommen war, wich die aufgestaute Spannung schon von mir. Freundlich geleitete er mich zu einem Sessel in seinem schaurigen Wohnzimmer, freundlich brachte er mir das traditionelle Glas Wasser.

Er wartete darauf, daß ich zu reden begänne.

Wie anfangen? Was sagen? Ich beschloß, unser letztes Gespräch vollständig zu übergehen und meine Wut, meine Anklagen, den Abbruch meiner Beziehung zu ihm gar nicht erst zu erwähnen. »Ich habe gesehen«, platzte ich heraus.

»Ja?« Spöttisch, ohne Überraschung, leicht gelangweilt.

»Beunruhigende Sachen.«

»Oh?«

Carvajal musterte mich ohne Neugier, wartete, wartete. Wie ruhig er war, wie er völlig in sich selbst ruhte! Wie eine Schnitzerei aus Elfenbein, schön, glänzend, reglos.

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