Robert Silverberg - Der Seher
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- Название:Der Seher
- Автор:
- Издательство:Wilhelm Heyne
- Жанр:
- Год:1978
- Город:München
- ISBN:3-453-30496-9
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
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Sundara und ich trinken Cocktail in einer glitzernden Bar, die wie die Gärten des Nebukadnezar von der Spitze eines riesigen Wolkenkratzers hoch über Los Angeles herabhängt. Ich nehme an, es ist Los Angeles, denn vom Fenster aus kann ich tief unten die federartigen Konturen von Palmen erkennen, die die Straße säumen; die Architektur der umliegenden Gebäude ist deutlich südkalifornisch, und durch den dämmrigen Dunst hindurch sehe ich im Westen ein weites Meer und Berge im Norden. Ich weiß nicht, was ich in Kalifornien mache oder wie es kommt, daß ich hier mit Sundara zusammen bin; es ist denkbar, daß sie in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt ist und daß ich, auf Geschäften hier, ein Wiedersehen vorgeschlagen habe. Wir haben uns beide verändert. Ihr Haar durchziehen weiße Strähnen, ihr Gesicht wirkt schmaler, weniger sinnlich; ihre Augen leuchten wie früher, aber das Leuchten in ihnen ist der Funke von hart erkämpftem Wissen, nicht mehr nun von Verspieltheit. Ich habe lange Haare, die ergrauen, und stecke in einer schmucklosen schwarzen Tunika von grimmig-züchtiger Strenge; ich muß ungefähr fünfundvierzig Jahre alt sein und komme mir straff, frisch, imposant vor, ein befehlsgewohnter Managertyp, so selbstbeherrscht, daß ich vor mir selbst erschauere. Sprechen meine Augen von jener tragischen Erschöpfung, jener ausgebrannten Hohlheit, die Carvajal nach so vielen Jahren des Sehens gekennzeichnet hatten? Ich glaube nicht; aber vielleicht ist meine Gabe des zweiten Gesichts noch nicht entwickelt genug, auch solche subjektiven Feinheiten zu registrieren. Sundara trägt keinen Ehering, und auch keine Transit-Symbole sind an ihr zu erkennen. Mein beobachtendes Ich will tausend Fragen stellen. Ich will wissen, ob es zu einer Versöhnung gekommen ist, ob wir uns oft treffen, ob wir uns lieben, ob wir vielleicht sogar wieder zusammenleben. Aber ich habe keine Stimme, ich kann nicht durch den Mund meines zukünftigen Selbst sprechen, es ist mir ganz und gar unmöglich, seine Handlungen zu steuern oder zu beeinflussen; ich kann nur beobachten; er und Sundara bestellen Getränke; sie stoßen mit ihren Gläsern an; sie lächeln; sie plaudern über den Sonnenuntergang, das Wetter, die Einrichtung der Bar. Dann entschlüpft das Bild, und ich habe nichts erfahren.
Soldaten ziehen durch die Schluchten New Yorks, in Fünferreihen, spähen vorsichtig nach allen Seiten. Ich beobachte sie vom Fenster eines höheren Stockwerks. Sie tragen bizarre grüne Uniformen mit roten Nähten, blutscheckige Mützen, Fransen an den Schultern. Ihre Waffen erinnern ein wenig an Armbrüste — kräftige Metallröhren von einem Meter Länge, die sich am äußeren Ende zu einem Fächer weiten und dicht mit schimmernden Drahtspiralen besetzt sind — deren breites Ende auf ihren linken Unterarmen ruht. Das Ich, das sie beobachtet, ist ein Mann von wenigstens sechzig Jahren, weißhaarig, hager, mit tiefen vertikalen Furchen in seinen Wangen; er ist erkennbar ich selbst, und doch ist er mir fast völlig fremd. Auf der Straße löst sich eine Gestalt aus dem Schatten eines Gebäudes und stürzt wild auf die Soldaten zu, brüllt Slogans, schüttelt drohend die Arme. Ein sehr junger Soldat reißt den rechten Arm hoch, und geräuschlos verläßt ein Strahl grünen Lichts seine Waffe; die gestikulierende Gestalt hält inne, erglüht und verschwindet. Verschwindet einfach.
Das Ich, das ich sehe, ist immer noch jugendlich, aber älter, als ich jetzt bin. Vielleicht vierzig: Dann wäre das etwa das Jahr 2006. Ich liege auf einem zerwühlten Bett neben einer attraktiven jungen Frau mit langem schwarzen Haar; wir sind beide nackt, verschwitzt, zerzaust; offensichtlich haben wir uns gerade geliebt. Ich frage: »Hast du gestern Abend die Rede des Präsidenten gehört?«
»Warum soll ich so einem widerlichen, blutgierigen Faschistenschwein zuhören?« entgegnet sie.
Eine Party ist im Gange. Schrille, unvertraute Musik, seltsam goldener Wein, der üppig aus doppelhalsigen Flaschen fließt. Die Luft ist von blauen Rauchschwaden geschwängert. In einer Ecke des überfüllten Raums halte ich Hof, rede dringlich auf eine feiste junge Frau mit sommersprossigem Gesicht und auf einen der jungen Männer ein, der mit mir jenes kleine Landhaus besichtigt hatte. Aber meine Stimme wird von lärmender Musik überlagert, und ich verstehe nur Fetzen und Bruchstücke dessen, was ich sage; ich höre Wörter heraus wie Fehlkalkulation und Überladung, Demonstration und bessere Verteilung, aber der Rest ist Kauderwelsch, und das Gespräch bleibt unverständlich. Der Stil der Kleidung ist merkwürdig, lose, unregelmäßige Tücher, die mit Flecken und Streifen anderer Stoffe bedeckt sind. In der Mitte des Raumes tanzen ungefähr zwanzig Menschen mit gespenstischer Intensität, hüpfen in einem losen Kreis, schlagen die Luft wie besessen mit Ellbogen und Knien. Sie sind nackt; sie haben ihre Körper glänzend purpurn gefärbt; sie sind vollständig haarlos, Männer wie Frauen von Kopf bis Fuß gänzlich enthaart: Wenn die hüpfenden Genitalien und klatschenden Brüste nicht wären, könnte man sie leicht für Plastikpuppen halten, die in eine zuckende, spasmodische Nachäffung des Lebens verfallen sind.
Eine schwüle Sommernacht. Ein Knall, noch einer, noch einer. Feuerwerkskörper explodieren vor dem schwarzen Himmel über der Jersey-Seite des Hudson. Leuchtraketen sprenkeln Chinesisches Feuer in den Himmel, rot, gelb, grün, blau, blendende Streifen und Sternergüsse, eine flammende Schönheit nach der anderen, begleitet von beängstigendem Zischen, Knallen, Dröhnen und Pfeifen, Höhepunkt auf Höhepunkt, und dann, als man gerade annimmt, die Herrlichkeit werde jetzt in Stille und Dunkelheit hinein vergehen, kommt die letzte, die erstaunlichste pyrotechnische Tollheit, ein großes, doppeltes Bild: eine amerikanische Flagge, die spektakulär über uns hängt und jeden Stern erkennen läßt, und, aus der Mitte von Old Glory hervorexplodierend, das Gesicht eines Mannes, in überraschend realistischen Fleischfarben gezeichnet. Das Gesicht ist das Gesicht von Paul Quinn.
Ich bin an Bord eines großen Flugzeugs, eines Flugzeugs, dessen Flügel von China bis nach Peru zu reichen scheinen, und durch das Bullauge neben mir blicke ich auf ein endloses graublaues Meer, auf dem sich die Sonne in grell-blendender Helligkeit widerspiegelt. Ich habe den Sicherheitsgurt angeschnallt, warte auf die Landung, und nun kann ich unser Ziel ausmachen: eine gewaltige sechseckige Plattform, die steil aus dem Meer aufsteigt, eine künstliche Insel, die in ihren Winkeln so symmetrisch ist wie eine Schneeflocke, eine Betoninsel, die von flachen Gebäuden aus rotem Ziegelstein überzogen und von dem langen, weißen Pfeil der Landebahn in zwei Hälften geteilt wird, eine Insel, die vollständig allein ist in dieser ungeheuren See, an deren sechs Seiten Tausende Kilometer von Leere grenzen.
Manhattan. Herbst, kühl, der Himmel dunkel, die Fenster über mir glühend. Vor mir ein gigantischer Turm, der sich neben der ehrwürdigen Bibliothek der Fifth Avenue erhebt. »Der größte der Welt«, sagt jemand hinter mir, ein Tourist zum anderen, näselnder Akzent aus dem Westen. Und das muß er wohl sein. Der Wolkenkratzer füllt den Himmel. »Alles Büros der Regierung«, fährt der Westerner fort. »Kannst du das fassen? Zweihundert Stockwerke, und alles Büros der Regierung. Mit einem Palast für Quinn obenauf, heißt es. Da wohnt er, wenn er in die Stadt kommt. Ein gottverdammter Palast, wie für einen König.«
Was ich besonders fürchte, während diese Visionen auf mich eindringen, ist meine erste Begegnung mit der Szene meines eigenen Todes. Werde ich davon zerstört werden, frage ich mich, so wie Carvajal zerstört wurde — wird ein Blick auf mein letztes Stündlein allen Schwung und alle Lebensfreude aus mir vertreiben? Ich warte, frage mich, wann es kommen wird, fürchte den Augenblick und sehne ihn doch herbei, will das schreckliche Wissen in mich aufnehmen und es hinter mich bringen, und als die Szene kommt, kommt sie als das Gegenteil eines Höhepunkts, als komische Enttäuschung. Ich sehe einen verblichenen, müden alten Mann in einem Krankenhausbett, hager und verbraucht ist er, vielleicht fünfundsiebzig Jahre alt, vielleicht achtzig oder sogar neunzig. Er ist von einem hellen Kokon lebenserhaltender Apparate umgeben; spitz zulaufende Arme strecken und beugen sich und kreisen um ihn herum wie Schwänze von Skorpionen, füllen ihn mit Enzymen, Hormonen, Stimulanzien, was auch immer. Ich habe ihn schon einmal kurz gesehen, in jener betrunkenen Nacht auf dem Times Square, als ich benommen und fassungslos auf dem Boden kauerte und in einer Sturmflut von Stimmen und Bildern ausflippte; aber nun führt mich die Vision ein wenig weiter als damals, so daß ich dieses zukünftige Ich nicht nur als kranken alten Mann wahrnehme, sondern als sterbenden alten Mann auf dem Weg hinüber: Er versinkt, er versinkt, das ganze fantastische Gitterwerk medizinischer Ausrüstung kann das schwache Leben in ihm nicht halten. Ich kann spüren, wie sein Pulsschlag verebbt. Ruhig, ganz ruhig, geht er. In das Dunkel. In den Frieden. Er ist sehr still. Noch nicht tot, sonst würde meine Wahrnehmung von ihm erlöschen. Aber fast. Fast. Und nun. Kein Empfang mehr. Friede und Schweigen. Ein guter Tod, ja.
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