Gemma Malley - Das letzte Zeichen

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»Der Große Anführer«, sagte Evie ruhig.

»Der Große Anführer.« Linus nickte nachdenklich. »Das ist eine Bezeichnung für ihn. Ich nenne ihn lieber Dr. Fisher. So hieß er nämlich vor der Schreckenszeit, vor der Stadt, vor dem allen. Unter diesem Namen hat er seine Ideen bei verschiedenen medizinischen Fachzeitschriften und auf einer Reihe von Fachkongressen eingereicht. Und wisst ihr, was passiert ist?«

»Die Leute mochten seine Ideen nicht, weil sie das Böse nicht loswerden wollten, das sie in sich trugen.«

»So kann man es auch ausdrücken.« Linus zuckte mit den Schultern. »In Wirklichkeit haben sie ihn ausgelacht und seine Theorie ins Lächerliche gezogen. Sie haben sich geweigert, seine Arbeiten zu veröffentlichen, und haben ironische Kommentare über ihn geschrieben. Sie nannten ihn Frankensteins Nachfolger. Wisst ihr, wer Frankenstein war?«

Evie und Raffy schüttelten den Kopf. »Nein, natürlich nicht.« Linus schmunzelte. »Aber das macht nichts. Dr. Fisher jedoch wollte seine Vision nicht aufgeben und bemühte sich, Menschen zu finden, die sich als Studienobjekte zur Verfügung stellten. Er wollte ihnen Teile des Gehirns entfernen. Das ist dann aber nicht so gut gelaufen. Als die Fachverbände und Strafverfolgungsbehörden das herausgefunden haben, hat er seine Zulassung verloren, und es gab ein Gerichtsverfahren, damit er weggesperrt wird. Doch das wurde er nicht – weggesperrt, meine ich. Er hat auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert und kam frei …« Er bemerkte die verständnislosen Mienen seiner Zuhörer und lächelte. »Ach ja, Gerichtsverfahren. Noch so etwas, was ihr nicht kennt. Okay, vergesst es. Kurz gesagt, er ist untergetaucht. Verschwand von der Bildfläche. Hat mit Fanatikern und Sonderlingen rumgehangen – mit Leuten, die man ebenfalls an der Umsetzung ihrer großartigen Ideen gehindert hatte und die ihn nicht ausgelacht haben. Mit Leuten wie mir.«

»Wie Sie?« Mit einem Mal hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit der beiden. »Sie haben den Großen Anführer gekannt?«

»Wir waren Freunde«, bestätigte Linus. »So was Ähnliches. Eigentlich eher Kameraden. Wir hatten beide einen Traum, eine Vorstellung, wie die Dinge sein sollten.«

»Was war Ihr Traum?«, fragte Evie atemlos. »Derselbe wie der des Großen Anführers?«

»Nein.« Linus schüttelte den Kopf. »Aber …« Er atmete tief durch. »Wollt ihr meine Idee sehen?«

Beide nickten.

»Gut. Dann kommt mit.«

Er sprang leichtfüßig auf und ging aus dem Raum. Evie und Raffy wechselten einen Blick und folgten ihm über den Hof, wieder vorbei an dem Zelt mit den Bösen und über einen zweiten Hof in ein bewachtes Gebäude. Er führte sie durch die Tür und über einen Korridor bis in einen riesigen Raum voller Computer.

Raffy blickte sich ehrfürchtig um, während Evie eher unsicher dreinblickte. Es war warm und überall summten und brummten die Computer.

»Ihr habt so viele«, wunderte sie sich. »Wie habt ihr die alle hierher bekommen?«

»Das sind meine Babys«, sagte Linus mit einem Ausdruck voller Zuneigung, ja fast Liebe, und seine Augen leuchteten. »Meine Idee war ein System. Ein System, das die Welt besser machen konnte, geordneter, zu einem Ort, wo niemand mehr ein Verlangen nach etwas hatte, weil das System das Verlangen schon vorweggenommen hat. Wo niemand hungerte oder in der Schule schlecht abschnitt, wo niemand unterdrückt wurde, und wo jeder den Partner fand, den das Schicksal ihm bestimmt hat. Durch das System.«

»Du meinst … so wie das System in der Stadt?«, fragte Evie voller Zweifel.

Linus seufzte und sein Blick verdüsterte sich. »So hätte das System der Stadt sein sollen. Das System, das ich entworfen habe. Das ich aufgebaut und eingerichtet habe.«

»Sie haben das System aufgebaut«, fragte Raffy ungläubig.

»Ich habe es aufgebaut«, bestätigte Linus. »Und ich bedauere das zutiefst. Ich …« Er seufzte. »Ich werde mir das nie verzeihen.«

Raffy ging näher an die Geräte heran. »Darf ich?«

»Natürlich«, sagte Linus.

Raffy ging an den ersten Computer, legte die Hände auf die Tastatur und fing an zu tippen. In der Anzeige erschienen Datenfelder, Reihen von Buchstaben und Zahlen, die Evie nichts sagten.

»Das ist Ihr System?«, fragte Raffy.

Linus nickte, und zum ersten Mal schien er selbst angespannt, ja besorgt zu sein, fast so als hätte er Angst vor irgendetwas.

»Wow«, sagte Raffy leise. »Das ist … das ist unglaublich.«

Linus grinste, und mit einem Mal sah er fast aus wie ein kleiner Junge, trotz der vielen Falten, die sein Gesicht durchzogen. Und Evie erkannte, dass es nicht Angst gewesen war. Linus wollte Raffys Anerkennung, deshalb die aufeinandergepressten Kiefer und die gerunzelte Stirn.

»Was macht es?«, fragte sie.

Raffy drehte sich um und zog einen Stuhl heran. »Siehst du diese Codes? Jeder steht für einen Menschen und ist verlinkt mit Bedürfnissen, Sehnsüchten, ersten Grades, zweiten Grades und so weiter … alles geordnet nach Priorität und dann in Beziehung gesetzt zu den Ressourcen der Gemeinschaft, zur Zeit der Leute … Es ist unglaublich«, wiederholte er.

»Manches ist ganz gut gelungen«, meinte Linus bescheiden.

»Aber …« Raffy drehte sich auf dem Stuhl herum. »Warum gibt es hier keine Ränge? Wenn Sie doch das System der Stadt aufgebaut haben?«

»Ich habe das ursprüngliche System aufgebaut«, erklärte Linus, und sein Mund zuckte nervös. »Nicht das System, das es heute gibt. Ich habe kein System aufgebaut, das die Menschen kennzeichnet oder das sie bestraft oder das …« Er blickte zu Boden. »Das System, das ich entworfen habe, ist nicht das, das es in eurer Stadt gibt. Das wurde später aufgebaut, von anderen Leuten. Nach meinem Vorbild. So ist das manchmal mit Träumen, wisst ihr – sie werden leicht verzerrt. Keiner träumt denselben Traum, und wenn Träume Wirklichkeit werden, dann sind sie nie das, was man erwartet hat, nie das, was man erhofft hat.«

Er wandte sich ab. Evie stand auf und trat neben ihn.

»Und was ist mit dem Traum des Großen Anführers? Der wurde doch nicht verzerrt, oder?«

»Nicht verzerrt?« Linus sah sie an und schüttelte traurig den Kopf. »Ihr wisst wirklich gar nichts, oder?«

Evie legte die Stirn in Falten und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. Allmählich hatte sie genug von Linus’ verschlungenen Geschichten, die nie das brachten, was er versprochen hatte. »Doch. Wir wissen eine ganze Menge. Und wenn wir nicht alles wissen, dann liegt das daran, dass Sie es uns nicht erzählen wollen.«

Linus sah sie nachdenklich an. »Okay. Setz dich. Ich erzähle dir jetzt alles über den Traum des Großen Anführers, ja?«

Evie nickte und nahm wieder neben Raffy Platz, der sich nur widerstrebend vom Computerbildschirm losreißen konnte.

Linus atmete tief durch. »Wieder zurück zu der Geschichte. Da waren wir also, Dr. Fisher und ich. Wir haben einen Haufen Kaffee getrunken und fantasiert, dass die Welt viel besser sein könnte, wenn man nur uns die Sache in die Hand geben würde. Und dann ist die Schreckenszeit losgegangen. Wisst ihr, warum man es die Schreckenszeit nennt?«

»Weil es ein Krieg war, und Krieg ist voller Schrecken«, sagte Evie.

Linus verzog das Gesicht. »Kriege hatte es auch schon vorher gegeben. Jede Menge Kriege, jede Menge Tod, Grausamkeit und Zerstörung. Das hat nie irgendetwas aufgehalten. Die Schreckenszeit wurde so genannt, weil die Soldaten alle Kinder waren und weil man mit den Bomben nur auf die Zivilbevölkerung gezielt hat. Es gab keine Gefechte, keine Strategie, nur gnadenloses Abschlachten, ohne dass ein Ende in Sicht war. Die Menschen, die ihn angefangen hatten, haben nicht für ein bestimmtes Ziel gekämpft; es ging ihnen nur darum, alles und alle zu zerstören, und das ist ihnen auch beinahe gelungen. So einen Feind kann man nicht bekämpfen und man kann sich auch nicht vor ihm verstecken.«

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